mini|alternativtext=Lachende Mädchen|Lachen mini|Babys beginnen in der Regel im Alter von etwa vier Monaten zu lachen. mini|Lachen mini|alternativtext=Ein lachender Mann|Lachen rechts|Lachen Lachen ist eines der wichtigsten angeborenen emotionalen Ausdrucksverhalten des Menschen, das seine Wirkung nicht nur, aber vor allem in der Gemeinschaft mit Mitmenschen entfaltet. Lachen ist durch typische Lautäußerungen und ein stoßartiges Ausatmen gekennzeichnet und unterscheidet sich dadurch deutlich vom bloßen Lächeln (beim Lächeln oder Schmunzeln verändert sich nur der Gesichtsausdruck). Lachen ist

eine Reaktion des Menschen auf komische Situationen, eine Erleichterungsreaktion nach überstandener Gefahr, eine Methode, drohende soziale Konflikte abzuwenden und soziale Beziehungen zu festigen, ein Abwehrmechanismus gegen spontane Angstzustände.

Der Wissenschaftszweig, der sich mit dem Lachen beschäftigt, ist die Gelotologie (von ). Das Wort lachen (mhd. lachen, ahd. hlahhan, lahhan) entstand durch Lautmalerei.Herkunft von lachen duden.de

Auch bei einigen Tierarten ist Lachen oder ein dem menschlichen Lachen ähnliches Verhalten bekannt.

Lachformen mini|Lachen Die Vielfalt und der Variantenreichtum des Lachens ist sehr groß. Über andere und über sich selbst zu lachen ist offenbar eine wichtige Entlastung von der Mühsal des Lebens.

Nach dem antiken griechischen Philosophen Aristoteles ist der Mensch das einzige Tier, welches das Lachen entwickelt hat (homo ridens) – Lachen und Menschsein gehören für ihn zusammen. Die Vielfalt und der Variantenreichtum des Lachens ist sehr groß.

Schmunzeln ist eine abgemilderte Form des Lächelns,Psychologie des Kinderhumors Marion Bönsch-Kauke, VS Verlag, 2003, S. 104, ISBN 3-8100-3702-8. die meist im Zusammenhang mit etwas Lustigem, mit Humor steht. Das abschätzige Gegenstück des Schmunzelns ist das Feixen oder verächtliches Grinsen.

Meist ist Lachen fröhlich. Lachen kann auch bei eigentlich bösartigen Situationen auftreten (sarkastisches Lachen). Sardonismus bezeichnet einen grimmigen, schmerzvollen Spott, der oft mit einem unheimlichen, finsteren Gelächter, dem sardonischen Lachen, verbunden ist.

Die Art und die Gründe des Lachens lassen, so mutmaßt Erich Kästner, Rückschlüsse auf den Wesenskern des betreffenden Menschen zu: „Wie jemand über gewisse Dinge und unter gewissen Voraussetzungen lacht, so ist er! Da helfen keine Versteckspiele. Da hört man den wahren Charakter!“Erich Kästner: Heiterkeit in Dur und Moll, Band 1, Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin/Wien 1976, ISBN 3-548-02900-0, S. 15.

Gelächter ist lautes Lachen, meist in Gesellschaft. In einer heiteren Gruppe gewinnt das Lachen eine hohe Eigendynamik. Aus sozialpsychologischer Sicht ist exzessives, enthemmtes Lachen geradezu ein Triumph des Körpers über die Dominanz des Verstandes.

Mit dem sozialen Lächeln wird in der Entwicklungspsychologie die angeboreneSüddeutsche Zeitung vom 29. Dezember 2008: Gefühls-Mimik ist angeboren: Forscher haben herausgefunden, dass die Mimik, mit der Menschen Emotionen ausdrücken, nicht erlernt ist Fähigkeit eines Säuglings bezeichnet, mit einem Lächeln auf seine Umgebung zu reagieren.

Ein lautes, nicht enden wollendes Gelächter wird als Homerisches Gelächter bezeichnet. Der griechische Epen-Dichter Homer lässt, in seiner Ilias und in seiner Odyssee, die Götter dieses Lachen anstimmen.Rudolf Köster: Eigennamen im deutschen Wortschatz: Ein Lexikon (Seite 72), Walter de Gruyter, 2003, ISBN 3-11-017702-1 und ISBN 978-3-11-017702-2

Ein Lachkrampf ist ein unkontrollierbarer, oft grundloser Lachanfall, der bei Müdigkeit oder bestimmten Krankheiten auftreten kann. Es handelt sich um eine Reflexbewegung, die leicht in eine Art Krampf übergehen kann. In einigen Fällen kann das Lachen aufgrund von neurologischen Störungen oder Hirnverletzungen krankhaft sein.

