Saitama (jap. ) ist die jüngste Millionenstadt Japans mit Einwohnern () auf einer Fläche von 217,49 Quadratkilometern. Sie liegt nördlich der japanischen Hauptstadt Tokio, im Süden der gleichnamigen Präfektur Saitama in der Kantō-Ebene und ist Sitz der Präfekturverwaltung.

Saitama gehört zur Metropolregion Tokio, es ist mit der Shinkansen nur 15 Minuten von Tokio entfernt. Die größten Zentren des öffentlichen Lebens konzentrieren sich um die Bahnhöfe Omiya (mit 310.400 Passagieren pro Tag der größte Bahnhof der Präfektur), Shintoshin (mit der Saitama Super Arena) und Urawa. Einige Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 wurden im Saitama Stadium ausgetragen, das auch Heimat der Erstliga-Mannschaft Urawa Reds ist.

Geographie Verwaltungsgliederung

Die Stadt ist seit der Ernennung zur Großstadt 2003 in zunächst neun, nach der Eingemeindung der Stadt Iwatsuki 2005 zehn Stadtbezirke () unterteilt, von denen jeder seit April 2005 eine offizielle Farbe besitzt: mini|links|Die Stadtbezirke und ihre Farben mini|links|Die vier Vorläuferstädte und die heutigen Stadtbezirke

Nr. inKarte Codemit Prüfziffer Name Fläche (in km2) Bevölkerung Bevölkerungs-dichte(in Ew/km2) Stadt vor 2001/2005 lat. jap. 1. Okt. 2015Ergebnisse der Volkszählung 2015 nach e-stat (englisch), abgerufen am 17. März 2019. 7 11101-5 Nishi-ku („Bezirk West“) 87.1462992,65 Ōmiya-shi 3 11102-3 Kita-ku („Bezirk Nord“) 143.4468508,07 8 11103-1 Ōmiya-ku 113.8648895,63 6 11104-0 Minuma-ku 161.9605277,29 1 11105-8 Chūō-ku („Bezirk Mitte“) 98.76211.771,39 Yono-shi 9 11106-6 Sakura-ku 97.9105252,68 Urawa-shi 10 11107-4 Urawa-ku 154.41613.415,81 5 11108-2 Minami-ku („Bezirk Süd“) 180.15213035,6 4 11109-1 Midori-ku 116.5224407,03 2 11110-4 Iwatsuki-ku 109.8012233,09 Iwatsuki-shi (2005) 11100-1Saitama-shi („Stadt Saitama“) 1.263.9795813,27 (4 -shi)

Das Verwaltungszentrum mit dem Rathaus liegt in Urawa-ku. Ansonsten ist Saitama sehr dezentral, hat als zusammengewachsener Städteteppich weder ein städtebauliches Zentrum noch irgendeine andere ablesbare Stadtstruktur (sein geographisches Zentrum liegt ungefähr in Saitama-Shintoshin), auch geht es an seinen Grenzen nahtlos in die Nachbarstädte über.

Angrenzende Städte und Gemeinden Ageo Kawagoe Kawaguchi Kasukabe Koshigaya Warabi Toda Hasuda Fujimi Shiki Asaka

Durch Saitama fließt der Arakawa.

Geschichte Der Großteil des heutigen Gebiets der Stadt Saitama lag historisch im Kreis Adachi (später Nord-Adachi) der Provinz Musashi, nur die 2005 eingemeindete Stadt Iwatsuki lag im Kreis Saitama (später Süd-Saitama). In der Edo-Zeit waren weite Teile der Provinz Musashi um den Regierungssitz Edo und auch des Kreises Adachi Hatamoto- oder Shōgunatsland (bakuryō), also nicht Teil eines Fürstentums (-han). Im Nordosten herrschten von der Burg Iwatsuki zuletzt die Ōoka über das Fürstentum Iwatsuki, das sich zum Ende der Edo-Zeit unter anderem über Teile des Kreises Saitama erstreckte, aber auch Besitzungen in anderen Provinzen, vor allem in Kazusa, umfasste.

