rechts|250px|alt=Logo der Universität

Die University of California, Berkeley (auch bekannt als Cal oder UC Berkeley, ) ist eine staatliche Universität in Berkeley im US-Bundesstaat Kalifornien und gehört seit vielen Jahren zu den renommiertesten Universitäten der Welt.

Die 1868 gegründete University of California, Berkeley ist der älteste Campus der University of California, eines Systems staatlicher Universitäten in Kalifornien, die auf zehn Standorte verteilt sind. Sie befindet sich in Berkeley am östlichen Ufer der San Francisco Bay. Die Hochschule ist Gründungsmitglied der Association of American Universities, einem Verbund führender forschungsintensiver nordamerikanischer Universitäten, und gehört dem Hochschulverbund International Alliance of Research Universities an.

Der Standort Berkeley kann auf 110 Nobelpreisträger verweisen. Sechzehn Elemente des Periodensystems wurden in Berkeley oder von Absolventen der Universität entdeckt. Sechs Elemente sind auch durch ihren Namen mit der Universität oder den dort tätigen Forschern verbunden: Californium, Seaborgium, Berkelium, Einsteinium, Fermium und Lawrencium. Mit 121 olympischen Goldmedaillen (56 Silber und 46 Bronze) gehört Berkeley auch sportlich zur Spitzengruppe der Universitäten in den USA.

2020 waren 2703 Dozenten beschäftigt (1847 in Vollzeit und 856 in Teilzeit). Das Stiftungsvermögen der UC Berkeley betrug 2015 4,045 Milliarden US-Dollar. Das Gesamtsystem der University of California besitzt mit 14,26 Milliarden US-Dollar eines der größten Stiftungsvermögen weltweit.

Geschichte mini|Sather Tower mit Blick auf die Bucht von San Francisco mini|Sather Gate, ursprünglich der südliche Eingang zum Campus

1866 wurde das Grundstück, auf dem sich heute der Campus befindet, vom privaten College of California, das im Jahr 1855 vom Pastor Henry Durant gegründet wurde, erworben. Aus Geldmangel bot sich jedoch an, mit dem staatlichen Agricultural, Mining, and Mechanical Arts College, dem zwar genügend finanzielle Mittel aber kein Land zur Verfügung stand, zu einer Volluniversität zu fusionieren und so wurde am 23. März 1868 die University of California mit Durant als erstem Präsidenten gegründet. Im Jahr 1869 wurde die Universität in Oakland eröffnet und benutzte zunächst die Gebäude des College of California. 1873, nachdem ein Teil der Arbeiten am 1866 erworbenen Campus-Gelände vollendet waren, erfolgte der Umzug von Oakland nach Berkeley.

Die Anfangszeit war geprägt von finanziellen Schwierigkeiten und erst mit der 20-jährigen Präsidentschaftszeit von Benjamin Ide Wheeler 1899–1919 erfolgte eine Konsolidierung. In jener Zeit entstanden zahlreiche der bekanntesten Bauten des Berkeley Campus, etwa das Hearst Greek Theatre, die Doe Library oder der Sather Tower, auch als Campanile bekannt und das Wahrzeichen der UC Berkeley.

In den 1930er-Jahren, unter der Präsidentschaft Robert Gordon Sprouls, begann das Goldene Zeitalter Berkeleys. Es gelang, zahlreiche bekannte Wissenschaftler an die Universität zu locken. Besonders in den Feldern Physik, Chemie und Biologie erlangte Berkeley Weltruhm. Zu den wichtigsten Forschungsleistungen jener Zeit gehört die Entwicklung des Zyklotrons durch Ernest O. Lawrence, was zur Entdeckung zahlreicher chemischer Elemente wie das Berkelium oder das Californium führte.

mini|Blick auf den Campus in Richtung Norden

Während des Zweiten Weltkrieges beteiligte sich das Berkeley Radiation Laboratory, heute als Ernest Orlando Lawrence Berkeley National Laboratory (LBNL) bekannt, unter der Leitung von Ernest Lawrence an der Entwicklung der Atombombe. Robert Oppenheimer, seit 1929 Professor in Berkeley, wurde 1942 mit der Leitung des Manhattan-Projekts betraut.

Im Jahr 1949, während der McCarthy-Ära, verlangte die Universitätsleitung von allen an der Universität Beschäftigten einen antikommunistischen Treueschwur. Da sich einige Fakultätsmitglieder weigerten, diesen Schwur zu unterzeichnen, wurden sie suspendiert und erst zehn Jahre später wieder rehabilitiert. Ein Treueschwur auf die US-amerikanische Verfassung ist auch heute noch für alle Angestellten der UC Berkeley verpflichtend.

