mini|Kirche Leubnitz-Neuostra

Leubnitz-Neuostra ist ein Stadtteil im Dresdner Süden. Bekannt ist der Doppelort aus Leubnitz und Neu-Ostra vor allem durch den alten Dorfkern von Altleubnitz, der zu den besterhaltenen in Dresden gehört. Es gehört in seiner gesamten Gemarkung zum Stadtbezirk Prohlis und ist darin Kern des statistischen Stadtteils Leubnitz-Neuostra mit Torna und Mockritz-Ost.

Geographie Der Stadtteil Leubnitz-Neuostra liegt etwa fünf Kilometer südöstlich der Innenstadt am südlichen Stadtrand leicht erhöht auf etwa . In südwestlicher Richtung ist über den Nöthnitzgrund auf einem etwa drei Kilometer langen Spazierweg Schloss Nöthnitz zu erreichen.

Umgebende Stadtteile sind Gostritz im Südwesten, Mockritz im Westen, Strehlen im Norden, Reick im Nordosten, Prohlis im Osten sowie Torna und Kauscha im Südosten. Im Süden liegt der Ortsteil Goppeln der Gemeinde Bannewitz (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge).

An der Gemarkungsgrenze zu Gostritz liegt das 1 Hektar große Flächennaturdenkmal Hangwiese am Heiligen Born, eine artenreiche Glatthaferwiese mit Halbtrockenrasenbereich.Verordnung der Landeshauptstadt Dresden über das Flächennaturdenkmal „Hangwiese am Heiligen Born“ vom 9. Mai 1996 (PDF; 3 MB). In: Dresdner Amtsblatt Nr. 35/96, 29. August 1996, S. 18 f. An der Kreuzung von Feuerbach- und Wittenstraße befindet sich zudem eine als Einzelbaum geschützte Spanische Tanne.

Geschichte Leubnitz geht auf das 13. Jahrhundert zurück und stammt begrifflich vom altsorbischen „Lubanicz“ ab und bedeutet „Leute des/der Luban“. Wie bei vielen anderen Stadtteilen in Dresden beschreibt der Ortsname also nicht eine geographische Lage oder Besonderheit, sondern eine einstige Besitzzuordnung.

Leubnitz gehörte seit dem Jahr 1288 zum Kloster Altzella bei Nossen, aus dem weltlichen Gut entstand ein Klostergut. Da es mit seinen umgebenden Fluren und weiteren Dörfern der Gegend zu den wichtigsten Anbaugebieten des Klosters gehörte, entstand als Verbindungsweg zum Kloster der „Zellesche Weg“, der die Stadt Dresden umging. Der Zellesche Weg ist als Straße bis in die Gegenwart erhalten.

Das Gut wurde 1550 durch Kurfürst Moritz wieder säkularisiert und der Stadt Dresden unterstellt, aber nicht im heutigen Sinne eingemeindet. 1568 wurde das Dorf Neuostra für 11 Bauern und das Dorf Zschertnitz für 8 Bauern der Dörfer Groß- und Kleinostra angelegt. Ostra, das in der Nähe der Elbe westlich Dresdens lag, wurde aufgelöst, um das Ostragehege und ein Festungsvorwerk anlegen zu können. „… erhielten als Entschädigung neue Anbauflächen in Zschertnitz und Leubnitz. Ein entsprechender Vertrag wurde dafür am 29. Oktober 1568 unterzeichnet, der eigentliche Umzug erfolgte zwischen 14. März und 10. April 1569.“ Durch die Auflösung des Klostergutes befand man die Flächen der Flur um Leubnitz für die Bauern beider Dörfer als ausreichend. „… und wurden vom Kurfürsten mit Feldern in Zschertnitz und Leubnitz entschädigt. 11 Bauern mit ihrem Ortsrichter Georg Fehrmann errichteten mit kurfürstlicher Unterstützung neue Gehöfte an der heutigen Straße Neuostra. Nach Abschluss der Umsiedlung am 10. April 1569 wurde dieser Ort zum selbstständigen Dorf erklärt …“Rat des Stadtbezirkes 1986, S. 4 („Neuostra war ein Amtsdorf und unterstand unmittelbar dem Amt Dresden, Leubnitz ein Dresdner Ratsdorf unter dem ‚Leubnitzer Amt‘, das verwaltungsmäßig an Stelle des Klosterhofes getreten war.“)

Am 1. Juni 1898 vereinigten sich Leubnitz und Neuostra zum Doppelort mit gemeinsamem Gemeinderat; 1903 wurde das Rathaus Leubnitz-Neuostra eingeweiht.Joachim Winkler: Leubnitz-Neuostra. In: Landeshauptstadt Dresden (Hrsg.): Dresdner Rathäuser. Eine Dokumentation. designXpress, Dresden 2010, S. 132. Ohne ISBN. Eine beabsichtigte Vereinigung mit Torna und Gostritz kam nicht zustande. Dadurch erhielten sich die Dorfkerne Altleubnitz und Neuostra bis in die Gegenwart.

Im Jahr 1902 wurde Leubnitz-Neuostra an das Straßenbahnnetz der nunmehr ausgeweiteten Stadt Dresden angeschlossen. Diese Strecke wurde 1974 wieder stillgelegt und durch eine Buslinie ersetzt. Nach Dresden eingemeindet wurde Leubnitz-Neuostra 1921. Im weiteren 20. Jahrhundert wurde Leubnitz-Neuostra kaum verändert und so stehen weite Teile des vom Leubnitzbach durchflossenen Dorfkerns unter Denkmalschutz. Es wurde aber in viele Richtungen durch Anbauten mit lockerer Villen- und Vorortbebauung ergänzt. Nach 1990 entstand noch einmal am südlichen Ende ein Gebiet mit einer neuen Wohnanlage.

Sehenswürdigkeiten Dorfkerne Altleubnitz und Neuostra sowie Klosterteichplatz Klosterhof (in den 1990er Jahren wiedererrichtet) Kirche Leubnitz-Neuostra, mit einem Turm aus dem 12. Jahrhundert. In der Kirche befindet sich eine bemalte Holzdecke aus dem 17. Jahrhundert und das Epitaph des Oberlandbaumeisters Johann Friedrich Karcher. Es wurde von Johann Christian Kirchner geschaffen. Auf dem die Kirche umgebenden Friedhof befindet sich u. a. das sehenswerte Grabmal des „Bauernastronomen“ Johann Georg Palitzsch.

Persönlichkeiten Johann Gotthilf Ziegler (1688–1747), Komponist und Organist, geboren in Leubnitz Carl Krägen (1797–1879), Klavierlehrer und Komponist, geboren in Leubnitz Rudolf Lucaß (1902–unbekannt), Gärtnermeister, geboren in Leubnitz Annemarie Hähnsch (1904–1968), Tischtennis-Nationalspielerin

Siehe auch Liste der Kulturdenkmale in Leubnitz-Neuostra

Literatur Wolfram Böhme: Leubnitz-Neuostra Klosterhof, Doppelort, Stadtteil. In: Dresdner Geschichtsbuch, Nr. 7, Stadtmuseum Dresden, Altenburg 2001, S. 35–78.

Rat des Stadtbezirkes Süd der Stadt Dresden, Abteilung Kultur (Hrsg.): Stadtbezirk Dresden-Süd: Aus der Geschichte seiner Ortsteile. Dresden 1986, Leubnitz-Neuostra. S. 2–9 (bearbeitet vom Aktiv Denkmalpflege)

Weblinks

Einzelnachweise

Leubnitz-Neuostra Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Dresden) Kategorie:Gemeindeauflösung 1921