Dieser Teil der Liste der Denkmäler in Coburg beschreibt die denkmalgeschützten Objekte in folgenden Coburger Straßen und Plätzen: Gartenstraße Gemüsemarkt Gerbergasse Glockenberg Goethestraße Grafengasse Große Johannisgasse Gustav-Freytag-Weg Gymnasiumsgasse
Gartenstraße
Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Gartenstraße Im Mündungsdreieck von Lauter und Itz liegt die Gartenstraße im Gebiet der Heilig-Kreuz-Vorstadt. Sie führt von der Heiligkreuzbrücke zur Lauter und im rechten Winkel zur Kasernenstraße, wobei der letzte Teil ein Fußweg ist. Ursprünglich gehörte der vordere Teil bis zur Lauter zur Brückenstraße. Gartenstraße 1 Wohnhaus D-4-63-000-862 Als erstes Haus in der einseitig bebauten Gartenstraße, die früher Brückenstraße hieß, baute Paul Schaarschmidt 1902 für den Kaufmann Hermann Schmidt in Ecklage zur Blumenstraße ein Mietshaus mit vier Wohnungen. In das Haus im Mündungsdreieck von Lauter und Itz wurde 1919 auf der Ecke ein Laden mit kleiner Freitreppe eingebaut. Der viergeschossige Bau wird an beiden Straßenfronten von Zwerchhausrisaliten beherrscht. Ein neugotisch dekorierter Konsolerker über zwei Stockwerke ist in die Gartenstraßenfront eingefügt. Ein Eckstrebepfeiler, große Kreuzstockfenster und eine Welsche Haube betonen die Ecke zur Straßenkreuzung hin. Die nördliche und östliche Hausseite sind um ein Geschoss niedriger als die Ecke, was ein Schopfwalmdach optisch auffängt. Ein Treppenhaus mit erhaltenen gedrechselten Geländersäulen erschließt das Haus auf der linken Seite.rahmenlos|hochkant=0.7 Gartenstraße 3 Wohnhaus D-4-63-000-640 Ziegel mit Sandsteingliederungen prägen das zweigeschossige Mietwohnhaus, das 1895 Martin Renner als Miethaus erbaute und ein Gartenhaus von 1868 ersetzte. Im Garten des Hauses ist eine als zweigeschossiger Fachwerkbau 1896 errichtete Steinmetzwerkstatt erhalten. Als ein in Coburg geläufiger Haustyp der Gründerzeit schmückt auch dieses Haus straßenseitig ein Zwerchhausrisalit. Seitlich davon befinden sich zwei stehende Gauben, die das Dachgeschoss auch nach außen in den Wohnbereich einbeziehen.rahmenlos|hochkant=0.7 Gartenstraße 4 Wohnhaus D-4-63-000-641 Andreas Immler baute dieses teilweise verputzte Fachwerkhaus 1888. Eduard Grams fügte für den späteren Besitzer Andreas Rauschert 1909 eine Veranda an. Die der Itz zugewandte Häuserfront enthält einen Zwerchhausrisaliten in offener Fachwerkbauweise. Die vierachsige Giebelseite zur Lauter hin ist im Ober- und Dachgeschoss gegen Feuchtigkeit durchgehend verschiefert. Rückseitig befindet sich ein Zwerchhaus mit Schopfwalm.rahmenlos|hochkant=0.7
Gemüsemarkt
Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Gemüsemarkt Das Areal des Gemüsemarktes gehörte seit 1868 als Wirtschaftshof zum Georgenspital. Nach dessen Abbruch und der Freilegung der Hinterhöfe blieb der mittige Spitalhofbrunnen zunächst erhalten. Der so entstandene Platz zwischen den Rückgebäuden des Oberen und Unteren Bürglaßes und dem Steinweg wurde bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges als Gemüsemarkt genutzt. Der als Gemüsemarktbrunnen umgestaltete ehemalige Spitalhofbrunnen verschwand 1969 bei der Umgestaltung des Platzes, wobei eine Durchfahrt zur Georgengasse und zum Theaterplatz geschaffen wurde. Gemüsemarkt Grenzstein D-4-63-000-533 Grenzstein siehe Theaterplatz Gemüsemarkt 1 Wohn- und Geschäftshaus D-4-63-000-81 Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit Walmdach wurde 1869 von Herrmann Kühn unter Verwendung der Türrahmungen des Vorgängerbaus Georgenspital von 1737 nach dessen Abbruch erbaut. Der durch die Freilegung der Hinterhöfe Steinweg 2–8 entstandene Platz wurde bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges als Gemüsemarkt genutzt, auf dem bis 1969 der zum Gemüsemarktbrunnen