Der Fussballclub Glarus ist ein Fussballverein aus Glarus (Schweiz). Die erste Mannschaft spielt aktuell in der 2. Liga des Ostschweizer Fussballverbandes (OFV). Bekannt wurde der FC Glarus, als er 1988 in die damalige Nationalliga B aufstieg.

Geschichte

1912–1920 Der FC Glarus wurde am 22. Januar 1912 als FC Linth-Glarus im Restaurant «Erlenbräu» in Glarus gegründet. Der erste Vereinsvorstand setzte sich aus Otto Kubli (Gründungspräsident), Christian Bieri, Balthasar Elmer (Aktuar) und Fritz Karius zusammen. Am 2. Februar 1912 trafen sich die Gründungsmitglieder wieder, da Otto Kubli sein Präsidenten-Amt ablehnte. Für ihn wurde Christian Bieri zum neuen Vorsitzenden gewählt. Bei der Diskussion um das Spielfeld einigte man sich auf den Platz neben dem Eisfeld auf «Erlen». Als Grundlage für die Statuten dienten jene des FC Kickers Luzern.

Auf den 16. März 1912 wurde mit dem FC Wädenswil das erste Wettspiel vereinbart. Jedoch warteten die Glarner Spieler am besagten Datum vergebens auf die Spieler aus Wädenswil. Es stellte sich heraus, dass beim Vereinbaren dieses Spieles nicht klar kommuniziert wurde, wo dieses Spiel stattfinden sollte. So warteten am selben Datum die Wädenswiler auf ihrem Sportplatz «Geeren» auf den Besuch der Glarner. Das erste Spiel des FC Linth-Glarus (jeweils kurz FC Linth genannt) fand dann am Ostermontag am 8. April 1912 statt. Die vierte Mannschaft des FC St. Gallen war auf dem Eisfeld in Glarus zu Gast und siegte hoch mit 0:7.

Am 12. Januar 1913 fand in Näfels eine Versammlung statt, die vom FC Linth und von interessierten Fussballern aus Näfels einberufen wurde. Es sollte die Frage einer allfälligen Fusion mit den Näfelser Sportfreunden besprochen werden, wobei man von Seiten des FC Linth die Ansicht vertreten wollte, auf die Näfelser Fussballer keinerlei Druck auszuüben, sofern diese einen selbständigen Verein gründen wollten. Der erste Versuch einer Fusion scheiterte zunächst. Am 24. März 1913 trugen die Stadt-Glarner ein Wettspiel gegen den FC Näfels aus. Das Spiel endete mit einem klaren 13:0-Erfolg des FC Linth-Glarus. Der Gedanke einer Fusion der beiden Vereine blieb jedoch wach, und am 7. Dezember 1913 beschloss eine nach Näfels einberufene gemeinsame Versammlung grundsätzlich die Vereinigung der beiden Vereine (FC Linth-Näfels).

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges legte den Fussballsport auch im Glarnerland lahm. Verschiedene Mitglieder hatten Aktivdienst zu leisten, und der Vereinsvorstand trat zurück.

1916 trafen sich in Näfels sieben frühere Mitglieder zur Neugründung des FC Linth-Näfels. Doch auch dem wieder gegründeten Verein war kein Glück beschieden. Die sportliche Tätigkeit in den Jahren 1916 bis 1919 blieb sehr bescheiden, und so wurde Anfang 1920 ein erneuter Versuch einer Wiedergründung eines eigenen Vereins in Glarus unternommen. Die Neugründung des Fussballclubs Linth Glarus erfolgte am 30. Mai 1920. Ende Juli beschloss man die Erstellung von Torgestängen, die Anschaffung von Jerseys in Rot-Schwarz und die Austragung eines Wettspieles gegen die zweite Mannschaft des FC Chur. Das Spiel ging am 8. August 1920 in Chur knapp mit 4:3 verloren. Das Rückspiel am 22. August 1920 endete mit einem 4:2-Erfolg der Glarner vor einer Zuschauerkulisse von 400 Personen.

1921–1930 Ein Gesuch an den Gemeinderat, das Eisfeld zu vergrössern und zu einem Turn- und Sportplatz auszubauen, wurde 1921 abschlägig beantwortet. Die stetig ansteigende Mitgliederzahl liess bereits die Bildung einer zweiten Mannschaft zu. Ferner beschloss die Vereinsversammlung, den Clubnamen auf «Fussballclub Glarus» abzuändern.

