Lumpzig ist ein Ortsteil der Stadt Schmölln im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Die Gemeinde Lumpzig mit ihren Ortsteilen Braunshain, Großbraunshain, Hartha, Kleintauscha und Prehna wurde zum 1. Januar 2019 nach Schmölln eingemeindet. Für die aufgelöste Gemeinde Lumpzig gibt es eine Ortsteilverfassung nach der Thüringer Kommunalordnung und damit einen Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeister.

Der Ort ist vor allem durch die hier hergestellte Spezialität Altenburger Ziegenkäse und die älteste Bockwindmühle Thüringens bekannt.

Geografie Geographische Lage Lumpzig liegt im Altenburger-Zeitzer-Lösshügelland, einem Teilstück der Leipziger Tieflandbucht. Im Gebiet der Ortsgemarkung von Lumpzig entspringen der Gerstenbach und sein Zufluss Kleiner Gerstenbach, sowie der Kleine Jordan, ein Zufluss der Blauen Flut. Der Ort liegt etwa 9 km nordwestlich von Schmölln.

Nachbarorte Angrenzende Orte sind im Uhrzeigersinn von Nordwesten beginnend Braunshain, Großbraunshain, Dobitschen, Kleintauscha und Hartha.

Gemeindegliederung Die Gemeinde setzte sich aus den Ortsteilen Lumpzig, Braunshain, Großbraunshain, Hartha, Kleintauscha und Prehna zusammen.

Geschichte Der Ort Lumpzig wird erstmals in einer Urkunde des Bischofs Udo I. von Naumburg im Jahre 1140 als Lomzke genannt. Ein Heinrius de Lumpzhicz wird 1291 erwähnt. Der Ort gehörte der Familie von Ende aus Kayna und bestand vermutlich lediglich aus einem Vorwerk mit Schäferei. Im Jahre 1668 wurde das heutige Herrenhaus von Heinrich Hildebrand von Einsiedel erbaut, welches von 1948 bis 2007 als Alten- und Pflegeheim genutzt wurde. Das dazugehörige Rittergut ging 1798 in bürgerlichen Besitz über. Es besaß 1935 eine Flurgröße von 137 Hektar und wurde somit im Zuge der Bodenreform 1945 enteignet.

Lumpzig gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum wettinischen Amt Altenburg, welches ab dem 16. Jahrhundert aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit folgender Ernestinischer Herzogtümer stand: Herzogtum Sachsen (1554 bis 1572), Herzogtum Sachsen-Weimar (1572 bis 1603), Herzogtum Sachsen-Altenburg (1603 bis 1672), Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg (1672 bis 1826). Bei der Neuordnung der Ernestinischen Herzogtümer im Jahr 1826 kam der Ort wiederum zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Nach der Verwaltungsreform im Herzogtum gehörte Lumpzig bezüglich der Verwaltung zum Ostkreis (bis 1900) bzw. zum Landratsamt Ronneburg (ab 1900). Das Dorf gehörte ab 1918 zum Freistaat Sachsen-Altenburg, der 1920 im Land Thüringen aufging. 1922 kam es zum Landkreis Altenburg.

alt=Bockwindmühle Lumpzig|mini|Die einzig erhaltene Bockwindmühle des Altenburger Landes.

Südwestlich des Hauptortes, etwas außerhalb gelegen befindet sich die letzte Bockwindmühle des Altenburger Landes aus dem Jahr 1732 und stellt somit die älteste dieser Art in ganz Thüringen dar. Die sich am südwestlichen Dorfrand befindende Kirche entstand im Jahr 1830. Seit der Errichtung der Molkerei Großbraunshain 1897 wird die regionale Spezialität Altenburger Ziegenkäse hergestellt.

Die heutigen Ortsteile Großbraunshain, Hartha und Kleintauscha wurden am 1. Juli 1950 eingemeindet. Braunshain wurde durch Umgliederung aus der Gemeinde Bröckau am 1. Januar 1956 ein Ortsteil von Lumpzig. Dieser Ort gehörte vor 1952 nicht zum thüringischen Landkreis Altenburg, sondern zum Landkreis Zeitz in der vormals preußischen Provinz Sachsen. Der Ortsteil Prehna wurde am 1. Januar 1957 ohne seinen Ortsteil Meucha eingegliedert.

