AEK Athen (), abgekürzt AEK, ist ein traditionsreicher griechischer Sportverein, der mehrere Abteilungen unterhält.
Geschichte mini|Fußballmannschaft AEK (1940) Die Athlitiki Enosi Konstantinoupoleos wurde am 13. April 1924 in Athen gegründet und ist eigentlich der Sportverein derjenigen Griechen, die zuvor (1919–1923) durch die Kleinasiatische Katastrophe und den darauf folgenden Vertrag von Lausanne aus Kleinasien und insbesondere aus Konstantinopel vertrieben wurden. Die Neuankömmlinge wollten ihrer Mannschaft eine Symbolik verleihen, die an die glorreiche Vergangenheit ihres Herkunftsortes erinnern sollte. So wählten sie als Wappenzeichen den byzantinischen Doppelkopf-Adler in seinen ursprünglichen Farben Gold(-gelb) und Schwarz aus, wie ihn bis heute auch die Flagge der griechisch-orthodoxen Kirche trägt. Die Bezeichnung „Enosi“ (Vereinigung) wurde im Namen bewusst gewählt, weil die Mannschaft aus den nach Athen geflohenen Mitgliedern mehrerer konstantinopolitanischer Mannschaften, wie der AS Pera (bekannter als Pera Club ( Club)), Hephaistos (), Enosi Tataulon () u. a. gebildet wurde. Inoffiziell sieht sich AEK – wie auch PAOK – als Nachfolger von Pera Club, das den größten Bestandteil der neuen Mannschaften ausmachte.
Pera Club wurde nach dem Stadtteil Pera (heute Beyoğlu) von Konstantinopel benannt, wo auch sein Sitz lag. Das Team wurde ursprünglich im Jahr 1881 (andere Quellen: 1875, 1885 oder 1886) unter dem Namen Ermis () gegründet. Um 1921 (andere Quelle: 1913) musste unter dem Druck der türkischen Regierung der griechische Name erlöschen, so entstand daraus der – schon kurz danach international bekannte – AS Pera. Er wurde von damaligen Medien als die „griechische Mannschaft der Türkei“ bezeichnet, in seiner Heimat erspielte das erstklassige Team damals den Meistertitel 1922. Gleich darauf erfolgte der nach dem Lausanne-Vertrag erzwungene Völkeraustausch, und der griechische Stamm zerfiel größtenteils. Die Mannschaft wurde weiterhin von den wenigen hinterbliebenen Griechen und von Türken dieses Viertels gepflegt und besteht unter dem türkischen Namen Beyoğluspor heute noch in Istanbul.
Auch in Athen wurde parallel zu AEK, gleichzeitig (1924) und mit den gleichen Vereinsfarben und Wappen von einigen der Flüchtlinge ein Team namens AO Pera Klub () gegründet, das jedoch weder an die Erfolge seines Mutter- noch seines Schwestervereins anknüpfen konnte.
Im Folgejahr (1925) wurde auch in Thessaloniki von dort angesiedelten Flüchtlingen gleicher Herkunft eine Mannschaft namens AEK gegründet, die um 1929 zum seit 1926 gegründeten PAOK fusionierte.
AEK wuchs über die Jahre hinweg zu einem der größten Sportvereine Griechenlands. Weitere Abteilungen wurden gegründet, die jüngsten sind die Anfang 2016 entstandenen Sparten für Turnen, Schwimmsport, Gewichtheben, Triathlon, Taekwondo, Ringkampf, Jiu Jitsu, Tennis, Badminton und Rugby.AEK gründet weitere Abteilungen in anderen Sportarten (griechisch)
Zu den erfolgreichsten und größten Abteilungen zählen diese:
Fußball
Nach dem Abstieg 2013 aus der Super League meldete der Verein am 15. Mai 2013 Insolvenz an und startete die Saison 2013/14 in der drittklassigen Football League 2. Online auf aekfc.gr Dort gelang unter dem Trainer Traianos Dellas auf Anhieb der Durchmarsch mit zwei Aufstiegen zurück in die Super League. In der ersten Spielzeit nach dem Wiederaufstieg (2015/16) gewann AEK den griechischen Fußballpokal. 2017/18 wurde man dann schließlich zum 12. Mal griechischer Meister und durfte in der UEFA Champions League 2018/19 antreten. Nach Siegen über Celtic Glasgow und den Vidi FC nahm man zum ersten Mal seit der Saison 2006/07 wieder an der Gruppenphase teil. In der Gruppenphase traf AEK auf FC Bayern München, Benfica Lissabon und Ajax Amsterdam.
