Oracle Corporation [] ist ein US-amerikanischer Soft- und Hardwarehersteller mit Hauptsitz in Austin, Texas. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Vermarktung von Computer-Hardware und -Software für Unternehmenskunden – insbesondere des Datenbanksystems Oracle Database.

Die Deutschlandzentrale ist in München. In Deutschland gibt es elf Geschäftsstellen. In der Schweiz hat das Unternehmen vier, in Österreich eine Niederlassung. Oracle produziert und vertreibt neben dem Datenbankprodukt Oracle Database die Oracle Fusion Middleware sowie die JEE-Server Oracle Application Server und Oracle WebLogic.

Im Markt für Unternehmenslösungen (Package Applications) ist Oracle mit Oracle Applications, E-Business Suite, Hyperion Performance Management, PeopleSoft Enterprise, JD Edwards EnterpriseOne, JD Edwards World und Siebel Systems vertreten.

Unternehmensgeschichte mini|Oracle-Zentrale in Redwood Shores

In den 1970er Jahren ließ sich Lawrence J. Ellison (Larry Ellison) durch eine theoretische Arbeit von Edgar F. Codd über relationale Datenbanken inspirieren und versuchte, ein zu IBMs System R Database kompatibles System zu schaffen.

Larry Ellison, Bob Miner und Ed Oates gründeten im Juni 1977 das Unternehmen Software Development Laboratories (SDL). Hier entstand die erste Version des Datenbanksystems, welches den Namen Oracle (dt. Orakel) erhielt. Die Datenbank wurde bis 1979 für die CIA entwickelt. Das Unternehmen wurde 1979 in Relational Software, Inc. (RSI) umbenannt und zog nach Menlo Park, Kalifornien. Eine Oracle-Datenbank, die auf einer PDP-11 lief, wurde an die Wright-Patterson Air Force Base verkauft. Das Unternehmen benannte das erste Produkt als Version 2, da es befürchtete, dass sich eine Version 1 schlecht verkauft. Der Firmengründer Larry Ellison hatte lange Zeit auch den Vorsitz der Firma inne, bis er sich im September 2014 in den Verwaltungsrat zurückzog.

Oracle V3 für VAX wurde im März 1983 veröffentlicht. Der Code wurde neu in C geschrieben. RSI benannte sich in Oracle um. Oracle V5.1 wurde 1986 veröffentlicht und war das erste Datenbanksystem, das verteilte Abfragen unterstützte. Das Unternehmen Oracle ging am 15. März 1986 an die Börse.

1993 erfolgte die Freigabe von Oracles Cooperative Development Environment (CDE) sowie die Einführung von Oracle Industries und Oracle Media Server. Das Hauptquartier von Oracle wechselte 1994 nach Redwood Shores. Das Unternehmen kaufte im gleichen Jahr das Datenbank-Produkt DEC Rdb (heute Oracle Rdb) von der Firma Digital Equipment Corporation (DEC) und entwickelt es bis heute weiter. Oracle Rdb ist nur auf OpenVMS (ebenfalls ehem. DEC-Produkt – heute Hewlett-Packard) lauffähig. Oracle kaufte 1995 für 100 Millionen US-Dollar die OLAP-Produktlinie (Express Server) der Information Resources Inc. (IRI).

Entwicklung ab 2000 Im September 2005 kündigte Oracle die Übernahme von Siebel Systems, dem führenden Anbieter von Kundenmanagement-Standardsoftware, für rund 5,85 Milliarden US-Dollar an. Anfang 2006 erfolgte die Übernahme von Siebel Systems und den 5500 Mitarbeitern. Anfang November 2006 gab Oracle die Übernahme von Stellent, einem führenden Hersteller von Content-Management-Systemsoftware bekannt.

Die bislang größte Übernahme im Business-Intelligence-Markt geschah im März 2007, als Oracle Hyperion für 3,3 Milliarden US-Dollar kaufte. Zeitgleich reichte das Unternehmen in den USA eine Klage gegen den langjährigen Rivalen SAP wegen Urheberrechtsverletzung ein.

Es folgten weitere Übernahmen. Im Mai 2007 übernahm Oracle die US-Firma Agile Software Corporation für 495 Millionen US-Dollar (366 Mio. Euro), im Dezember 2007 Moniforce und im Januar 2008 BEA Systems für 8,5 Milliarden US-Dollar (5,71 Mrd. Euro). Im Oktober 2008 übernahm Oracle das Unternehmen Primavera Systems Inc., einen Anbieter von Project-Portfolio-Management-Lösungen (PPM).

