Arnstein () ist der Name einer kreisangehörigen Stadt im Landkreis Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt), die zum 1. Januar 2010 entstanden ist. Namensgeber der Stadt ist die gleichnamige Burg im Ortsteil Harkerode. Der Ortsteil Stangerode ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.
Geografie Lage mini|hochkant=1.2|Luftbild von Welbsleben, im Hintergrund der Harz und Brocken Die Stadt ist die nördlichste Gemeinde im Landkreis Mansfeld-Südharz. Sie liegt zwischen Hettstedt im Süden und Aschersleben im Norden. Der westliche Teil Arnsteins liegt im Mittelgebirge Harz, der Rest im Östlichen Harzvorland. Bei Sandersleben vertieft sich das Gelände zum Wippertal. Östlich steigt es wieder an. Bei guter Sicht kann von Roda, das hoch über Sandersleben liegt, über die gesamte Gemeinde bis zum hohen Brocken, dem höchsten Berg Sachsen-Anhalts, geblickt werden.
Als Landnutzungen dominieren fast ausschließlich Äcker. Nur der westliche Teil ist bewaldet. Im Mittelteil gibt es nur wenige, kleinere und verstreute Wäldchen. Der höchste Berg im Stadtgebiet ist der hohe Eichberg bei Friedrichrode im äußersten Südwesten des Stadtgebiets.
Gewässer Der aus dem Harz kommende Fluss Wipper fließt in seinem Tal durch die Ortsteile Wiederstedt und Sandersleben.
Parallel zur Wipper fließt im Nordwesten der Bach Eine, der ebenfalls ein Tal ausgebildet hat. Sie mündet außerhalb des Gemeindegebiets in die Wipper. In Stangerode mündet das Rinnsahl Leine in die Eine, in Alterode fließt die Schwennecke zu, in Harkerode münden die Mukarehne (orographisch links) sowie Schloßgraben (orographisch rechts) ein und in Welbsleben der Langetalbach.
Außerdem gibt es im Süden der Gemeinde noch den Stockbach, der nach Großörner fließt und im Osten die Rote Welle, die in Sandersleben der Wipper zufließt.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Aschersleben (SLK) im Norden, Könnern (SLK) im Osten, Gerbstedt, Hettstedt und Mansfeld im Süden, und Falkenstein (HZ).
Ortschaften und Ortsteile Arnstein besteht aus zwölf Ortschaften, entsprechend den aufgelösten Gemeinden:
Ortschaft Einwohner Die Ortschaften von Arnstein (anklickbare Karte) Alterode 495 Arnstedt 503 Bräunrode (mit Friedrichrode 32 Einw. und Willerode 91 Einw.) 307 Greifenhagen 252 Harkerode 304 Quenstedt (mit Pfersdorf 30 Einw.) 752 Sandersleben (mit Roda 59 Einw.) 1611 Stangerode 316 Sylda 475 Ulzigerode 192 Welbsleben 615 Wiederstedt 1023
Geschichte mini|Burg Arnstein, Sitz des Amtes Arnstein Namengebend für die neue Stadt bzw. Einheitsgemeinde ist das alte Amt Arnstein der Grafschaft Mansfeld, das in der Burg Arnstein zwischen Harkerode und Sylda seinen Sitz hatte.
Im Hochmittelalter existierte südöstlich von Harkerode das Stettlein Arnstein, das auch als Schnakerode aus der urkundlichen Erwähnung bekannt ist. Von dieser Wüstung überdauerten nur noch die Fundamente. Neben diesem gab es im Hochmittelalter noch weitere Dörfer in der Landschaft um Burg Arnstein. Darunter zählen Iwerode, Oberwelbsleben, Selrode, Stockdorf, Lütgen-Sylda und Wolfshagen.
Die Stadt Arnstein als moderne Verwaltungsstruktur ist relativ jung. Bis 2010 existierten auf ihrem Gebiet elf Landgemeinden und die Stadt Sandersleben, die in der Verwaltungsgemeinschaft Wipper-Eine zusammengefasst waren. Im Rahmen der sachsen-anhaltischen Gemeindegebietsreform wurden im Jahre 2010 landesweit kleine Ortschaften zu großen Einheitsgemeinden zusammengefasst, um auf kommunaler Ebene Verwaltungskosten zu sparen. Bei einer solchen Zusammenlegung entstand am 1. Januar 2010 die neue Stadt Arnstein. Damit erfolgte die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft.
Der Gebietsänderungsvertrag wurde von zehn der zwölf Mitgliedsgemeinden unterzeichnet. In den ehemals zur Verwaltungsgemeinschaft Wipper-Eine gehörenden Gemeinden Arnstedt und Wiederstedt stand die Zustimmung zur Bildung einer Einheitsgemeinde aus, so dass sie bis zur Eingemeindung zum 1. September 2010 von der Stadt Arnstein mitverwaltet wurden.
