links|miniatur|Dorfkirche Petriroda ist ein Ortsteil der Landgemeinde Georgenthal im thüringischen Landkreis Gotha.
Geografie Der Ort liegt am nördlichen Fuß des Thüringer Waldes. Die nächstliegenden Orte sind Emleben im Norden (3,6 Straßenkilometer), Schwabhausen im Nordosten (3,5 km Luftlinie), Hohenkirchen im Süden (2,2 Straßenkilometer) und Wipperoda im Westen (3 km Luftlinie). Petriroda liegt mit einem Haltepunkt an der Nebenbahnstrecke Ohratalbahn von Gotha nach Gräfenroda, auf der jedoch vorerst der Personenverkehr eingestellt ist.
Geschichte Petriroda beging 1999 seine 650-Jahr-Feier, der Ort wurde 1349 im Lehnsverzeichnis von Landgraf Friedrich als Piczgenrode zum ersten Male urkundlich erwähnt. In Petriroda gab es ein Rittergut. Der Ort gehörte bis Mitte des 19. Jahrhunderts zur oberen Grafschaft Gleichen im Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg und danach zum Landratsamt Ohrdruf im Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha.
Petriroda war 1675–1694 von Hexenverfolgung betroffen. Zwei Frauen gerieten in Hexenprozesse, die eine unter dem Vorwurf des Milchzaubers, die andere wegen angeblichen Läusemachens.Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 250f.
Seit dem 6. Februar 1992 war die Gemeinde Petriroda Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Apfelstädtaue mit Sitz in Georgenthal. Mit Auflösung dieser am 31. Dezember 2019 schloss sich Petriroda mit weiteren Gemeinden zur Landgemeinde Georgenthal zusammen.Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 11/2019 vom 18. Oktober 2019 S. 385 ff., aufgerufen am 30. Dezember 2019 Letzter Bürgermeister der Gemeinde Petriroda war Marcel Schönau.
Ortsbild Petriroda wird vom Flößgraben durchzogen. Auf dem 375 m ü. NN hohen Sandberg östlich des Ortes in Richtung Schwabhausen beherrschen sechs große Windkraftanlagen das Landschaftsbild.
Sehenswürdigkeiten Bei Petriroda liegt das 3,04 Hektar große Flächennaturdenkmal Kranichmoor. Das ehemalige Torfabbaugebiet wurde 1962 unter Schutz gestellt. In der Nähe des Ortes befindet sich ein alter, halb umgesunkener Markstein. Am Radweg in Richtung Schwabhausen liegt ein Karpfenteich der Fischzucht Reinhardsbrunn GmbH, der jedes Jahr durch einen unterirdischen Verbindungskanal aus dem Flößgraben frisch mit Wasser befüllt und im Herbst beim Abfischen komplett entleert wird. Alljährlich im Juni findet das traditionelle Teichfest mit Musik, Essen, Trinken und Lagerfeuer statt, das unter Beteiligung von Gemeinde, Vereinen und Bürgern organisiert wird. Die kleine Dorfkirche St. Salvator misst 13,8 × 8,6 m in der Grundfläche, sie wurde 1714 errichtet. Die Kirche besitzt eine doppelgeschossige, umlaufende Empore und ein Spiegelgewölbe. In den 1850er Jahren erhielt die Kirche eine Knauf-Orgel. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Kanzelaltar aufgestellt. Schon in den 1980er Jahren wurde mit der Sanierung begonnen, 2002 wurde der Kirchturm saniert und neu verschiefert. Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Über ihrem Eingang wird an die sechs im Ersten Weltkrieg Gefallenen aus Petriroda erinnert, auf dem Kirchhof mit einem Denkmal an die 18 im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Soldaten.
Die Kirchgemeinde gehört heute zum Kirchspiel Hohenkirchen, dem auch Herrenhof angehört, nachdem es bis 1996 Filial von Schwabhausen war.
Bilder der Kirche
Vereinsleben In Petriroda gibt es zwei größere Vereine, die SG Petriroda und der Feuerwehrverein. Die SG Petriroda ist der örtliche Sportverein und bietet seinen Mitgliedern die Möglichkeit des Kegelns auf einer Zweibahn-Automatikanlage in drei Herren-, einer Damen- oder einer Jugendmannschaft oder die Teilnahme in einer der verschiedenen Gymnastikgruppen. Des Weiteren wird durch den Sportverein der jährliche Fasching mit Programm, sowie ein Sportfest und die Abnahme des Sportabzeichens organisiert. Der Feuerwehrverein unterstützt die örtliche Feuerwehr, des Weiteren hilft er aktiv bei der Durchführung von Festlichkeiten von Petriroda wie zum Beispiel beim Maibaumsetzen mit Fackelumzug oder beim Teichfest mit Lagerfeuer. Ebenso fördert er die Arbeit der örtlichen Jugendfeuerwehr.
Einwohnerentwicklung mini|Ehemaliger Haltepunkt Petriroda (2018) Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994 – 345 1995 – 358 1996 – 360 1997 – 376 1998 – 374 1999 – 371 2000 – 365 2001 – 364 2002 – 360 2003 – 355 2004 – 358 2005 – 348 2006 – 350 2007 – 343 2008 – 348 2009 – 342 2010 – 336 2011 – 342 2012 – 344 2013 – 332 2014 – 328 2015 – 319 2016 – 309 2017 – 305 2018 – 300 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Wappen Blasonierung: „Das Wappen ist blau mit einer silbernen rechten Flanke, darin eine grüne Schilfpflanze mit schwarzem Kolben, und zeigt einen rechtsgewendeten, golden bewehrten und gekrönten silbernen Löwen, in den Pranken einen goldenen Moorspaten haltend.“
Einzelnachweise
Weblinks
Petriroda auf der Website der Gemeinde Georgenthal
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