Die Dr. Carl-Arthur Pastor-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung privaten Rechts mit Sitz in Aachen. Sie besteht seit 1962. Ihr Ziel ist die Förderung besonders begabter Auszubildender und Studenten sowie die Unterstützung von Ingenieursleistungen vor allem auf humanitärem Gebiet.
Sie gehört wie die bereits seit mehr als 150 Jahren bestehende und noch von der Aachener Feuerversicherungsgesellschaft ins Leben gerufene Friedrich-Wilhelm-Stiftung – mit der die 16 besten Diplom- oder Magisterarbeiten, 15 besten Dissertationen und die zwei besten Habilitationen mit jeweils bis zu 2.500 Euro bezuschusst werden – zu den Fördermitteln des Zukunftsfonds der Generali DeutschlandHinweis unter „Zukunftfonds“ auf den Seiten der Generali Deutschland und ist eingetragen im Stiftungsverzeichnis NRW.Dr-Carl-Arthur-Pastor-Stiftung auf den Seiten des Innenministeriums NRW
Geschichte Die Stiftung geht auf eine testamentarische Verfügung von Carl Arthur Pastor (1885–1960) zurück, ein Enkel des Kgl. preuß. Kommerzienrates Rudolf Arthur Pastor und Urenkel des Handelskammerpräsidenten Philipp Heinrich Pastor. Carl Arthur Pastor veranlasste, dass nach seinem Tod ein Großteil seines Vermögens gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung stehen sollte. Der ehemalige Gerichtsassessor und Bankdirektor sowie Ehrensenator und Ehrenbürger der RWTH Aachen war seit 1936 Aufsichtsratsvorsitzender der Aachener und Münchener Versicherungs-Gesellschaft, eine Vorläuferorganisation der AachenMünchener-Versicherungs-AG bzw. der heutigen Generali Deutschland Holding AG, die damit auch Treuhänderin der Stiftung ist. Sie ist in zwei Förderbereiche unterteilt:
Stipendien
Diese Stipendien-Stiftung unterstützt zusammen mit dem Deutschen Verein für Versicherungswissenschaft e. V. besonders begabte Auszubildende in der Versicherungsbranche, aber auch Studierende, vornehmlich aus dem Ostblock, in Masterstudiengängen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen). Mit den Stipendien sollen begabten wissenschaftlichen Nachwuchskräften, möglichst früh die Chance eröffnet werden, sich ausschließlich dem Studium zu widmen. Sie betragen eine Höhe von monatlich 750 Euro zusätzlich zu der Rückerstattung der geltenden Semestergebühren und gelten für die Dauer von einem Jahr.
Aachener und Münchener Preis für Technik und angewandte Naturwissenschaften Der Preis für Leistungen auf dem Gebiet der Technik und angewandten Naturwissenschaften wurde von 1975 bis 2005 jährlich verliehen und war mit bis zu 30.000 Euro dotiert. Insbesondere würdigte die Stiftung Leistungen von herausragender humanitärer oder zivilisatorischer Bedeutung. Er wurde gestiftet von der Aachener und Münchener Versicherung AG.
Preisträger (Auswahl) 1975: Hermann F. Mark 1976: Rune Elmqvist und Åke Senning 1978: Heinrich Welker 1979: Godfrey Hounsfield 1980: Konrad Zuse, Computeringenieur, Bad Hersfeld 1981: Béla Barényi, österreichischer Autokonstrukteur und Sicherheitsingenieur 1982: Winfried Oppelt, TU Darmstadt 1983: Karl Brotzmann, ehemaliger Leiter der Forschung und Qualitätssicherung Maxhütte 1985: Hans Joachim Pabst von Ohain, Flugzeugbauer 1986: Rudolf Schulten, Entwickler des Kugelhaufen-Kernkraftwerks 1987: E. Meili 1988: Inge Edler und Carl Helmut Hertz, Pioniere auf dem Gebiet der Echokardiografie 1989: Günther Wilke, emeritierter Professor für Chemie, Direktor des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung 1990: Fritz Leonhardt, Bedeutender deutscher Bauingenieur 1991: Heinz Leiber, ehemaliger Leiter der Elektrik-/Elektronikentwicklung bei Mercedes-Benz 1992: Georg Menges, emeritierter Professor für Kunststofftechnik 1993: Adolf Birkhofer und Edgar Biemer 1994: Wolfgang Helfrich, emeritierter Professor für Physik an der FU Berlin, und Martin Schadt, Physiker aus Basel 1996: Joachim Trümper, emeritierter Professor für Astrophysik, München 1997: Fritz Frederich, Leiter des Instituts für Fördertechnik und Schienenfahrzeuge der RWTH Aachen 1998: Heinz Brauer, emeritierter Professor des Instituts für Verfahrenstechnik der TU Berlin. 1999: Hans Försching, Sicherheitspionier der Luft- und Raumfahrt, emeritierter Direktor des DLR-Instituts für Aeroelastik 2000: Wolfgang Backé, Leiter des Instituts für fluidtechnische Antriebe und Steuerungen der RWTH Aachen 2001: Robert H. Dennert, „Pionier“ der Halbleiterindustrie 2002: Helmut Ringsdorf, Mainzer Chemiker zusammen mit Karl Winnacker, ehem. Honorarprofessor für angewandte Chemie an der Universität Frankfurt am Main und Vorstandsvorsitzender der Hoechst AG 2003: Joachim Heinzl, Ordinarius für Feingerätebau und Mechatronik der TU München 2005: Ulrich Schumann, Direktor am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen.
Organe Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates und dem Vorsitzenden des Vorstands des Versicherungskonzerns Generali Deutschland. Beide sind ehrenamtlich tätig.
Für die Auswahl der Preisträger hat der Vorstand ein Kuratorium berufen, das aus je drei Professoren der RWTH Aachen sowie der Technischen Universität München besteht. Auf die Nominierung der Preisträger nimmt die Stifterin keinen Einfluss.
Weblinks Carl-Arthur-Stipendien, detaillierte Beschreibung auf careerscampus.com
Einzelnachweise
Kategorie:Stipendium Kategorie:Stiftung in Aachen Kategorie:Bildung in Aachen Kategorie:Aachen im 20. Jahrhundert Kategorie:Bildungsstiftung Kategorie:Pastor (Unternehmerfamilie) Kategorie:Stiftungsgründung 1962