Children of Bodom war eine finnische Melodic-Death-Metal-Band aus Espoo, die von 1993 bis 2019 bestand. Durchgehend Mitglieder der Band waren seit der Veröffentlichung ihres ersten Albums bis zum Tod Alexi Laiho (Gesang und Gitarre), Janne Wirman (Keyboards), Henkka Seppälä (Bass) und Jaska Raatikainen (Schlagzeug). Die Position des zweiten Gitarristen wurde zu unterschiedlichen Zeiten von Alexander Kuoppala, Roope Latvala und Daniel Freyberg besetzt.

Bandgeschichte Gründung und erste Aufnahmen (1993–1996) mini|links|Sänger und Gitarrist Alexi (Wildchild) Laiho 2016 Die Band wurde zunächst unter dem Namen Inearthed gegründet. Gründungsmitglieder waren der Gitarrist Alexi Laiho, der Schlagzeuger Jaska Raatikainen und der damalige Bassist Samuli Miettinen. Die drei Musiker verband ihr gemeinsames Interesse für Heavy Metal und Bands wie zum Beispiel W.A.S.P., Manowar, Ozzy Osbourne, Judas Priest, Slayer oder Hypocrisy.

Im August 1994 nahmen sie ihre erste Demoaufnahme auf, die sie Implosion of Heaven nannten. Die Melodien für die drei Songs wurden von Laiho komponiert, die Texte verfasste Miettinen. Diese Aufnahmen werden stilistisch dem Death Metal zugeordnet. Ihre zweite Demoaufnahme folgte im Juli 1995 unter dem Namen Ubiquitous Absence of Remission. Die Aufnahmen wurden im Astia Studio eingespielt, zusammen mit dem Produzenten Anssi Kippo, der später noch bei vielen Alben der Bands mitwirkte. Bei den Aufnahmen waren nur Laiho und Raatikainen beteiligt. Miettinen war nicht im Studio, weil er zu dem Zeitpunkt schon mit seiner Familie in die USA gezogen war. Auf dieser Demo sind erstmals Keyboardsounds zu hören, obwohl Inearthed damals noch keinen Keyboarder hatte. Die Keyboardstimmen wurden von Laiho und Raatikainen eingespielt. Raatikainen spielte zu dieser Zeit noch in einer Big Band das French Horn, wo auch Alexander Kuoppala Trompete spielte. Außerdem spielte Kuoppala auch Gitarre und so wurde er eingeladen, die Band als Rhythmusgitarrist zu unterstützen.

Ende 1995 zog Miettinen mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten, wodurch es ihm unmöglich wurde, weiterhin in der Band zu spielen. Für ihr drittes Demo wurden zwei neue Musiker in die Band aufgenommen. Der neue Bassist Henkka Seppäla (* 7. Juni 1980) war der Ersatz für Miettinen. Laiho und Raatikainen kannten ihn, weil sie dieselbe Schule besuchten. Außerdem wurde mit Jani Pera Pirisjoki (* 14. Juni 1978) ein fester Keyboarder gefunden. Die dritte Demo Shining wurde im Februar 1996, erneut im Astia Studio, aufgenommen. Auch diese Demo wird gemeinhin noch als Death Metal bezeichnet, auch wenn die Musik melodischer ist und sich mehr in Richtung Melodic Death Metal entwickelt hat. Die Band gab erstmals kleine Konzerte in Espoo und der Umgebung.

Umbenennung und Debütalbum (1997) Die Band suchte nach einer Plattenfirma, die sie unter Vertrag nahm, aber keine schien Interesse an Inearthed zu haben. Also entschlossen sich die Bandmitglieder Mitte 1997, ein weiteres Mal ins Studio zu gehen, um ihr erstes Album ohne Plattenvertrag aufzunehmen. Die Kosten von rund 3500 Euro wurden allein von den Bandmitgliedern getragen. Kurz vor den Aufnahmen wurde Pirisjoki aus der Band geworfen, weil er Inearthed nicht ernst genug nahm. Raatikainen fragte seinen Schulfreund Janne Wirman (* 26. April 1979), ob er nicht in der Band aushelfen wolle. Wirmans Interesse für Metalmusik war zwar nicht groß, trotzdem willigte er ein. Nur kurze Zeit später wurde er vollwertiges Mitglied der Band.

