Die HP Inc. (bis 1. November 2015 Hewlett-Packard Company []) ist einer der größten US-amerikanischen PC- und Druckerhersteller, registriert in Wilmington, Delaware und mit der Unternehmenszentrale in Palo Alto, Kalifornien.

Am 1. November 2015 wurde die Firma Hewlett Packard Enterprise abgespalten und die Hewlett-Packard Company in HP Inc. umbenannt. Daher ist HP keine Abkürzung für Hewlett-Packard mehr, sondern offizielle Firmierung. Im Rahmen der Aufspaltung wechselten 252.000 Mitarbeiter zu Hewlett Packard Enterprise, während 50.000 Mitarbeiter bei HP Inc. verblieben.

Techniken und Produkte mini|links|„HP“-Garage in Palo Alto, Kalifornien In den 1970er Jahren bot HP im technischen Bereich die Rechnerserie HP 1000 (16 Bit) mit dem Multiuser-Betriebssystemen Real-Time Executive und dem Einzeluser-Betriebssystem DOS (nicht zu verwechseln mit MS-DOS) an. Im kommerziellen Bereich gab es die Rechner HP 3000 mit dem Betriebssystem MPE. HP war lange Jahre als Hersteller im Bereich wissenschaftlicher, programmierbarer Taschenrechner (zum Beispiel HP-48) sowie der Messtechnik tätig.

Ab dem Jahr 1982 folgte die Rechnerserie HP 9000 mit HP-UX als Betriebssystem.

HP ist (vornehmlich beim Endkunden) vor allem als Hersteller von Druckern bekannt. Insbesondere durch den Verkauf der Verbrauchsmaterialien (Tinte oder Toner) erwirtschaftet HP einen großen Teil seiner Unternehmensgewinne. Um Benutzer daran zu hindern, Tinte oder Toner alternativer Hersteller zu verwenden, hat HP verschiedene Techniken entwickelt, patentiert und eingesetzt. Die Techniken sind aus wettbewerbsrechtlichen Gründen umstritten und teilweise in der EU seit 2007 als Wettbewerbsverhinderung untersagt.

Die Produktpalette reicht von Taschenrechnern, Desktop-PCs, Notebooks und Tablets bis hin zu Druckern. Das Unternehmen ist Weltmarktführer bei Druckern, Kopier- und Multifunktionsgeräten mit einem Marktanteil von 37,30 Prozent (Stand 3. Quartal 2012). Bei den Druckern umfasst das Angebot sowohl High-Speed-Inkjet- und Lasergeräte als auch Großformatdrucker (2015).

Ende Oktober 2014 hat das Unternehmen einen 3D-Drucker, bei dem verschiedene flüssige Materialien kombiniert werden, vorgestellt.

HP war das erste Technologieunternehmen im Silicon Valley. Zu HP gehört außerdem der Computerhersteller Compaq.

Die deutsche Hauptniederlassung befindet sich in Böblingen, die schweizerische Niederlassung der Hewlett-Packard Schweiz in Wallisellen und die österreichische in Wien. HP ist deutschlandweit durch Vertriebs- und Service-Niederlassungen vertreten.

Geschichte Hewlett-Packard Company mini|HP 85B ab 1979 mini|HP 250 (1978) mini|Links: HP 48SX (Baujahr 1989); rechts: HP 49g+ (Baujahr 2004) mini|Tintenstrahldrucker HP Deskjet 500 (1990) mini|hochkant|Thin Client von Hewlett-Packard (Modell T5700, ca. 2006) mini|HP EliteBook 8440p

1939 wurde HP von William (Bill) Hewlett (1913–2001) und David Packard (1912–1996), beide Absolventen der Stanford University, mit einem Startkapital von 538 US-Dollar gegründet. Das erste HP-Produkt, der HP200A, ein Tonfrequenzgenerator, wurde in einer Garage in Palo Alto, Kalifornien, gebaut. Diese Garage gilt heute als Geburtsort des Silicon Valley. Einer der ersten Kunden waren die Walt-Disney-Studios, die für ihren Trickfilm Fantasia acht Tonfrequenzgeneratoren erwarben.

1959 eröffnete HP in Deutschland die zweite Produktionsstätte außerhalb Kaliforniens (die erste Niederlassung wurde am 1. April 1959 in Genf, Schweiz gegründet). Nach einem Deutschlandbesuch der beiden Unternehmensgründer fiel die Wahl auf Böblingen. Dort begannen 18 Mitarbeiter im Hinterhaus einer Strickwarenfabrik nach Plänen der amerikanischen Muttergesellschaft zu produzieren. Der Standort Deutschland wuchs schnell, 1961 zogen 150 Mitarbeiter in das neue Böblinger Werk ein. Zehn Jahre später waren es 1020 Mitarbeiter.

