Family Guy (englisch für Familienmensch) ist eine US-amerikanische Zeichentrickserie, die seit 1999 unter der Führung von Seth MacFarlane produziert wird. Die Serie dreht sich um das Leben der Familie Griffin in der fiktiven amerikanischen Kleinstadt Quahog im Bundesstaat Rhode Island.

Handlung und Stil Die Familie Griffin besteht aus dem Ehepaar Peter und Lois, ihren Kindern Meg und Chris, dem Baby Stewie sowie dem Hund Brian. Typisch für die Serie ist die teilweise bis ins Absurde getriebene Überzeichnung alltäglicher Probleme und ein vielschichtiger, oft sehr gewagter bis sarkastischer Humor. Häufig werden die Gags in Form kurzer Zwischensequenzen oder Rückblenden eingespielt. Auch werden häufig Parodien von Prominenten, Fernsehserien, Filmen oder anderen Reminiszenzen an die US-amerikanische Popkultur eingebaut.

Der Zeichenstil der Serie ist einfach gehalten. Die Figuren weisen große Augen auf, die Gesichter sind teilweise übertrieben breit und verkörpern allgemein viele Stereotypen.

Figuren Peter Griffin

Peter, das Familienoberhaupt der Griffins, ist verzogen, trinkfreudig, übergewichtig, sexistisch, fernsehsüchtig und geistig zurückgeblieben.Dies wird in der Folge Petarded (Staffel 4, Episode 6) bewiesen. Er sorgt regelmäßig für Peinlichkeiten und bringt seine Familie und Freunde in die absurdesten Situationen. Er ist irischer Abstammung, da Peters Mutter eine Affäre mit Mickey McFinnigan hatte, dem örtlichen Trunkenbold in dessen irischen Heimatort, wo er auch sehr angesehen ist. Aufgezogen wurde er jedoch von Francis Griffin, einem streng gläubigen Katholiken, der in der 5. Staffel starb, als Peter ihn bei einem misslungenen Zirkustrick zerquetschte. In der dritten Staffel erfährt man, dass er auch afroamerikanische Vorfahren hat. Geboren wurde er in Mexiko, wo seine Mutter Thelma ihn ursprünglich abtreiben lassen wollte.

Im Verlauf der Serie übt Peter zahlreiche Berufe aus. Zunächst arbeitete er in einer Spielzeugfabrik, anschließend als Fischer und dann als Büroangestellter in der städtischen Brauerei. Zwischenzeitlich arbeitet er auch als Tabaklobbyist in Washington, als Ritter auf einem Mittelaltermarkt oder als Autor erotischer Literatur. In Rückblenden erfährt man, dass Peter schon diverse andere (Neben-)Jobs hatte, zum Beispiel als Handtuchjunge, Pilot und Ghostbuster. Peter ist zudem leidenschaftlicher KISS-Fan, liebt den Song Surfin’ Bird von The Trashmen und vergöttert Star Wars.

Als Running Gag der Serie liegt Peter im Clinch mit einem riesigen Huhn (The Giant Chicken), das als Werbemaskottchen Gutscheine von einer Restaurantkette verteilte. Nachdem dieses Peter einen abgelaufenen Gutschein schenkte, kam es zu einer Prügelei, die im Verlauf der Serie immer wieder fortgesetzt und anderweitig aufgegriffen wird. Während der stets ausufernden und lang andauernden Kämpfe richten die beiden nicht selten massive Zerstörungen an.

Im Verlauf der Serie wurde Peter mehr und mehr selbstsüchtiger, kindischer und ist sich erst gegen Ende der Episode der Konsequenzen seiner Taten bewusst. Er nimmt auf nichts und niemanden Rücksicht und ihm ist alles egal, es sei denn er hat davon einen Vorteil (zum Beispiel wollte er das College für Meg nicht finanzieren, bis er von Jerome erfährt, dass er von seiner Tochter z. B. ein neues Auto bekommen hat, nachdem er ihr das College bezahlt hat). Es wird öfters darauf hingedeutet, dass er in seiner Ehe mit Lois nicht gerade glücklich ist und sich viel mehr mit Pornographie jeglicher Art selbstbefriedigt und am liebsten was mit einer jüngeren Frau hätte.

