Dieser Teil der Liste der Denkmäler in Coburg beschreibt die denkmalgeschützten Objekte in folgenden Coburger Straßen und Plätzen: Jean-Paul-Weg Judenberg Judengasse

Jean-Paul-Weg

Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Jean-Paul-Weg Der Jean-Paul-Weg wurde 1925 im Zuge der Erschließung des Hutgeländes mit dem Baumschulenweg und der Draesekestraße vom Baumschulenweg zum Johanneskirchplatz angelegt. Namensgeber ist der Dichter Jean Paul, der von 1803 bis 1804 in Coburg lebte. Jean-Paul-Weg 1–4 Wohnhäuser D-4-63-000-671 Als Einfamiliengebäude für fünf Staatsbeamte entstand 1926/1927 das Ensemble aus drei Häusern im Heimatstil am Hang zwischen Baumschulenweg und Jean-Paul-Weg. Der traufständige, zweigeschossige Mittelbau mit Walmdach, drei Eingängen und sechs Fensterachsen im Obergeschoss wird vorgesetzt flankiert von zwei pavillonähnlichen Gebäuden mit Zeltdächern, zwei Geschossen mit zwei Fensterachsen und mittleren Hausgauben. Die drei Gebäude, von denen die beiden äußeren jeweils von einer Familie, der Mittelbau von drei Familien bewohnt werden, umschließen einen nach Südosten geöffneten, terrassenartigen Innenhof mit vorgelagerten Kleingärten. Die Häuser wurden um 1950 und besonders 1974–1978 modernisiert, wobei die ursprünglichen Sprossenfenster durch Einscheibenfenster ersetzt wurden. 1995 erhielt das Obergeschoss von Haus Nr. 5 einen Balkon. rahmenlos|hochkant=0.7

Judenberg

Adresse Beschreibung Foto Judenberg Die Häuserzeile wurde 1905 nach einer Planung von Friedrich Christ als regelmäßige Reihung von Einzel- und Doppelwohnhäusern gebaut. Die Kleinwohnhäuser sind als traufständige Ziegelbauten mit mittigem Zwerchgiebel gestaltet. rahmenlos|hochkant=0.7

