Robin Hull (* 16. August 1974 in HelsinkiSnooker: Contenders wait on O'Sullivan's shoulder, The Independent, 21. April 2002) ist ein finnischer Snookerspieler. Zwischen 1993 und 2019 spielte er insgesamt 21 Jahre als Profi auf der Main Tour und erreichte in den frühen 2000er Jahren Platz 32 der Weltrangliste. 2016 gewann er im Sonderformat Shoot-Out sein einziges Profiturnier.

Im Amateurbereich gewann er einmal die U21-Weltmeisterschaft und zweimal den Europameistertitel. Mit 17 Siegen ist Hull finnischer Rekordmeister im Snooker.

Karriere Anfänge Hull nahm 1991 zum ersten Mal an einer Amateurweltmeisterschaft teil, wo er im Viertelfinale gegen den Belgier Patrick Delsemme ausschied. Ein Jahr später gewann er die U21-Weltmeisterschaft der Amateure mit 11:7 gegen den Belgier, wodurch er sich einen Main-Tour-Platz sichern konnte. Kurz darauf wurde er zum ersten Mal finnischer Amateurmeister. Des Weiteren nahm er an der Amateurweltmeisterschaft teil, doch er schied auf dem dritten Platz in der Gruppenphase aus.

Profijahre 1992–1997 Saison 1993/94 Zu Beginn der Saison verlor Hull mit 6:8 gegen Neil Mosley im Finale der Snookereuropameisterschaft.

Hull feierte direkt in den ersten Turnieren Erfolge. Durch die hohe Anzahl von Profispielern, die zeitweise bei über 600 Spielern lag, mussten sich ungesetzte Spieler durch zahlreiche Qualifikationsrunden kämpfen. Beim ersten Ranglistenturnier der Saison verlor Hull in der siebenten von neun Runden gegen Nick Dyson. Beim Grand Prix schaffte er es in die Hauptrunde, wo er gegen Jason Ferguson ausschied. Beim Qualifikationsturnier für das Masters erreichte er die dritte Runde, wo er gegen Mike Hallett ausschied. Beim UK Championship erreichte er immerhin die fünfte Runde der Qualifikation, bei den European Open nur noch die dritte. Nach einer Auftaktniederlage bei den Welsh Open gegen den Nordiren Gerard Greene zog er bei den International Open in die nächsten Hauptrunde ein, wo er direkt mit 2:5 gegen David Roe ausschied. Nach einer Niederlage in der dritten Qualifikationsrunde für das Thailand Masters erreichte er beim zweiten Event der Strachan Challenge – einer Serie von Minor-ranking-Turnieren – das Achtelfinale, wo er dem Waliser Paul Davies unterlag. Zum Saisonabschluss erreichte er sowohl bei den British Open als auch bei der Snookerweltmeisterschaft die fünfte Qualifikationsrunde. Hull beendete die Saison auf Weltranglistenplatz 212.

Saison 1994/95 Zum Saisonbeginn schied Hull früh in der Qualifikation für das Dubai Classic sowie in der Grand-Prix-Qualifikation aus. Beim Qualifikationsturnier für das Masters verlor er im Viertelfinale gegen Rod Lawler mit 2:5, nachdem er Paul Davies und Anthony Hamilton besiegt hatte. Beim UK Championship schied er in der fünften Qualifikationsrunde und nach einer Drittrundenniederlage bei den European Open in der vorletzten Qualifikationsrunde der Welsh Open aus. Nachdem er bei den International Open die vierte Qualifikationsrunde erreicht hatte, verlor er sowohl bei den Thailand Open als auch bei den British Open in der dritten Runde. Zum Saisonabschluss erreichte er die vorletzte Qualifikationsrunde für die Snookerweltmeisterschaft, wo er an Dave Finbow scheiterte. In der Weltrangliste platzierte er sich auf Platz 128.

Saison 1995/96 Nach einer Auftaktniederlage beim Thailand Classic konnte er zu Beginn der Saison die zweite Runde des Qualifikationsturniers für das Masters erreichen. Nach einer Auftaktniederlage beim Grand Prix erreichte er beim UK Championship die Runde der letzten 128, wo er gegen Stephen O’Connor ausschied. Nach einer weiteren Auftaktniederlage, diesmal bei den German Open, konnte er bei den Welsh Open, bei den International Open und bei den European Open die Runde der letzten 128 erreichen, wo Karl Burrows, Jim Chambers und Michael Judge ihn besiegen konnten. Bei den Thailand Open erreichte er dir Runde der letzten 128, wo er gegen Paul McPhilips verlor. Zum Saisonabschluss verlor er sowohl bei den British Open als auch bei der Snookerweltmeisterschaft sein Auftaktmatch in der sechsten Qualifikationsrunde, sodass er auf der Weltrangliste sich auf Platz 132 verschlechterte.