mini|Gemeinden auf dem heutigen Gebiet der Stadt Saitama in den 1920er Jahren, heutige Bezirke in Flächenfarben, heutige Teile von Nachbargemeinden weiß. Nur die damaligen kreisangehörigen Städte (-machi) Urawa, Ōmiya, Yono und Iwatsuki überdauerten die große Shōwa-Gebietsreform der Nachkriegszeit, die umliegenden Dörfer wurden eingemeindet. mini|Karte der Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte (jinkō shūchū chiku, engl. DIDs, siehe Volkszählung (Japan) – näherungsweise: zusammenhängende Gebiete mit >4000 Ew./km²) in und um die heutige Stadt Saitama in Fünfjahresschritten 1960–2010. Urawa, Ōmiya und Yono bilden bereits 1960 ein zusammenhängendes verdichtetes Gebiet. In der Meiji-Zeit wurden die Kreise Nord-Adachi und Süd-Saitama Teil der Präfektur (-ken) Saitama, deren Verwaltungssitz in der späteren Stadt Urawa eingerichtet wurde. Im 20. Jahrhundert wurde das Gebiet schrittweise in vier kreisfreien Städten (-shi) konsolidiert: Urawa, die Präfekturhauptstadt von Saitama und ehemalige Kreisstadt von Nord-Adachi, wurde 1934 erst als vierte Stadt in Saitama (nach Kawagoe, Kumagaya und Kawaguchi) kreisfrei und absorbierte in den 1940ern und 50ern mehrere Nachbargemeinden. Ōmiya fusionierte 1940 mit vier Nachbargemeinden, wurde gleichzeitig kreisfrei und 1956 um weitere umliegende Gemeinden erweitert, Iwatsuki, einst Sitz der Kreisverwaltung von Süd-Saitama, wurde 1954 kreisfrei und Yono – weitgehend ohne Gebietsveränderung seit 1889 – schließlich 1958.

Die kreisfreie Stadt (-shi) Saitama entstand per Dekret am 1. Mai 2001 aus den Städten Urawa, Ōmiya und Yono. 2003 wurde sie durch Verordnung bestimmte Großstadt und in Bezirke (-ku) unterteilt. Am 1. April 2005 wurde außerdem die angrenzende Stadt Iwatsuki einverleibt. Damit ist heute Saitama die zehntgrößte Stadt Japans.

Mit der Vereinigung der Städte Urawa, Omiya und Yono sollte die neu entstandene Präfekturhauptstadt auch einen neuen Namen erhalten. In einer öffentlichen Befragung setzte sich der Präfekturname Saitama (), geschrieben in den üblichen chinesischen Schriftzeichen, durch. Trotzdem entschieden sich die Offiziellen für die in der Silbenschrift Hiragana geschriebene Version () mit identischer Aussprache, die bei der Umfrage den zweiten Platz belegte. Platz drei belegte der Name Omiya, Platz vier Saitama (), geschrieben mit einem alternativen Kanji für sai (), das bunt bedeutet. Saitama ist die einzige Präfekturhauptstadt, die sich nur in Hiragana schreibt.

Der Name der Präfektur Saitama leitet sich vom Namen des Landkreises Saitama (, Saitama-gun, historisch auch Sakitama-gun) im Osten ab, dessen Name von Sakitama (mit der Sakitama-Kofungruppe) im nördlichen Teil des Kreises Saitama, heute Teil der Stadt Gyōda. Sai () ist eine seltenere Version des Schriftzeichens (sai) und bedeutet Bergausläufer, tama () steht für Ball oder Kugel.