In den 1960er-Jahren avancierte Berkeley zur „Speerspitze“ der Studentenbewegung in den Vereinigten Staaten. Als der radikale Bürgerrechtler Malcolm X auf dem Campus Redeverbot erhielt und es sämtlichen Studentengruppen verboten wurde, auf dem Campus Spenden zu sammeln oder politisch Stellung zu beziehen, gründeten die betroffenen Studenten das Free Speech Movement, welches sich für die Freiheit der Rede einsetzte. In immer größeren Demonstrationen protestierte man für Redefreiheit und gegen den Krieg in Vietnam. Studentenführer wie Mario Savio, Jack Weinberg oder Reginald Zelnik wurden zu landesweiten Ikonen des studentischen Protests. Von Berkeley aus erreichte die Protestwelle schließlich auch Europa und kulminierte im Mai 68. Seit jener Zeit gilt Berkeley als der progressivste Flecken Amerikas, als intellektuelle und kulturelle Hochburg, von Spöttern hingegen als „People’s Republic of Berkeley“ (Volksrepublik Berkeley) oder „Berzerkeley“ bezeichnet.

Menschenrechtsgruppen sehen dies anders. Das Phoebe A. Hearst Museum of Anthropology nimmt ihrer Ansicht nach keine Rücksicht auf die Rechte der nordamerikanischen Ureinwohner, wie sie im Native American Graves Protection and Repatriation Act (NAGPRA) festgeschrieben sind. Zudem stand die Universitätsleitung wegen einer 21-monatigen Baumbesetzung zum Schutz von 42 Redwood-Bäumen und der dazugehörigen archäologischen Stätten, die dem Ausbau eines Athletik-Zentrums im Wege standen, im Streit mit dem Stadtrat.Shadi Rahimi: UC-Berkeley tree protest closes with ceremony, in: Indian Country Today, 3. Oktober 2008.

Im Jahr 2026 erklärten die russischen Behörden die Universität zu einer unerwünschten Organisation.

Organisation Campus mini|Memorial Glade mini|220x220px|South Hall (1873), eines der beiden Gründungsgebäude der Universität Die San Francisco Bay überblickend, zählt der Campus mit einer Gesamtfläche von knapp 5 km² zu den schönsten im Land. Bis heute konnte der ländliche Charme der Anfangszeit größtenteils erhalten bleiben. Ein Großteil der administrativen und akademischen Gebäude konzentriert sich auf 72 ha im Westen des Campus. Dort ist inzwischen ein Großteil der Fläche verbaut, sodass sich der Bau neuer universitärer Gebäude seit geraumer Zeit auf Gebiete jenseits des Campus ausdehnt. Östlich des Hauptcampus befinden sich zahlreiche, der Universität angegliederte, Forschungseinrichtungen, wie das Ernest Orlando Lawrence Berkeley National Laboratory, die Lawrence Hall of Science und das Mathematical Sciences Research Institute. Entworfen wurde der Campus von Émile Bénard, der eine weltweite Ausschreibung für sich entscheiden konnte. Ein Großteil der Entwürfe Bénards wurde jedoch nur kurze Zeit später von John Galen Howard abgeändert, um die Gebäude besser in die geomorphologischen Gegebenheiten des Campusgeländes zu integrieren. Howard war unter anderem für den Entwurf der Doe Library, des Hearst Greek Theatre und des Memorial Stadiums verantwortlich.

Wissenschaftliche Einrichtungen mini|Haas School of Business

Die über 130 Institute und Einrichtungen der UC Berkeley sind auf 14 Organisationseinheiten verteilt: Chemie Informationsmanagement- und Systeme Ingenieurwissenschaften Journalismus (Graduate School) Letters and Science Natürliche Ressourcen Öffentliche Gesundheit Öffentliche Richtlinien (Richard & Rhoda Goldman School of Public Policy) Optometrie Pädagogik (Graduate School) Rechtswissenschaften (UC Berkeley School of Law, vorher Boalt Hall) Umweltdesign Sozialwesen und Wohlfahrt Wirtschaft (Haas School of Business)

