mini|hochkant|Ján Figeľ (2025)
Ján Figeľ [] (* 20. Januar 1960 in Vranov nad Topľou) ist ein slowakischer Politiker und Vorsitzender der katholisch-konservativen Partei Kresťanskodemokratické hnutie (Christlich-demokratische Bewegung, KDH) und war Verkehrsminister in den Jahren 2010 bis 2012. Von 2004 bis 2009 war er Mitglied der Europäischen Kommission als Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung und Kultur. Von 2012 bis 2016 ist er stellvertretender Vorsitzender des slowakischen Nationalrats.
Leben Ján Figeľ studierte von 1978 bis 1983 Elektrotechnik an der Technischen Universität Košice. 1994 absolvierte er jeweils einsemestrige Aufbaustudiengänge für internationale Beziehungen an der Georgetown University in Washington, D.C. (USA) und an der Universität Antwerpen (Belgien).
Nach der Arbeit in seinem Beruf war Figeľ 1992 bis 1998 Abgeordneter des Nationalrats der Slowakischen Republik (des slowakischen Parlaments) für die oppositionelle katholisch-konservative Christlich-Demokratische Bewegung (Kresťansko-demokratické hnutie). Danach war er bis 2002 Staatssekretär im Außenministerium der Regierung Dzurinda. In dieser Zeit war er für die Beitrittsverhandlungen mit der EU zuständig. Von 2002 bis 2004 war er wieder Nationalratsabgeordneter für dieselbe Partei und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses.
In der Zeit von 1995 bis 2000 war er außerdem Dozent für Internationale Beziehungen an der Universität Trnava.
Neben eigenen europapolitischen Ämtern in der Slowakei und der Vertretung seines Landes im Europarat war er 2002/2003 Mitglied des Konvents über die Zukunft Europas. Nach einer Einarbeitungszeit im Europäischen Parlament war er ab 2004 EU-Kommissar. Von Mai bis November 2004 war er zusammen mit Erkki Liikanen Unternehmenskommissar. Danach war er für Schulwesen und Kultur zuständig.
Figeľ ist Mitglied in verschiedenen proeuropäischen Vereinigungen in der Slowakei. 2009 wurde er zum Vorsitzenden der KDH gewählt und schied daraufhin am 1. Oktober 2009 aus der Kommission aus. Sein Nachfolger ist Maroš Šefčovič.
In der Regierung Radičová wurde Figeľ zum Minister für Bildung, Training, Kultur und Jugend ernannt. Nach dem Regierungswechsel im Jahr 2012 war er stellvertretender Vorsitzender des Parlaments.
Von 2016 bis 2019 war er EU-Sonderbeauftragter für die Förderung von Religions- und Weltanschauungsfreiheit außerhalb der Europäischen Union.
Plagiatsverdacht Im August 2012 geriet Ján Figeľ in die Kritik, nachdem Plagiatsvorwürfe bezüglich seiner Dissertation erhoben worden waren. Figeľ hatte den Doktorgrad im Fach Soziale Arbeit im Jahr 2007 an der privaten Hochschule für Gesundheitswesen und Soziale Arbeit St. Elisabeth in Bratislava erworben. Nach Berichten der slowakischen Tageszeitung SME wies die Arbeit weitreichende Übereinstimmungen mit einem von Figeľ mit verfassten Buch aus dem Jahr 2003 über die Beitrittsverhandlungen der Slowakei zur Europäischen Union auf, ohne dass der Koautor adäquat ausgewiesen wurde. Figeľ war zuvor Chefunterhändler der Slowakei bei den Beitrittsverhandlungen und zum Zeitpunkt der Promotion EU-Kommissar für Bildung, Ausbildung, Kultur und Jugend.
Der Rektor der Hochschule räumte ein, dass der Grad trotz inhaltlicher Mängel auch mit Blick auf Figeľs internationale Stellung und seine Prominenz verliehen wurde, um das Renommee der Institution zu steigern. Figeľ wies die Vorwürfe zurück und argumentierte, dass die soziale Dimension des EU-Beitritts ein Kernthema der Arbeit darstelle. Das slowakische Bildungsministerium leitete daraufhin eine Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Abschlusses sowie der Akkreditierung der Hochschule ein.Ján Figeľ má podozrivý titul, minister Čaplovič ho preverí, Webnoviny.sk, abgerufen am 27. August 2012.Slowakei: Dissertation von Ex-Bildungskommissar wird geprüft, Die Presse, abgerufen am 27. August 2012 , Science, abgerufen am 27. August 2012
Publikationen Ján Figeľ: Culture, intercultural dialogue and the role of religion 2007, (Dissertation VŠZaSP Bratislava 2007). VŠZaSP Vysoká škola zdravotníctva a sociálnej práce sv. Alžbety v Bratislave - private katholische Hochschule, deutsch: Hochschule für Gesundheitswesen und Soziale Arbeit der Hl. Elisabeth in Bratislava Jan Figel, Miroslav Adamis: The accession of the Slovak Republic to the EU, in: Giōrgos Vasileiou: The Accession Story. The EU from 15 to 25 Countries, Oxford University Press, Oxford 2007, ISBN 978-0-19-921587-4.Von hier hat der Doktorand J.F. Texte übernommen, ohne sie regelrichtig als Zitate zu kennzeichnen.
Weblinks Website Jan Figel A Soul for Europe
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied der Europäischen Kommission Kategorie:Verkehrsminister (Slowakei) Kategorie:Parteivorsitzender (Slowakei) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:EU-Sonderbeauftragter Kategorie:KDH-Mitglied Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Slowake Kategorie:Geboren 1960 Kategorie:Mann