mini|Blick vom Theresienstein auf die Alt- und Neustadt mini|Bürgerpark Theresienstein mini|Hofer Freiheitshalle
Hof (im oberfränkischen Dialekt auch Huf ) ist eine an der Saale gelegene kreisfreie Stadt im Nordosten von Bayern. Die fränkische Mittelstadt ist Oberzentrum, Hochschulstadt, Mittelpunkt des Hofer Landes und des Bayerischen Vogtlandes, Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Hof und hat rund 47.000 Einwohner.
Die Wurzeln der Stadt liegen in der historischen Altstadt und der klassizistischen Neustadt. Mit dem Bürgerpark Theresienstein und dem Untreusee verfügt Hof über zwei Naherholungsgebiete im Stadtgebiet. Das kulturelle Angebot besteht aus der Freiheitshalle, Theater Hof, den Hofer Symphonikern, den Konzertreihen der beiden großen Stadtkirchen St. MarienKirchenmusikfestival 2026 und St. MichaelisJahresprogramm 2026 und den Internationalen Hofer Filmtagen, wodurch sich auch eine Kreativszene etabliert hat. Weitere Freizeitaktivitäten bieten der Hofer Zoo, der Botanische Garten und eine Sternwarte. Hof zählt jährlich rund 160.000 Übernachtungen.
Hof war in der Vergangenheit als Industrie- und Handelsstadt bedeutend. Heute sind die wichtigsten Branchen die Textilindustrie, die Logistikbranche und der Finanzsektor. Hof ist eine Medienstadt mit einem Radiosender, dem Lokalsender TVO, einem BR-Studio und der Frankenpost-Verlagsgruppe. Es gibt zwei Bahnhöfe, einen Verkehrslandeplatz sowie drei Bundesstraßen und Autobahnen. Als Bildungsstandort verfügt Hof über zwei Hochschulen, eine Fachakademie sowie Institute- und Forschungseinrichtungen.
1989 erreichten die Flüchtlingszüge aus Prag den Hofer Hauptbahnhof und damit die erste Stadt in der Bundesrepublik.
Geographie Lage Das Stadtgebiet liegt beiderseits der Grenze zwischen dem Mittelvogtländischen Kuppenland (Teil des Vogtlandes, im Nordosten) und der Münchberger Hochfläche (Teil des Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirges, im Südwesten). Die Stadt liegt im Flusstal der Saale, die das Stadtgebiet zwischen Fichtelgebirge und Frankenwald auf dem südlichen Rand des Mittelvogtländischen Kuppenlandes von Süden nach Norden durchfließt. In Hof gibt es 17 Saalebrücken, im gesamten Ballungsgebiet sind es 25. Bedingt durch die Mittelgebirgslage sind die Abhänge des Flusstales verhältnismäßig steil. Der tiefste Punkt von Hof liegt an der Saale bei etwa 450 m ü. NHN, der höchste Punkt im Stadtgebiet am Kulm bei 614 m ü. NHN. auf hof.de. Dadurch hat die Stadt vor allem in Ost-West-Richtung Straßen mit erheblichen Steigungen.
Die Stadt ist im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, von folgenden Erhebungen umgeben: Labyrinthberg mit dem Labyrinthturm Eichelberg Wartberg (570 m ü. NHN) mit dem Wartturm Otterberg (auch Alsenberg genannt) Rosenbühl mit dem Bismarckturm Kulm (614 m ü. NHN) Teufelsberg
Natur und Gewässer mini|Naherholungsgebiet Hofer Untreusee Hof hat 87 Grünanlagen ausgewiesen. Darunter sind der Theresienstein, die Saaleauen und der Untreusee. In Hof gibt es 4500 Straßenbäume. Manche Baumarten sind ab einer gewissen Größe durch eine Verordnung geschützt.
Die Saale ist der größte Fluss in Hof. Sie durchfließt die Stadt von Süden nach Norden mit zwei Biegungen in der unteren Vorstadt auf Höhe des Theresiensteins. Zwischen der Friedrich-Ebert-Brücke und der Unteren Steinernen Brücke ist die Saale aufgestaut. Im Norden des Stadtgebiets mündet die Nördliche Regnitz in die Saale. Der Untreusee ist ein Stausee im Süden der Stadt.
siehe auch Liste der Saalebrücken
Flächennutzung und Schutzgebiete mini|Digitales Orthofoto von Hof Nutzung Fläche in ha Siedlungs- und Verkehrsfläche 2.122 Landwirtschaftlich genutzte Fläche 2.527 Forstwirtschaftlich genutzte Fläche 731 Grünfläche 290 Wasserfläche 132 Gesamt 5.802Quelle: Stadt Hof, Hof in Zahlen.
In Hof sind vom Bayerischen Landesamt für Umwelt fünf Landschaftsschutzgebiete und sechs Geotope ausgewiesen (Stand 2016).
