Die Geographie Norwegens ist von Gebirgsketten, Hochebenen (z. B. Hardangervidda) und den Fjorden entlang der langen Küste geprägt, der etwa 150.000 Inseln vorgelagert sind. Die gesamte Staatsfläche Norwegens beträgt 385.207 km², wobei auf das skandinavische Festland 323.810, die Inselgruppe Svalbard 61.022 und die Insel Jan Mayen 377 km² entfallen.

Ausdehnung und Grenzen Norwegen liegt im westlichen und nördlichen Bereich der Skandinavischen Halbinsel. Das Staatsgebiet des Königreiches umfasst eine Fläche von 385.207 km². Zum Königreich Norwegen gehören neben dem kontinentalen „Hauptland“ (norwegisch: Hovedland) die im Nordatlantik beziehungsweise im Nordpolarmeer gelegene Inselgruppe Spitzbergen (Svalbard) mit der Bäreninsel (Bjørnøya) sowie die Insel Jan Mayen. Ohne die Inselgruppe Spitzbergen und Jan Mayen ist das Hauptland 323.810 km² groß.

Das Hauptland ist lang und schmal und hat zudem eine sehr lange Küstenlinie. Die Breite des norwegischen Hauptlandes variiert zwischen 431 und 1,7 km. Die Längenausdehnung beträgt zwischen Lindesnes im Süden (57° 58′) und dem nördlichsten Festlandspunkt Kinnarodden (71° 08ʹ) in Luftlinie etwa 1748 km.

Das Kap Kinnarodden stellt zugleich den nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes dar. Sowohl im Norden als auch Süden gibt es Inseln, die dem nördlichsten beziehungsweise südlichsten Punkt vorgelagert sind. Als westlichster Punkt des Festlandes gilt die Landspitze Vardetangen in der Gemeinde Austrheim (4° 55' östlicher Länge), als östlichster gilt die Landspitze Kibergsneset (31° 3' östlicher Länge) in der Provinz Finnmark. Auch hier sind Inseln diesen Punkten vorgelagert. Im Westen ist das ein Punkt in der Nähe des Leuchtturms Utvær fyr auf der Insel Utvær, im Osten Norwegens ist es die Insel Hornøya.

Grenzen Norwegens Landgrenze erreicht insgesamt eine Länge von ungefähr 2564 km. Die Grenze zu Schweden im Osten ist etwa 1630 km lang, die finnisch-norwegische 736 km und die Grenze zu Russland 198 km. Im Norden, Westen und Süden ist das Land von Meer umgeben, wobei sich im Nordosten die Barentssee, im Nordwesten das Europäische Nordmeer, im Westen und Südwesten die Nordsee und im Südosten mit dem Skagerrak die Verbindung zwischen der Nord- und Ostsee befindet.Geir Thorsnæs: Norges geografi In: Store norske leksikon. 1. Dezember 2020, abgerufen am 24. Dezember 2020 (norwegisch)Nils Petter Thuesen, Geir Thorsnæs, Sissel Røvik: Norge In: Store norske leksikon. 30. September 2020, abgerufen am 24. Dezember 2020 (norwegisch)

Ferne Inseln und abhängige Gebiete Neben dem norwegischen Hauptland (norwegisch: Hovedland) gehören zum Königreich Norwegen auch die im Nordpolarmeer gelegene Inselgruppe Spitzbergen und die Insel Jan Mayen. Gebiete, die unter norwegischer Verwaltung stehen, aber nicht ins Königreich Norwegen eingehen, werden im Norwegischen als Biland bezeichnet. Zu diesen gehört die unbewohnte Bouvetinsel (norwegisch: Bouvetøya) im Südatlantik. Des Weiteren werden die Peter-I.-Insel (Peter I Øy) im Südpolarmeer und das Königin-Maud-Land (Dronning Maud Land), ein Sektor des antarktischen Kontinents zwischen 20° West und 45° Ost, von Norwegen beansprucht. Diese abhängigen Gebiete werden in einem 1930 verabschiedeten Gesetz, welches auch als Bilandsloven bezeichnet wird, geregelt. Die Hoheit über die als Biland eingestuften Gegenden kann im Gegensatz zu den zum Königreich gehörenden Regionen ohne eine Änderung der Verfassung aufgegeben werden.