Am 20. April 2009 gab Oracle bekannt, Sun Microsystems für 7,4 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen.Oracle übernimmt Sun für 7,4 Milliarden US-Dollar. 20. April 2009. Das US-Justizministerium genehmigte die Übernahme im August 2009 ohne Restriktionen.Update 1 – Oracle wins U.S. approval to buy Sun Microsystems. Reuters, 20. August 2009; abgerufen am 28. August 2009 Reuters Deutschland, 21. August 2009; abgerufen am 28. August 2009 Die EU-Kommission genehmigte die Übernahme am 21. Januar 2010 durch Oracle ebenfalls ohne Auflagen.Genehmigung durch EU-Kommission – Oracle darf Sun übernehmen. Spiegel Online; abgerufen am 21. Januar 2010.

Am 23. Juli 2009 übernahm Oracle das Unternehmen GoldenGate Software Inc., einen Anbieter von Lösungen für Real-Time Data Integration. Man verspricht sich von der Übernahme verbesserte Möglichkeiten zur Aufrechterhaltung von betriebswichtigen Anwendungen während der Phase von Upgrades und Migrationen.Oracle and GoldenGate. 23. Juli 2009.

Am 29. September 2009 übernahm Oracle das Unternehmen HyperRoll Inc., einen Hersteller von Finanz-Reporting-Lösungen. Oracle ist nun in Besitz von HyperRolls Data Performance Management Suite, welche die schnelle Erstellung von Finanz-Reportings ermöglicht.Oracle and HyperRoll. 29. September 2009.

Entwicklung ab 2010 Am 4. Januar 2010 übernahm Oracle das Unternehmen Silver Creek Systems Inc., einen Spezialisten für Datenqualitätssicherungssysteme. Mit der Software von Silver Creek will Oracle die Produktdatenqualität in seinen Unternehmensanwendungen verbessern und es ermöglichen, Produktdaten über verschiedene Branchen hinweg zu managen.Oracle and Silver Creek Systems. 8. Januar 2010.

Am 8. Februar 2010 übernahm Oracle das Unternehmen AmberPoint. Bei Amberpoint handelt es sich um einen SOA- und Softwarespezialisten, welcher Firmen wie Reuters, Bell, Motorola oder Best Buy zu seinen Kunden zählt. Oracle plant durch die Übernahme seine Fusion-Middleware weiter auszubauen.Oracle and AmberPoint. 8. Februar 2010.

Am 10. Februar 2010 übernahm Oracle das Unternehmen Convergin, ein Anbieter von J2EE-basierten Echtzeit-Vermittlungslösungen und Netzwerk-Integrationssoftware für die Kommunikationsindustrie. Die Integration der Convergin-Produkte in Oracles Kommunikations-Portfolio soll Kunden auf dem Weg zu vollkommenen IP-Netzwerken unterstützen und die Entwicklung von Pre-Paid- und Value-Added-Services der nächsten Generation vorantreiben.Oracle and Convergin. 10. Februar 2010.

Am 16. April 2010 übernahm Oracle das Unternehmen Phase Forward, ein auf Software im Gesundheitswesen spezialisiertes Unternehmen. Unter anderem setzen Krankenhäuser SaaS-Produkte des US-Anbieters für die Verwaltung von Patientendaten ein.Oracle and Phase Forward. 16. April 2010.

Am 2. November 2010 kündigte Oracle die Übernahme der Art Technology Group, eines auf E-Commerce spezialisierten Unternehmens, an.Oracle and ATG. 2. November 2010. Am 23. November 2010 gewann Oracle 1,3 Mrd. $ durch das Verklagen der SAP – das größte Software-Piraterie-Urteil in der Geschichte.

Am 24. März 2011 kündigte Oracle an, dass das Geschäftsjahr 2011 3.Q der GAAP Gesamtumsatz um 37 % stieg auf 8,8 Milliarden US-Dollar, während der Nicht-GAAP-Gesamtumsatz um 36 % stieg auf 8,8 Milliarden US-Dollar.Oracle Report Q3 GAAP EPS Up 75% to 41 Cents; Non-GAAP EPS Up 40% to 54 Cents. marketwire.com, 24. März 2011; abgerufen am 25. März 2011. Im Oktober 2011 übernahm Oracle Corporations: RightNow Technologies Inc. für 1,5 Milliarden US-Dollar für stärkere Cloud-Dienste.

Am 9. Februar 2012 kündigte Oracle die Übernahme von Taleo an für $ 1,9 Mrd., um Talent-Management-Produkte und Dienstleistungen hinzuzufügen. Am 23. Mai 2012 kündigte Oracle die Übernahme von Social-Marketing-Plattform Vitrue an, für 300 Millionen US-Dollar.Ingrid Lunden, Josh Constine: Social Media Marketer Vitrue wurde von Oracle für $300 Million gekauft. 23. Mai 2012. Am 10. Juli 2012 kündigte Oracle die Übernahme der sozialen Vermarkter Involver an.Josh Costine: Oracle kauft Social Marketer Involver. techcrunch.com, 10. Juli 2012.