Nun war die Band bereit für die Aufnahmen für ihr Debütalbum. Im Astia Studio wurden die sieben Songs aufgenommen. Produzent war wieder Anssi Kippo. Die Aufnahmen wurden an zahlreiche Plattenfirmen verschickt, doch nur eine zeigte Interesse an ihnen. Es war eine kleine belgische Firma, die der Band ein außerordentlich schlechtes Angebot machte, bei dem die Studiokosten nicht übernommen werden sollten und die Band 1.000 Exemplare ihres Albums selbst verkaufen sollte. Da es aber kein besseres Angebot gab, gingen die Bandmitglieder darauf ein.

Kuoppala arbeitete zu dieser Zeit mit dem Thy-Serpent-Gitarristen Sami Tenetz zusammen. Er gab ihm ein Exemplar des Albums. Dieser mochte das Album und er leitete es an das finnische Plattenlabel Spinefarm Records weiter. Dort wurde das Album mit Begeisterung angenommen und Inearthed sollte unter Vertrag genommen werden. Da Inearthed aber schon bei der belgischen Plattenfirma unterschrieben hatten, das Angebot von Spinefarm Records aber viel besser war, entschlossen die Bandmitglieder kurzerhand, sich von Inearthed in „Children of Bodom“ umzubenennen. Der Name geht auf den See Bodominjärvi zurück, der in einem Stadtteil von Espoo liegt und an dem 1960 drei zeltende Jugendliche grausam ermordet wurden. Das Lied „Lake Bodom“ wurde diesem See gewidmet. Auf acht der zehn Studioalben von Children of Bodom waren mindestens ein Song, der das Wort „Bodom“ im Titel enthielt. Die beiden Alben, bei denen dies nicht der Fall war, sind das 2011 erschienenen „Relentless Reckless Forever“ und das 2019 erschienene „Hexed“.

Nach der Umbenennung konnte das erste Album mit dem Namen Something Wild unter Spinefarm Records veröffentlicht werden. Die Stilrichtung lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Es kommen Einflüsse aus dem Bereich Death-, Speed-, Power-, Black- und dem Heavy Metal zusammen. In einigen Songs sind sogar klassische Elemente zu hören.

Im Oktober 1997 spielte Children of Bodom ihr erstes großes Konzert als Vorgruppe für die Black-Metal-Band Dimmu Borgir. Die Band wurde in Finnland immer bekannter und das Album erreichte Platz 19 in den Albumcharts. Im Jahr 1998 wurde es durch Nuclear Blast, Toys Factory und einige andere Plattenlabels auch im Ausland veröffentlicht.

Nuclear Blast organisierte eine Tour mit Disbelief, Crack Up, Covenant (ab 1999 The Kovenant), Hypocrisy und Benediction. Wirman konnte die Band wegen seines bevorstehenden Schulabschlusses nicht begleiten und so wurde er auf der Tour durch Erna Siikavirta, eine klassische Pianistin, ersetzt. Bald darauf ging die Band ins Studio, um zwei neue Songs aufzunehmen. Der Song „Children of Bodom“ wurde auf einer Split-Single mit Cryhavoc und Wizzard veröffentlicht, die in Finnland Platz 1 der Singlecharts und Goldstatus erreichte. Des Weiteren wurde der Song „Towards Dead End“ aufgenommen.

Es folgten mehrere Auftritte, unter anderem auf dem Wacken Open Air im August 1998. Die zweite Europa-Tour wurde auch von Nuclear Blast organisiert. Wirman konnte erneut wegen der Schule nicht an der Tour teilnehmen. Er wurde für kurze Zeit durch Kimberly Goss, die Keyboarderin von Dimmu Borgir, ersetzt.

Hatebreeder (1998–2000) mini|Schlagzeuger Jaska Raatikainen 2016 Im Dezember 1998 und Januar 1999 ging die Band erneut ins Astia Studio, um fünf weitere, eigene Songs und zwei Coversongs aufzunehmen. Diese sollten mit den beiden bereits veröffentlichten Songs auf einem Album publiziert werden. Neben anfänglichen Problemen mit dem Equipment konnte die Band das Album wie gewünscht aufnehmen. Zuerst sollte es Towards Dead End heißen, doch es wurde dann Hatebreeder genannt und erschien am 26. April 1999 bei Spinefarm Records. Auf diesem Album tritt verstärkt das Keyboard in den Vordergrund. Wirman spielte hier auch Keyboard-Solos ein, die er selbst schrieb.