Stadion Die Mannschaft trug ihre Spiele im 1930 erbauten Nikos-Goumas-Stadion, damals und bis 1991 noch Nea-Filadelfia-Stadion genannt, aus. Nach einem Umbau von 1985 bis 1987 wurde die Kapazität des Stadions auf 36.766 Zuschauer erhöht. Während des Erdbebens 1999 erlitt das Stadion beträchtliche Schäden und wurde schließlich 2003 samt der anliegenden Sporthalle Georgios Moschos abgerissen, um für ein neues Stadion Platz zu machen, das auch als Trainingsstätte des Fußballturniers der Olympischen Spiele 2004 dienen sollte. Im Verlauf der Olympia-Vorbereitungen wurde schließlich das Stadion vom olympischen Infrastruktur-Projekt gestrichen und durch das Karaiskakis-Stadion ersetzt. Pläne einer Neukonstruktion an derselben Stelle und aus Eigeninitiative der Mannschaftsvorsitzenden erhielten vorerst Widerstand von Umweltschützern und Bewohnern der Stadtgemeinde Nea Filadelfia. Daneben scheiterten die Pläne gleichzeitig an den aktuellen Baubedingungen, die die Verteilung einer Baugenehmigung nicht ohne gesetzliche Ausnahmeregelung ermöglichen. Alternative Bauflächen wurden aufgesucht, um sich schließlich zu einem staatlichen Grundstück in Ano Liossia zu einigen, für dessen Übergabe sowie die finanziellen Bedingungen auch ein Memorandum zwischen dem Finanzminister Giorgos Alogoskoufis und dem Vereinspräsidenten Demis Nikolaidis unterzeichnet wurde. Dennoch gab es weitere Kontroversen, diesmal auch von Seiten der Fans, welche die historische Verknüpfung zum ursprünglichen Standort nicht aufgeben wollten und für eine neue Sportstätte an gleicher Stelle in Nea Filadelfia, auch wenn das Ausmaß kleiner ausfallen müsse, appellierten. Da auch die Finanzierung dieses kostspieligen Projekts noch von Unklarheiten umwoben war, wurde dieser Plan schließlich aufgegeben. Daher spielte AEK ab 2004 im Olympiastadion von Athen.
Anfang August 2014 überwand AEK eine wichtige Hürde auf dem Weg zu einem neuen Stadion. Das griechische Parlament gab sein Einverständnis für den Beginn der konkreten Planung für den Stadionneubau. Zusätzlich sprach man dem Fußballclub eine dem Grundstück angrenzende Fläche von 0,25 Hektar zu, die für den Bau nötig war. Die neue „OPAP Arena“ (seit Anfang 2026 ALLWYN Arena) mit 33.000 Plätzen ist im Stadtteil Nea Filadelfia an der Stelle des alten Stadions entstanden und hat 65 Millionen Euro netto (ca. 80 Millionen brutto) gekostet.stadionwelt.de: Artikel vom 3. August 2014Das Bauprojekt auf der Homepage des Bauunternehmens Ermonassa präsentiert (engl.)Das Agia Sophia Stadion, auf der Website des Fußballvereins vorgestellt (engl.) Der Bau begann im Juli 2017 und die neue Spielstätte, deren markante Architektur byzantinische Einflüsse beinhaltet, wurde Ende September 2022 eröffnet.
Kader 2026/27 Stand: 28. August 2026
Trainer Der Trainer Fernando Santos trat im Mai 2006 zurück und wechselte zu Benfica Lissabon. Sein Nachfolger wurde der Spanier Llorenç Serra Ferrer. Nach sportlichen Misserfolgen und aufgrund eines angespannten Verhältnisses zur Mannschaft wurde Ferrer im Februar 2008 entlassen. Nikos Kostenoglou, ein ehemaliger Spieler, der unter Ferrer schon Co-Trainer war, trainierte die Mannschaft bis zum Saisonende. Zur Saison 2008/09 übernahm Georgios Donis, der vorher beim AE Larisa tätig war, das Traineramt. Ihn löste im November 2008 Dušan Bajević ab, der damit bereits zum dritten Mal Vereinstrainer von AEK wurde. Bajević trat im September 2010 nach einem schlechten Saisonstart vom Trainerposten zurück. Manuel Jiménez Jiménez, der ehemalige Trainer des FC Sevilla, bekam den Job und erhielt einen Vertrag bis 2012, allerdings wurde er bereits Anfang Oktober 2011 entlassen und bis zum Saisonende durch den ehemaligen Spieler Nikos Kostenoglou ersetzt, der bereits am Ende der Saison 2007/08 als Interimstrainer fungierte. Zum Beginn der nächsten Saison übernahm das Ruder des Vereins mit Vangelis Vlachos ein weiterer ehemaliger AEK-Akteur. Nach einem schlechten Start in die Saison 2012/13 wurde Vlachos von seinen Aufgaben entbunden und der deutsche Trainer Ewald Lienen als neuer Trainer und sportlicher Leiter vorgestellt. Lienens Vertrag wurde am 9. April 2013 drei Spieltage vor Saisonende und nach einer kleinen Negativserie vorzeitig vom Vorstand aufgelöst; der Verein hatte allerdings die Trennung zum Ende der Saison 2012/2013 schon im Vorfeld angekündigt. (griechisch). Online auf aekfc.gr vom 9. April 2013. Zur Saison 2013/14 übernahm den nun Drittligisten der ehemalige Spieler und frisch ausgebildete Trainer Traianos Dellas. Nach dessen Rücktritt im Oktober 2015 übernahm Gus Poyet den Trainerposten. Am 20. April 2016 gab der Verein die sofortige Trennung von Poyet bekannt, nachdem dieser mit Journalisten über einen Weggang gesprochen, AEK aber nicht informiert hatte.AEK trennt sich von Poyet Sein Nachfolger zur Saison 2016/17 wurde der Georgier Temur Kezbaia, der bereits im Oktober 2016 von José Morais abgelöst wurde. Die Zeit des Portugiesen bei AEK dauerte nur ca. drei Monate, im Januar 2017 wurde er durch Manuel Jiménez Jiménez ersetzt, der damit das zweite Mal AEK-Trainer ist.