Saitama-Shintoshin

Bereits 1986 begann man mit Überlegungen zum Bau eines neuen, gemeinsamen Zentrums für die neue Präfekturhauptstadt Saitama, Saitama-Shintoshin (), dem Neuen Stadtzentrum Saitama. Ab 1991 entstand bis zur Eröffnung im Jahr 2000 auf einem über 47 Hektar großen Areal im Süden von Ōmiya, an der Grenze zu Urawa und Yono, ein (im städtebaulich normalerweise planlosen Japan) einzigartiges und markantes städtebauliches Ensemble, von vier Büro- und Hotelhochhäusern, einem Fernmeldeturm, einer neuen S-Bahn-Station, einem Einkaufszentrum und der Veranstaltungshalle Saitama Super Arena um dem öffentlichen Platz Keyaki-Hiroba. Saitama-Shintoshin zählt zu den bedeutenden japanischen innerstädtischen Projekten, vergleichbar mit Tokios Hochhausbezirk Nishi-Shinjuku und Minato Mirai 21 in Yokohama.

Insgesamt wurden rund 1.800.000 Quadratmeter neu gebaut. Der Fernmeldeturm NTT DoCoMo Saitama Building (NTT) ist mit 218,50 Metern das höchste Bauwerk der ganzen Präfektur Saitama, der Land Axis Tower () mit seinen 168,30 Metern das höchste Gebäude. Die benachbarten Saitama Government Tower 1 (153,90 Meter), Saitama Government Tower 2 (138,70 Meter) und Saitama-Shintoshin MPT Building (129,80 Meter) folgen auf den Plätzen zwei, drei und vier der höchsten Gebäude. Der geplante Bau des über 300 Meter hohen Saitama Towers (und damit theoretisch höchsten Gebäude Japans) wurde bis heute nicht realisiert.

Einwohnerentwicklung Saitama ist mit 1.193.926 Einwohnern aktuell die zehntgrößte Stadt in Japan, 599.037 Männer und 594.889 Frauen leben in insgesamt 494.112 Haushalten. Das Durchschnittsalter beträgt 39,8 Jahre (bei Männern 38,9 und bei Frauen 40,7).

Politik

Bürgermeister von Saitama (Saitama shichō) ist seit 2009 Hayato Shimizu. Er wurde am 11. Mai 2025 mit rund 46 % der Stimmen gegen den ehemaligen Unterhausabgeordneten Ryō Sawada (25 %) und drei weitere Kandidaten für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung erholte sich vom Rekordtief 2021 um rund sieben Prozentpunkte auf 35,8 %.

Das Stadtparlament von Saitama (Saitama shigikai) hat regulär 60 Mitglieder, die in zehn mit den Stadtbezirken deckungsgleichen Wahlkreisen bei den einheitlichen Wahlen im April 2023 gewählt wurden. Die Liberaldemokratische Partei blieb mit 19 Sitzen stärkste Partei. Allerdings verteilen sich ihre Abgeordneten seit einer Spaltung 2017 auf zwei Fraktionen.

Ins 93-köpfige Präfekturparlament von Saitama (Saitama kengikai) wählt die Stadt Saitama 14 Abgeordnete, auch dabei dienen die Stadtbezirke als Wahlkreise: sechs Einmandats- und vier Zweimandatswahlkreise.Saitama kengikai: Wahlkreise, abgerufen am 4. Mai 2023. Die Präfekturparlamentswahlen finden ebenfalls im einheitlichen Wahlzyklus statt.

mini|Unterhauswahlkreise und Gemeinden in Saitama mit der Stadt Saitama in lila Für das Unterhaus des nationalen Parlaments erstreckt sich die Stadt seit einer Neuordnung der Wahlkreise zur Wahl 2024 in die Wahlkreise 1, 5, 15 und 16 der Präfektur Saitama, die nach der Wahl 2026, bei der der ehemalige KDP-Vorsitzende Yukio Edano abgewählt wurde, durch vier Liberaldemokraten vertreten werden.

