Tann (Rhön) ist eine Stadt im osthessischen Landkreis Fulda. Die Stadt ist ein anerkannter Luftkurort.Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: 81. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 13. Oktober 2015. Staatsanzeiger für das Land Hessen 7/2016 Seite 218.
Geographie Geographische Lage mini|links|Biosphärenreservat Rhön mini|Rhönlandschaft bei Tann (Ansicht von Nordosten/Schlitzenhausen)
Der staatlich anerkannte Luftkurort Tann (Rhön) liegt im mittleren Tal der Ulster in der hessischen Rhön, auf etwa . Westlich fließt die Ulster an der Stadt vorbei. Jenseits der Ulster steigt das Gelände zum Habelberg () an. Östlich der Ulster liegt der Altstadtbereich von Tann. Die neueren Teile von Tann dehnen sich nördlich und südlich der Altstadt im Flusstal aus und ziehen sich an den westlichen Hängen des Josberges (etwa ) hoch. Der Josberg ist ein Sporn des Engelsberges ().
Der niedrigste Punkt innerhalb der Stadtgemarkung liegt mit einer Höhe von etwa nordwestlich der Stadt, in der Ulsteraue bei Sinswinden. Der höchste Punkt ist der hohe Dadenberg, etwa 3 km östlich der Stadt.
Nachbargemeinden Tann grenzt im Norden an die Gemeinden Schleid und Geisa im thüringischen Wartburgkreis, im Osten an die Gemeinde Empfertshausen (Wartburgkreis) sowie an die Stadt Kaltennordheim im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Im Süden liegt die Gemeinde Hilders und im Westen Hofbieber (beide im Landkreis Fulda).
Stadtgliederung Neben der Kernstadt Tann (mit den Weilern Schweidhof, Friedrichshof und der Hasenmühle) gibt es folgende Stadtteile: Habel (mit den Weilern Esbachsgraben, Neustädtges, Habelgraben, Schwarzenborn, Karnhof und Mollartshof) Günthers Hundsbach (mit den Weilern Dippach, Kleinfischbach und Herdathurm) Lahrbach (mit dem Brauertshof und dem Paradieshof) Neuschwambach (mit den Weilern Altschwambach, Aura, Ober- und Unterrückersbach) Neuswarts (mit dem Weiler Meerswinden) Schlitzenhausen (mit dem Weiler Sinswinden) Theobaldshof (mit den Weilern Knottenhof und Dietgeshof) Wendershausen (mit dem Rothof)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung Quelle: Historisches Ortslexikon Altenhof (Gehöftgruppe) Friedrichshof (Gehöftgruppe) Gartenhaus (Hof) Hasenmühle (Mühle) Rothengehauck (Gehöftgruppe) Schweidhof (Hof)
Geschichte mini|Stadttor (erbaut 1557–1563)
Stadtgeschichte Tann wurde 1197 erstmals als Ort erwähnt. Die erste Burganlage der Herren von der Tann wurde im 11. oder 12. Jahrhundert erbaut. Das Marktrecht erhielt die Stadt im Jahr 1541. Die Stadt gehörte zur ritterschaftlichen Herrschaft derer von und zu der Tann, die 1656 Reichsritter wurden und zum Fränkischen Ritterkreis gehörten. Sie wurde von Eberhard von der Tann im 16. Jahrhundert befestigt, um sie während der bewaffneten Auseinandersetzungen mit den Äbten von Fulda über Religion und Lehensbeziehungen besser sichern zu können. Die ab 1815 zum späteren Unterfranken im Königreich Bayern gehörige Stadt wurde, wie auch Bad Orb, nach dem Sieg Preußens über die deutschen Bundestruppen im Deutschen Krieg von 1866 von Preußen annektiert und gehört seit 1946 zum Bundesland Hessen. Im Jahr 1879 zerstörte ein Stadtbrand große Teile der mittelalterlichen Bebauung einschließlich der Stadtkirche mit dem Grabmal für Eberhard von der Tann.Eva-Maria Wagner: Gewundene Gassen, bucklige Plätze. In: Die Rhön (= Merian, Jg. 17 (1964), Heft 4), S. 19–24, hier S. 19.