Beim Malta Masters, einem Einladungsturnier, schied er nach einem Sieg über Shokat Ali im Viertelfinale gegen Mark Davis aus.

Saison 1996/97 Zum Saisonauftakt verlor Hull in der vorletzten Qualifikationsrunde für das Asian Classic gegen den späteren Achtelfinalisten Karl Burrows. Nach einer Auftaktniederlage beim Benson & Hedges Championship erreichte er beim Grand Prix die Hauptrunde, wo er mit 0:5 gegen Martin Clark verlor. Beim UK Championship und bei den German Open erreichte er jeweils die Runde der letzten 128, bei den Welsh Open kam er eine Runde weiter. Nach zwei weiteren frühen Niederlagen gelangen ihm bei den Thailand Open Siege über Eugene Hughes, Chris Shade, Drew Henry, Jonathan Birch und Dene O’Kane, bevor er in der Wildcardrunde auf Kwok Ming Chan traf. Doch Hull machte seinen dritten Einzug in eine Hauptrunde von einem Ranglistenturnier durch einen 5:4-Sieg perfekt. In der ersten Hauptrunde traf er auf Ronnie O’Sullivan, der ihn mit 2:5 aus dem Turnier warf. Nach zwei weiteren Auftaktniederlagen zum Ende der Saison landete er auf Weltranglistenplatz 102 und verlor somit seinen Profistatus.

Amateurjahr 1997/98 Zu Beginn der Saison versuchte sich Hull über die WPBSA Qualifying School ein Main-Tour-Startplatz zu sichern, doch er scheiterte. Doch dieses Ticket ergatterte er bei der Europameisterschaft 1997, wo er durch Siege über David Lilley, Joe Grech und Graham Horne im Finale stand, was er mit 7:3 gegen den Isländer Kristján Helgason gewann. Noch im selben Jahr nahm Hull an der Amateurweltmeisterschaft teil, wo er im Achtelfinale gegen Raymon Fabrie ausschied. Im Laufe des Jahres 1998 nahm Hull an mehreren Events der UK Tour teil, doch über das Achtelfinale kam er nie hinaus. Dennoch durfte er als Amateur an der Qualifikation für die Snookerweltmeisterschaft teilnehmen, wo er in der dritten Runde gegen Oliver King verlor. Hull nahm ebenfalls an der Snookereuropameisterschaft teil, doch er verlor nach überstandener Gruppenphase und einem Sieg über Landsmann Kimmo Lång im Achtelfinale gegen Björn Haneveer.

Profijahre 1998 bis 2008 Erste Profijahre Zu Beginn der Saison erreichte Hull beim Grand Prix die Hauptrunde, in welcher nach einem Sieg über Dominic Dale gegen Gary Wilkinson ausschied. Beim zweiten Event der UK Tour und beim Benson and Hedges Championship erreichte er das Viertelfinale, wo er gegen Alfie Burden und Dave Harold ausschied. Bei letzterem Turnier konnte er mit Wayne Jones, Dean Reynolds und Darren Morgan gleich drei erfolgreiche Spieler der letzten Jahre besiegen. Beim UK Championship verlor er im Overseas Qualifier gegen den Thailänder Phaitoon Phonbun. Nach einer frühen Niederlage beim Irish Masters erreichte er bei den Welsh und Scottish Open erreichte er die letzte Qualifikationsrunde, wo er David Roe und Joe Swail unterlag, und beim Thailand Masters die drittletzte Qualifikationsrunde (die durch ein anderes System dieselbe wie bei den letzten beiden Turnieren war). Nach mehreren Auftaktniederlagen konnte Hull in der WM-Qualifikation in die Overseas Qualifiers einziehen, wo er den Kanadier Tom Finstad mit 10:0 besiegte. In der nächsten Runde, der drittletzten Qualifikationsrunde, unterlag er dem Weltmeister von 1986, Joe Johnson, mit 7:10. Auf der Weltrangliste kletterte er sofort auf Platz 101, ein neuer Höchststand für den Finnen.

Die nächste Saison verlief deutlich schlechter, lediglich beim Malta Grand Prix, erreichte er die Hauptrunde, zwei weitere Male scheiterte er in der letzten Qualifikationsrunde. Auf der Weltrangliste verlor er nur einen Platz.

