Göhren ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Rositz.

Geografie Die Gemeinde Göhren befindet sich mit den Ortsteilen westlich der Stadt Altenburg im Zeitzer-Altenburger-Lösshügelland, einem Ausläufer der Leipziger Tieflandbucht. Verkehrsmäßig sind die Ortsteile mit der Landesstraße 1362, der Kreisstraße 210 und mit Ortsverbindungswegen am Verkehr angeschlossen. Der Ortsteil Göhren befindet sich am steileren rechten Talhang des Kleinen Jordans, der über die Blaue Flut in die Pleiße entwässert.

Nachbargemeinden Angrenzende Kommunen sind die Städte Altenburg und Schmölln sowie die Gemeinden Göllnitz, Lödla, Monstab und Starkenberg.

Gemeindegliederung mini|300px|Gemeindegliederung Ortsteile sind Göhren (1181–1214), Gödern (1165–1170), Lossen (1165–1170), Lutschütz (1185–1214) und Romschütz (1. November 1254). (In Klammer urkundliche Ersterwähnung)Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer Verlag Rockstuhl, Bad-Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 91, 170, 172, 237

Geschichte Urkundlich wurde Göhren zum ersten Mal zwischen 1181 und 1214 erwähnt.Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 91 Der um 1200 genannte altsorbische Ortsname „Goren“ bezeichnet seine topographische Lage als „Ort am Berg“. Ursprünglich gehörte der Ort zum Besitz der Burggrafen von Leisnig, später erwarben auch geistliche Institutionen des Altenburger Lands Besitzungen im Ort. 1445 zählte man in Göhren sechs Höfe.

Göhren gehörte zum wettinischen Amt Altenburg,Das Amt Altenburg im Buch Geographie für alle Stände, ab S. 201Die Orte des Amts Altenburg ab S. 83 welches ab dem 16. Jahrhundert aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit folgender Ernestinischer Herzogtümer stand: Herzogtum Sachsen (1554 bis 1572), Herzogtum Sachsen-Weimar (1572 bis 1603), Herzogtum Sachsen-Altenburg (1603 bis 1672), Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg (1672 bis 1826). Bei der Neuordnung der Ernestinischen Herzogtümer im Jahr 1826 kam der Ort wiederum zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Nach der Verwaltungsreform im Herzogtum gehörte er bezüglich der Verwaltung zum Ostkreis (bis 1900) bzw. zum Landratsamt Altenburg (ab 1900). Das Dorf gehörte ab 1918 zum Freistaat Sachsen-Altenburg, der 1920 im Land Thüringen aufging. 1922 kam es zum Landkreis Altenburg.

Am 1. Juli 1950 erfolgte die Eingemeindung von Romschütz, Gödern mit seinem Ortsteil Lutschütz und Lossen mit seinem Ortsteil Steinwitz, aber ohne den Ortsteil Wieseberg. Die günstige Verkehrslage an der Alten Geraer Landstraße war ein wesentlicher Grund dafür, Göhren als Hauptort auszuwählen. Steinwitz wurde am 4. Januar 1953 nach Altenburg umgegliedert. Bei der zweiten Kreisreform in der DDR wurden 1952 die bestehenden Länder aufgelöst und die Landkreise neu zugeschnitten. Somit kam die Gemeinde Göhren mit dem Kreis Altenburg an den Bezirk Leipzig, der seit 1990 als Landkreis Altenburg zu Thüringen gehörte und 1994 im Landkreis Altenburger Land aufging.

Mit seinen acht Fachwerkhäusern zählt Göhren zu den fachwerkreichen Siedlungen im Altenburger Land. Im Tal an der einstigen Geraer Straße, der heutigen Eisenberger Straße, steht unmittelbar am „Kleinen Jordan“ der einst regional bekannte Gasthof „Zum Deutschen Jordan“ (heute „Zum kleinen Jordan“). Der Böhnersche Gasthof war Ende des 19. Jahrhunderts besonders wegen seines großen Saales das Ziel von Tanzlustigen der Region.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember): 1994: 479 1995: 553 1996: 549 1997: 611 1998: 612 1999: 572 2000: 567 2001: 564 2002: 561 2003: 542 2004: 536 2005: 513 2006: 487 2007: 475 2008: 450 2009: 449 2010: 439 2011: 423 2012: 433 2013: 427 2014: 427 2015: 427 2016: 414 2017: 417 2018: 404 2019: 413 2020: 413 2021: 414 2022: 406 2023: 408 2024: 428 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Gödern 1. Juli 1950 Lossen 1. Juli 1950 am 1. Juli 1950 Umgliederung des Ortsteils Wieseberg nach Lödla Lutschütz 1. Oktober 1938 Eingemeindung nach Gödern Romschütz 1. Juli 1950 Steinwitz 1. August 1936 Eingemeindung nach Lossen, 4. Januar 1953 Umgliederung nach Altenburg

Politik Gemeinderat Die Zusammensetzung des Gemeinderats, der aus sechs Mitgliedern besteht, wurde bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt. Alle Gemeinderäte gehören der Wählergemeinschaft Feuerwehrverein an.

Die Wahlbeteiligung lag bei 62,4 % (±0,0 %p).

Bürgermeister Seit der Wahl am 5. Juni 2016 ist der von dem ortsansässigen Feuerwehrverein aufgestellte Frank Eichhorn Bürgermeister. Er wurde mit einer Mehrheit von 88,5 % ohne Gegenkandidaten und einer Wahlbeteiligung von 46,2 % (−6,3 %p) gewählt. Vorherige Amtsinhaber waren bis 2004 Almut Klein (CDU) und bis 2016 Roberto Bauer vom Feuerwehrverein.Ergebnisse der Bürgermeisterwahl Landeswahlleiter Thüringen, abgerufen am 1. August 2016

Wirtschaft und Infrastruktur Wasserver- und Abwasserentsorgung Die Aufgaben der Wasserver- und Abwasserentsorgung hat die Gemeinde dem Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land übertragen.

Persönlichkeiten Hellmut Kasel (1906–1986), Architekt

Weblinks

Website der Gemeinde Göhren in Thüringen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Altenburger Land Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert