Luzon oder Luzón ist die größte Insel der Philippinen und die sechzehntgrößte Insel der Welt.
Die Inselgruppe Luzon umfasst weitere Inseln in der Umgebung der Hauptinsel und beherbergt insgesamt 48.520.774 Einwohner (Stand 2010).Population and Annual Growth Rates for The Philippines and Its Regions, Provinces, and Highly Urbanized Cities, 2010 Census and Housing Population. National Statistics Office, Archivlink abgerufen am 23. Dezember 2023
Etymologie Der Name der Insel entstammt dem Chinesischen und bedeutet übersetzt „niederes“, „südliches“ oder „kleines“ Song. Benannt wurde die Insel nach dem ehemaligen Reich Lüsongguo () was übersetzt Luzon-Reich heißt. Im Unterschied zu anderen Teilen des philippinischen Archipels war der Regent Lüsongguos ein König () und kein Fürst oder Sultan.
Als erste Europäer erreichten die Portugiesen Anfang des 16. Jahrhunderts von Malakka aus die Insel. Sie nannten das Reich Luçonia bzw. Luçon und seine Einwohner Luções.
Unter spanischer Herrschaft wurde der Name der Insel in Nueva Castilla (Neu-Kastilien) geändert.
Geographie Überblick mini|Karte von Luzon
Insel und Inselgruppe Luzon liegen zwischen dem Südchinesischen Meer im Westen und der Philippinischen See im Osten sowie der Luzonstraße im Norden und der Sibuyan-See im Süden. Gemeinsam mit den beiden südlicher gelegenen Inselgruppen Visayas und Mindanao sowie einer Vielzahl kleinerer Inseln bildet Luzon den Inselstaat der Philippinen.
Insel Luzon Die Insel Luzon ist 108.172 km² groß und hat 46.715.007 Einwohner., Summe aller Einwohner der Provinzen, die hauptsächlich auf der Insel Luzon liegen: Alle Provinzen der Regionen National Capital Region, Cordillera Administrative Region, Ilocos Region, Cagayan Valley, Central Luzon, Calabarzon sowie der Provinzen Albay, Camarines Norte, Camarines Sur und Sorsogon der Bicol-Region Die größte Stadt auf Luzon ist die ehemalige Landeshauptstadt Quezon City in der Hauptstadtregion Metro Manila.
Auf einer Insel im Taal-See befindet sich der Vulkan Taal.
Im Norden liegt die Cordillera Central, ein großes von Regenwald bedecktes Gebirge, dessen höchste Erhebung mit 2922 m der Berg Pulag ist, der dritthöchste Berg der Philippinen. Im Osten des Gebirges erstreckt sich das Tal des Cagayan, des längsten Flusses der Philippinen. Nordöstlich der Insel liegt die kleinere Insel Palaui, die auch als das Boracay des Nordens bekannt ist. Weiter im Osten schließen sich die Berge der Sierra Madre an, die bis in den Südteil der Insel reichen. Die Caraballo-Berge grenzen an eine große Ebene, die vom Cagayan nach Norden und Pampanga nach Süden entwässert wird, und bilden den zentralen Gebirgsknoten der Philippinischen Kordilleren. Inmitten der Ebene erhebt sich der Arayat. Im Südosten der zentralen Ebene liegen die weiträumigen Candaba-Flussmarschen. Im Westen der Insel erheben sich die Zambales-Berge mit dem Vulkan Pinatubo, der 1991 zuletzt ausbrach.
Im Süden des kompakten Hauptteils der Insel erhebt sich der San Cristobal und der Banahaw. Im Südosten der beiden Berge geht die große Landmasse in eine schmale Landbrücke über, die von der Bucht von Tayabas und der Bucht von Lamon markiert wird und schließlich in die langgestreckte Halbinsel Bicol übergeht.
