Gesetzliche, arbeitsfreie Feiertage waren im NS-Staat, neben den Sonntagen, alle Tage, die im Gesetz über die Feiertage erwähnt wurden. Das Gesetz trat am 27. Februar 1934 in Kraft. Damit wurden erstmals alle Feiertage in einem Reichsgesetz geregelt. Bis dahin oblag die Einführung von Feiertagen den Ländern und Freistaaten. So waren die kirchlichen Feiertage Neujahrstag, Ostermontag, Himmelfahrtstag, der Pfingstmontag sowie der erste und der zweite Weihnachtstag bereits im gesamten Reich Feiertage. Dagegen wurden in katholisch geprägten Ländern wie Bayern und Baden (nach dem Anschluss Österreichs auch dort) traditionelle katholische Feiertage (u. a. Peter und Paul, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen, Mariä Empfängnis) zu Werktagen. Das Gesetz wurde durch das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland 1949 in Landesrecht umgewandelt, die Bundesländer haben es dann aufgehoben oder ersetzt.
Feiertage Feiertag Datum Bemerkung Neujahr 1. Januar Heldengedenktag 16. März, wenn Sonntag, sonst Sonntag vor dem 16. März ab 1939, vorher am 5. Sonntag vor Ostern (Reminiscere) Karfreitag Ostersonntag −2 Tage Ostermontag Ostersonntag +1 Tag Führergeburtstag 20. April nur 1939 (Hitlers 50. Geburtstag)Verordnung zum Gesetz über einmalige Sonderfeiertage vom 17. April 1939, Reichsgesetzblatt, Jg. 1939, Teil I, S. 764. Nationaler Feiertag des deutschen Volkes 1. Mai ab 1934, 1933 als „Feiertag der nationalen Arbeit“ eingeführt Christi Himmelfahrt Ostersonntag + 39 Tage Pfingstmontag Ostersonntag + 50 Tage Fronleichnam Ostersonntag + 60 Tage nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung Erntedanktag 1. Sonntag nach dem Michaelistag (29. September) Reformationstag 31. Oktober nur in Gemeinden mit überwiegend evangelischer Bevölkerung Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung 9. November ab 1939 Bußtag Mittwoch vor dem Totensonntag 1. Weihnachtsfeiertag 25. Dezember 2. Weihnachtsfeiertag 26. Dezember
Beflaggungstage Tage, an denen nach der Zweiten Verordnung zur Durchführung des Reichsflaggengesetzes vom 28. August 1937 die allgemeine Beflaggung angeordnet war:
Reichsgründungstag – 18. Januar Tag der nationalen Erhebung – 30. Januar Heldengedenktag – Februar/März Führergeburtstag – 20. April Nationaler Feiertag des deutschen Volkes – 1. Mai Erntedanktag – 1. Sonntag nach Michaelis Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung – 9. November
Nationalsozialistische Feiertage Neben den nationalen Feiertagen (Heldengedenktag, 1. Mai und Erntedanktag) und den geschützten kirchlichen Feiertagen bestanden eigene nationalsozialistische Feiertage, die jedoch staatlich nicht besonders geschützt waren, wenn sie nicht auf einen der genannten Sonn- und Feiertage fielen. Tag der nationalen Erhebung – 30. Januar Parteigründungsfeier – 24. Februar Verpflichtung der Jugend – Letzter Sonntag im März Führergeburtstag – 20. April Deutsche Ostern – Osterdatum Hoher Maien – Pfingsten Muttertag – 2. Sonntag im Mai Sommersonnenwende – 21. Juni Reichsparteitag in Nürnberg – erste Septemberhälfte Erntedanktag – 1. Sonntag nach Michaelis Gedenktag an die Gefallenen der Bewegung – 9. November (ab 1939 staatlicher Feiertag) Wintersonnenwende – 22. Dezember Volksweihnacht – 24. Dezember
Literatur Jörg Koch: „Drittes Reich“, in: Ders.: Dass Du nicht vergessest der Geschichte. Staatliche Gedenk- und Feiertage von 1871 bis heute. Wbg Academic, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-534-40186-4, S. 101–192. Christoph Kühberger: Metaphern der Macht. Ein kultureller Vergleich der politischen Feste im faschistischen Italien und im nationalsozialistischen Deutschland. Lit, Berlin, Münster 2006, ISBN 978-3-8258-9110-7. Georg Kaisenberg: „Das neue Feiertagsrecht“, Archiv des öffentlichen Rechts, Vol. 65 (N.F. 26), Nr. 1 (1935), S. 90–101; https://www.jstor.org/stable/44302757.
Weblinks Gesetz über die Einführung eines Feiertags der nationalen Arbeit (10. April 1933), verfassungen.de Gesetz über die Feiertage (27. Februar 1934), verfassungen.de Verordnung über den Schutz der Sonn- und Feiertage (16. März 1934), verfassungen.de Verordnung zur Durchführung des Feiertagsgesetzes (18. Mai 1934), verfassungen.de Gesetz über einmalige Sonderfeiertage (17. April 1939), verfassungen.de
Quellen und Verweise
Feiertage (Deutsches Reich) Kategorie:Gesellschaft (Deutsches Reich, 1933–1945) Deutsches Reich Kategorie:Ehemaliger Feiertag !