Lois Griffin

Lois Griffin, geborene Pewterschmidt, kommt aus einer reichen, dekadenten Familie und wurde protestantisch erzogen. Sie lernte Peter im Newport Country Club kennen, wo dieser als Handtuchjunge arbeitete. Ihre Eltern, insbesondere ihr Vater, können sich nur schwer mit ihrem übergewichtigen, dümmlichen und nur mäßig erfolgreichen Schwiegersohn abfinden.

Lois ist die treusorgende Ehefrau und Mutter, die oft schwer mit ihrer Familie zu kämpfen hat. Nicht selten ist sie das gute Gewissen und die Stimme der Vernunft in ihrer Familie. Bisweilen kommen auch dunklere Seiten an ihr zum Vorschein: So entdeckt sie beispielsweise in der Folge Diebesglück (4ACX12) ihre kleptomanische Ader. Neben ihrer Tätigkeit als Hausfrau und Mutter gibt Lois Klavierstunden, sie träumte einst davon, selbst eine erfolgreiche Konzertpianistin zu werden. Außerdem werden regelmäßig Anspielungen auf andere ehemalige Karrieren, wie zum Beispiel als olympische Kunstspringerin, Pornodarstellerin oder Model, gemacht. In den neueren Folgen lässt sich an Lois auch eine bisexuelle Ader erkennen.

In der Folge Der Fettwanst-Würger (4ACX19) tritt ihr geisteskranker Bruder Patrick mit seiner imaginären Frau Marian auf. Er leidet an einem Trauma, seitdem er als Kind seine Mutter in verfänglicher Position mit dem Schauspieler Jackie Gleason beobachtete, und lebt seither in einer Irrenanstalt. Ferner hat Lois eine Schwester namens Carol West (geborene Pewterschmidt) und einen Neffen namens Sebastian Mevers, Carols Sohn.

Megan Griffin

Megan, genannt Meg, ist die Tochter von Peter und Lois. Sie leidet stets unter Unbeliebtheit, Nichtbeachtung und mangelnder Integration, sowohl in der Schule als auch in ihrer Familie. Damit verkörpert sie die typischen Probleme der jugendlichen Außenseiterin, die stets mit sich und ihrem Äußeren hadert und krampfhaft Anschluss an ihre „coolen“ Mitschüler sucht. Allerdings möchte keines dieser „angesagten“ Mädchen etwas mit ihr zu tun haben und auch keiner ihrer männlichen Mitschüler mit ihr ausgehen. Meg wird von anderen Figuren in der Serie meist als außerordentlich hässlich und somit abstoßend empfunden. Selbst ihre eigene Familie macht sich dauernd darüber lustig, dass sie keine Freunde hat. Lediglich Brian und Stewie behandeln sie relativ normal. Die einzige weitere Ausnahme ist der Schüler Neil Goldman, der ständig versucht, Meg seine Liebe zu beweisen, jedoch von ihr stets abgewiesen wird.

Im Film Stewie Griffin: The Untold Story ist zu sehen, dass Meg sich in der Zukunft einer Geschlechtsangleichung unterziehen und sich fortan „Ron“ nennen wird. Auch wird im Verlauf der Serie (in Anspielung auf Megs Außenseiterrolle in der Familie) angedeutet, dass sie unter Umständen nicht Peters leibliche Tochter ist. Stattdessen soll ihr Vater, wie Brian aussagt, Stan Thompson heißen und Lois trotzdem ihre Mutter sein.

Christopher (Chris) Griffin

Chris ist der ältere Sohn der Griffin-Familie. Sein einziges Talent ist die Malerei, eine ihm in der Folge Knallbunt (2ACX07) angebotene Karriere als Künstler lehnt er jedoch aus Liebe zu seinem Vater ab. Chris bewundert seinen Vater, der ihn in fast allen Belangen in den Schatten stellt. Im Gegensatz zu seinem Vater ist Chris jedoch von Grund auf ehrlich und eigentlich sehr gutmütig, er scheint aber kaum Freunde zu haben. Chris wird als absolut verblödet dargestellt. Unter anderem zeigt er sehr infantile Züge. Er hat ein stark übergewichtiges Erscheinungsbild, wird jedoch von anderen Figuren nur selten als fett bezeichnet – im Gegensatz zu seiner Schwester Meg, welche, obwohl normalgewichtig wirkend gezeichnet, ständig fett genannt wird. Er masturbiert häufig und hat nur selten eine Freundin.