Das Königin-Maud-Land wurde ab 1929 bei norwegischen Expeditionen erkundet, wodurch sich im Januar 1939 Norwegens territoriale Forderung begründete. Mit der Annexion sollte unter anderem der norwegische Walfang in der Region gesichert werden. Von 1957 bis 1960 betrieb Norwegen die Forschungsstation Norway Station im Königin-Maud-Land, anschließend wurde die Forschungsaktivität auf Seiten der Norweger größtenteils eingestellt. In den 1970er-Jahren begann das Norwegische Polarinstitut erneut im Gebiet zu forschen und während der neunten norwegischen Antarktisexpedition von 1989 bis 1990 wurde dort schließlich die Forschungsstation Troll errichtet.

Landschaftsgliederung Norwegen gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. In der Flächenstatistik des Jahres 2025 wurden nur 1,7 % der Gesamtfläche des norwegischen Hauptlandes als bebautes Gebiet und 3,5 % als landwirtschaftlich genutztes Areal ausgewiesen. Zudem wurden 37,8 % der Fläche als Wald, 35,9 % als offenes Festland, 8,7 % als Gebirge oder Geröll, 6,3 % als Süßgewässer, 5,4 % als Moore und 0,8 % als Firn, Eis oder Gletscher eingestuft. Etwa 20 % des norwegischen Hauptlandes liegen auf einer Höhe von mindestens Weitere 19,5 % liegen auf mindestens , der Anteil der Fläche unter beträgt 31,7 %.

Geologie Der Untergrund Norwegens wird grob in vier Bereiche unterteilt. So umfasst der Baltische Schild das während der Zeit des Präkambriums entstandene norwegische Grundgebirge. In der Gemeinde Sør-Varanger werden die ältesten Gesteine des Landes mit einem Alter von bis zu 2900 Millionen Jahre angegeben. Ein weiterer Bereich ist der zum Ende der Periode Silur entstandene kaledonische Gebirgsgürtel. Vor allem in den Regionen Vestlandet und Trøndelag liegt ein während der geochronologischen Periode Devon geschaffener Untergrund vor. Der vierte Bereich ist der Oslograben (norwegisch Oslofeltet), der der jüngste der vier Hauptbereiche ist.

Die Oberflächenmodellierung geschah vor allem durch die Vergletscherung in den Kaltzeiten. Die Gletscher verstärkten die Erosion und schufen unter anderem u-förmige Trogtäler und an der Küste wurden Flusstäler zu Fjorden vertieft. Ebenfalls durch Gletscher oder Eisschilde entstanden viele Binnenseen, sie sind also Fjordseen.

Küste Norwegen hat eine lange Küste, die von Fjorden und Inseln geprägt ist. Etwa 80 % der norwegischen Bevölkerung leben weniger als zehn Kilometer vom Meer entfernt. Infolge der 2020 abgeschlossenen Zusammenlegung mehrerer Provinzen verblieb mit Innlandet nur ein Fylke ohne Meereszugang. Kartverket

Die Küstengebiete sind durch verschiedene Faktoren geprägt und unterscheiden sich regional. Große Teile der Küsten sind felsig, teilweise gibt es steil abfallende Klippen wie am Nordkap. An geschützteren Stellen gibt es etwas Sandstrand, so etwa im Fylke Rogaland. In einigen Küstenabschnitten gibt es außer den hoch aus dem Wasser ragenden Inseln felsige Schären, die sich kaum über die Wellen erheben.Kyst In: Store norske leksikon. 2. Januar 2020, abgerufen am 3. Februar 2021 (norwegisch) Die den norwegischen Festland vorgelagerten Inseln, Holme und Schären bilden eine Barriere gegen Wind und Wellen aus dem offenen Meer.

Fjorde mini|links|Geirangerfjord in Norwegen Entlang der Küste schneiden sich zahlreiche Fjorde zum Teil weit in das Landesinnere ein und die Küstenlinie stark verlängern. So beträgt die Länge der Küstenlinie des Festlandes etwa 29.000 km mit den Inseln erreicht die Küste des Hauptlandes sogar eine Länge von über 100.000 km. Die Grundlinie der Küste ohne die Fjorde und Inseln ist hingegen nur etwa 2500 km lang. Da zahlreiche Flüsse in die Fjorde münden und große Mengen Süßwasser mit sich bringen, bilden die oberen fünf bis zehn Meter meist Brackwasser.

Der etwa 200 km lange Sognefjord im Fylke Vestland ist der längste Fjord Norwegens. Es folgen der Hardangerfjord mit etwa 180 und der Trondheimfjord mit etwa 130 km. Diese drei Fjorde liegen an der Westküste Norwegens.Geir Thorsnæs: Norges lengste fjorder In: Store norske leksikon; abgerufen am 28. Februar 2021 (norwegisch) Der Sognefjord ist mit einer Tiefe von rund 1300 Metern auch der tiefste Fjord Norwegens. Die meisten norwegischen Fjorde erreichen Tiefen von 300 bis 500 Metern. Im Südosten etwa liegt der Oslofjord, dessen Umgebung die am dichtesten besiedelte Region des Landes darstellt.

