Dieser Teil der Liste der Denkmäler in Coburg beschreibt die denkmalgeschützten Objekte in folgenden Coburger Straßen und Plätzen: Hahnweg Haußmannstraße Heiligkreuzstraße Herrngasse Hildburghäuser Weg Himmelsacker Hindenburgstraße Hintere Kreuzgasse Hinterer Glockenberg Hinterm Marstall Hofgarten Hohe Straße Hohenfels Hügelstraße
Hahnweg
Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Hahnweg Der Hahnweg folgt in seinem Verlauf von der Allee zur Waldsachsener Straße in Cortendorf dem Hahnfluss. Eine ältere Bezeichnung leitet sich von Hain her. (Ab Haus Nr. 116 bzw. 125 und 139 siehe Liste der Denkmäler in Coburg/Cortendorf) Hahnweg 9 a Wohnhaus D-4-63-000-649 1886 ließ sich der Fabrikant Emil Krafft das Wohnhaus mit Turm, Mansardwalmdach und Zwerchgiebel erbauen. Der Baumeister ist unbekannt. Die Straßenansicht wird geprägt von einem zweiachsigen Eckrisalit, die Rückseite zur Rosenauer Straße durch einen weiteren Risalit mit Doppelfenstergruppen. Auf der linken Seite, stark zurückversetzt, befindet sich der Treppenturm, der von einem Pyramidendach, dessen Spitze wiederum eine kleinere Pyramide auf einem Konsolfries trägt, gekrönt wird. Die Fassaden des Ziegelbaus werden durch Sandsteinapplikationen aufgelockert. Neben einer Sandsteintreppung im Zwerchgiebel fallen besonders die Einfassungen der Fenster auf, über deren Stürze Dreier- bzw. Fünfergruppen von Quadersteinen eingelassen sind. 1964/65 erfolgte eine Erneuerung der Fenster und 1966 der Anbau einer Werkstatt. rahmenlos|hochkant=0.7| Hahnweg 11 Gartenhaus D-4-63-000-113 Das eigenwillige Erscheinungsbild dieses um 1850 in neuklassizistischem Stil erbauten Gartenhauses basiert auf einer dem dorischen Baustil nachempfundenen Prostylosfront. Den vier glatten, basisfreien Säulen ist ein beherrschender Dreiecksgiebel aufgesetzt, in dessen Mitte ein Blechrelief mit Blüten und Früchten angebracht ist, ein Werk des Hofklempnermeisters Franz Axthelm, dem das Gartenhaus von 1905 bis 1934 gehörte. Am oberen Rand eines Hanggartens gelegen, ist das eingeschossige Haus von oben her durch einen überdachten Eingang ebenerdig zu begehen. Der Quadersockel, auf dem das Haus steht, wird hangseitig von Strebepfeilern gestützt und bildet so ein von unten her erschlossenes Untergeschoss. rahmenlos|hochkant=0.7| Hahnweg 12 Gartenhaus D-4-63-000-650 Bäckermeister Georg Kurt Höllein ließ 1899 durch den Zimmermeister Heinrich Hofmann auf einem Hanggrundstück das zweigeschossige Fachwerk-Gartenhaus mit Turm, Krüppelwalmdach und rundbogigem Schwebegebinde mit Sägearbeiten errichten. Seitwärts stehen ein Treppenturm mit Spitzdach und ein eingeschossiger Anbau. Neben dessen erhaltener Jugendstilverglasung weist das Haus weitere Elemente aus dieser Epoche auf. Das Dach des Anbaus ist als Veranda nutzbar. Einen weiteren Freisitz bietet der mittig im Obergeschoss angelegte Balkon auf Holzkonsolen. rahmenlos|hochkant=0.7| Hahnweg 16 Gartenhaus D-4-63-000-651 Ein weiteres Gartenhaus aus der Zeit des Jugendstils entstand 1878 auf dem Hang unterhalb von Hausnummer 12 für den Blechschmiedemeister Gustav Reinert. historistische Laubsägearbeiten und erhaltene Jugendstilverglasungen schmücken die Fenster des eingeschossigen, völlig verschieferten Satteldachhauses. An der Frontseite tragen fünf Säulen mit Korbbögen eine breite Vorhalle, die direkt in die Küche und ins Treppenhaus führt. Zwei Kammern befinden sich unter dem Satteldach. Geschickt wurde ein schon älteres kleines Gartenhaus in den Neubau einbezogen und erweitert so die Grundfläche des Erdgeschosses. rahmenlos|hochkant=0.7| Hahnweg 18 Felsenkeller D-4-63-000-652 Auch auf diesem Grundstück stand ursprünglich ein Gartenhaus, das 1913 einem Villenneubau weichen musste, den Hofmaurermeister Georg Kempf für Eugen Zeruneit in wirkungsvoller Höhenlage über dem Hahnweg am Hang des Festungsbergs errichtete. Das Mansardwalmdachhaus mit seinen drei Geschossen steht auf einem in den Hang getriebenen Keller, dessen Sockel aus