Chris besucht die Buddy Cianci Junior High School, später die James Woods High School und trägt in seiner Freizeit Zeitungen aus, sehr zur Freude des steinalten, pädophilen Nachbarn Herbert, der ein gesteigertes Interesse an dem Jungen zeigt.

Chris fürchtet sich vor einem bösen Affen, der in seinem Wandschrank wohnt, an dessen Existenz aber keiner der Eltern glauben will – einer der Running Gags der Serie. In der achten Staffel jedoch stellt sich heraus, dass der Affe in Chris’ Schrank eigentlich von freundlicher Natur und nur verbittert ist, weil er seine Frau mit einem anderen Affen im Bett erwischt hat. Am Ende der Folge verlässt er die Griffins und zieht in den Schrank von Tom Tuckers Sohn ein.

Stewie (Gilligan) Griffin

Stewart Gilligan Griffin, genannt Stewie oder auch Stu, ist das Baby der Griffin-Familie. Er kann lesen, andere Figuren verstehen und sich mit Brian und Chris unterhalten. Mit anderen Figuren der Serie spricht Stewie gelegentlich, bekommt aber selten eine Reaktion – ob diese ihn generell nicht verstehen können oder wollen, ist daher kaum ersichtlich.

Auffällige äußere Merkmale sind sein eigenartig geformter Kopf, der ungefähr die Form eines Footballs hat, sowie seine rote Latzhose. Stewie macht zwar noch (mit Überzeugung) in die Windeln, ist aber tatsächlich ein diabolisches Genie, das versucht, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Zu diesem Zwecke hat er unter anderem schon eine Zeitmaschine, einen Verkleinerungsapparat und Gedankenkontrollstrahlen entwickelt. Wegen seines harmlosen Äußeren hat er jedoch meistens Probleme, in diesem Bestreben ernst genommen zu werden. So ist es auch mit seiner Mutter, die durch ihre Fürsorge und ständiges Aufpassen seinen Plänen im Wege steht. Auch deshalb versuchte Stewie schon seit der ersten Folge, sie umzubringen. Aber in der Folge Stewie liebt Lois (5ACX01) verliebt sich Stewie in Lois, weil sie seinen Teddybären Rupert, dem Stewie eine vollständige Persönlichkeit andichtet, wieder zusammengenäht hat. Am Ende der Folge hasst Stewie Lois wieder, weil Lois ihn ignoriert hat.

In späteren Staffeln hat die Figur einiges an Vielseitigkeit und Tiefe gewonnen. So widmet er sich meistens bescheideneren Projekten als der Weltherrschaft, zum Beispiel hat er ein Gerät gebaut, mit dem er Parallelwelten bereisen kann. Er hat sich auch mit seiner Mutter einigermaßen abgefunden. Trotz der Boshaftigkeit, zu der Stewie in der Lage ist, ist er doch eine sympathische und niedliche Figur – vor allem, weil er häufig (durchaus zum eigenen Ärgernis) in kindliche Verhaltensweisen und Denkmuster zurückfällt und es dann deutlich wird, dass er bei aller Genialität und Frühreife doch nur ein Baby ist.

Im englischen Original besitzt Stewie (auch gesprochen von Seth MacFarlane) einen ausgeprägten britischen Akzent. Da dieser allerdings in der deutschen Fassung verloren geht, spricht Stewie in akzentfreiem Deutsch und drückt sich (abgesehen von seinen Wutanfällen gegenüber Lois) eher gewählt aus. Diese oft sehr hochgestochen wirkende Sprache verleiht Stewies Aussagen zusätzlich eine besondere humoristische Note. Die vermutlich einzigen Worte, die er falsch ausspricht, sind die Wörter Schlagsahne, Joghurt und Blamage, welche er Schlachsahne, Joghocht und Blamasch ausspricht. Im englischen Original ist es das ebenfalls Schlagsahne bedeutende Wort cool whip, bei dem er das H übermäßig stark betont.