Aderklaa ist eine kleine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Marchfeld an der Wiener Stadtgrenze.
Geografie Das Angerdorf Aderklaa liegt in dem zum Weinviertel gehörenden Marchfeld in Niederösterreich zwischen Wien und Deutsch-Wagram. Die Fläche der Gemeinde umfasst 8,62 km². 1,22 Prozent der Fläche sind bewaldet.
Gemeindegliederung Es gibt nur die Katastralgemeinde Aderklaa.
Nachbargemeinden
Geschichte mini|links|Aderklaa in der Schlacht bei Wagram In Aderklaa wurden Besiedlungsspuren aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit, der Hallstattzeit und der La-Tène-Zeit gefunden.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Aderklaa im Jahr 1258 im Rationarium Austriacum, einem Zehentverzeichnis aus der Zeit König Ottokars II. von Böhmen, in dem der Ort als „Atychla“ aufscheint. Das Aderklaaer Angerdorf hat die typische Form des Wehrbauerndorfes. Die geschlossene Form bot Schutz und wurde im Ernstfall verteidigt. Der Ortsgrundriss ist seit der Gründung im Mittelalter bis auf den heutigen Tag erhalten. Im Zuge der zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 wurde das Dorf verwüstet. Vom 16. bis 21. Mai 1809 befand sich in Aderklaa das Hauptquartier von Generalissimus Erzherzog Carl und seinem Gefolge, bevor sie zur ruhmreichen Schlacht gegen die Truppen von Kaiser Napoleon nach Aspern und Essling zogen. Am 5. und 6. Juli 1809 war Aderklaa einer der Schauplätze der Schlacht bei Wagram.
Seit 1784 gehört Aderklaa zur Pfarre Deutsch-Wagram. Im Jahr 1938 waren laut Adressbuch von Österreich in Aderklaa eine Bäckerin, zwei Gärtner, zwei Gastwirte, zwei Gemischtwarenhändlerinnen, ein Sattler, ein Schmied, eine Stickerei, ein Wagner und zahlreiche Landwirte ansässig. Weiters gab es eine Druschgenossenschaft.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 183
Anlässlich der Gedenkfeier 200 Jahre nach der Schlacht bei Wagram im Jahr 2009 wurde der Gemeinde das Wappen vom Land Niederösterreich verliehen.
Einwohnerentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Filialkirche Aderklaa mini|hochkant|Gedenkstein für 5. und 6. Juli 1809 ()
Katholische Filialkirche Aderklaa Zur Schmerzhaften Muttergottes
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Erdgas-Aufbereitungsstation der OMV Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 14, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 25. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 140. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 60,51 Prozent.
In Aderklaa befindet sich eine Erdgasstation der OMV.
Verkehr Straße: Aderklaa ist durch die B8 Angerer Straße mit Wien und der Bezirkshauptstadt Gänserndorf verbunden. Westlich gibt es eine Anbindung zur Wiener Außenring Schnellstraße S1 und S2.
Altlasten Eine Geländemulde, die ab den 1970ern zuerst mit Hausmüll und später mit Bauschutt aufgefüllt wurde, beinhaltete offenbar auch gewerbliche Ablagerungen, die zum Teil sehr hohe Schadstoffgehalte aufwiesen, wodurch eine Gefahr für das Grundwasser gegeben war. Daher wurde die Altablagerung im Jahr 2003 geräumt und die in stark korrodierten Fässern vorgefundenen Lackreste sowie Ölablagerungen entsorgt. Die Grube wurde mit gewachsenem Boden verfüllt; die Altablagerung stellt nun keine Gefährdung für die Umwelt mehr dar.Sanierte Altlast N5: Gemeindedeponie Aderklaa auf altlasten.gv.at
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder.
Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP und 1 KPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP und 2 Familieninitiative Aderklaa. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP und 3 JA ZU A. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP und 2 JA ZU A. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP.
Bürgermeister
bis 2006 Leopold Staudigl (ÖVP) 2006–2015 Franz Schlederer (ÖVP) seit 2015 Bernhard Wolfram (ÖVP)
Persönlichkeiten Amrita Enzinger (* 1967), Umweltmanagerin, Politikerin und Abgeordnete zum Landtag von Niederösterreich
Literatur Karl August Varnhagen von Ense, Anton Pfalz (Hrsg.): Die Schlacht von Deutsch-Wagram am 5. und 6. Juli 1809. Fromme, Wien 1909, . Otto Schilder: Geschichte der Marktgemeinde Deutsch-Wagram. Nebst Hinweisen auf die nähere Umgebung, insbesondere auf die Gemeinden Aderklaa und Parbasdorf. Herausgegeben zur 700-Jahrfeier der Marktgemeinde. Selbstverlag der Marktgemeinde, Deutsch-Wagram 1959, OBV.
Dietmar Müller: Untersuchung der Altablagerung Aderklaa. Umweltbundesamt, Wien 1993, Volltext (PDF; 2,5 MB) Manfried Rauchensteiner: Die Schlacht bei Deutsch Wagram am 5. und 6. Juli 1809. Vierte, unveränderte Auflage. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1997, ISBN 3-215-02433-0. Alfred Mühl: Aderklaa – Chronik 1809. Gedenkbuch der Gemeinde Aderklaa. Gemeinde Aderklaa, Aderklaa 2009, OBV. Ida Olga Höfler: Die jüdischen Gemeinden im Weinviertel und ihre rituellen Einrichtungen 1848–1938/45. Band 2 (ex 5): Familien und Personen in den Gemeinden Aderklaa – Gänserndorf. Erste Auflage. Pilum Literatur-Verlag, Strasshof 2015, ISBN 978-3-902960-21-4. Alfred Mühl, Rosi Windisch: Aderklaa 1258–2016. Heimatbuch Aderklaa, 2. Auflage 2016, Gemeinde Aderklaa.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1258 Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Gänserndorf