bossierten Sandsteinquadern besteht. Die zweiachsige Eingangsseite des Hauses besitzt zwar einen Säulenportikus mit aufgesetzter Altane (beide heute modern verkleidet), zeigt aber durch den Verzicht auf historistischen und Jugendstildekor bereits den Beginn der schlichteren Art des Heimatstils. Eine geschwungene Treppe führt zum Hauseingang im auf dieser Seite hoch liegenden Erdgeschoss empor. Eine große Terrasse mit umlaufenden Balustersäulen zur Gartenseite hin wird ebenfalls durch diese Freitreppe erschlossen. Ein weit vorragender zweistöckiger Erker sowie ein zweiachsiges mittleres Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel und flankierenden Hausgauben schmücken die vierachsige Gartenfront. Der linken Ostecke ist ein einachsiger Risalit vorgesetzt, an den sich ein flacher Kastenerker anschließt. Auch die Rückseite der Villa ist durch einen Treppenhausrisalit zweigeteilt. Im weitläufigen Garten befinden sich an der Auffahrt zum Haus ein Brunnenrand und eine der Zeit um 1800 zugeschriebene Steinurne mit Feston und Deckel sowie hinter dem Haus ein 1869 angelegter Felsenkeller. rahmenlos|hochkant=0.7| Hahnweg 44 Wohnhaus D-4-63-000-653 Unter der Bauleitung von Christian Renner entstand 1907 die eingeschossige, traufständige Villa mit Schopfwalmdach und breiter Schleppgaube. Rechts steht ein zweigeschossiger Zwerchhausrisalit, dessen Giebel in engem Fachwerkraster gehalten ist. Im Erdgeschoss ist der Risalit einachsig mit großem Rundbogenfenster, im Obergeschoss zweiachsig. Die breiten Sandsteinrahmungen der Fenster tragen über dem Sturz ein Muschelornament. Baurat R. Teufel, der das Haus für sich selbst entworfen hat und für den Eigenbedarf bauen ließ, hat auch das zweiflügelige schmiedeeiserne Gartentor gestaltet, das auf den Stäben zwei Blattmotive trägt. rahmenlos|hochkant=0.7| Adresse Beschreibung Foto Handwerkersiedlung Hahnweg Die Zeile von Doppelwohnhäusern wurde 1893 bis 1895 als Handwerker- bzw. Arbeitersiedlung errichtet. Gleichmäßig gereiht entstanden eingeschossige Ziegelbauten mit verschiefertem Kniestock und Zwerchgiebeln. rahmenlos|hochkant=0.7|
Haußmannstraße
Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Haußmannstraße Die Haußmannstraße zweigt von der Ketschendorfer Straße südlich der Nikolauskapelle nach Westen zur Von-Schultes-Straße ab. Sie wurde im Zuge der 1906 einsetzenden Wohnbebauung angelegt und nach dem Kaufmann Ferdinand Haußmann (1802–1881) benannt, der wie sein Vater, der Hofagent Johann Michael Haußmann (1773–1853), als großzügiger Mätzen galt und der Stadt Coburg große Summen für gemeinnützige Zwecke vermachte. Haußmannstraße 1 Wohn- und Geschäftshaus D-4-63-000-114 An der Ecke zur Ketschendorfer Straße wurde passend zu deren Hausnummer 52 von Hans Münscher 1906 dieses Jugendstilhaus erbaut und bereits drei Jahre später an Jakob Nikolaus Schindhelm verkauft. Das viergeschossige, giebelständige Schopfwalmdachhaus hat im Erdgeschoss einen Laden, dessen Zugang sich in der abgeschrägten Hausecke befindet. Darüber im dritten Obergeschoss betont ein Rundbalkon mit Altane die Ecksituation. Die Fassade zur Ketschendorfer Straße hin dominiert ein geschweifter Filialgiebel, während sich über dem Eingang an der Haußmannstraße ein einachsiger Treppenhausrisalit mit ebenfalls geschweiftem Filialgiebel vor einem Schopfwalmzwerchhaus erhebt. Obwohl das Haus in der Ketschendorfer Straße ein Jahr früher entstand und beide sich in ihren Bauformen deutlich unterscheiden, sind sie stilistisch durch ihre Fachwerkober- und -dachgeschosse eng verbunden. Ein 1963 durchgeführter Ladenumbau mit gravierendem Eingriff in die Optik des Erdgeschosses wurde durch eine Sanierung 2005 rückgängig gemacht. rahmenlos|hochkant=0.7|
Heiligkreuzstraße