Von 2022 an war der argentinische Trainer Matías Almeyda bei AEK unter Vertrag. Die Zusammenarbeit wurde nach der Saison 2024/2025 beendet und AEK engagierte als Nachfolger den serbischen Trainer Marko Nikolić.
Titel/Statistik Griechischer Meister (14×): 1939, 1940, 1963, 1968, 1971, 1978, 1979, 1989, 1992, 1993, 1994, 2018, 2023, 2026 Griechischer Pokalsieger (16×): 1931, 1939, 1949, 1950, 1956, 1964, 1966, 1978, 1983, 1996, 1997, 2000, 2002, 2011, 2016, 2023 Finalist (11×): 1948, 1953, 1979, 1994, 1995, 2006, 2009, 2017, 2018, 2019, 2020 Griechischer Super Cup (2×): 1989, 1996 Finalist (4×): 1992, 1993, 1994, 2026 Griechischer Ligapokal: 1990
Auswahl ehemaliger Spieler
Griechenland Angelos Basinas (2008–2009) Vassilios Borbokis (1992–1997, 2002–2004) Traianos Dellas (1999–2001, 2005–2008, 2010–2012) Vasilis Dimitriadis (1991–1996) Grigoris Georgatos (2002–2004) Pantelis Kafes (2006–2012) Konstantinos Katsouranis (2002–2006) Sotirios Kyrgiakos (2008–2009) Nikos Liberopoulos (2003–2008, 2010–2012) Stelios Manolas (1978–2000) Kleanthis Maropoulos (1934–1952) Thomas Mavros (1976–1987) Kostas Negrepontis (1926–1932) Konstantinos Nestoridis (1955–1965) Demis Nikolaidis (1996–2003) Mimis Papaioannou (1962–1980) Alekos Sofianidis (1950–1969) Andreas Stamatiadis (1950–1959) Vasilios Tsiartas (1993–1996, 2000–2004) Tryfon Tzanetis (1933–1950) Theodoros Zagorakis (2000–2004) Akis Zikos (1998–2002, 2006–2008) Europa Bruno Alves (2004–2005) Dušan Bajević (1977–1981) Anton Doboș (1996–1998) Márton Esterházy (1984–1987) Eiður Guðjohnsen (2011–2012) Roger Guerreiro (2009–2013) Juanfran (2008–2010) Daniel Majstorović (2008–2010) Mirosław Okoński (1988–1991) Håkan Sandberg (1984–1987) Toni Savevski (1989–2001) František Štambacher (1984) Walter Wagner (1974–1977) Timo Zahnleiter (1974–1977) Rest der Welt Rodolfo Arruabarrena (2007–2008) Ismael Blanco (2007–2011) Walter Centeno (2002–2003) Néstor Errea (1972–1975) Carlos Gamarra (2001–2002) Mohamed Kallon (2008) Jim Patikas (1985–1993) Rivaldo (2007–2008) Ignacio Scocco (2008–2011) Milton Viera (1977–1979)
Fans/Ultras Eine bedeutende Ultra-Bewegung der Männerfußballmannschaft von AEK Athen ist die 1982 gegründete Original 21. Original 21 ist aus einer Spaltung des 1975 als Originaler Bloc 21 () gegründeten Fanclubs hervorgegangen, der nach dem Block 21 des heimischen Stadions Nikos Goumas benannt war, aus dem die Mitglieder ihre Mannschaft anfeuerten.
Eine langjährige und intensive Freundschaft (vor allem der oben genannten Original 21) besteht mit den Fans von Olympique Marseille (in erster Linie mit deren Commando Ultra 84). Die Freundschaft entstand anlässlich ihres Aufeinandertreffens im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister 1989/90, wo Marseille sich mit 2:0 und 1:1 durchsetzen konnte. Seither kommt es zu wechselseitigen Unterstützungen, wenn AEK in Frankreich oder Olympique Marseille in Griechenland spielt.
Damenfußball Eine Mannschaft wurde zur Saison 1998/1999 gegründet, die in der 2. Liga teilnahm, sich danach aber wieder auflöste.
Basketball