Umland und Ballungsraum Hof ist vom Landkreis Hof umgeben. Im Uhrzeigersinn – beginnend im Norden – grenzt die Stadt an die Nachbargemeinden Feilitzsch (G3), Trogen (G12), Gattendorf (G4), Döhlau (G2), Oberkotzau (M2), Konradsreuth (G8), Leupoldsgrün (G9) und Köditz (G7).
Im Landesentwicklungsprogramm ist Hof zusammen mit den Nachbargemeinden Oberkotzau und Döhlau als Ländlicher Raum mit Verdichtungsansätzen mit 55.821 auf einer Fläche von 94,78 km² ausgezeichnet. Zusammen mit dem Stadtumland leben 70.000 Menschen in der Region.
Hof ist Mitglied im Sächsisch-Bayerischen Städtenetz (Bayreuth, Chemnitz, Hof, Marktredwitz, Plauen, Zwickau).
Stadtgliederung Gemeindeteile
Es gibt 33 amtlich benannte Gemeindeteile.
Stadtteile
Die Stadtverwaltung hat 27 Stadtteile definiert, die sie zu fünf statistischen Kategorien gruppiert., S. 38 (PDF-Datei; 2,15 MB).
Gemarkungen
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Föhrenreuth (Gemarkungsteil 0), Haidt (Gemarkungsteil 1), Hof, Hofeck, Leimitz (Gemarkungsteil 1), Martinsreuth (Gemarkungsteil 0), Moschendorf, Unterkotzau und Wölbattendorf. Die Gemarkung Hof hat eine Fläche von 12,293 km². Sie ist in 8521 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1443 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Neuhof und Vogelheerd.
Klima
Geschichte Name der Stadt Die um 1230 nördlich einer bereits vorhandenen Bauernsiedlung angelegte Stadt erhielt von der Bevölkerung zunächst Bezeichnungen wie „Regnitzhof“ oder „Hof Regnitz“, die sich später zu „am Hof“ oder „zum Hof“ und schließlich zu „Hof“ verkürzten. In Hof wird die mittelalterliche Stadt mit ihren Mauern und Toren als Neustadt, die ältere bäuerliche Ansiedlung vor den Toren als Altstadt bezeichnet. Weiter gebräuchliche Namen waren „Hof im Vogtlande“ (im 18. Jahrhundert) und „Hof in Bayern“ (im 19. Jahrhundert). Für eine Unterscheidung zu anderen Orten mit dem Namen Hof sind Formulierungen mit geographischen Zusätzen wie Hof an der Saale (bzw. Hof/Saale oder Hof (Saale)) oder Hof in Bayern gebräuchlich. In Medienberichten wird oftmals auch von der Saalestadt gesprochen.
mini|Informationstafel Hofer Geschichtswege Im Stadtgebiet sind knapp 100 Informationstafeln zur Stadtgeschichte aufgestellt, die „Hofer Geschichtswege“. Die Tafeln stellen in loser Folge die Stadtgeschichte dar – von der Stadtgründung bis heute.
siehe auch: Übersicht der Tafeln
Frühgeschichte In der Region siedelten bayerische Slawen. Nach der Völkerwanderungszeit begann die mit urkundlichen Quellen belegbare Geschichte des östlichen Frankens. Aus diesen Quellen lassen sich die Ereignisse jener Zeit in dem Gebiet, zu dem die heutige Oberpfalz, Unter-, Mittel- und Oberfranken gehören, annähernd nachvollziehen. Der Nordgau entwickelte sich in dem „Francōnia orientālis“ genannten Gebiet nördlich der Donau und der Castra Regina bis an den Main und reichte bis in den Böhmerwald nach Osten. Einer der alten mit Namen bekannten Volksstämme, die dort siedelten, waren die Varisker.
Stadtrecht und Aufschwung im Mittelalter mini|hochkant|Hertnid-Altar in der St.-Lorenz-Kirche, der Mutterkirche Hochfrankens. Dargestellt ist das heilige Kaiserpaar Heinrich und Kunigunde, mit ihrer Stiftung dem Kaiserdom zu Bamberg als Symbol für das neue Bistum mini|
Im Bereich der Stadt trafen im Frühmittelalter die Bistümer Naumburg, Regensburg und Würzburg aufeinander. Karl der Große hatte den Würzburger Bischöfen aufgetragen, „im Gebiet der Slaven, die zwischen den Flüssen Main und Rednitz siedeln, Kirchen zu errichten.“Enno Bünz: Die Gründung des Bistums Bamberg und das Regnitzland. In: Josef Urban: Das Bistum Bamberg um 1007. Bamberg 2006, ISBN 3-9808138-4-3, S. 204 f. Durch territoriale Neuordnung entstand auf Wunsch von König Heinrich II. im November 1007 das Bistum Bamberg, das direkt Rom unterstellt wurde. Im Nordosten des neuen Bistums wurde die Großpfarrei Hof gegründet, die das gesamte Gebiet des heutigen Landkreises Hof umfasste. Die erste Kirche wurde an der Stelle der heutigen Lorenzkirche errichtet.Ludger Stühlmeyer: Curia sonans. Dissertation. Heinrichsverlag, Bamberg 2015, ISBN 978-3-89889-155-4, S. 12 f.