Seit dem Wegfall der innerdeutschen Grenze, die über 40 Jahre lang das Stadtgebiet halbinselförmig einschnürte, liegt Tann wieder mitten im Herzen Deutschlands.
Hessische Gebietsreform: Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde zum 1. April 1970 die bis dahin eigenständige Gemeinde Wendershausen eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 folgten die bis dahin selbständigen Gemeinden Günthers und Lahrbach. Am 1. April 1972 kam Hundsbach hinzu. Habel, Neuschwambach, Neuswarts, Schlitzenhausen und Theobaldshof folgten kraft Landesgesetz am 1. August 1972. Für alle nach Tann eingliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke errichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Tann (Rhön) angehört(e):
vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Herrschaft der Freiherren von der Tann (Ritterkanton Rhön-Werra, Buchisches Quartier) 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Königreich Bayern, Herrschaft der Freiherren von der Tann 1806–1813: Großherzogtum Würzburg, Landgericht Hilders 1814–1832: Königreich Bayern, Herrschaftsgericht Tann 1832–1848: Königreich Bayern, Herrschaftskommissariat Tann 1848–1861: Königreich Bayern, Regierung Unterfranken und Aschaffenburg, Landgerichtsbezirk Hilders 1862–1866: Königreich Bayern, Regierungsbezirk Unterfranken, Bezirksamt GersfeldTrennung zwischen Justiz (Landgericht Hilders) und Verwaltung. ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fulda ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011/2022 Nach den Erhebungen des Zensus 2011/Zensus 2022 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 / 15. Mai 2022, in Tann 4515/4447 Einwohner. Darunter waren 78/307 (1,7 % / 6,9 %) Ausländer, von denen 36/120 aus dem EU-Ausland, 21/53 aus anderen europäischen Ländern und 16/133 aus anderen Staaten kamen. Nach dem Lebensalter waren 781/711 Einwohner unter 18 Jahren, 1771/1577 zwischen 18 und 49, 972/1064 zwischen 50 und 64 und 991/1095 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1865/1206 Haushalten. Davon waren 506/? Singlehaushalte, 480/526 Paare ohne Kindern und 685/541 Paare mit Kindern, sowie 169/137 Alleinerziehende und 24/? Wohngemeinschaften. In 386/205 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 115/781 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 921 evangelische (= 84,50 %), 23 katholische (= 4,11 %), 146 jüdische (= 13,39 %) Einwohner • 1961: 1488 evangelische (= 88,86 %), 175 katholische (= 10,45 %) Einwohner • 1987: 3609 evangelische (= 78,3 %), 874 katholische (= 19,0 %), 127 sonstige (= 2,7 %) Einwohner • 2011: 3095 evangelische (= 68,5 %), 988 katholische (= 21,9 %), 432 sonstige (= 9,6 %) Einwohner • 2022: 2632 evangelische (= 59,2 %), 975 katholische (= 11,9 %), 838 sonstige (= 18,8 %) Einwohner
Religion mini|hochkant|Die evangelische Stadtkirche Tann ist seit der Einführung der Reformation durch Eberhard von der Tann in den 1530er Jahren evangelisch. Eberhard von der Tann hatte Martin Luther in Wittenberg kennengelernt und war dessen Freund geworden.
Kirchen Tann: ev. Stadtkirche, erbaut 1886–1889, mit ca. 1200 Plätzen, und Niklaskirche, erbaut 1741–1746, heute hauptsächlich als Friedhofskirche, aber auch als Winterkirche genutzt; Tann: kath. Kirche St. Johannes der Täufer: erbaut 1955; Habel (Tann): erbaut 1782; Neuswarts: erbaut 1770–1780; Theobaldshof/Knottenhof: erbaut 1963.