Redewendungen Die umgangssprachliche Redewendung „sich totlachen“ (auch: „sich halb totlachen“) wird im deutschen Sprachraum verwendet, wenn ausgedrückt werden soll, dass ein Vorgang oder eine Äußerung als besonders lustig oder auch lächerlich empfunden wird.Neuphilologische Nachlese, Schriftenreihe der Zeitschrift Moderne Sprachen des Verbandes der Österreichischen Neuphilologen, Verband der Österreichischen Neuphilologen (Hrsg.), 1996, S. 50

Der Ausdruck „sich einen Ast lachen“ bedeutet umgangssprachlich, sehr laut und herzhaft zu lachen, bis man sich vor Lachen fast krümmt. Der Ausdruck stammt aus dem 19. Jahrhundert, wobei „Ast“ als Bild für einen Buckel oder Höcker verwendet wurde. Wenn man sich vor Lachen krümmt, sieht man aus, als hätte man einen Buckel.

Das Sprichwort „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ bedeutet, dass es auf den Erfolg am Ende ankommt, auch wenn es zunächst schwierig erscheint. Die Redewendung ermutigt zu Geduld und Ausdauer, da der wahre Gewinner erst am Ende feststeht.

Sozialbedeutung mini|alternativtext=Zwei Menschen lachen und stehen dabei eng und zugewandt.|Gemeinsames Lachen Lachen wird im menschlichen Zusammenleben als Ausdruck von Sympathie und gegenseitiger Zustimmung verstanden und wirkt dadurch beruhigend, konfliktmindernd und gruppenfördernd. Nicht bewiesen, aber wahrscheinlich ist die Einschätzung, dass das Lachen eine der grundlegenden Kommunikationsformen des Menschen ist, die in der Menschheitsgeschichte der Entwicklung der Sprache deutlich vorausgegangen ist. Als Beleg dafür wird angeführt, dass Lachen in einer Hirnregion ausgelöst und gesteuert wird, die deutlich älter ist als das Sprachzentrum.https://gfds.de/wieso-heisst-es-sich-einen-ast-lachen

Neben der Stärkung des Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühls innerhalb der eigenen Gruppe kann das Lachen auch eine gegenteilige Wirkung auf diejenigen haben, die nicht zur Gruppe gehören. Diese können leicht zu denjenigen werden, über die und auf deren Kosten gelacht wird (z. B. als Opfer eines hämischen, verächtlichen „Auslachens“). Das Lachen kann aus der Sicht der Verspotteten zu einer demütigenden, ehrenrührigen Waffe werden, indem es seine heitere Natur völlig ins Gegenteil verkehrt. Aber auch in solchen Situationen kann das Lachen eine insgesamt positive Wirkung entfalten, wenn es gelingt, eine Konfliktsituation durch Lachen zu entschärfen, ohne den Verlachten in seiner Ehre allzu sehr zu verletzen.

Konrad Lorenz deutete 1963 in seinem Buch Das sogenannte Böse das Lachen ursprünglich als Drohgebärde, entstanden aus dem Zähnefletschen. Es zeige, dass jemand ein gesundes Gebiss hat, demonstriere also Kraft. Innerhalb einer Gruppe aber hatte und hat es etwas Verbindendes: Sich untereinander die Zähne zu zeigen, heißt, Teil einer starken Gemeinschaft und ein gleichberechtigter Partner innerhalb der Gruppe zu sein.Wohlfühlen. Südwest-Fernsehen: Mitschnitt eines Interviews mit Michael Titze

Antiautoritäres Lachen Diese Wirkung beruht auf einem wichtigen anarchischen Grundzug des Lachens, der darin besteht, Autoritäten aller Art in Frage zu stellen: Im Lachen wird jeder Anspruch auf Respekt und Ehrerbietung grundsätzlich verneint. Personen und Institutionen, deren Status auf eben solchen Ehrbezeugungen beruht, sind daher durch das Lachen prinzipiell bedroht und müssen im Interesse des eigenen Machterhalts bestrebt sein, den Drang zur Heiterkeit in andere Kanäle und von sich weg zu lenken. Ein Beispiel für eine solche Kanalisierung von Affekten ist die ritualisierte Umkehrung von Herrschaftsverhältnissen, die den historischen Kern vor allem der südeuropäischen (insbesondere italienischen) Karnevalsfeiern ausmacht und als Ritual bewusst geduldet wird, um danach wieder in den normalen Alltag zurückkehren zu können.

Physiologie Das Lachen kann in seiner Intensität und Lautstärke erheblich variieren – von einem leisen, kaum wahrnehmbaren Kichern bis hin zu einem sehr lauten, ausgelassenen Gelächter, bei dem ein großer Teil des Körpers in Bewegung gerät. Lachen kann nur wenige Sekunden, aber auch viele Minuten lang andauern. Die nachfolgenden Angaben beschreiben ein deutlich ausgeprägtes Lachen.