Inselgruppe Luzon Zur Inselgruppe gehören folgende Inseln und Inselgruppen:
Die Inselgruppe Palawan wird Luzon zugerechnet, obwohl 2005 beschlossen wurde, Palawan aus verwaltungstechnischen Gründen der Region VI der Philippinen zuzuordnen, womit sie politisch zur Inselgruppe der Visayas gehören würde.Siehe vom 23. Mai 2005. Dieser Beschluss wurde aber zunächst nicht umgesetzt und drei Monate später vorläufig außer Kraft gesetzt.Siehe vom 19. August 2005
Verwaltungsgliederung Auf der Insel Luzon bestehen sieben Regierungsbezirke:
Ilocos-Region (Bezirk I) im Nordwesten Cagayan Valley (Bezirk II) im Nordosten Central Luzon (Bezirk III) in der Mitte CALABARZON (Bezirk IV-A) im Süden im Übergang zur Halbinsel Bicol Bicol-Region (Bezirk V) im Südosten, einschließlich vorgelagerter Inseln wie Catanduanes und Masbate Cordillera Administrative Region (CAR) im nördlichen Inselinneren National Capital Region (NCR) (Metro Manila) in der südlichen Mitte
Ein weiterer Bezirk umfasst die südlich und südwestlich der Hauptinsel Luzon gelegenen Inseln Mindoro, Marinduque, Romblon (mit Tablas und Sibuyan) und Palawan
Mimaropa (Bezirk IV-B)
Natur Die Inselgruppe ist geprägt von vulkan- und erdbebenreichem Gebirgsland der Philippinischen Kordilleren sowie tropischem Regenwald. Der Berg Pulag ist mit 2.922 Meter über dem Meeresspiegel der höchste Berg Luzons und nach dem Berg Apo und dem Berg Dulang-dulang der dritthöchste Berg der Philippinen. Mit dem Mayon befindet sich auch der aktivste Vulkan des Landes in Luzon.
Aufgrund der abgeschiedenen Lage entwickelten sich auf Luzon viele endemische Tier- und Pflanzenarten, unter anderem die Luzon-Breitzahnratte.
Um die Biodiversität der Insel und der Inselgruppe zu schützen, wurden einige Nationalparks, Natur- und Meeresschutzgebiete eingerichtet. Diese sind
Kultur Schriftsysteme Luzons siehe auch :Kategorie:Philippinische Schrift
Auf Luzon werden derzeit mehrere Schriftsysteme parallel zueinander benutzt. Am dominantesten ist das durch die US-Regierung eingeführte moderne philippinische Alphabet, welches lateinische Buchstaben benutzt. Nebenher werden an sogenannten chinesischen Schulen die traditionellen chinesischen Schriftzeichen vermittelt. An den Universitäten wird jedoch meist nur das vereinfachte chinesische Schriftsystem benutzt. Seit 1992, nach dem Abzug der Amerikaner aus den Philippinen, wird zudem an den Universitäten Luzons das mittelalterliche Schriftsystem Baybayin gelehrt. Die Mangyan, ein indigenes Volk auf Luzons Nachbarinsel Mindoro, welche zum Einzugsbereich Luzons gehört, benutzen die Schriftsysteme Hanunó'o und Buhid. Die koreanische MinderheitLorna P. Makil: South Koreans in Dumaguete: A Preliminary Study. In: Virginia A. Miralao, Lorna P. Makil: Exploring Transnational Communities in the Philippines. Philippine Social Science Council, 2007, S. 40–57, ISBN 971-8514-26-0, unesdoc.unesco.org (PDF) abgerufen am 14. Dezember 2008., Asia, Seoul: National Institute for International Education Development, 2007, archived from the original on 17. Mai 2008, abgerufen am 13. Dezember 2008 Luzons benutzt weitestgehend das Han'gŭl.
Literatur aus Luzon Eines der wenigen noch erhaltenen Schriftstücke aus dem 10. Jahrhundert ist die Laguna-Kupferplatteninschrift.
Im 16. Jahrhundert wurden sowohl die Tagalog als auch die chinesische Version der Doctrina Christiana auf Luzon veröffentlicht. Die Tagalog-Version ist das vermutlich erste auf Baybayin gedruckte literarische Werk. Im 17. Jahrhundert wurde Das Leben des Lam-Ang (auf Ilokano Biag ni Lam-Ang ()) (um 1640) unter dem Titel Historia a Pacasaritaan ti Panagbiag ni Lam-ang iti Ili a Nalbuan nga Asaoa ni D.a Ines Cannoyan iti Ili a Calanutian veröffentlicht und Pedro Bukaneg zugeschrieben zugeschrieben. Es handelt sich dabei um einen Epos aus Samtoy, dem heutigen Ilokos, aus der vorkolonialen Zeit der Philippinen.
Typisch für das Luzon des 19. Jahrhunderts waren auf Spanisch verfasste Werke. Darunter zählt, z. B. die revolutionäre Zeitung La Solidaridad. Die berühmtesten Autoren Luzons sind die Schriftsteller Francisco „Balagtas“ Baltazar, dessen berühmtestes Werk Florante at Laura war, José de la Cruz der Ang Ibong Adarna schrieb, Patricio G. Mariano der bekannteste Poet in der Sprache des Tagalog und José Rizal. Vorwiegend wegen seiner Werke Noli me tangere und dessen Nachfolger El Filibusterismo. Diese Werke gelten allesamt als Pflichtlektüre an allen philippinischen Schulen.
