Die Tageszeitung (kurz taz, Eigenschreibweise taz, die tageszeitung) ist eine überregionale deutsche Wochenzeitung mit täglich erscheinendem ePaper. Ihre Ausrichtung wird als grün-links und linksalternativ beschrieben. Die taz hat sich mit ihrer Gründung 1978 der Gegenöffentlichkeit verpflichtet.
Im Jahre 1978 nach dem Tunix-Kongress in West-Berlin als alternatives, selbstverwaltetes Projekt gegründet, wurde sie bis Ende 1992 vom Verein Freunde der alternativen Tageszeitung herausgegeben. Seitdem fungiert die zur Bewahrung der verlegerischen Unabhängigkeit in einer existenziellen Krise eigens neu gegründete taz, die Tageszeitung Verlagsgenossenschaft als Herausgeberin. Die taz wird redaktionell seit 2025 von einer weiblichen Dreierspitze geführt, zuvor bestand sie seit 2020 aus einem Duo.taz mit weiblicher Doppelspitze: Ulrike Winkelmann und Barbara Junge sind neue Chefredakteurinnen. In: meedia.de. 14. April 2020, abgerufen am 6. Juli 2020. Im September 2024 teilte die Geschäftsführung mit, dass die taz als erste überregionale deutsche Tageszeitung von Montag bis Freitag nur noch online erscheinen werde. Nur die Wochentaz am Samstag wird noch auf Papier gedruckt.„Nicht auf die Krise warten“: Gedruckte „taz“ erscheint ab Freitag nur noch am Wochenende. Tagesspiegel vom 13. Oktober 2025. Abruf am 21. Oktober 2025 Die letzte gedruckte Ausgabe unter der Woche erschien am Freitag, dem 17. Oktober 2025. Die verkaufte Auflage der Wochentaz beträgt
Zeitung Die 1978 gegründete taz ist bundesweit erhältlich und erschien seit dem 17. April 1979 werktäglich (von Montag bis Samstag). Die Startauflage lag bei 63.000 Exemplaren (verkauft 20.000). Sie erscheint im sogenannten Berliner Format. Damit ist sie etwas kleiner als etliche andere überregionale Zeitungen, die im Norddeutschen Format erscheinen. Am 18. April 2009 erschien erstmals die sonntaz als Beilage in der Samstagsausgabe. Dieses neue Format ging mit der Einführung des Wochenendabos einher. Im April 2013 wurde die sonntaz in taz am Wochenende umbenannt. Im Jahre 2014 verschmolzen die Samstagsausgabe und die Wochenendbeilage schließlich zu einem gemeinsamen Produkt.
Am 12. November 2022 erschien dann erstmals die neue wochentaz, eine Wochenzeitung, die die bisherige Wochenendausgabe ersetzt und im Unterschied zu dieser eine ganze Woche lang im Einzelverkauf angeboten wird. Mit dieser Änderung war die Ankündigung verbunden, die nur noch montags bis freitags erscheinenden werktägliche Ausgabe „perspektivisch […] auf das digitale Format umzustellen, das man schon jetzt täglich per App beziehen kann“.
Neben der Printausgabe wird die Zeitung auch in digitaler Form als elektronische Zeitung angeboten. Im monatlich kündbaren Abonnement ist der E-Paper via E-Mail-Versand und Download in den Formaten MOBI, EPUB (ohne Digital Rights Management), PDF, HTML und TXT (in reiner Textversion) erhältlich. Für die Nutzung auf Smartphones und Tablets gibt es für Apple und für Android-Betriebssysteme eine App, die auch via F-Droid beziehbar ist. Einzelausgaben werden im elektronischen Kiosk in den Formaten PDF, EPUB und Mobipocket angeboten. Die taz hatte im vierten Quartal 2010 2508 ePaper-Abos und im vierten Quartal 2019 10.834 Abos. Insgesamt wurden im vierten Quartal 2019 16.330 ePaper verkauft.