Judengasse Adresse Beschreibung Foto Judengasse Die älteste Bezeichnung Judengasse für den Straßenabschnitt vom Markt bis zum Inneren Judentor wird auf 1396 datiert. Der Abschnitt vom Inneren bis zum Äußeren Judentor hieß Am Judentor. Die Verbreiterung an der Einmündung von Webergasse und Walkmühlgasse hieß Platz vor dem Judentor. Den Abschnitt vom Äußeren Judentor bis zur Judenbrücke nannte man Außerhalb des Judentores. Seit 1875 sind diese fünf Abschnitte einheitlich als Judengasse zusammengefasst. Der innere Abschnitt zwischen Markt und Judentor ist größtenteils mit repräsentativen, dreigeschossigen, traufseitigen Bürgerhäusern bebaut. Der äußere Abschnitt bis zum Äußeren Judentor (bei Judengasse 50) gehörte zur westlichen Vorstadt. Hier sind noch etliche zweigeschossige, traufseitige Häuser des 18./19. Jahrhunderts vorhanden. rahmenlos|hochkant=0.7 Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Judengasse Judenbrücke D-4-63-000-181 Die Judenbrücke ist eine gemauerte Bogenbrücke, die mit drei Öffnungen die Itz überspannt. Das heutige Bauwerk wurde 1783 an der engsten Stelle der Itz als Ersatz für eine Holzbrücke errichtet. Die Baumaßnahme führten der Holzbaumeister Johann Michael Roeder und der Steinbaumeister Meier durch. In den folgenden Jahrhunderten erfuhr das Bauwerk mehrere Umbaumaßnahmen zur Verstärkung der Konstruktion und dient heute noch als Straßenbrücke für den Anliegerverkehr. rahmenlos|hochkant=0.7 Judengasse Judentor D-4-63-000-182 Der im frühen 13. Jahrhundert erbaute und 1321 erstmals als Judentor erwähnte Torturm mit spitzbogiger Durchfahrt zum inneren Befestigungsring bildete den Teil einer Doppeltoranlage im Zuge der Stadtbefestigung. 1721 erhielt das Tor die heutige welsche Haube mit Laterne. 1776–1782 wurde mit dem Abbruch der Stadtmauer und Auffüllung des Stadtgrabens das Vortor entfernt und das Judentor freigestellt. Am 7. Dezember 1938 kam es zur Umbenennung in Marktgasse, die 1945 wieder rückgängig gemacht wurde. rahmenlos|hochkant=0.7 Judengasse 1 Wohn- und Geschäfts­haus D-4-63-000-158 1864 erhielt das um 1600 erbaute dreigeschossige Traufseithaus für den Fabrikanten und Webermeister Peter Kammerzell eine Fassadenumgestaltung, bei der die Symmetrie der drei großen Rundbogenöffnungen im Erdgeschoss in den Obergeschossen mit zweimal drei Fensterachsen fortgeführt wurde. Auch die drei breiten Schleppgauben im Satteldach folgen dieser Gliederung. 1901 wurden diese Geschossteilung sowie das Motiv der durchgehenden Fensterbänke auf gleicher Höhe und mit gleichen Profilen beim Nachbarhaus Nr. 1a aufgenommen. Einige Umbauten im 20. Jahrhundert betrafen nur das Innere des Hauses. Die Fassade blieb unverändert. rahmenlos|hochkant=0.7 Juden­gasse 1a Wohn- und Geschäfts­haus D-4-63-000-673 Um 1600 begann die Baugeschichte des dreigeschossigen, traufständigen Wohn- und Geschäftshauses. 1843 wurde es rückwärtig mit dem Gasthaus Zum grünen Baum am Markt 4 verbunden, um dieses zu vergrößern. Eine dritte Rundbogentür in der Fassadenmitte ließ Gastwirt Heinrich Eduard Hartdegen 1864 einbauen. 1901 führte Carl Kleemann auf Veranlassung des Kaufmanns Friedrich Hahn einige Umbauten durch, die Fassade wurde verändert, Dachgauben wurden eingebaut, der Laden wurde vergrößert. Uhrmachermeister Fritz Koch ließ 1942 den Laden erneut umbauen. In den Jahren 1960, 1965, 1975 und 1989 wurden weitere Fassadenumgestaltungen vorgenommen, die das heutige Erscheinungsbild mit der nach links versetzten Eingangstür und den modernen Schaufenstern ausmachen. Die Anordnung der Fenster in den Obergeschossen und das leicht vorkragende zweite Obergeschoss lassen eine verputzte Fachwerkkonstruktion vermuten. Drei stehende, weit hinter die profilierte und vorstehende Traufe zurücktretende Gauben mit Pilastereinfassung gliedern das Dach. Die mittlere Gaube ist zweiachsig ausgeführt und trägt einen Dreiecksgiebel. rahmenlos|hochkant=0.7 Judengasse 2 Wohn- und Geschäfts­haus, ehemaliges Residenz-Café D-4-63-000-159 Das Haus wurde 1572 neu errichtet und nach Erneuerung des Obergeschosses Anfang des 18. Jahrhunderts als „neues Haus mit drei Stockwerken, sechs Stuben, einem Gewölbe, einem Keller und einem kleinen Stall“ aufgeführt. 1860 veranlasste der Eigentümer den Einbau eines Ladens an der rechten Seite. 1912 wurde im Erdgeschoss ein kleines Kino eingebaut. 1922 zog das Residenz-Café in das Erdgeschoss, das später als Tanzlokal geführt wurde. 1967 entstand anstelle des Ladens Coburgs erste Pizzeria. 1986 erfolgte der Einbau eines Restaurants an Stelle des Tanzlokals. 2005 folgte ein Spielsalon als Nutzung. Der ursprüngliche Renaissancecharakter des dreigeschossigen, traufständigen Satteldachhauses findet sich heute nur noch im Erdgeschoss und im Kastenerker des ersten Obergeschosses. Eine Überputzung der Fassade und die ohne Unterteilung gereihten Fenster in den Obergeschossen verbergen ein Fachwerk. In der Mitte des Erdgeschosses aus Sandsteinquadern befindet sich ein rundbogiges Sitznischenportal, in das zwei Nischen mit Wasserbecken eingefügt sind. rahmenlos|hochkant=0.7 Judengasse 3 Wohn- und Geschäfts­haus D-4-63-000-160 Die Bauzeit des Vorderhauses wird mit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angenommen, während das Rückgebäude sicher vor 1600 entstand. 