Repperndorf ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kitzingen im Landkreis Kitzingen (Unterfranken, Bayern). Die Gemarkung Repperndorf hat eine Fläche von 5,353 km². Sie ist in 912 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5869,32 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Eheriedermühle.

Geographie Der Stadtteil Repperndorf liegt drei Kilometer nordwestlich des Kitzinger Stadtkerns am Repperndorfer Mühlbach, der in Kitzingen in den Main mündet. Naturräumlich liegt Repperndorf als einziger Kitzinger Stadtteil auf den sogenannten Hochflächen im südlichen Maindreieck, die zu den Gäuflächen im Maindreieck gezählt werden. Typisch sind die etwa 300 m hohen Ebenen, die in Richtung des Maines steil abfallen.

Die Trasse der Bundesstraße 8 führt östlich am Ort vorbei. Der Straßenname Alte Reichsstraße verweist auf den Verlauf der mittelalterlichen Reichsstraße von Nürnberg nach Würzburg durch den Ort.

Geschichte In der Flur „Am Hügel“ wurde ein frühkeltischer Großgrabhügel ergraben.Christine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 40. Der Ort Repperndorf wurde als Fronhof des Benediktinerklosters Kitzingen zum ersten Mal im 11. Jahrhundert erwähnt. Mit diesem ging er 1544 in den Besitz der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach über. Die Markgrafen lösten in ihrer Funktion als Pfandherren der Stadt Kitzingen das Kloster auf. Im Zuge der Wiedereinlösung fiel Repperndorf als wichtiger Bestandteil des ehemaligen Klosters an das Hochstift Würzburg zurück. Mit diesem wurde es 1803 zuerst kurfürstlich bayrisch, 1806 großherzoglich würzburgisch, und im Jahr 1814 Teil des Königreichs Bayern. Die Gemeinde Repperndorf hatte 1964 eine Fläche von etwa 536,32 Hektar, die Gemeindeteile Eheriedermühle und Repperndorf und 550 Einwohner (1961), davon 549 im Pfarrdorf Repperndorf. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Repperndorf mit Wirkung vom 1. Januar 1978 nach Kitzingen eingemeindet. Repperndorf hat heute ca. 700 Einwohner.

Politik Parteien SPD und CSU sind mit einem eigenen Ortsverein bzw. Ortsverband vertreten.

Wappen

Sehenswürdigkeiten mini|Arkaden mit Kanzel evangelische Kirche St. Laurentius katholische Laurentiuskirche Friedhof mit Arkaden und steinerner Renaissance-Friedhofskanzel Ähnliche Anlagen sind noch in Marktsteft, Mainbernheim, Wiesenbronn, Abtswind und Prichsenstadt zu finden. Weinlehrpfad in den nahe gelegenen Weinbergen

Wirtschaft und Infrastruktur Die Wasserversorgung wurde nach der Eingemeindung 1978 von den Licht-, Kraft- und Wasserwerken Kitzingen (LKW) übernommen.

Weinbau Repperndorf ist heute Weinbauort im Anbaugebiet Franken. Eine Weinlage existiert um das Dorf; der Wein wird seit den 1970er Jahren unter dem Namen Repperndorfer Kaiser Karl vermarktet und verweist auf die Durchreisen des Frankenkönigs. Repperndorf ist Teil des Bereichs MainSüden; bis 2017 waren die Winzer im Bereich Maindreieck zusammengefasst. Die Muschelkalkböden um Repperndorf eignen sich ebenso für den Anbau von Wein wie die Lage in der Maingauklimazone, die zu den wärmsten Deutschlands gehört.

Bereits seit dem Frühmittelalter betreiben die Menschen um Repperndorf Weinbau. Die fränkischen Siedler brachten wohl im 7. Jahrhundert die Rebe mit an den Main. Laut der Sage soll Karl der Große in Repperndorf den ersten Weinstock gepflanzt haben. Im Mittelalter gehörte die Region zum größten zusammenhängenden Weinbaugebiet im Heiligen Römischen Reich. Die Menschen betrieben zumeist Nebenerwerbsweinbau zur Selbstversorgung, gleichzeitig bildeten sich bereits Exportzentren insbesondere entlang des Maines heraus.

Der Weinbau erlebte nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen umfassenden Niedergang. Vor allem klimatisch weniger begünstige Lagen gab man vollständig auf. Zusätzlich erschwerte das Aufkommen von Schädlingen wie der Reblaus den Anbau. Konsolidieren konnte sich die Weinbauregion Franken erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Einsatz von Düngern und verbesserte Anbaumethoden hatten dazu ebenso beigetragen wie die Organisation in Genossenschaften und die Flurbereinigung der 1970er Jahre.Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 50–52.

Der Weinbau prägt auch heute noch teilweise den Ort, was sich etwa im jährlich stattfindenden Weinfest oder in der außerhalb des Ortes errichteten Zentrale der Gebiets-Winzergenossenschaft Franken (GWF), heute als Winzergemeinschaft Franken firmierend, widerspiegelt. Die größte fränkische Winzergenossenschaft hat wegen der zentralen Lage des Ortes im Anbaugebiet ihren Sitz in Repperndorf. Ein Wein- und Naturlehrpfad informiert den interessierten Besucher über den Weinbau.

WeinlageRegierung von Unterfranken: , PDF-Datei, abgerufen am 16. Mai 2019. Größe 1993Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 237. Himmelsrichtung Hangneigung Hauptrebsorten Großlage Kaiser Karl 33 ha Südwesten 15–25 % Silvaner, Müller-Thurgau Kitzinger Hofrat

Sport Der TSV Jahn Repperndorf e. V. unterhält mehrere Abteilungen, von denen die Fußballabteilung die aktivste ist.

Persönlichkeiten

Friedrich Hiller (1861–1947), Pfarrer und Schriftsteller, Hiller wuchs in Repperndorf auf Carl SchadewitzLudwig-Maximilians-Universität München: Bayerisches Musikerlexikon Online, abgerufen am 17. April 2024. (1887–1945), Komponist und Dirigent, Schadewitz wirkte und starb in Repperndorf

Literatur Hans Ambrosi, Bernhard Breuer: Deutsche Vinothek: Franken. Begleiter zu den Weinberg-Lagen, Winzern und ihren Küchen. Herford2 1993. Hans Bauer: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 53–70.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Kitzingen Kategorie:Geographie (Kitzingen) Kategorie:Weinort in Franken Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kitzingen) Kategorie:Ersterwähnung im 11. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kitzingen