„Seitenwende“ Als Seitenwende bezeichnet die taz ihren Abschied von der werktäglichen gedruckten Zeitung hin zu digitalen Alternativen wie der PDF-Version, dem ePaper oder dem Internetauftritt taz.de. Die Geschäftsführung stellte erstmals im Jahr 2018 Überlegungen an, angesichts des „grundlegenden Strukturwandels“ in der Medienlandschaft die tägliche Printausgabe einzustellen. Die aller ersten Überlegungen zum Ende der gedruckten taz gehen bereits auf das Jahr 2010 zurück, als der ehemalige Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch dies das erste Mal beschrieb. Um 2020 wurde der Beginn der Transformation vom Papier zu digitalbasierter Art verkündet. Auf der Genossenschaftsversammlung 2023 wurden Überlegungen vorgestellt, die montags bis freitags erscheinende Ausgabe ab einem Zeitpunkt im Jahr 2025 nicht mehr zu drucken, sondern nur noch digital zu vertreiben.taz.de, „Genossenschaft“, Klicken auf „Geno-Info 2/2023“, Seite 10 ff., „Planspiel Einstellung der täglichen gedruckten Zeitung 2025“ […]. Auf der Genossenschaftsversammlung im Herbst 2024 wurde bekannt gegeben, dass nach der Ausgabe am 17. Oktober 2025 der Druck der werktäglichen Ausgaben beendet wird und die Abonnenten dann mit dem E-Paper beliefert werden; lediglich die am Samstag erscheinende Wochenzeitung „wochentaz“ soll weiterhin als Druckausgabe erscheinen.Deutsche „taz“ stellt nach 45 Jahren im Herbst 2025 Druck der Tageszeitung ein., derstandard.at, 14. September 2024. Mit dem letztmaligen Erscheinen der werktäglichen Ausgabe vom 17. Oktober 2025 ist die taz die erste überregionale Tageszeitung in Deutschland, die ihre tägliche Druckversion eingestellt hat.
Auflage Die taz hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist von 2009 bis 2019 um durchschnittlich 1,3 Prozent pro Jahr gesunken. Im Vergleich zum dritten Quartal 2018 ist die Gesamtauflage (Papier sinkend / digital steigend) im dritten Quartal 2019 um 1,0 Prozent gesunken.
Regionalausgaben mini|hochkant|Sitz der tageszeitung in der Rudi-Dutschke-Straße im Berliner Ortsteil Kreuzberg bis Oktober 2018 Berlin/Ostdeutschland Am 3. November 1980 erschien die erste Ausgabe des Berliner Regionalteils der taz. Er ist heute auch Bestandteil der in Ostdeutschland vertriebenen Ausgaben.
Regionalausgabe Nord
Darüber hinaus gibt es die Regionalausgabe Nord für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Spezialisiertere Regionalausgaben, etwa die münster taz, taz ruhr oder eigene Ausgaben für Hamburg (seit 1982) und Bremen (seit 1984) sind inzwischen in der Regionalausgabe taz Nord aufgegangen, dies vor allem aus Kostengründen. Das taz ePaper enthält samstags nur die Wochentaz ohne Regionalseiten und werktags sowohl den Berliner Regionalteil als auch die Regionalseiten der taz-Nord, sodass es sich seit Oktober 2025 tatsächlich gar nicht mehr um regional unterschiedliche Ausgaben, sondern um bloße Ressortseiten handelt.
taz nrw Die taz nrw, die aus den Regionalausgaben taz Köln und taz Ruhr hervorgegangen war, erschien aus finanziellen Gründen nach einer gescheiterten Rettungskampagne am 4. Juli 2007 zum letzten Mal.
tageszeitung DDR Ende 1989/Anfang 1990 entstand ein alternatives Zeitungsprojekt mit einem jungen „Ost-Team von enthusiastischen Amateuren“ die tageszeitung DDR (auch DDR tageszeitung, ddr taz, taz; Berlins Überregionale/Ausgabe Ost, taz Ost bzw. Ost-taz). In den Räumen des ZK der SED und in der Druckerei des Neuen Deutschland wurde ab dem 26. Februar 1990 die Ost-taz produziert. Bis 21. April 1990 bestand redaktionelle Unabhängigkeit von der taz (West). Im Juni 1990 veröffentlichte die taz (West) gegen den Willen der Ost-tazler eine Liste mit 9.251 Adressen von ehemaligen Stasi-Objekten. Dieser sogenannte Stasi-Streit, die Währungsunion und der Umzug bzw. die Integration in das Stammhaus der taz (West) leiteten das Ende der Ost-taz ein. Am 30. September 1991 erschien die letzte Ausgabe der tageszeitung DDR.
Preisstruktur Die tageszeitung bietet beim regulären Abonnement drei unterschiedliche Preisstufen in einem sogenannten „Soli-Preis-System“ an. Dabei wählen die Abonnenten selbst aus, welchen Preis sie zahlen. Zudem gilt auch beim digitalen Abonnement als E-Paper das „Soli-Preis-System“.