Adresse Bezeichnung Akten-Nr. Beschreibung Foto Heiligkreuzstraße Das einst an der Furt durch die Itz aufgestellte Wegkreuz gab der nach Norden vom Steinweg zur Heiligkreuzbrücke führenden Straße ihren Namen. Es markierte den Beginn des nicht ungefährlichen Weges durch den Thüringer Wald und wurde als Andachtsstätte so wichtig, dass dort die Kirche Heilig Kreuz entstand und es der ganzen Vorstadt ihren Namen gab. Heiligkreuzstraße 1 Wohn- und Geschäftshaus D-4-63-000-115 Das Haus an der Ecke zur Gerbergasse wurde um 1700 am Lauf des heute verrohrten Hahnflusses für den Weißgerber Johann Georg Spindler erbaut, wechselte in der Folgezeit häufig den Besitzer und wurde stets den neuen Nutzungsanforderungen angepasst. Der erste gravierende Eingriff in die Bausubstanz erfolgte 1893 durch den Anbau einer Backstube in der Gerbergasse und 1894 durch die Umwandlung der im Erdgeschoss seit 1883 bestehenden Gastwirtschaft Zur Linde in einen Laden mit Schaufensterfront. Bereits 1899 wurde der Laden wieder in die Gastwirtschaft Zur grünen Linde zurückverwandelt und 1912 wieder zum Ladengeschäft. 1953 erfolgte ein umfassender Dachausbau mit Gauben und 1964 eine Fassadenneugestaltung. 1967 entkernte man das gesamte Erdgeschoss bis auf einige tragende Wände und zog eine Stahlbetondecke ein. 1971 erfolgte im Rahmen der Umgestaltung der Gerbergasse zur Fußgängerzone ein erneuter kompletter Umbau des Erdgeschosses mit einer Ladenpassage. All diese Maßnahmen haben die historische Substanz im Inneren und Äußeren stark beeinträchtigt. Erst 1996 entschloss man sich, zumindest die Fassaden nach historischen Vorlagen zu sanieren und das aufbewahrte klassizistische Eingangsportal aus dem Jahr 1790 wiederzuverwenden. Dieses Portal zeigt eine aufwändige Rahmung, deren Pilaster ein Gebälk mit Pfeifenfries, Zahnschnitt und Kranzgesims tragen. rahmenlos|hochkant=0.7| Heiligkreuzstraße 2 Wohn- und Geschäftshaus D-4-63-000-116 Das im späten 18. Jahrhundert auf einem bereits seit 1460 bebauten Grundstück neu errichtete dreigeschossige, traufständige Mansarddachhaus wurde 1880 durch das Baugeschäft Carl Wetter & Reinhold Gräfe für Hofkonditor Wilhelm Axthelm durchgreifend umgebaut und das fünfachsige Wohnhaus mit Laden erhielt sein heutiges Aussehen. Auffallend sind die Trennung von Erdgeschoss und Obergeschossen durch ein Sohlbankgesims sowie die optische Vergrößerung der Fenster im ersten Obergeschoss durch Sturzgebälke. In dieser Umbauphase erhielt das Haus auch den eingeschossigen Flachdachbau als Nebengebäude. rahmenlos|hochkant=0.7| Heiligkreuzstraße 5 Wohn- und Geschäftshaus D-4-63-000-654 Um 1730 stand dort bereits das zweigeschossige Wohnhaus des Sensenschmiedes Michael Weißer. 1823 ging das traufseitige Gebäude in den Besitz des Leinewebers Friedrich Wilhelm Popp über, der es grundlegend umbauen ließ. Sein Sohn Johann Popp ließ 1884 und 1896 weitere Umbauten vornehmen. Es entstand im Erdgeschoss ein Laden mit Schaufensterfront in neuklassizistischer Gestaltung. Obwohl es sich um eine Ecklage handelt, ist die Giebelseite des zweigeschossigen Satteldachhauses weitgehend ungegliedert. rahmenlos|hochkant=0.7| Heiligkreuzstraße 7/9 Wohn- und Geschäftshaus D-4-63-000-864 Zwei ältere Häuser, die an der Ecke Heiligkreuzstraße/Schenkgasse standen, wurden im Zuge des Neubaus eines Doppel-Eckhauses durch Eduard Heß für den Kaufmann Julius Höhn 1914 abgebrochen. Lediglich Höhns bereits in Hausnummer 9 existierender Laden wurde in den Neubau einbezogen. Der traufseitige Komplex tritt im Straßenbild stark in Erscheinung. Seine außergewöhnliche Wirkung beruht sowohl auf den Zwerchgiebelpaaren an beiden Straßenfronten als auch auf der korbbogigen Schaufenster- und Fensterfront mit genuteten Pilastern und Scheitelsteinen sowie einer gerundeten Ecke, in der sich der in neubarockem Stil gehaltene Ladeneingang befindet. Die beiden Obergeschosse bilden eine einheitliche Fensterfront über beide Häuser hinweg, wobei sie durch einen ausgeprägten Fußwalm getrennt sind. 1994–1996 wurde das erste Obergeschoss von Haus Nr. 7 zu Büroräumen umgebaut, das zweite Obergeschoss modernisiert und das Dachgeschoss zu Wohnungen ausgebaut. rahmenlos|hochkant=0.7| Heiligkreuzstraße 8 Gasthaus