Hatebreeder war in Finnland sehr erfolgreich und erreichte Platz 6 in den Albumcharts, auch in Deutschland stieg es auf Platz 76 ein. Im Juli 1999 tourten sie mit In Flames und Sinergy durch Japan. Dabei wurde ihre erste Live-CD aufgenommen. Das limitierte Album wurde Tokyo Warhearts genannt. Es erreichte in Finnland Platz 33 der Albumcharts. Im September 1999 folgte eine Tour durch Europa mit In Flames, Dark Tranquillity und Arch Enemy. Im Mai 2000 wurde die Single „Hate Me“ veröffentlicht, die es sofort auf Platz 1 der Singlecharts schaffte und mit Platin ausgezeichnet wurde.

Follow the Reaper (2000–2002) mini|links|Keyboarder Janne Wirman 2016 Im August 2000 sollte das nächste Album aufgenommen werden. Die Band entschied sich, dieses Mal nicht in das Astia Studio, sondern in das bekannte Abyss Studio in Schweden zu gehen. Unter der Leitung von Peter Tägtgren, der schon zahlreiche Death- und Black-Metal-Alben produziert hatte, wurden acht neue Songs und ein Coversong aufgenommen. Der Titel „Kissing the Shadows“ wurde erst im Studio geschrieben. In diesen Songs treten die Keyboard-Sounds besonders in den Vordergrund.

Das Album wurde als Follow the Reaper Ende Oktober 2000 in Finnland und im Januar 2001 weltweit veröffentlicht. In Finnland erreichte es den dritten Platz der Albumcharts, in Deutschland stieg es auf dem 46. Platz ein.Follow the Reaper in den finnischen Charts. finnishcharts; abgerufen am 28. Februar 2022 Im Februar 2001 veröffentlichte Nuclear Blast eine neu abgemischte Version des Albums, bei dem ein paar kleine Details verbessert wurden. Anschließend tourte Children of Bodom zusammen mit Primal Fear und Sacred Steel durch Europa. Bevor sie eine Japan-Tournee begannen, spielten sie noch ein Konzert in Südkorea, das sogar im südkoreanischen Pay-TV ausgestrahlt wurde. Nach der Tour ging die Band ins Astia Studio und nahm zwei weitere Coversongs auf, die später als Bonustracks für Singles und Alben benutzt wurden. Im Oktober spielten sie ein Konzert in Italien als Vorgruppe für Slayer, anschließend folgte eine Südamerika-Tour mit acht Konzerten. Im Dezember folgten kleinere Konzerte in Finnland.

Hate Crew Deathroll (2002–2003) Nachdem Spinefarm Records durch Universal Music aufgekauft worden war, konnte die Band nun auf den Vertrieb im Ausland durch Nuclear Blast verzichten, da das nun von Universal Music übernommen wurde.

Nach einem weiteren Auftritt auf dem Wacken Open Air 2002 ging wieder in die Astia Studios und nahm zusammen mit Anssi Kippo ihr viertes Studioalbum auf. In den neuen Songs waren harte Metal-Riffs und Gitarren- und Keyboard-Soli integriert. Im September wurde die Single You’re Better Off Dead zusammen mit dem Coversong Somebody Put Something in My Drink von den Ramones veröffentlicht. Sie stieg auf Platz 1 in Finnland ein und wurde vergoldet.

Anfang Januar des folgenden Jahres wurde das Album Hate Crew Deathroll veröffentlicht. Es war das erste Album von Children of Bodom, das an die Spitze der finnischen Albumcharts gelangte. Dort konnte es dann auch drei Wochen verweilen. Im März bekam es eine Goldene Schallplatte verliehen, als es zum fünfzehntausendsten Mal verkauft wurde. Anschließend tourte die Band wieder durch Europa, diesmal zusammen mit Shadows Fall. Als diese wegen ihrer eigenen Tournee auf den letzten Konzerten nicht mit Children of Bodom zusammen spielen konnten, sprang die deutsche Band Suidakra ein.

Besetzungswechsel und Trashed, Lost & Strungout (2003–2004) mini|Roope Latvala mit Stone auf dem Sauna Open Air Metal Festival Im Juli 2003 verließ Rhythmusgitarrist Alexander Kuoppala die Band, da ihm die permanenten Touren zugesetzt hatten und ihm das Leben auf Tournee zu stressig wurde. Freund und Sinergy-Kollege Roope Latvala bot Laiho an, in der Band als Begleitgitarrist auszuhelfen, um die bereits geplanten Touren in Japan und Nordamerika zu absolvieren. Während der Japan-Tour musste Children of Bodom trotzdem ein Konzert absagen, da Laiho an starken Muskelkrämpfen litt, die ihn beim Spielen behinderten. Danach jedoch konnte die Tour erfolgreich beendet werden.