Im Jahr 2000 zog er bei der Amateurweltmeisterschaft ins Halbfinale ein, wo er gegen Stephen Maguire ausschied. Zum Start der Saison 2000/01 zog er nach zwei frühen Niederlagen in die Runde der letzten 64 beim Benson & Hedges Championship ein, wo er gegen Craig Harrison verlor. Beim UK Championship erreichte er die drittletzte Qualifikationsrunde, wo er gegen den Nordiren Patrick Wallace ausschied. Ebenjene Rund erreichte er auch den bei den Welsh Open und den Scottish Open, bei den China Open und dem Thailand Masters kam er sogar eine Runde weiter. Bei der Snookerweltmeisterschaft erreichte er die viertletzte Qualifikationsrunde, in der er Ali Carter unterlag. Auf der Weltrangliste beendete er die Saison auf Platz 86.

Aufenthalt in den Top 50 Direkt zum Auftakt der Saison 2001/03 erreichte Hull bei den British Open die Hauptrunde, wo er an Joe Swail scheiterte. Beim LG Cup zog er direkt in die nächste Hauptrunde ein, diesmal unterlag er Mark King mit 3:5. Nach einer 4:5-Niederlage gegen Lee Walker in der drittletzten Qualifikationsrunde für die European Open erreichte er beim UK Championship das Achtelfinale, wo er mit 4:9 dem Engländer Stephen Lee unterlag. Nach einer Auftaktniederlage bei den Welsh Open verlor er in der vorletzten Qualifikationsrunde für die China Open gegen Darren Morgan. Bei den Thailand Masters unterlag dem Lokalmatador James Wattana in der letzten Qualifikationsrunde. Zum Saisonabschluss besiegte er in der Qualifikation für die Snookerweltmeisterschaft die Engländer Craig Butler, Neal Foulds, Gary Ponting und Gary Wilkinson, sodass er in die allerletzte Qualifikationsrunde einzog. Dort traf er auf Steve Davis, der in den 1980er-Jahren sechs Weltmeisterschaften gewann. Doch Hull setzte sich mit 10:8 durch und stand zum ersten Mal in seiner Karriere in der WM-Endrunde im Crucible. Er traf in der ersten Hauptrunde auf den Schotten Graeme Dott, dem er mit 6:10 unterlag. Auf der Weltrangliste kletterte er auf Platz 39.

Nach einer frühen Niederlage beim Scottish Masters erreichte Hull beim ersten Ranglistenturnier der Saison – dem LG Cup – die letzte Qualifikationsrunde, in welcher er mit 4:5 gegen James Wattana verlor. Nach einer Reihe von Auftaktniederlagen besiegte er bei den Welsh Open in der Qualifikation Stuart Pettman und Chris Small und in den ersten beiden Hauptrunden die Schotten Graeme Dott und John Higgins. Im Viertelfinale traf er auf Mark Williams und verlor mit 4:5 – Williams sollte im Laufe der Saison als erst zweiter Spieler überhaupt alle Turniere der Triple Crown in einer Saison gewinnen. Bei den European Open erreichte er ebenfalls die Hauptrunde, wo er direkt gegen Paul Hunter verlor. Nach zwei weiteren Auftaktniederlagen verlor er in der letzten Qualifikationsrunde für die Snookerweltmeisterschaft gegen den Ex-Weltmeister John Parrott. Auf der Weltrangliste erreichte er seine Höchstplatzierung, er verbesserte sich um sieben Positionen auf Platz 32.

Zum Start der Saison 2003/04 zog Hull in die erste Hauptrunde beim LG Cup ein, wo er gegen Mark Williams ausschied. Nach drei Niederlagen in der letzten Qualifikationsrunde erreichte er bei den European Open nach einem Sieg über Stuart Bingham die Hauptrunde, doch er erkrankte an einem Virus. Dieser Virus zog sich bis zum Saisonende, sodass Hull kein einziges Spiel mehr spielte. Auf der Weltrangliste stürzte er auf Platz 46 ab.

Etablierung in den Top 55 Nach zwei Auftaktniederlagen zum Beginn der Saison 2004/05 verlor Hull in der letzten Qualifikationsrunde für den UK Championship mit 7:9 gegen Mark King. Auch bei den Welsh Open und dem Malta Cup schied er in dieser Runde aus, erst gegen Ian McCulloch, dann gegen Robert Milkins. Bei den Irish Masters erreichte er zum ersten Mal in der Saison die Hauptrunde, doch er schied direkt gegen Stephen Hendry aus. Zum Saisonende verlor er zwei weitere Male in Auftaktpartien, in der WM-Qualifikation sogar trotz eines 129er-Breaks mit 9:10 gegen Paul Wykes. Auf der Weltrangliste stürzte er aus den Top 50 heraus, er landete auf Platz 55. Zum Ende der Saison gewann er zum zweiten Male die finnische Meisterschaft, er besiegte im Finale Risto Värynen mit 5:4.