1960er Jahre 1964 entwickelte HP eine transportable Atomuhr auf Cäsium-Basis.

1970er Jahre 1972 brachte HP mit dem Modell HP-35 den ersten wissenschaftlichen Taschenrechner und 1979 die Tischrechner der 80er-Serie auf den Markt.

1977 brachte HP die HP-01 eine Digitaluhr mit integriertem Taschenrechner und roter LED-Anzeige auf den Markt.

1980er Jahre Am 5. Januar 1980 gab Hewlett-Packard den Bau seines ersten Personal-Computers bekannt. 1984 wurde ein Tintenstrahldrucker für Privatkunden, der HP ThinkJet, eingeführt. Der Drucker basierte auf der thermischen Tintenstrahltechnik und löste die Punktmatrixdrucker ab.

Seit den 1980er Jahren besteht eine Partnerschaft mit Canon, über die HP auch Technik für Laserdrucker erwarb.

Am 3. März 1986 wurde HP.com registriert, die neuntälteste .com und erste zweibuchstabige Domain.

1987 wurde mit dem HP PaintJet Hewlett-Packards erster Farbdrucker und 1990 mit dem HP Deskjet 500 ein Arbeitsplatz- und Massendrucker mit einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 3 Seiten/min und einer Grafikauflösung von 300 Punkte/Zoll auf den Markt gebracht.

1990er Jahre 1995 übernahm HP den US-amerikanischen Hersteller von Vector-Minisupercomputern Convex Computer.

Am 17. März 1997 erfolgt die Übernahme von HP in den Dow-Jones-Aktienindex an der New York Stock Exchange.

1999 erfolgte die Teilung von HP in zwei unabhängige Unternehmen: Die Bereiche Computer, Bildbearbeitung und Drucker verblieben bei HP Die Bereiche Test- und Messtechnik, Chemische Analysentechnik, Medizintechnik und Elektronische Bauelemente wurde eigenständig als Agilent Technologies.

Agilent wurde in der Folge weiter umgebaut: 2001 wurde die Medizintechnik an Philips Medical Systems, 2005 der Halbleiterbereich an Investoren verkauft und das Optoelektronik-Joint-Venture Lumileds komplett von Philips übernommen. Die Messgerätesparte wurde 2014 als Keysight Technologies ausgegliedert.

Der an Investoren verkaufte Halbleiterbereich wurde 2009 als Avago Technologies an die Börse gebracht und benannte sich 2016 nach der Übernahme des früheren Mitbewerbers Broadcom in die heutige Broadcom Inc. um.

2000–2005 2002 fusionierte das Unternehmen mit dem Computer-Hersteller Compaq, der zuvor DEC und Tandem übernommen hatte, und weitete seine Bedeutung auf dem Computermarkt deutlich aus. Die Fusion wurde teilweise als Übernahme dargestellt, war sehr umstritten und wurde unter anderem vom Sohn des Unternehmensgründers hartnäckig, aber letztlich erfolglos bekämpft. Anschließend führte HP bis 2013 Compaq als Marke für verschiedene Linien von Notebooks und Desktop-Computer weiter.

2004 erwarb HP Deutschland die Triaton-Gruppe von der ThyssenKrupp AG für 340 Mio. Euro. Triaton war bis zu diesem Zeitpunkt eines der größten herstellerunabhängigen IT-Systemhäuser in Deutschland und hatte im Vorjahr mit etwa 2200 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 370 Mio. Euro erzielt. Damit baute HP die Marktstellung bei IT-Services weiter aus. Der Übernahme folgten nicht nur Stellenstreichungen bei Triaton selbst, sondern sie war Begründung für weitere Standortschließungen und Stellenstreichungen in Deutschland.

2004 erwarb HP den britischen IT-Dienstleister Synstar für 293,3 Mio. Euro. Synstar hat mehr als 1500 Kunden und ist in Europa aktiv. Das Unternehmen bietet Kunden IT-Dienstleistungen zum Management der IT-Infrastruktur an und betreibt Niederlassungen in Großbritannien, Deutschland, Belgien, Spanien, Luxemburg, Irland und den Niederlanden. Heute heißt das Unternehmen Hewlett-Packard CDS und ist auch für den HP-Geräte-Kundendienst im Fieldservice und Vor-Ort-Kundendienst zuständig.

Im Januar 2005 wurde die umstrittene CEO Carly Fiorina mit einer Abfindung von 21 Mio. US-Dollar entlassen und durch Mark Hurd ersetzt. Am 5. September veröffentlichte Newsweek Informationen, denen zufolge die damalige Vorstandsvorsitzende Patricia C. Dunn eine Gruppe von Experten angeheuert hatte, um eigene Mitarbeiter und Journalisten zu bespitzeln (sie wurde ein Jahr später entlassen).

