Das Elektrizitätswerk (kurz: E-Werk) in der mecklenburgischen Stadt Neustadt-Glewe ist ein Laufwasserkraftwerk an einem rechten Seitenarm des Flusses Elde. Bis in die 1980er Jahre dienten zusätzlich Dieselaggregate der Stromgewinnung. Das Elektrizitätswerk mit Maschinenhaus, Verwaltungsgebäude und Fachwerkschuppen steht unter Denkmalschutz.

Das E-Werk liegt in der Innenstadt Neustadt-Glewes zwischen der Alten Burg und dem Neuen Schloss, nahe der durch die Stadt verlaufenden Bundesstraße 191.

Geschichte Eine erste Verteilungsanlage für elektrischen Strom gab es in Neustadt-Glewe schon vor dem Kraftwerksbau 1896/97.Geschichte der WEMAG AG

Das Elektrizitätswerk wurde auf den Fundamenten einer 1918 abgebrannten Wassermühle errichtet und nahm 1922 den Betrieb auf.Sven Bardua: Seit hundert Jahren: Strom für alle, Schweriner Volkszeitung, 29. Juni 2007 Betreiber des kombinierten Diesel- und Wasserkraftwerks waren die Mecklenburgisch-Schwerinschen Landes-Elektrizitätswerke (LEW). Die Leistung der beiden Wasserturbinen lag bei etwa 120 Kilowatt. Weiterhin standen vier ehemalige U-Boot-Dieselmotoren zur Verfügung, 1925 kamen zwei weitere Dieselaggregate hinzu. Zusammen betrug die installierte Leistung ein Vielfaches der Leistung der Wasserturbinen.Hans Dörfert: Bericht von Hans Dörfert über die Elektroenergieversorgung in Mecklenburg von den Anfängen bis 1945 Der Turm des E-Werkes wurde als Kraftstoffspeicher genutzt. Die Dieselmotoren wurden Ende 1945 als Reparationsleistung abgebaut und in die Sowjetunion verbracht. 1961 ging das Dieselkraftwerk wieder ans Netz. Bereits zuvor, im Jahr 1956, nahm mit dem Wasserkraftwerk Lewitzschleuse im Norden Neustadt-Glewes ein weiteres Kraftwerk seinen Betrieb auf.Hans Dörfert, Hans Meyenburg und Jochen Stopperam: Abriß der Geschichte der Energieversorgungsbetriebe im Bezirk Schwerin von 1945 bis 1989 Die Dieselmotoren im innerstädtischen Elektrizitätswerk wurden in den 1980er Jahren entfernt. Von Beginn an wurde Drehstrom für das flächendeckende Hochspannungsnetz erzeugt.

1998 verkaufte die WEMAG das Kraftwerk zusammen mit dem Wasserkraftwerk an der Lewitzschleuse an einen privaten Betreiber. Die leerstehende Werkhalle wird vermietet, unter anderem einen örtlichen Party-Verein, der hier etwa fünfmal jährlich Veranstaltungen ausrichtet.Altes E-Werk als Partypalast, Schweriner Volkszeitung, 22. November 2008

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Laufwasserkraftwerk in Mecklenburg-Vorpommern Kategorie:Bauwerk in Neustadt-Glewe Kategorie:Industriedenkmal in Mecklenburg-Vorpommern Kategorie:Baudenkmal in Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Kategorie:Technisches Denkmal in Mecklenburg-Vorpommern