Am 4. Februar 2013 gab Oracle bekannt, dass man eine Vereinbarung zur Übernahme von Acme Packet getroffen hat. Der Kaufpreis belief sich auf etwa 2,1 Milliarden US-Dollar. Acme Packet war ein Unternehmen, das sich auf Netzwerklösungen für die Übertragung von Sprach-, Video- und Datenkommunikation spezialisiert hatte, was Oracles Portfolio im Bereich Kommunikationslösungen erweitert. Am 25. März 2013 kündigte Oracle an, dass sie zugestimmt hatte, Tekelec zu kaufen. Am 2. Mai 2013 traf Oracle eine Vereinbarung mit Paradox Engineering, um an neuen Lösungen im smart city-Markt zu arbeiten. Am 9. Mai 2013 kündigte Oracle neue In-Memory-Anwendungen für Oracle JD Edwards EnterpriseOne, Oracle PeopleSoft, Oracle Siebel, Oracle E-Business Suite und Oracle Hyperion an.Oracle In-Memory Applications, Oracle.com, Abruf am 14. Juli 2013.

Im Juni 2014 gab Oracle bekannt, Micros Systems für rund 5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen.Milliarden-Übernahme: SAP-Erzrivale Oracle kauft Micros Systems. Spiegel Online, 23. Juni 2014. Im Dezember 2014 wurde bekannt, dass Oracle am deutschen Hauptsitz in München rund 170 Stellen im IT-Support abbauen will. Das wären fast acht Prozent der insgesamt mehr als 2200 Beschäftigten in Deutschland. Die Aufgaben sollen nach Rumänien ausgelagert werden.

Seit Juni 2017 ist Kenneth Johansen als Head of Technology Sales und sogenannter (englisch für Landesführer oder [Landes]-Leiter) für das Deutschlandgeschäft von Oracle zuständig.Kenneth Johansen wird Chef von Oracle Deutschland. crn.de, 2017

Am 18. Oktober 2019 verstarb Co-CEO Mark Hurd, der sich kurz zuvor aufgrund einer Erkrankung vom operativen Geschäft zurückgezogen hatte. Im Dezember 2019 kündigte Ellison an, dass kein neuer Co-CEO ernannt und Safra Catz das Unternehmen künftig alleine führen wird.

Um mit Amazon Web Services und dessen Produkten konkurrieren zu können, gab Oracle 2019 bekannt, dass es eine Partnerschaft mit seinem ehemaligen Konkurrenten Microsoft eingehen werde.

Entwicklung ab 2020 Im Dezember 2020 verlegte Ellison den Hauptsitz des Unternehmens von Redwood City, Kalifornien, nach Austin, Texas.Oracle co-founder Larry Ellison joins the executive exodus from California. fortune.com, 15. Dezember 2020; abgerufen am 19. Dezember 2020 (englisch)

Im Dezember 2021 gab Oracle die Übernahme von Cerner bekannt, einem Unternehmen für Gesundheitsinformationstechnologie. Die Übernahme von Cerner wurde am 8. Juni 2022 für 28,3 Milliarden US-Dollar in bar abgeschlossen. Ebenfalls im Dezember 2021 gab Oracle die Übernahme von Federos bekannt, einem Unternehmen für künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierungstools für Netzwerkleistung.

Am 21. Januar 2025 kündigte Präsident Donald Trump das Stargate-Projekt an, eine 500-Milliarden-Dollar-Initiative von OpenAI, SoftBank, Oracle und MGX zur Stärkung der US-KI-Infrastruktur, einschließlich neuer Rechenzentren. Microsoft lockerte dafür seine Exklusivrechte bei OpenAI, bleibt jedoch exklusiver Anbieter von deren API-Diensten.

Im Oktober 2025 machte der KI-Boom Oracle-CEO Ellison kurzzeitig zum reichsten Menschen der Welt und Oracle zu einem der wertvollsten Unternehmen.

Im Januar 2026 gab die Social-Media-Plattform TikTok bekannt, dass sie eine Vereinbarung über die Änderung der Eigentumsverhältnisse ihres US-Geschäfts abgeschlossen hat, wobei Oracle, MGX und die Private-Equity-Gesellschaft Silver Lake jeweils einen Anteil von 15 % an dem Unternehmen halten, während ByteDance einen Anteil von 19,9 % behält.

Am 31. März 2026 wurde in den Medien bekannt, dass Oracle eine Entlassungswelle gestartet hat. Im Rahmen der Maßnahmen sollen 20.000 bis 30.000 Stellen abgebaut werden, um Investitionen in den Ausbau von KI-Infrastruktur zu finanzieren. Dadurch sollen 8 bis 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr eingespart werden. Zudem nahm das Unternehmen neue Kredite in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar auf.

Produktstrategie des Unternehmens