Am 16. Mai 1921 lud der FC Glarus zum ersten internationalen Spiel in Glarus ein. Die dritte Mannschaft des FC Konstanz war zu Gast. Im Herbst 1921 beschloss der Gemeinderat, dem Verein im Buchholz das notwendige Areal zur Verfügung zu stellen. Die leidige Platzfrage ging einem guten Ende entgegen.

Mit der Schaffung des neuen Sportplatzes hatte man eine Aufwärtsbewegung im Verein erwartet, stattdessen trat unverhofft eine gegenteilige Entwicklung ein. Ein starker Mitgliederschwund und aufkommende Disziplinlosigkeit einzelner Mitglieder waren zu verzeichnen. Mitgliederschwund, sportliche Misserfolge und eine zusehends angespannte finanzielle Lage veranlassten die Versammlung vom 28. September 1927, sich über die künftige Beteiligung an Meisterschaftsspielen zu befassen. Der Vorstand unterbreitete der Versammlung einen Vorschlag, der zu einem Entscheid in der Grundsatzfrage: Rückzug von der Meisterschaft oder erneute Fusion mit dem FC Näfels führen sollte. Nach einer turbulenten Diskussion wurde mit 12:3 Stimmen beschlossen, mit dem in ähnlicher Lage befindlichen «Erzfeind» in Unterhandlung zu treten. Zum zweiten Mal hatte nunmehr der FC Glarus aus widrigen Umständen heraus seine Eigenständigkeit aufgeben müssen. Der Fusion lag der Gedanke zugrunde, dass nur vereintes Marschieren die Sache des Fussballsportes im Kanton Glarus erhalten könne. Aber auch diese zweite Verschmelzung brachte – wie schon Jahre zuvor – nicht den erhofften Aufschwung. Sich rasch folgende Demissionen im Vorstand und zusehends grössere Uneinigkeit zwischen ehemals FC-Glarus- und FC-Näfels-Angehörigen mündeten Ende 1929 in einem kollektiven Austritt der in Näfels ansässigen Mitglieder bzw. zu einer Neugründung des FC Näfels. Eine Neugründung des FC Glarus erfolgte postwendend, und die neuformierte Mannschaft beteiligte sich in der Saison 1929/30 an der Meisterschaft der Serie D.

Mit der wiedererlangten Eigenständigkeit kehrte auch der sportliche Erfolg zurück: Gruppensieg und Bestreitung der Promotionsspiele. Am 16. März 1930 traf die Glarner Elf im Buchholz auf den FC Perlen LU und siegte mit 7:2. Eine deutliche Niederlage mit 1:4 beim FC Zürich III machte nur eine Woche später alle Aufstiegshoffnungen zunichte. Auch die Saison 1930/31 endete mit dem Gruppensieg für die Glarner. Das Ausscheidungsspiel gegen die vierte Mannschaft des FC Zürich ging zwar verloren, dennoch spielte man in der darauffolgenden Saison (1931/32) in der Serie C (4. Liga).

1931–1940 Den Höhepunkt der Saison 1931/32 bildete ein Freundschaftsspiel am 5. Juni 1932 auf dem Zürcher Letzigrund gegen die dritte Mannschaft des FC Zürich als Vorspiel der Finalbegegnung um die Schweizer Meisterschaft zwischen dem Platzclub und Urania Genf vor über 4'000 Zuschauern. Ansonsten war diese Saison, in welcher man in der Serie C (4. Liga) antrat, ein Desaster. Aufgrund eines unerlaubten Übertritts von Top-Torschütze Werner Frieden gingen die beiden Hinrunden-Partien gegen den FC Uster (6:3-Sieg) und den FC Näfels (4:0-Sieg) Forfait mit 0:3 verloren. Auch im Spiel gegen den FC Rapperswil wurden unqualifizierte Spieler eingesetzt (Fritz Grob und Mathis Brunner). Auch dieses Spiel ging mit 0:3 Forfait verloren. Die Spieler Fritz Grob und Mathis Brunner und der verantwortliche Captain Paul Vogel-Weber wurden mit je einem halben Jahr «Boykott» bestraft. Zu den letzten beiden Saisonspielen gegen den FC Dübendorf und die Sea-Boys aus Stäfa trat man gar nicht mehr an und gab diese Spiele Forfait 0:3 verloren. Somit war das Abenteuer Serie C (4. Liga) nach nur einem Jahr schon wieder beendet.

In der Saison 1933/34 konnte erneut die Gruppenmeisterschaft erkämpft werden. Die Gruppengegner waren: Lachen II a, Lachen II b, Tuggen, Uznach, Schmerikon, Rapperswil II, Rüti II, Wetzikon II und Näfels. Mit zwei deutlichen Siegen gegen den FC Horgen III (7:0 und 4:1) sicherte sich das Team den Titel eines Regionalmeisters.