1660 erwarb August Carpzov das Anwesen als Stadtresidenz, in der er 1683 starb. Zahlreiche Eingriffe kennzeichnen die jüngere Baugeschichte des dreigeschossigen Renaissance-Traufseithauses: 1871 tauschte man auf der rechten Fassadenseite zwei rechteckige Fenster gegen zwei Rundbogentüren aus, 1876 wurde das Dachgeschoss durch den Einbau von drei zweiachsigen Dachgauben vergrößert und 1902 baute man an der linken Seite des zweiten Obergeschosses ein weiteres Fenster ein. 1969 zog in Erd- und Kellergeschoss eine Apotheke. In den Jahren 1990 bis 1995 erfolgte die Einrichtung zweier Arztpraxen mit Wohnungen im Rückgebäude. Der mittig angeordnete Rechteckerker über Pfeilervorlage und Konsole teilt die Fassade in zwei zwei-, links oben dreiachsige Hälften. Auf Umgestaltungen im späten 18. Jahrhundert deuten die Festons unter den Fenstern im zweiten Obergeschoss. Profilgesimse und eine über dem Erker vorspringende Traufe gliedern die Fassade horizontal. rahmenlos|hochkant=0.7 Judengasse 4 Wohn- und Geschäfts­haus, ehem. Thüringer Hof D-4-63-000-161 Die Entstehung dieses vierachsigen Traufseitenhauses mit Satteldach wird, wie bei den Nachbargebäuden, im 16. Jahrhundert vermutet. Im Erdgeschoss des ursprünglich eingeschossigen Hauses soll sich bereits damals eine Gaststätte befunden haben, in der sich Martin Luther während seines Aufenthalts auf der Veste Coburg aufgehalten haben soll. Nachdem 1883 das Haus für den Pfarrer Heinrich Prediger umgebaut und aufgestockt worden war, zog dieser in das zweite Obergeschoss, während der Rest des Gebäudes zum Hotel Thüringer Hof mit Gastraum im Erdgeschoss und Fremdenzimmern im ersten Stock umgewandelt wurde. Weitere Umbauten des Hotels in den Jahren 1906 bis 1908 gipfelten 1920 in der Schließung der Gaststube zugunsten eines Ladens. 1976 bis 1978 schließlich erfolgte auch die Umwandlung der 25 verbliebenen Gästezimmer in acht Appartementwohnungen unter Einbeziehung eines neuen Rückgebäudes. Im Zuge dieser Arbeiten änderte man die Erdgeschossfassade in vier Rundbogenarkaden. Seit dem Umbau 1883 zum Hotel Thüringer Hof zeigte sich die Fassade zur Straßenseite hin in neuklassizistischem Stil, was sich heute jedoch nur noch in der konsequenten Symmetrie der vier Rundbogenarkaden im Erdgeschoss zeigt. Von diesem ist das erste Obergeschoss durch ein durchgehendes Brüstungsgesims getrennt. rahmenlos|hochkant=0.7 Judengasse 5 Wohn- und Geschäfts­haus D-4-63-000-162 Im Jahr 1896 errichtete der Baumeister Johannes Köhler für den Brauereibesitzer Anton Sturm das Gebäude. Im Erdgeschoss bestand in den folgenden Jahrzehnten eine Gastwirtschaft, die 1923 der Bezirks-Consumverein um einen Saalbau erweiterte. In den 1960er Jahren folgte der Umbau der Wirtschaft zu einer Spielhalle und die Nutzung des Saalbaus als Supermarkt. 1993 musste der Saalbau der Schaffung eines Parkplatzes weichen. Das im Mischstil von Spätmanierismus und Spätrenaissance errichtete Wohngeschäftshaus zeigt in die beiden Obergeschossen mit einer Ziegelbauweise mit Sandsteingliederungen den ursprünglichen Charakter des Bauwerks, dessen Fassade in vier Abschnitte geteilt ist. Kartuschen und Laubwerk zieren die Fensterbrüstungen des ersten Obergeschosses, deren Rahmen auf Volutenfüßen stehen, während die Fensterbedachung von über Profilstürzen eingezogenen Bögen gebildet werden. Zweites und erstes Obergeschoss trennt ein um die Fensterbrüstungen verkröpftes Band. Bemerkenswert ist die nach rechts aus der Mittelachse gerückte Ziergaube, die durch Volutenstützen und Halbsäulen gegliedert ist. rahmenlos|hochkant=0.7 Judengasse 6 Wohn- und Geschäfts­haus D-4-63-000-163 Der Hofbuchdruckmeister Carl Friedrich Dietz kaufte 1830 das dreigeschossige Walmdachhaus aus dem 18. oder 19. Jahrhundert und ließ 1863 eine breite Eingangstür mit Stichbogen anstelle des ursprünglichen spitzbogigen Fensters auf der rechten Seite einbauen. 1885 ließ Hofdruckereibesitzer Ernst Dietz durch Zimmermeister Tobias Frommann eine Fassadenänderung durchführen und durch Bernhard Brockardt einen Frisörsalon einbauen. Für Sattlermeister Hermann Herzog wurden 1912 im Erdgeschoss zwei Läden eingebaut. Den Eingang im Erdgeschoss zum Laden verlegte man hierfür in die Mitte, flankiert von zwei Schaufenstern und rechts von zwei Eingängen zum Haus. Die Schaufensterunterteilung musste 1958 durchgehenden Glasscheiben weichen. 1992 renovierte man das Dach und die Fassade. Ein Profilband trennt das Erdgeschoss mit den modernen Ladeneinbauten vom ersten Obergeschoss. Darüber teilen sie die Fassade in zweimal vier Fenster. Die gleiche Fensteraufteilung wiederholt sich im zweiten Obergeschoss in Fachwerkkonstruktion, jedoch ohne Pilaster. Die Dachgauben sind optisch wenig wirksam, da sie weit hinter die vorspringende Traufe zurücktreten. rahmenlos|hochkant=0.7 Judengasse 7 Bäckerei