mini|hochkant=0.6|Wappen der Woiwodschaft. Die Initialen stehen für Sigismundus Augustus mini|Die Woiwodschaft Livland im Königreich Polen-Litauen in Rot. Das Gebiet nördlich davon zählt zu Schwedisch-Livland. Die Woiwodschaft Livland (polnisch Województwo inflanckie oder Inflanty polskie; lettisch Poļu Inflantija), auch bekannt als Polnisch-Livland, war eine Verwaltungseinheit in der aristokratischen Republik Polen-Litauen, die 1621 aus der Woiwodschaft Wenden des Herzogtums Livland gebildet wurde und bis zur Ersten Polnischen Teilung 1772 Bestand hatte.
Geschichte Die Woiwodschaft war der nach dem Krieg gegen Schweden 1621–1629 bei Polen-Litauen verbliebene Rest Livlands (poln. Inflanty), das 1561 unter polnische Oberhoheit gekommen war. Von polnischer Seite wurde die schwedische Oberhoheit über die anderen Teile Livlands erst im Vertrag von Oliva 1660 anerkannt.
Die Woiwodschaft behielt den Status des Herzogtums, zu keiner der Reichshälften Polen-Litauens zu gehören, sondern ein Kondominium beider zu sein. Sitz des Woiwoden war Dünaburg (poln. Dyneburg, lett. Daugavpils).
mini|Polnisch Livland im 18. Jahrhundert (aus dem Atlante Novissimo, Band 2, Presso Antonio Zatta, Venezia 1791)
Gebiet Der Hauptteil der Woiwodschaft entspricht der heutigen Landschaft Lettgallen innerhalb Lettlands, die im Unterschied zum Rest des Landes wegen ihrer längeren Zugehörigkeit zu Polen-Litauen traditionell katholisch ist. Im Westen reichte Polnisch-Livland mit einem schmalen Streifen bis an die Mündung der Aiviekste in die Daugava, mit den Ortschaften Gostiņi (heute ein Ortsteil im Osten von Pļaviņas) auf dem rechten Ufer und Glāznieki (nordwestlich von Krustpils) auf dem linken Ufer der Aiviekste.
Das Gebiet Pilten (lett. Piltene) des ehemaligen Bistums Kurland wurde von 1617 bis 1656 als Teil des Herzogtums Livland verwaltet. Ab 1717 setzte Polen-Litauen die direkte Herrschaft gegenüber dem Herzogtum Kurland und Semgallen erneut durch. In dieser Zeit wurde das Gebiet von der Woiwodschaft Livland aus verwaltet.
Woiwoden Przecław Leszczyński Aleksander Morszlyn Jan Teodor Jerzy Płatem Otto Fryderyk Felkierzamb Jan Koss Jędrzej Głębocki Piotr Przebendowski Antoni Morsztyn Wilhelm Płatem Jan Borch Stanisław Brzostowski Jozafat (Jan) Zyberg Gaspar Rogaliński Adam Falkierzamb
Literatur in der Reihenfolge des Erscheinens Gustaw Baron von Manteuffel-Szoege: Polnisch-Livland. Nicolai Kymmel, Riga 1869. polnische Ausgabe: Gustaw Manteuffel: Listy z nad Baltyku. Anczyc, Krakau 1886. lettische Ausgabe: Gustavs Manteifels: Poļu Inflantija. Jumava, Riga 2020, ISBN 978-83-66172-21-0. Edgars Dunsdorfs: Latvijas vēstures atlants. Jāņa sēta, Riga 1998, S. 123 (Verwaltungsgrenzen im Jahre 1700 im Gebiet des heutigen Lettlands und Estlands). Gert von Pistohlkors: Deutsche Geschichte im Osten Europas: Baltische Länder, Siedler Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-88680-774-6. Krzysztof Zajas: Absent culture. The case of Polish Livonia. Peter Lang, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-631-63646-6.
Livland Kategorie:Historisches Gebiet (Lettland) Kategorie:Livland Livland Kategorie:Aufgelöst 1772