Die beiden Fjorde Geirangerfjord und Nærøyfjord wurden in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen. In der Begründung wurde aufgeführt, dass sie archetypische Fjordlandschaften seien.

Gezeiten mini|hochkant|Tidenhübe und Chronologie der Gezeitenwellen an der norwegischen Küste (+ … [h] = Tideneintritt nach Bergen) Das Verhalten der Gezeiten ist unterschiedlich zu dem an den südlichen und westlichen Küsten der Nordsee. Westlich der südwestnorwegischen Stadt Egersund liegt ein Amphidromiezentrum, weshalb es dort keinen Tidenhub gibt. Das Zentrum ist eines von insgesamt dreien in der Nordsee. Wegen des Amphidromiezentrums ist auch an der nahe gelegenen Südost- und Südwestküste Norwegens, also in der Region Jæren, der Tidenhub vergleichsweise gering. Auch am Skagerrak im Südosten Norwegens ist die Situation ähnlich. Weiter von diesem Zentrum entfernt, also an der nördlicheren Westküste, ist der Tidenhub hingegen größer. Ab etwa Stavanger steigt der Unterschied gleichmäßig an, in weiter nördlicheren Abschnitten bleibt er über längere Strecken gleich. Etwa ab der Höhe von Stad werden die Gezeiten vom Atlantik geprägt und eine Kelvinwelle breitet sich in den Norden aus.

Im Norden der Inselgruppe Lofoten ist der Unterschied zwischen den Gezeiten kleiner als südlich davon. Grund hierfür ist, dass die Inseln die Welle bremsen. Im Nordosten Norwegens wird der Tidenhub wieder größer. Von Tromsø bis Berlevåg nimmt der Tidenhub kaum zu, weiter östlich Richtung Varangerfjord steigt er weiter leicht an. Während der Tidenhub in Mandal an der Südküste 0,5 m beträgt, liegt er in Vadsø an der Nordostküste bei etwa 3,97 m.

Inseln

Norwegen ist von zahlreichen Inseln umgeben, deren Anzahl je nach Genauigkeit der Berechnung variiert. Eine Auswertung der norwegischen Kartografie- und Katasterbehörde (Kartverket) aus dem Jahr 2011 ergab, dass rund 239.000 Inseln sowie etwa 81.000 Schären zu Norwegen gehören. Die Behörde wertete dabei alle von Wasser umgebenen Landmassen mit einer Fläche von mindestens 10 m² als Inseln. Landmassen mit einer Fläche zwischen 5 und 10 m² wurden abhängig von ihrer Form entweder als Insel oder Schäre in die Auswertung eingerechnet.

Die größten Inseln des norwegischen Hauptlandes sind Hinnøya (Troms/Nordland) mit 2204 km², Senja (Troms) (1.589 km²) und Langøya (Nordland) (866 km²). Nördlich des Polarkreises liegen die beiden Inselgruppen Lofoten und Vesterålen.

Gebirge Nahezu die gesamte Fläche des norwegischen Festlandes wird vom Gebirgszug der Skanden eingenommen. Die höchsten Gipfel des Landes und ganz Skandinaviens liegen im Gebirge Jotunheimen. Als höchster Berg des Landes gilt der Galdhøpiggen mit einer Höhe von , es folgen die Berge Glittertind und Store Skagastølstind. Insgesamt 26 Erhebungen werden mit über angegeben. Erhebungen von über finden sich in den Gebirgszügen Jotunheimen, Dovrefjell, Rondane, Breheimen und Reinheimen. Richtung Norden nimmt die Höhe der Berge ab. Im Königin-Maud-Land ist die höchste Erhebung die Jøkulkyrkja mit 3148 m.Nils Spjeldnæs, Svein Askheim, Geir Thorsnæs: Norges høyeste fjell In: Store norske leksikon. Aufgerufen am 28. Februar 2021 (norwegisch)

Gletscher Es gibt auf dem Gebiet von Norwegen 1627 Gletscher (breen) und 2113 Teilgletscher (bre-enheter), die eine Gesamtfläche von 2609 km² bedecken.Atlas over Breer I Sor-Norge Herausgegeben von Norges Vassdrags- og Energiverk Vassdragsdirektoratet 1988, Seite A-68 Die meisten von ihnen liegen auf der Luvseite der Skanden in der Nähe der Atlantikküste.

Gewässer Seen

mini|Norwegens größter See, der Mjøsa