Vadenrod ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwalmtal im mittelhessischen Vogelsbergkreis.
Vadenrod liegt am Vogelsberg im Naturpark Vulkanregion Vogelsberg an der Schwalm. Im Ort treffen sich die Landesstraßen 3162 und 3165.
Ortsgeschichte mini|Evangelische Kirche in Vadenrod mini | Feldgemarkung Vadenrod 1707
Mittelalter Der auf -rod endende Ortsname lässt vielleicht auf eine Gründung zwischen 800 und 1000 n. Chr. schließen.
Im Jahr 1251 wird in einer Urkunde der Ritter „Lodewicus miles dictus de Vaderenrode“ (Ritter Ludwig, genannt von Vadenorde,) erwähnt. Dies ist zugleich die Ersterwähnung des Ortsnamens. Der ortsansässige Adlige Ludwig übertrug dem Kloster Wirberg Güter in Eppelinrod, einer späteren Wüstung bei Villingen.Albrecht Eckhardt: Die oberhessischen Klöster. Band 3. Hälfte 1. Regesten. Nr. 972. Am 30. November 1336 wird ein Gut zu „Vadirnrode“ genannt. Es bekannten der Adlige Gerlach von Storndorf und seine Frau Alheyt, dass sie von Friedrich von Herzberg Güter in Nieder-Breidenbach, Storndorf und Vadenrod als Erbburglehen empfangen sollten.Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1 - 5. Band 1. Darmstadt 1860 - 1873. N. 765, S. 530; StAD, A 3, 250/1. „... an deme gude zu Vadirnrode“.
Die Ortsnamenforschung erklärt den Ortsnamen als „Siedlung des Vaterbruders“. Dies wird abgeleitet von dem Althochdeutschen „fatero“, bzw. Mittelhochdeutschen „veter“.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 376.
Neuzeit Über die Kriegsschäden aus dem Dreißigjährigen Krieg im Amt Alsfeld aus dem Jahre 1639 liegen Quellen vor aus Romrod, Vadenrod, Nieder-Breidenbach, Ober-Breidenbach, Billertshausen und Erbenhausen.StAD, E 8 A, 131/3.
In einer Akte aus dem Jahre 1707 wird der Ort „Vadddenroth“ geschrieben.StAD, Abt. Xiii, 1, Konv. 25, Fasc. 9.
1720 wurde an der Stelle des Vorgängerbaus die heutige Kirche errichtet.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Vadenrod:
Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Schwalmtal am 31. Dezember 1971 durch den Zusammenschluss der bisher eigenständigen Gemeinden Brauerschwend, Hergersdorf, Hopfgarten, Ober-Sorg, Rainrod, Renzendorf, Storndorf, Unter-Sorg und Vadenrod neu gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Vadenrod angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Romrod ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt RomrodDie Zugehörigkeit des Amtes Romrod anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Oberamt Alsfeld, Amt Romrod ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Amt und Gericht Romrod ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt und Gericht Romrod ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk RomrodTrennung zwischen Justiz (Landgericht Alsfeld) und Verwaltung. ab 1829: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Alsfeld ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Alsfeld ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Gemeinde Schwalmtal ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Gemeinde Schwalmtal
Gerichtszugehörigkeit seit 1803 In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Vadenrod durch das Amt Romrod. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.
Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Vadenrod zuständig war.
Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.
Einwohnerentwicklung • 1791: 377 Einwohner • 1800: 352 Einwohner • 1806: 385 Einwohner, 74 Häuser • 1829: 536 Einwohner, 81 Häuser • 1867: 449 Einwohner, 87 Häuser
Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 536 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 361 evangelische (= 89,80 %), 39 katholische (= 9,70 %) Einwohner
Wappen und Flagge
mini|100px
Wappen
links|100px Blasonierung: „In Schwarz vor einem silber-blauen Wellenband eine goldene Eiche.“
Das Wappen wurde der Gemeinde Vadenrod im damaligen Landkreis Alsfeld am 18. Oktober 1963 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.
Die Eiche symbolisiert die bei Vadenrod stehende Bonifatiuseiche. Das Wellenbad zeigt die Lage des Ortes an der Schwalm.
Flagge
Die Flagge wurde der Gemeinde am 15. September 1965 genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Im oberen Teil des schwarzen, von zwei gelben Streifen durchzogenen Flaggentuches über dessen ganze Breite aufgelegt eine weiße Raute mit dem Gemeindewappen.“
Söhne und Töchter des Ortes Otto Konrad Geiss (1903–1962), hessischer Landtagsabgeordneter (NSDAP) Karl Wahl (1896–1962), hessischer Landtagsabgeordneter (NSDAP)
Literatur
Weblinks
Ortsteil Vadenrod- In: Webauftritt der Gemeinde Schwalmtal.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Vogelsbergkreis Kategorie:Geographie (Schwalmtal, Hessen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Vogelsbergkreis) Kategorie:Ersterwähnung 1251 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971