Im 20. Jahrhundert wurde aufgrund der Eroberung durch die Amerikaner ab 1915 die spanische Schriftsprache nach und nach durch die englische verdrängt. Dennoch wurden auf Luzon während der Anfangszeit der amerikanischen Besatzung weiterhin Werke auf Spanisch verfasst. Claro M. Recto war einer der einflussreichsten Autoren jener Anfangszeit. Ein prominenter Autor aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist Charlson Ong, in dessen Werke das Leben philippinischer Chinesen porträtiert wird. Sein mit Abstand berühmtestes Werk ist „Embarrassment of Riches“.
Einer der einflussreichsten Autoren Luzons ist der zeitgenössische Autor Bob Ong (). In seinen Werken wird das alltägliche Leben humoristisch und kritisierend beschrieben.
Architektur Weltkulturerbe sind die Reisterrassen der Provinz Ifugao und die Stadt Vigan. Das SM Mall of Asia in Pasay, ist das größte Einkaufszentrum der Philippinen und war zur Zeit seiner Eröffnung das drittgrößte der Welt.forbes.com World's 10 Largest Shopping Malls Das zweitgrößte Shopping Center der Philippinen ist das SM Megamall in Mandaluyong. Clark Air Base war seiner Zeit der größte amerikanische Militärstützpunkt außerhalb der USA. Er wurde 60 km nördlich von Manila errichtet. Die Aeta, für die dieser Ort heilig war, wurden von den Amerikanern von ihrem Land vertrieben, um Platz für die Basis zu schaffen. Die zeitgenössische Architektur Luzons zeigt starke Spuren amerikanischen Einflusses. Dennoch finden sich an vielen Orten immer noch Spuren des spanischen Imperialismus, so zum Beispiel bei den Überresten des Fort Santiago, welches 1945 mutwillig von amerikanischen Truppen zerstört wurde. Auffällig sind auch die achteckigen Kirchtürme aus der spanischen Kolonialzeit, die an chinesische Pagoden angelehnt sind.
Archäologie Die archäologischen Ausgrabungsstätten im Cagayan Valley, die im Norden der Insel liegen, stehen seit 2006 auf der Vorschlagsliste der Philippinen zur Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO. Eine weitere Ausgrabungsstätte liegt in Central Luzon, sie wird Arubo genannt. Bei den Ausgrabungen wurden beidseitig bearbeitete Faustkeile geborgen, sie werden aufgrund ihrer Bearbeitung in das Zeitalter des Acheuléen datiert. Die frühesten künstlerischen Darstellungen auf dem Gebiet der Philippinen befinden sich in der Nähe des Laguna de Bay. Sie sind als Petroglyphen von Angono bekannt.
Wirtschaft Internationale Konzerne Zentral-Luzon ist Heimat vieler Firmen, die sich vor allem innerhalb des chinesischen Sprachraumes einer hohen Beliebtheit erfreuen. Allen voran steht die Firma Oishi, auch bekannt als , welche vorwiegend Chips, bestehend aus Krabben, herstellt. Ebenfalls international bekannt ist die San Miguel Brauerei, (), welche sich vorwiegend auf den Markt auf den Philippinen, Hongkong und Südchina konzentriert. Eine weitere international vertretene Firma ist die Jollibee Foods Corporation, die mithilfe von Jollibee selbst sowie den beiden Tochterunternehmen Greenwich Pizza und Chowking (), vor allem den Fastfoodmarkt auf den Philippinen dominiert, aber auch in Hongkong und an der Westküste der USA sowie Saudi-Arabien vertreten ist.
Energiesektor Der Energiesektor auf der Insel Luzon ist weitestgehend gut ausgebaut. Zur Energieerzeugung werden Öl-, Erdgas-, Holz und in zunehmendem Maße auf regenerative Energieträger, wie Wasserkraft, verwendet. In den letzten Jahrzehnten wurden große Wasserkraftwerke am Angat- (246 MW), Magat- (381 MW), Pantabangan-Stausee (100 MW) und am Caliraya-See errichtet.
Nahrungsmittel Neben den oben bereits genannten Firmen gibt es noch weitere Nahrungsmittelhersteller aus Luzon. So zum Beispiel Eng Bee Tin (), welche sich hauptsächlich auf traditionelle Snacks wie Hopia konzentriert (). Die Mondo M.Y. San Corporation hingegen vertreibt mit Skyflakes und Fita seit 1935 Cracker.