Die Spielzeit 1934/35 nahm der Verein in der 4. Liga in Angriff. Auch in der höheren Spielklasse hievte sich das Team gleich an die Tabellenspitze, und nach Beendigung der Punkteserie kam es zwischen den punktegleichen Mannschaften des FC Glarus und der Sea-Boys Stäfa zu einem Stichkampf, den die Glarner mit 2:3 nach Verlängerung verloren. Gruppengegner waren: Horgen II, Lachen II, Thalwil II, Schmerikon I, Wädenswil II und Stäfa I (Sea Boys).

Eine Zunahme an Aktivmitgliedern ermöglichte es dem Verein, für die Saison 1935/36 erstmals zwei Mannschaften zu stellen (beim Verband waren zu diesem Zeitpunkt 32 Spieler für den FC Glarus angemeldet). Einmal mehr beendigte die erste Mannschaft die Saison hinter den Sea-Boys aus Stäfa auf dem Ehrenplatz, und auch in der Folgesaison sollte es nicht anders sein. Wieder musste sich der FC Glarus (zum dritten Mal hintereinander) mit dem Ehrenplatz begnügen.

Die zweite Mannschaft beendete die Saison 1937/38 auf dem 4. Platz von insgesamt 7 Teams.

In der Saison 1938/39 erreichte der FC Glarus zum fünften Mal hintereinander den 2. Platz in der 4. Liga.

Mit grossen Ambitionen nahm man die Saison 1939/40 in Angriff, hatte der Verein doch eine gute Mischung jüngerer und älterer Spieler gefunden und wollte endlich den «Fluch» der zweiten Plätze loswerden. Doch der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 machte vorerst alle Pläne zunichte. Viele Aktivmitglieder hatten Militärdienst zu leisten, und das Vereinsleben wurde dadurch stark beeinträchtigt.

Ein grosses Glück für den Verein war, dass die Liegenschaften-Kommission der Gemeinde Glarus sehr grosses Verständnis zeigte und den Sportplatz nie für die sogenannte «Anbauschlacht» heranzog.

Die Gruppen-Gegner in der Linthgruppe der Region Zürich waren: FC Näfels I, FC Niederurnen I, FC Lachen II, FC Rapperswil I, FC Rüti I, FC Uznach I, FC Schmerikon I und FC Wald I. Der FC Glarus war jedoch mit der Gruppengrösse nicht einverstanden. Das Protestschreiben gegen die zu grosse Gruppeneinteilung hatte aber keinen Erfolg, und nun musste man sich wohl oder übel auf eine strenge Saison vorbereiten. Am Ende resultierte der 5. Tabellenplatz.

1941–1950 Was in unzähligen Anläufen auf dem Spielfeld misslungen war, erreichte der FC Glarus im Jahr 1942 am «grünen Tisch»: den langersehnten Aufstieg in die 3. Liga. Da der FC Niederurnen als Gruppensieger und Aufsteiger vom Umstand, wenige Spieler im Militärdienst zu haben, profitiert hatte, gelangte die Vereinsführung mit einem Gesuch um eine ausserordentliche Promotion vor die Regional-Delegierten-Versammlung. Mit grosser Mehrheit entsprachen die Delegierten diesem Ansinnen, und so kam der angestrebte Aufstieg auf diese ungewöhnliche Weise zustande.

Schon seit vielen Jahren hatte sich die Vereinsführung stets mit dem Gedanken befasst, eine Juniorenbewegung ins Leben zu rufen. Aus personellen und organisatorischen Gründen musste dieses Vorhaben jedoch stets verschoben werden. 1942 wurde ein Juniorenreglement von der Mitgliederversammlung genehmigt und in Kraft gesetzt.

Mit Beendigung des Zweiten Weltkriegs normalisierten sich auch das Vereinsleben und der Spielbetrieb, was sich sofort in den sportlichen Leistungen positiv niederschlug. 1945 stieg die zweite Mannschaft ebenfalls in die 3. Liga auf, und bereits ein Jahr später errang die erste Mannschaft erstmals in der Vereinsgeschichte den Gruppensieg in der 3. Liga.

Am 19. Mai 1946 trafen im «Buchholz» der FC Glarus und der FC Rorschach aufeinander. Das Spiel endete mit einem 1:4-Erfolg für die Gäste. Am 2. Juni hatten die Glarner bei der zweiten Mannschaft des FC Kreuzlingen anzutreten. Mit einem 1:4-Rückstand zur Pause bahnte sich in der Tat eine Kanterniederlage an, die sich letztlich mit einem Score von 2:7 auch einstellte.