Weitere Einrichtungen: Lawrence Berkeley National Laboratory Lawrence Hall of Science Mathematical Sciences Research Institute Cory Hall – Das Gebäude des Elektrotechnikinstituts war Ziel von zwei Anschlägen des als Unabomber bekannt gewordenen ehemaligen UCB-Assistenzprofessors Ted Kaczynski Botanischer Garten Doe Library Herbarium International House Berkeley Art Museum & Pacific Film Archive KALX Radio – Radio-Sender der Universität Hearst Greek Theatre California Memorial Stadium – Austragungsort der Heimspiele der Cal Bears, dem Football-Verein der Universität. Kapazität: 73.347 Sitzplätze Space Sciences Lab, hier wird astronomische Forschung und u. a. auch das SETI und SETI@home-Projekt betrieben. University of California Museum of Paleontology Museum of Vertebrate Zoology

Bibliothekssystem mini|Doe Library

Die 32 Bibliotheken der University of California, Berkeley, bilden, gleichauf mit der University of Illinois, das viert- bzw. fünftgrößte Bibliothekssystem der USA. Größere Bibliotheken in den USA sind nur noch die Library of Congress sowie die Bibliothekssysteme der Harvard University und der Yale University.

Berkeleys Bibliothekssystem beinhaltet im Jahre 2018 mehr als 12 Millionen Bände und mit einem Gesamtplatzverbrauch von über 50.000 m² ist es eines der größten Bibliothekssysteme der Welt.

Die Doe Library wurde 1910 erbaut und dient heute als das Referenz- und Verwaltungszentrum des gesamten Systems. In ihr befinden sich auch die beiden größten Lesesäle der Universität. Im unterirdischen Bereich des Doe Library befinden sich die Main (Gardner) Stacks, benannt nach dem 15. Präsidenten der University of California und Berkeley-Absolventen, David P. Gardner. Um den wachsenden Beständen der Bibliothek genügend Raum bieten zu können, befinden sich in den Gardner Stacks, verteilt auf drei Etagen, die jeweils größer als ein Football-Feld sind, ca. 84 km an Bücherregalen und somit Platz für ca. 2 Millionen Bücher. Durch die Deckenfenster kann das natürliche Sonnenlicht bis zur untersten Etage durchdringen.

Im Jahre 2003 wurde das Bibliothekssystem von der Association of Research Libraries als das beste öffentliche und das insgesamt drittbeste Bibliothekssystem in Nordamerika ausgezeichnet.

Zulassung von Studenten Bewerbungen/Akzeptanzraten für Erstsemester (2021) Anzahl Bewerber: 112.854 Davon angenommen: 16.412 Prozentrate: 14,5 % Zulassungsanforderungen (2014/2015) SAT: 1840-2230 GPA: 3,85 Studiengebühren Undergraduate (pro Jahr für 2019/2020) Residents: 14,254 $ Non-Residents: 44,008 $

Rankings Laut des Times Higher Education World University Rankings gilt die UC Berkeley als eine der wertvollsten Universitätsmarken 2015. Sie belegt seit Jahren in den Natur-, Sozial- und Ingenieurwissenschaften, wie auch insbesondere in den Fächern der Mathematik, Physik, Chemie, IT und Wirtschaft stets Plätze in den TOP 1-5 weltweit.

Laut der National Research Council sind 35 von 36 Graduate-Programmen der UC Berkeley in den Top 10 vertreten. UC Berkeley ist die einzige Universität mit allen PhD Programmen innerhalb der nationalen Top 5, ausgewählt vom U.S. News & World Report. UC Berkeley erzielte in den Rankings der Jiao Tong Universität in Shanghai im Jahr 2013 den dritten Platz – hinter Harvard und Stanford.

In der Rangfolge der US-Zeitschrift U.S. News & World Report der weltweit besten Universitäten liegt Berkeley für das Jahr 2022 auf Platz 4 – hinter der Harvard University, dem Massachusetts Institute of Technology und der Stanford University und vor der University of Oxford. UC Berkeley wurde vom U.S. News & World Report nun mehrere Jahre in Folge als beste öffentliche Universität in den USA ausgewählt (2015).

Academic Ranking of World Universities (Shanghai Jiao Tong University) 2022: #5 U.S. News & World Report 2022 – Best Global University Rankings: #4 The Best Schools 2015 – The 100 Best Universities in the World: #4 QS World University Rankings 2015 – Gesamtergebnis: #26 Times Higher Education 2022 – Gesamtergebnis: #8 Washington Monthly 2015 – Gesamtergebnis: #4

Kanzler Die bisherigen Kanzler der Universität waren: Clark Kerr (1952–1958) Glenn T. Seaborg (1958–1961) Edward W. Strong (1961–1965) Martin E. Meyerson (1965)