Bei der zweiten Kreisreform in der DDR wurden 1952 die bestehenden Länder aufgelöst und die Landkreise neu zugeschnitten. Somit kam die Gemeinde Lumpzig mit dem Kreis Schmölln an den Bezirk Leipzig; jener gehörte seit 1990 als Landkreis Schmölln zu Thüringen und ging bei der thüringischen Kreisreform 1994 im Landkreis Altenburger Land auf. Seit dem 1. Januar 1992 gehörte die Gemeinde Lumpzig der Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land an. Am 1. Januar 2019 wurde Lumpzig nach Schmölln eingemeindet und die Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land wurde aufgelöst.Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 14/2018 S. 795 ff. Abgerufen am 1. Januar 2019.

Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Braunshain 01.07.195001.01.1956 Eingemeindung nach BröckauUmgliederung nach Lumpzig Großbraunshain 01.07.1950 Hartha 01.07.1950 Kleintauscha 01.07.1950 Prehna 01.01.1957 ohne den Ortsteil Meucha

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember): 1994: 656 1995: 647 1996: 654 1997: 665 1998: 697 1999: 685 2000: 670 2001: 665 2002: 665 2003: 681 2004: 658 2005: 661 2006: 654 2007: 608 2008: 581 2009: 586 2010: 561 2011: 554 2012: 547 2013: 533 2014: 535 2015: 515 2016: 505 2017: 493 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Ehemaliger Gemeinderat Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 setzte sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:Gemeinderatswahl 2014 Landeswahlleiter Thüringen. Abgerufen am 3. August 2014.

CDU-Wählergruppe – 3 Sitze (42,7 %) Gemeinsam für Lumpzig – 4 Sitze (57,3 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 59,4 % (−3,2 %p).

Ehemaliger Bürgermeister Seit dem 6. Juni 2010 war der parteilose Torsten Hiller Bürgermeister, er löste den vormaligen CDU-Politiker Kurt Gentsch mit einem Stimmenanteil von 54,9 % ab. Torsten Hiller wurde letztmals am 5. Juni 2016 mit einer Mehrheit von 84,5 % und einer Wahlbeteiligung von 38,0 % (- 33,7 %p) im Amt bestätigt. Vorheriger Bürgermeister bis 1999 war zudem Ehrenfried Thieme von der SPD.Ergebnisse der Bürgermeisterwahl Landeswahlleiter Thüringen. Abgerufen am 1. August 2016.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Bockwindmühle, die vom Verein Altenburger Bauernhöfe e. V. in den vergangenen Jahren restauriert wurde, ist Veranstaltungsort für mehrere Feste, die über das ganze Jahr verteilt stattfinden, das größte dürfte dabei das Lumpziger Bockwindmühlenfest sein.

Vereine rahmenlos|hochkant=0.4

Seit 1880 gibt es den Spielmannszug Lumpzig. Er gehört neben den Abteilungen Fußball, Kegeln, Bogenschießen und Frauensport zum Sportverein „Osterland“ Lumpzig e. V.

Verkehr mini|Ehemaliger Bahnhof Lumpzig, vormals Großbraunshain

Die Landesstraße 1362 verläuft durch die Ortsteile Lumpzig und Hartha.

Lumpzig liegt an der Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg, auf der zwischen 1887 und 1972 Personenverkehr durchgeführt wurde. Die auf Harthaer Flur liegende Bahnstation trug bis 1953 den Namen Großbraunshain, danach bis zur Stilllegung im Jahr 1972 den Namen Lumpzig. Seit 1974 wird der erhalten gebliebene Streckenteil nur noch im Güterverkehr bedient.

Persönlichkeiten Friedrich Hildebrand von Einsiedel (1750–1828) August von Einsiedel (1754–1837)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Schmölln Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Altenburger Land) Kategorie:Ersterwähnung 1140 Kategorie:Gemeindeauflösung 2019 Kategorie:Ort im Landkreis Altenburger Land