Deutschenbora ist ein Gemeindeteil der sächsischen Stadt Nossen im Landkreis Meißen. mini|Deutschenbora aus der Luft gesehen

Geographie Geographische Lage und Verkehr Deutschenbora liegt etwa 4,5 Kilometer östlich von Nossen in Sachsen. Südöstlich des Ortes liegt das Autobahndreieck Nossen. Am Bahnhof Deutschenbora an der Bahnstrecke Borsdorf–Coswig hielten bis Dezember 2015 Regionalbahnen.

Nachbarorte Nachbarorte von Deutschenbora sind Mergenthal im Nordosten, Elgersdorf im Osten, Neukirchen im Südosten, Hirschfeld im Süden, Eula im Südwesten und Westen sowie Wendischbora im Nordwesten.

Geschichte mini|links|Kirche Deutschenbora um 1840 mini|Ehemaliges Rittergut Deutschenbora (Aufnahme von 2011) mini|Bahnhof Deutschenbora an der Bahnstrecke Borsdorf–Coswig

Ortsgeschichte Die erste belegte Ortsnamenform datiert von 1282 als Bor, 1336 schreibt man Bor teutonicum.Vgl. August Schumann nennt 1814 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Deutschenbora betreffend u. a.:

Albert Schiffner ergänzt 1828 u. a.:

Das Rittergut gehörte ab 1748 der Familie von Ende und hatte nach dieser noch mehrere zumeist bürgerliche Besitzerwechsel. Letzter Besitzer war bis zur Enteignung 1945 Martin Francke. Das Herrenhaus diente bis 1998 als Schule und ist aufgrund des durch einen Brand Ende 2001 zerstörten Dachstuhles nicht mehr nutzbar. Das Wirtschaftsgebäude wird teilweise bewohnt. mini|Rittergut mit 2001 abgebranntem Herrenhaus Am 22. Dezember 1868 erhielt Deutschenbora mit dem gleichnamigen, etwa 1,3 Kilometer südwestlich der Ortsmitte gelegenen Bahnhof Eisenbahnanschluss an der Strecke Borsdorf–Coswig.Informationen zum Bahnhof Deutschenbora auf www.sachsenschiene.de, abgerufen am 1. Juni 2015.

1935 wurden Elgersdorf und Mergenthal eingemeindet. Am 1. Januar 1996 wurde Deutschenbora mit seinen damaligen Ortsteilen Elgersdorf und Mergenthal in die Stadt Nossen eingemeindet.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1996 bis 31. Dezember 1996 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamts des Freistaats Sachsen. S. 2. (PDF-Datei; 21 kB), abgerufen am 10. Januar 2012.

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1547/51 17 besessene Mann, 3 Häusler, 13 Hufen1764 22 besessene Mann, 17 Häusler, 12 ¾ Hufen1834 2831871 4511890 561 Jahr Einwohnerzahl1910 6381925 6791939 8491946 14011950 1291 Jahr Einwohnerzahl1964 10231990 8341995 7652019 478

Kirche mini|Deutschenbora mit Rittergut und Kirche mini|Evangelische Kirche Deutschenbora Es ist wahrscheinlich, dass Deutschenbora von Beginn an ein eigenes Kirchgebäude hatte. Gesichert ist die Erwähnung eines Pfarrers aus Deu-czin-böre in einer Urkunde aus dem Jahre 1428.

1698 wurde der Bau von Grund auf erneuert und auf spätmittelalterlichen Fundamenten der 33 m hohe Kirchturm gebaut. Der im Renaissancestil gefertigte Taufstein datiert von 1562. Von 1700 bis 1708 wurde ein neues Kirchenschiff errichtet, welches um 1739 nach Osten erweitert wurde.Kirche Deutschenbora, abgerufen am 11. Januar 2012.

Die Kirche betreffend führt August Schumann im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen an:

Albert Schiffner ergänzt 1828 hierzu:

In der Kirche findet sich ein Geschlechterzug der Mergenthaler. Die erste Tafel des Geschlechterzuges von 1556 zeigt angeblichJürgen Wagner: Die Beziehungen von Luthers Gemahlin Catherina v. Bora zur Familie v. Mergenthal – Wi(e)der eine Legende (PDF; 61 kB), in: Familienforschung in Mitteldeutschland (FFM) 2006, S. 342–347. die Großmutter von Martin Luthers Frau Katharina von Bora, 1667–1700 kamen noch zwei weitere Tafeln dazu.

Die älteste Glocke wurde 1561 in Freiberg gegossen. 2003 erfolgte die Erneuerung des Glockenstuhls. 1914 erhielt die Kirche eine neue Orgel, erbaut durch die Firma Eule aus Bautzen, sie wurde hinter den alten Orgelprospekt eingebaut. Der Orgelprospekt wurde 1740 vom Meißner Orgelbauer Johann Ernst Hähnel geschaffen. 1998 wurde der Dachstuhl saniert. 2003 wurde zunächst die Fassade des Kirchenschiffes saniert, im Jahre 2006 folgte der Kirchturm. Im Herbst 2011 begann die Außensanierung, wobei das Dach des Kirchenschiffes neu gedeckt wurde sowie notwendige Reparaturen am Dachstuhl durchgeführt. In die Dachhaut wurden auf der Südseite Gauben eingefügt und die auf der Nordseite neu in die Dachhaut eingebunden. Weiterhin wurden Dachklempnerarbeiten, Veränderungen an Trockenlegung sowie Putz- und Malerarbeiten an der Fassade durchgeführt und die Blitzschutzanlage erneuert.

Persönlichkeiten Paul Rost (1904–1984), Polizeioffizier, Mitwirkender der Aktion T4 und der Aktion Reinhardt Helmuth Thierfelder (1897–1966), Dirigent Friedrich Voigtländer (1769–1844), evangelischer Theologe

Vereine In Deutschenbora gibt es eine Freiwillige Feuerwehr, den SV Deutschenbora e. V. und die Schützengilde Deutschenbora.Schützengilde Weiß/Grün Deutschenbora/Sa. e. V.

Literatur

Weblinks

Grundherrschaft Deutschenbora im Hauptstaatsarchiv Dresden

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Meißen) Kategorie:Gemeindeauflösung 1996 Kategorie:Waldhufendorf Kategorie:Ortsteil von Nossen