Städtepartnerschaften Saitama unterhält mit folgenden Städten internationale Partnerschaften: Toluca, Mexiko, seit 1979 mit damals Urawa Zhengzhou, China, seit 1981 mit Urawa Hamilton, Neuseeland, seit 1984 mit Urawa Richmond (Virginia), USA, seit 1994 mit Urawa Nanaimo, Kanada, seit 1996 mit Iwatsuki Pittsburgh, USA, seit 1998 mit Ōmiya

Und Partnerschaften mit folgenden Ortschaften in Japan: Minami-Aizu (entstanden aus Nangō, Partnerschaft seit 1975 mit damals Urawa, und Tateiwa, seit 1982 mit Ōmiya). Minamibōsō, seit 1981 mit Iwatsuki Minami-Uonuma, seit 1988 mit Yono Minakami, seit 2004. Kamogawa, seit 2004.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Sport mini|Saitama Stadium mini|The MOMAS in the North Urawa Park (Kita-Urawa kōen) in Urawa Ward (Urawa-ku) Saitama ist die Heimat zweier Fußballvereine, die in der Profiliga J. League spielen: Der aktuelle Meister Urawa Reds spielt im anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 errichteten Saitama Stadium und im kleineren Urawa Komaba Stadion, der Lokalrivale Ōmiya Ardija im Omiya Park-Stadion.

Die zweite Mannschaft der Baseballmannschaft Chiba Lotte Marines ist seit 1989 im Lotte-Urawa-Baseballstadion (Lotte Urawa Kyūjō) beheimatet.

Universitäten Universität Saitama

Sehenswürdigkeiten Burg Iwatsuki Hikawa-Schrein Jion-ji Ōmiya Bonsai-Dorf Tajimagahara-Primelhabitat, Besonderes Naturdenkmal Japans The Museum of Modern Art Saitama (MOMAS; englisch für das ), erbaut 1982 in der damaligen Stadt Urawa; Architekt Kurokawa KishoWebsite des Museums (japanisch; pdf-Broschüre englisch, spanisch, chinesisch, chinesisch (traditionell), koreanisch)

Infrastruktur Verkehr

Zug 250px|mini|Bahnhof Urawa JR Tōhoku-Shinkansen, Bahnhof Ōmiya, nach Tōkyō oder Aomori JR Jōetsu-Shinkansen, Bahnhof Ōmiya, nach Tokio oder Niigata JR Hokuriku-Shinkansen, Bahnhof Ōmiya, nach Tokio oder Kanazawa JR Takasaki-Linie, Bahnhöfe Urawa, Saitama-Shintoshin, Omiya, und Miyahara, nach Ueno (Tokio) oder Takasaki JR Keihin-Tōhoku-Linie, Bahnhöfe Minami-Urawa, Urawa, Kita-Urawa, Saitama-Shintoshin und Omiya, nach Yokohama JR Saikyō-Linie, Bahnhöfe Musashi-Urawa, Naka-Urawa, Minami-Yono, Yono-Honmachi, Kita-Yono und Omiya, nach Shinjuku und Odaiba JR Kawagoe-Linie, Bahnhöfe Sashiogi, Nisshin und Omiya, nach Kawagoe JR Utsunomiya-Linie, Bahnhöfe Urawa, Saitama-Shintoshin, Omiya, Toro, Higashi-Omiya nach Utsunomiya und Aomori JR Musashino-Linie, Bahnhöfe Nishi-Urawa, Musashi-Urawa, Minami-Urawa und Higashi-Urawa, nach Funabashi und Fuchū Tōbu Noda-Linie nach Funabashi

U-Bahn Saitama-Kōsoku-Bahn

Straße Tōhoku-Autobahn: nach Aomori Nationalstraße 17: nach Tokio oder Niigata Nationalstraße 16: nach Yokosuka, Yokohama, Hachiōji oder Chiba Nationalstraße 122: nach Tokio oder Nikkō Nakasendō Sangyoh Dohro

Persönlichkeiten

Satsuki Katayama (* 1959), Politikerin (LDP) und Ministerin Kōichi Wakata (* 1963), Raumfahrer Tatsuya Asanuma (* 1970), Fußballspieler