Um das Jahr 1080 befand sich im heutigen Stadtgebiet eine Ansiedlung von Bauern mit der Ortsbezeichnung „Rekkenze“, vermutlich entstanden aus der Lage an dem Flüsschen Regnitz. In der Nähe der Mündung in die Saale standen die ersten Siedlungshäuser. Sie wurden 1214 urkundlich erwähnt, erstreckten sich auf den angrenzenden Hügel und bildeten die sogenannte Altstadt in der späteren Stadt Hof. Diese Urkunde nennt auch die Lorenzkirche, die älteste Kirche von Hof. Um 1230 wurde unter der Regierung von Otto I. von Andechs nördlich der Bauernsiedlung eine neue, mit Mauer und Toren befestigte Stadt angelegt – die sogenannte Neustadt. Die Hauptstraße durch die Neustadt – die heutige Ludwigstraße – war eine bedeutende Straßenverbindung ins Vogtland. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts sind in der Neustadt zwei Klöster nachweisbar, das Franziskanerkloster wurde 1292 erbaut. Am 15. Mai 1318 belehnte Burggraf Friedrich IV. von Nürnberg aus dem Hause Hohenzollern den Heinrich (XII.), Vogt von Weida mit der Stadt Hof und dem Regnitzland. Im März 1319 ließ dieser Heinrich eine Urkunde, das sog. Stadtprivileg, erstellen, in der die in Hof geltenden Rechtsvorschriften zusammengefasst wurden. Es ist allerdings nicht klar, welche dieser Vorschriften schon vorher gültig waren und welche neu erlassen wurden.Arnd Kluge: 700 Jahre Hofer Stadtprivileg. Vgl. Literaturliste, S. 27 und 37. 1361/62 verpfändeten die Vögte von Weida Hof und das Regnitzland an die Burggrafen von Nürnberg. 1367 konnte Heinrich (XIV.) der Rote, Vogt von Weida, dieses Pfand auslösen, so dass ihm die Stadt Hof und das Regnitzland nochmals verliehen wurden. 1373 verkaufte er Hof und sein Umland endgültig an die Burggrafen. Ab 1302 ist nach Daten der Gesellschaft für Leprakunde in Hof ein mittelalterliches Leprosorium nachweisbar, das sich 700 Meter „vor der unteren steinernen Brücke“ befand.Siehe
mini|Lage der Stadt an der Via Imperii
Markgrafenzeit und Reformation Die Stadt wurde als Landeshauptmannschaft Hof Teil des hohenzollerischen Markgraftums Brandenburg-Kulmbach. Nach der Verlegung der Residenzstadt hieß das Fürstentum Markgraftum Brandenburg-Bayreuth. In dieser Zeit wurde die Stadt als „Hochfürstlich-Brandenburgische Hauptstadt Hoff im Voigtlande“ bezeichnet. Eine Heeresgruppe der Hussiten eroberte 1430 die Stadt und zerstörte sie schwer. Um gegen Angriffe besser geschützt zu sein, wurde 1432 eine Schützengilde gegründet. Aus den jährlichen Schießübungen der Gilde entwickelte sich ein Volksfest, der Schlappentag. 1465 entstand der Hofer Altar.
Im Jahr 1529 zu Beginn der Reformation wurde Hof evangelisch-lutherisch. So wurde auch etwa die Klosterkirche zu einer evangelischen Predigtkirche und 1545 umgeweiht. Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach gründete 1546 das Hofer Gymnasium, das heutige Jean-Paul-Gymnasium, welches eines der ältesten Gymnasien in Oberfranken ist. 1553 wurde Hof im Zweiten Markgrafenkrieg von nürnbergischen und königlich-böhmischen Truppen unter Heinrich IV. von Plauen belagert und eingenommen (siehe Belagerung von Hof). Georg Wolf von Kotzau war kurzzeitig Statthalter Hofs. Hans Glaser fertigte 1553 einen Holzschnitt von der Belagerung der Stadt.Kurt Stierstorfer: Die Belagerung Hofs 1553. Hof 2003, ISBN 3-928626-43-4. Im Jahr 1557 wurde in Hof die erste Buchdruckerei gegründet. Von 1563 bis 1566 wurde das Rathaus in seiner heutigen Form erbaut. Der Hofer Chronist Enoch Widman stellte im Jahr 1592 seine Stadtchronik vor. Zu wirtschaftlicher Bedeutung kam Hof im Mittelalter auch durch die Lage an der Via Imperii. Damit konnte die Handelsstadt schon damals zu Wohlstand kommen.
Dreißigjähriger Krieg, Preußen und Bayern