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Tann (Rhön) erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 57,31041,1737,9943,21040,2948,011 42,7731,2528,1629,5733,4829,77 ——27,7512,238,427,52—— UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Tann————21,9518,9418,9416,14 FBL Freie Bürgerliste Tann——————————6,21 Gesamt 100,0 17 100,0 17 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 Wahlbeteiligung in % 60,0 58,9 62,1 61,3 57,8 68,8
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Tann (Rhön) neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und sechs weitere Stadträte angehören.Gremien: Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. Juli 2025 der parteiunabhängige Matthias Gelbe. Er wurde als Nachfolger von Mario Dänner, der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 26. Januar 2025 im ersten Wahlgang bei 69,1 Prozent Wahlbeteiligung mit 59,9 Prozent der Stimmen gewählt.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 26. Januar 2025 in Tann (Rhön)
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2025–2031 Matthias GelbeOsthessen-Zeitung, 18. Oktober 2024: Matthias Gelbe will Bürgermeister in Tann werden – Wahl im Januar 2013–2025 Mario DännerOsthessen News, 20. Januar 2013: Von der Bank ins Rathaus: Mario DÄNNER neuer Bürgermeister mit 71,05 %: „Übernimmt ab 01. Juli 2013 den Chefsessel im Tanner Rathaus.“ 2001–2013 Markus Meysner (CDU) 1989–2001 Dieter Herchenhan (SPD) 1983–1989 Wolfgang Schwake (CDU) 1949–1983 Karl Hilgen (SPD)Osthessen News, 27. Februar 2005: „Rhöner Jong“ neuer Oberbürgermeister in Kassel: „Bertram Hilgen … wurde am 9. Februar 1954 in Tann/Rhön (Landkreis Fulda) als Sohn des amtierenden SPD-Bürgermeisters Karl Hilgen (Amtszeit: 1949–1983) geboren“
Ortsbeiräte Gemeinde Tann (Rhön) Für alle als Stadtteil eingemeindeten ehemaligen Gemeinden und die Kernstadt besteht je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung. Die Ortsbezirke entsprechen den Gebieten der ehemaligen Gemeinden. Die Ortsbeiräte bestehen aus fünf bis neun Mitgliedern. Die Ortsbeiräte werden im Rahmen der Kommunalwahlen gewählt. Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin. Für die Wahlergebnisse siehe die entsprechenden Stadtteile.
Ortsbezirk Tann (Kernstadt) Der Ortsbezirk Tann umfasst das Gebiet der ehemaligen Stadt Tann. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 50,49 %. Es wurden sechs Mitglieder der SPD und drei Mitglieder der CDU gewählt. Der Ortsbeirat wählte Hans Dänner (SPD) zur Ortsvorsteherin.
Wappen und Banner mini|80px|Banner der Stadt
Der einseitige Probeabschlag der bayerischen Bürgermeistermedaille für Tann (Rhön) von 1820 aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München zeigt das Stadtwappen mit der Tanne.
Siegel 100px Siegel: „Das Dienstsiegel der Stadt Tann (Rhön) zeigt das Wappen mit der Umschrift „STADT TANN (RHÖN) – Landkreis Fulda“.“
Städtepartnerschaft Eine Städtepartnerschaft besteht mit der Nachbargemeinde Kaltennordheim (Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön in Thüringen).
Seit 2023 besteht eine Städtepartnerschaft mit dem Markt Tann in Niederbayern.Stefan Krug: Rhöner Wirtefest lockt nach Tann – Jede Menge los, Osthessen-Zeitung am 8. September 2024
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schlossbrunnen mini|Gelbes Schloss mini|Rotes Schloss mini|Blaues Schloss mini|„Elf-Apostel-Haus“ im Zentrum
Bauwerke und Plätze Tanner Stadttor (1563) Tanner Schlosskomplex Rotes Schloss (1558) Blaues Schloss (1574) Gelbes Schloss (1699) Schlossbrunnen (1686)