umgestaltete ehemalige Spitalhofbrunnen stand. Die Gemüsehändler, die vorwiegend aus Bamberg kamen und im Coburger Volksmund „Zwiebeltreter“ genannt wurden, veranlassten seit 1887 den Wirt im Erdgeschoss des Hauses, seine Gaststätte „Zur Stadt Bamberg“ zu nennen. Die seitlichen Einfassungen der Front zum Platz hin bilden zwei einachsige [Risalit]e mit breiten Fenstern. Ein kräftiges Gesims setzt das Erdgeschoss ab. Das Portal ist nach links versetzt und zeigt die figürliche Darstellung des Kampfes des Heiligen Georg mit dem Drachen, den Coburger Mohr und den Meißener Löwen. 1892 musste die Gaststätte der Werkstatt des Druckereibesitzers Hermann Wechsung weichen und 1930 ließ Friedrich Colbatzky, der Inhaber der Druckerei des Coburger Tageblatts, von Paul Schaarschmidt die beiden Obergeschosse und das Dachgeschoss als Wohnungen ausbauen und einen Dacherker aufsetzen.rahmenlos|hochkant=0.7
Gerbergasse
Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung FotoGerbergasse Die erste Erwähnung als „Gerbersgraben“ erfolgte 1462. Der heutige Name ist seit 1474 belegt. 1658 waren dort dreißig Gerber ansässig, deren Häuser am Hahnfluss, der heute verrohrt ist, lagen.Gerbergasse 1 Wohn- und Geschäftshaus, ehem. Gerberhof D-4-63-000-863 Dieses Wohn- und Geschäftshaus am ehemals offenen, heute verrohrten Hahnfluss hat seinen Ursprung im 1727 erbauten Korbshäuslein, das nach Umbauten 1880 abbrannte und 1881 von Andreas Immler verändert wieder aufgebaut wurde. Gleichzeitig errichtete Hermann Kühn im Steinweg mit der Hausnummer 53 ein Wohn- und Geschäftshaus mit einem Eckladen, in dem zunächst eine Bäckerei, dann eine Metzgerei untergebracht war. 1988 wurden beide Häuser zu einer Einheit unter der Bezeichnung Gerbergasse l vereinigt und das Hotel Gerberhof, wobei die ursprünglichen Wohnungen im ehemaligen Gebergassen-Gebäude in acht Gästezimmer und eine Gaststätte umgebaut wurden. Der Keller des ehemaligen Steinweg-Gebäudes wurde 1992 als Garage für Gäste erweitert. Beide Gebäude wurden im neuklassizistischen Stil errichtet, am ehesten noch erkennbar an der Steinwegfront mit ihrer Folge von Stichbogenfenstern und -türen, am Bandgesims, das das Erdgeschoss von den Obergeschossen trennt und den Doppelfenstern mit Profilsturz im ersten Obergeschoss.rahmenlos|hochkant=0.7 Gerbergasse 6 Wohnhaus D-4-63-000-82 1499 stand an dieser Stelle ein Handwerkerhaus für Weber und Rotgerber, 1730 die Lebküchlerei des Johann Barthel Plappert mit „zwei Stockwerk und l Stuben“. Mehrere An- und Umbauten veränderten das Anwesen um 1900 stark; prägend waren 1919 der Ausbau des Dachgeschosses und der Einbau von zwei dreiachsigen Zwerchhäusern durch Baumeister Carl Wetter. 1986 mussten sämtliche Rückgebäude bis auf einen Anbau am Haupthaus dem Neubau des Parkhauses Post weichen. Auf dem massiven Erdgeschoss mit Mittelportal ruht ein zweigeschossiger verputzter Fachwerkoberbau mit sieben Fensterachsen. Zwei flache, kartuschenbesetzte Pilaster fassen die mittleren Fenster ein. Der zwölfjährige Albert Lortzing wohnte 1813 mit seinen Eltern in diesem Haus. Eine 1898 über dem Portal angebrachte Tafel erinnert daran.rahmenlos|hochkant=0.7 Gerbergasse 7 Wohn- und Geschäftshaus D-4-63-000-83 Das Gerberhaus von 1700, das anstelle eines Vorgängerbaus aus dem Jahr 1499 durch Nicol Schwarz erbaut wurde, wandelte sich 1920 zu dem dreigeschossigen Traufseitbau mit Mansarddach und Zwerchhaus. Christian Renner, der den Umbau durchführte, schuf für den Kaufmann Emil Herr ein Wohn- und Geschäftshaus, das durch den Umbau des Satteldachs zu einem bewohnten Mansarddach nicht mehr an das einstige Gerberhaus mit offenen Lüftungsgauben erinnert. Nach der Verrohrung des Hahnflusses 1967 wurde 1976/77 im Vorderhaus ein Ladengeschäft mit Schaufenstern eingebaut. Das zweite Obergeschoss des Hauses mit einer fünfachsigen Fassade und einem seitlichen Fensterpaar kragt über den ehemals offenen Fluss leicht vor. Der Fassadenschmuck mit Eckpilastern stammt von 1920.rahmenlos|hochkant=0.7 Gerbergasse 8 Wohn- und Geschäftshaus D-4-63-000-115 siehe Heiligkreuzstraße 1