Gehirn mini|Linker Frontallappen (rot) Beim Lachen sind verschiedene Regionen des Gehirns aktiv. Ein unterer Bereich des Frontallappens (ventromedialen präfrontalen Kortex), der Endorphine produziert, ist dafür zuständig, humorvolle Situationen als solche zu erkennen. Eine Region im oberen Bereich des Stirnlappens, die zum motorischen Zentrum gehört und auch beim Sprechen aktiv wird, sorgt für die Anregung zum Mitlachen, wenn man Gelächter wahrnimmt. Außerdem ist das limbische System beteiligt, insbesondere das „Belohnungszentrum“ im Nucleus accumbens.

mini|Das mit dem Lachen verbundene Gefühl der Freude entspricht der Aktivierung neuronaler Netzwerke, insbesondere des mesocorticolimbischen Dopaminwegs (mesocortical pathway in der Abbildung). Wissenschaftler haben gezeigt, dass Teile des limbischen Systems am Lachen beteiligt sind. Dieses System ist an den Emotionen beteiligt und hilft uns bei Funktionen, die für das Überleben des Menschen notwendig sind. Die Strukturen des limbischen Systems, die beim Lachen eine Rolle spielen, sind der Hippocampus und die Amygdala.

Die Techniken des Neurobildgebung und der funktionellen Bildgebung heben verschiedene topografische Regionen hervor, die an der Neurophysiologie des Lachens beteiligt sind.

Das mit dem Lachen verbundene Gefühl der Freude entspricht der Aktivierung neuronaler Netzwerke, insbesondere des mesocorticolimbischen Dopaminwegs (mesocortical pathway in der Abbildung).

Der Psychiater Eric Smadja beschreibt in seinem Buch Le rire (Das Lachen) die Entstehung des Lachens in drei Phasen: psychisch, zerebral und motorisch. An der ersten sind verschiedene psychoemotionale Vorgänge beteiligt, bei denen Erinnerungen, Emotionen, Sozialität und Kommunikation eine Rolle spielen. Ein visueller Reiz (lustige Situation), ein auditiver Reiz (Witz, Geräusch), ein taktiler taktiler Reiz (Kitzeln) oder auch eine Erinnerung werden von den Lappen der Großhirnrinde aufgenommen (zweite Phase). Diese Regionen sind mit der frontalen Hirnrinde (Kortex) verbunden, der es ermöglicht, den affektiven Wert der sensorischen Informationen zu integrieren, ihr komisches Potenzial zu analysieren und das Lachen zu programmieren. Diese Botschaften werden an das limbische System weitergeleitet, das die Ausführung dieses Programms an verschiedene Effektoren organisiert, insbesondere an den Hirnstamm, der die Kaskade der physiologischen Reaktionen auslöst, die mit dem Lachen verbunden sind. Verschiedene Regionen des Hirnstamms koordinieren die synergistische Wirkung der sensorischen, motorischen und vegetativen Komponenten (Erröten, Schwitzen), die eine Rückkopplung zum Gehirn erzeugen. Die Integration dieses Feedbacks in das Arbeitsgedächtnis vermittelt das Gefühl, eine Emotion zu erleben.

Atmung und Stimme Das Lachen ist eine besondere Atmungsbewegung, bei der die Ausatmung in mehreren schnell hintereinander folgenden Stößen ausgeführt wird. Die Einatmung geschieht dagegen meist in einem kontinuierlichen, beschleunigten und tiefen Zug. Der Atem geht insgesamt schneller.

Bei der Ausatmung werden die Stimmbänder in Schwingung versetzt und produzieren typische Lautäußerungen. Dabei handelt es sich um abgehackt ausgestoßene Silben in schneller Wiederholung, die meist „ha“ lauten („ha-ha-ha-…“); aber auch andere Vokale sind möglich, zum Beispiel „he-he-he-…“ oder „hi-hi-hi-…“.

Beim Atmen wird der Puls beschleunigt und die Durchblutung angeregt. Danach nimmt die zuvor gestiegene Herzfrequenz ab und der Blutdruck sinkt anhaltend.

Muskulatur und Bewegungen Wenn ein Mensch lacht, werden in der Gesichtsregion und am ganzen Körper über 80 Muskeln betätigt. Das Zwerchfell bewegt sich rhythmisch. Die mimischen Gesichtsmuskeln werden angespannt, die Lachmuskulatur verbreitert die Mundspalte und zieht die Mundwinkel nach oben. Die Nasenlöcher weiten sich, die Augen verengen sich zu Schlitzen.