2006–2010 2006 verlagerte HP im Rahmen des Nearshoring seine Dienstleistungs-Aktivitäten in Billiglohnländer (zum Beispiel das deutschsprachige Kundendienst-Zentrum nach Sofia). In Deutschland waren zirka 1200 Mitarbeiter vom Stellenabbau betroffen. Weltweit verloren im Rahmen weiterer Umstrukturierungsmaßnahmen fast 15.000 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze.

2008 erwarb HP das Unternehmen EDS für 13,9 Milliarden Dollar. Zusammengenommen hatte die Dienstleistungssparte beider Unternehmen zum Zeitpunkt des Kaufs weltweit 210.000 Mitarbeiter.

2010 erwarb HP den Netzwerkspezialisten 3Com für 2,7 Milliarden US-Dollar. Am 12. April 2010 schloss HP die 3Com-Übernahme ab. Am 29. April 2010 erwarb HP den Smartphone-Hersteller Palm für 1,2 Milliarden US-Dollar (5,70 US-Dollar pro Aktie). HP begründete diesen Schritt mit der Möglichkeit, Palms Betriebssystemplattform „WebOS“ zu verwenden. Im November 2010 kündigte Jon Rubinstein, der Leiter der „Palm Global Business Unit“ bei HP an, dass HP künftig Smartphones, Tablets und Drucker mit webOS entwickeln werde. HP gab jedoch im August 2011 die Einstellung aller WebOS-Aktivitäten bekannt. Investor Relations Meldung von HP

Im August 2010 musste CEO Hurd nach fünf Jahren das Unternehmen wegen eines Skandals verlassen. Vorübergehender CEO vom 6. August 2010 bis Ende Oktober 2010 war Cathie Lesjak. Sie wurde zum 1. November 2010 von Léo Apotheker,fr.de: HP-Chef Apotheker will Konzern neu ausrichten, 4. Februar 2019, abgerufen am 13. März 2024. vormals Vorstandssprecher bei SAP, abgelöst.

2011–2015 Im Februar 2011 kündigte das Unternehmen die Akquisition des Business-Intelligence-Software-Herstellers Vertica für eine nicht genannte Summe an, mit dem Ziel, im Markt der analytischen Informationssysteme Fuß zu fassen.

Im August 2011 verkündete Hewlett-Packard einen radikalen Strategiewechsel: Die Tablet-PCs sollten eingestellt und das PC-Geschäft verkauft werden. Analog der Strategie von IBM wolle sich der Konzern zukünftig auf Software, Dienstleistungen und Server konzentrieren.Markus Reuter Meldung bei crn.de vom 19. August 2011.

Am 22. September 2011 trennte sich das Unternehmen von CEO Léo Apotheker mit sofortiger Wirkung. Meg Whitman wurde als Nachfolgerin als CEO und Präsidentin ernannt.Léo Apotheker gefeuert – Meg Whitman kommt. In: faz.net vom 22. September 2011 Sie nahm die Entscheidung, das PC-Geschäft aufzugeben, zurück. Im Mai 2012 kündigte HP eine mehrjährige Umstrukturierung mit einem Abbau von 34.000 Stellen an. Der Stellenabbau wurde bis 2015 auf 55.000 Stellen ausgeweitet.Hewlett-Packard to cut up to 30,000 jobs in restructure, auf www.theguardian.com, abgerufen am 22. Februar 2025

Zum 23. September 2013 schied HP aus dem Dow-Jones-Aktienindex an der New York Stock Exchange aus.

Anfang 2014 wurde der Standort Rüsselsheim mit 1100 Mitarbeitern geschlossen.

Aufspaltung Im Oktober 2014 bestätigte HP Meldungen über die Aufspaltung des Unternehmens: Im Oktober 2015 wurde HP in die Unternehmen HP Inc. (Drucker und PCs) sowie Hewlett Packard Enterprise (HPE) (Server, Storage und Netzwerk) geteilt. Damit nahm HP die Strategie wieder auf, die im September 2011 zur Trennung von CEO Léo Apotheker geführt hatte und von der späteren CEO Meg Whitman revidiert worden war. Die Aufspaltung wurde am 1. November 2015 abgeschlossen.

Am 24. November 2015 wurden die letzten Quartalszahlen der Hewlett-Packard Company vorgestellt. Weil laut Quartalsbericht die Aussichten von HPE besser waren als die von HP Inc., gab die Aktie von HP Inc. um 7 Prozent nach, während die Aktie von HPE um 2 Prozent stieg.

HP Inc. Seit 2016 Nach der Unternehmensumstrukturierung verzeichnete HP Inc. im ersten Quartal des Jahres 2016 eine Umsatzeinbuße von 12 % und im zweiten Quartal etwa 11 %. Bis 2019 sollten etwa 3.300 Stellen gestrichen werden, danach weitere 7–9.000.