Darüber hinaus gab es weitere befristete Abonnementsvarianten zu Festpreisen. Sonderaktionen zu wichtigen politischen Ereignissen schlossen ein „Neuwahl-Abo“ zur Bundestagswahl 2005 ein, bei dem der Wahlausgang den Abonnementspreis beeinflussen sollte. Zur bayerischen Landtagswahl Ende September 2008 warb die taz mit dem Versprechen, neuen Abonnenten für jedes Prozent, das das Wahlergebnis der CSU unter 50 Prozent der Wählerstimmen bleiben würde, die taz einen Monat lang gratis zu liefern.
Beilagen Alle Abonnements schließen die deutsche Ausgabe der französischen Monatszeitung Le Monde diplomatique mit ein.
In der taz.am wochenende erscheint eine vierseitige Printausgabe der Stuttgarter Internet-Zeitung Kontext: Wochenzeitung.
Perşembe war eine zweisprachig auf Deutsch und Türkisch erscheinende Wochenzeitung, die seit dem Jahr 2000 jeden Donnerstag deutschlandweit der taz beigelegt wurde. Perşembe bedeutet auf Türkisch (und auch auf Kurdisch) Donnerstag. Verantwortlicher Redakteur des achtseitigen Blattes war Ömer Erzeren. Das vielgelobte Experiment wurde nach einiger Zeit wieder eingestellt.
Leserbefragungen Der deutsche Kommunikations- und Medienwissenschaftler Bernd Blöbaum begann 1993 wissenschaftliche Befragungen von Lesern der taz, um „die ‚Seele‘ der taz-Leserschaft“ zu erforschen.
taz.de Seit dem 12. Mai 1995 stellt die taz ihre Inhalte ins Internet. Alle Artikel, Podcasts und Videos sind frei abrufbar, die taz stellt Nutzern frei, ob sie dafür bezahlen. Dafür erscheint beim (erstmaligen) Anklicken eines Artikels ein Pop-up-Fenster mit den Auswahlmöglichkeiten „Ja, ich will“ und „Schon dabei!“.
Ältere Artikel sind im Online-Archiv verfügbar, das taz-Artikel seit dem 1. September 1986 bis heute enthält sowie ausgewählte Texte der deutschsprachigen Ausgabe von Le Monde diplomatique seit Mai 1995.
Lagen die Seitenabrufe für taz.de zu Beginn der IVW-geprüften Zählung im Oktober 2001 erst bei rund 200.000, wurden am 8. November 2010 im Rahmen der Live-Berichterstattung über die Castor-Proteste erstmals auf taz.de an einem einzelnen Tag über 1,5 Millionen Seitenabrufe verzeichnet. Im März 2021 lag die Zahl der Unique User auf taz.de bei ca. 3,8 Millionen.
taz.de ist neben HTTPS auch über Gopher und Gemini erreichbar.
taz zahl ich – Paywahl Am 9. April 2011 wurde für das Online-Angebot taz.de die freiwillige Bezahloption taz zahl ich (tzi) geschaffen. taz zahl ich ist keine klassische Bezahlschranke: alle Inhalte auf der Webseite sind kostenlos. Allerdings gibt es die Möglichkeit, einen solidarischen Beitrag in frei wählbarer Höhe zu entrichten. Es sind sowohl einmalige als auch regelmäßige Beiträge möglich. Die taz nennt diese Aufforderung zur Unterstützung – in Anlehnung an den englischen Begriff Paywall – „Paywahl“.
In einem Artikel zur Aktion nennt der ehemalige taz-Online-Chef Matthias Urbach als Gründe für die Einführung dieser Bezahlmöglichkeit die weitere Finanzierungsquelle des Online-Angebots neben den Anzeigen, die Förderung von unabhängigem Journalismus, das Ersetzen der „Gratis-Kultur im Internet“ durch eine „Fairness-Kultur“ und das Bieten einer Alternative zu sogenannten „Paywalls“ und zum Kaufen einer gesamten Zeitung, wenn man nur einen einzigen Artikel lesen will.
Um für mehr finanzielle Transparenz zu sorgen, werden die Einnahmen in monatlichen Berichten auf der Webseite veröffentlicht. Das Bezahlmodell startete 2011 am ersten Tag mit 386 Zahlungen von insgesamt 1963 Euro. 2014 erzielte die taz mit taz zahl ich insgesamt 125.917,95 EuroTaz-zahl-ich: 300.000 Euro insgesamt, blogs.taz.de, abgerufen am 25. November 2014., 2018 lagen die jährlichen Einnahmen bei 999.362,60 Euro, 2020 konnten 1.805.792,67 Euro erzielt werden. Im August 2026 wurde erstmals die Zahl von 51.000 regelmäßigen Unterstützern überschritten.
taz Blogs Seit 2006 gibt es auf taz.de die Blogplattform blogs.taz.de.
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