Glockenberg
Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Glockenberg Der Straßenname Glockenberg leitet sich von der ehemaligen herzoglichen Glockengießerei Glockenberg 7 her, die dort 1588 von Herzog Johann Casimir eingerichtet wurde. Sie war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Betrieb. Am westlichen Glockenberg lag die herzogliche Reitbahn aus dem 16. Jahrhundert. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts aufgelassen. Ihre Ummauerung bildet teilweise die Sockel der Doppelanwesen Glockenberg 3/4 und 5/5a. Glockenberg 2 Wohnhaus D-4-63-000-84 Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stand dort die Hofschmiede bei der herzoglichen Reitbahn, bereits 1588 vermutet und 1773 durch einen erhaltenen Jahresstein mit Hufeisen belegt. 1834 wurde die Hofschmiede neu gebaut und nach Aufgabe der Reitbahn bis 1872 als Wohnhaus genutzt. Julius von Wangenheim ließ 1876 das ungenutzte Haus abreißen und ein Mietswohnhaus bauen, das mit geringen Veränderungen erhalten ist. Über der Haustür ist eine Gedenktafel für Wilhelmine Schröder-Devrient, die als größte dramatische Sängerin des deutschen Sprachraumes galt, eingelassen. Sie starb in diesem Haus am 26. Januar 1860 während eines Besuches bei ihrer Schwester. Die Tafel stiftete ihr Kollege und Verehrer, der Tenor Joseph Tichatschek. Das zweigeschossige, zehnachsige Walmdachhaus wird von einem mittleren Zwerchhaus und vier stehenden Gauben geprägt. Das Obergeschoss ist komplett, das Erdgeschoss zur Hälfte in Fachwerk ausgeführt. Aus dem Dach ragen Schornsteine aus der Erbauungszeit. Im Inneren des Hauses sind die alten Flurtüren und ein Schmuckfußboden erhalten.rahmenlos|hochkant=0.7 Glockenberg 2 a Wohnhaus D-4-63-000-85 Samuel Jacobi, 1881 Kaufmann in Coburg und mit seinem Wirtschaftsgebäude am Glockenberg ansässig, beantragte die Verlegung seiner Handelsniederlassung zum Eckardtsberg und den Umbau des bisherigen Hauses zum Wohnhaus einschließlich Nebengebäude. Carl Grams führte die Arbeiten aus und schuf aus dem vormals eingeschossigen Gebäude einen zweigeschossigen Satteldachbau mit einem Zwerchgiebel in der Mitte. Straßen- sowie Giebelseite sind mit Ziergiebeln geschmückt, die Rosettenornamente und zwei Okuli tragen. 1905 stockte Karl Bärmann das Nebengebäude um einen Trockenboden auf.rahmenlos|hochkant=0.7 Glockenberg 3/4 Doppelhaus D-4-63-000-86 Die Herzogliche Domänenverwaltung ließ 1859 das Grundstück, das bis zu deren Auflassung an die herzogliche Reitbahn grenzte und von ihr durch eine starke Stützmauer getrennt war, von Georg Konrad Rothbart mit einem zweigeschossigen Doppelmietshaus mit Walmdach bebauen. Ein Teil der Ummauerung der ehemaligen Reitbahn blieb erhalten und wurde in das Sockelgeschoss des Baus einbezogen. 1920 war das Haus kurzzeitig im Besitz des Bayerischen Staats- und Forstamts. 1991/92 erhielten die Hauseingänge Vordächer. 1990–1995 erfolgte der Einbau zweier Dachgauben und einer Dachwohnung und 2004 von sechs weiteren Dachgauben. Dominiert wird das Gebäude mit sieben Fensterachsen von zwei um eine Fensterachse vorspringende Treppenhäuser mit flachen Walmdächern. Das Obergeschoss wird betont durch höhere Fenster. Die Schaufassade zur Oberen Anlage hin wird durch zwei mit Türmchen besetzte Zwerchgiebelrisalite gegliedert. Das Obergeschoss schmückt ein Konsolerker über kurzen Diensten, einer Maßwerkbrüstung und einem Zinnenabschluss mit kleiner Altane.rahmenlos|hochkant=0.7 Glockenberg 5/5 a Wohnhaus