Bevölkerung Jahr Einwohner 2010 7409 2015 6831 2020 6502 2021 6412 Jahr Einwohner 2022 6245 2023 6158 2024 6123 2025 6046
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Stadtrat Der Stadtrat von Arnstein besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Stadt aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 37 Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 66,6 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 AfD – – 19,1 % 2 Freie Fraktion Arnstein 16,6 % 3 15,5 % 3 CDU 19,6 % 4 14,9 % 3 Bürgerforum Arnstein – – 10,6 % 2 SPD 5,0 % 1 6,8 % 1 Freie Bürger Mitteldeutschland 8,8 % 2 6,8 % 1 Einzelbewerber Frank Fischer – – 5,2 % 1 Freie Wählergemeinschaft Einetal und Umgebung 4,9 % 1 4,1 % 1 Freiwillige Feuerwehr Stadt Arnstein 4,4 % 1 3,9 % 1 Wählervereinigung Wiederstedt – – 3,1 % 1 Allgemeine Wählervereinigung zum Erhalt unserer Dörfer 10,5 % 2 2,8 % 1 Sportverein Welbsleben 3,8 % 1 2,7 % 1 Einzelbewerber Wilfried Franke 2,7 % 1 1,7 % – Bauernverband Mansfeld-Südharz 5,3 % 1 1,7 % – Freiwillige Wählerschaft Stangerode 3,2 % 1 1,2 % – Die Linke 10,9 % 2 – – Freie Wählergemeinschaft Bräunrode 1,6 % – – – Einzelbewerberin Petra Natho 1,5 % – – – Einzelbewerberin Yvonne Knull 1,2 % – – – Insgesamt 100 % 20 100 % 18
Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD vier Sitze, von denen zwei unbesetzt bleiben, weil die Partei nur zwei Kandidaten nominiert hatte.
Bürgermeister 2010–2024: Frank Sehnert (parteilos) seit 2024: Janet Klaus (SPD)
Sehnert wurde bei der Bürgermeisterwahl am 11. September 2016 mit 57,6 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.
Klaus wurde bei der Bürgermeisterwahl am 24. September 2023 mit 51,3 % der gültigen Stimmen zu seiner Nachfolgerin gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 24. September 2023 Ihre Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
Wappen
Sehenswürdigkeiten
Verkehr Straßenverkehr Die Bundesstraße 180 führt im Abschnitt zwischen Hettstedt und Aschersleben durch den Ortsteil Quenstedt. Dieser liegt im Einflussbereich der aktuell im Bau befindlichen Westumfahrung Ascherslebens im Zuge einer Umverlegung der B 180 mit Anbindung an die Nordharzautobahn.
Die Bundesstraße 242, die Mansfeld mit Seesen verbindet, verläuft im Südwesten in der Nähe der Stadtgrenze.
Folgende Landesstraßen erschließen die Stadt: (nur der Verlauf in der Stadtgemeinde, bzw. der erste Ort außerhalb, ist genannt).
L 72 […] – Welfesholz – Ortsumfahrung Sandersleben – Schackenthal – […] L 152 Sandersleben – Alsleben (Saale) L 158 Kreuzung bei Saurasen (B 242) – Greifenhagen – Meisberg – […] L 227 Harkerode – Sylda – Willerode – Rödgen – […] L 228 […] – Tilkerode – Stangerode – Alterode – Harkerode – Welbsleben – Westdorf – […] L 229 Quenstedt – Welbsleben – Ermsleben – […]
Öffentlicher Personennahverkehr mini|Zwei der drei Gleise des Bahnhofs Sandersleben Der Bahnhof Sandersleben (Anh) ist der einzige Bahnhof der Stadt. Dort kreuzen sich die Bahnstrecke Halle–Vienenburg und Berlin–Blankenheim im Zuge der historischen Kanonenbahn. Aktuell kann von Sandersleben aus dem Regional-Express ohne umzusteigen bis nach Erfurt, Halle (Saale), Goslar und Magdeburg gefahren werden.
Für den Großteil des Gemeindegebiets ist der Bahnhof in Aschersleben besser erreichbar.
Im Nahverkehr erschließt die Verkehrsgesellschaft Südharz die Region mit Omnibussen.
Persönlichkeiten Ehrenbürger 2024: Peter Puschendorf (* 1943), Ortschronist von SanderslebenPeter Puschendorf wird als Erster zum Ehrenbürger der Stadt Arnstein ernannt
Söhne und Töchter der Gemeinde Novalis (1772–1801), Dichter der Frühromantik, auf Schloss Oberwiederstedt geboren
Siehe auch: Abschnitt Persönlichkeiten in den Artikeln der Ortsteile
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Stadt in Sachsen-Anhalt Kategorie:Gemeindegründung 2010