mini|hochkant|Strand des Greifswalder Boddens am Palmer Ort beim Ortsteil Grabow. mini|hochkant|Turm der St.-Petri-Kirche. mini|hochkant|Geburtshaus von Ernst Moritz Arndt in Groß Schoritz. mini|hochkant|Ernst-Moritz-Arndt-Museum. mini|hochkant|Gut Rosengarten.
Garz/Rügen ist eine Landstadt im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt wird vom Amt Bergen auf Rügen mit Sitz in der gleichnamigen Stadt verwaltet, für seine Umgebung bildet Garz ein Grundzentrum. - zentralörtliche Gliederung mit Ober-, Mittel- und Grundzentren, abgerufen am 12. Juli 2015.
Geografie Geografische Lage Garz liegt im Süden der Insel Rügen, etwa fünf Kilometer von der Küste entfernt. Die Umgebung ist flachwellig, die höchste Erhebung ist der Kanonenberg mit 34 m ü. NHN. Die Entfernung nach Stralsund beträgt 22 Kilometer, nach Bergen auf Rügen 12 Kilometer. Seit 2004 gehört die Halbinsel Zudar zur Stadt. Südlich von Garz liegt mit dem Garzer See einer der wenigen größeren Seen auf der Insel Rügen.
Stadtgliederung Zur Stadt Garz/Rügen gehören folgende Ortsteile: (PDF; 94 kB)
Geschichte Garz Name Als Karennz, Kerentia oder Charenza wurde 1168 bzw. 1234 eine hart umkämpfte slawische Burg bezeichnet. 1327 stand in einem Stadtsiegel noch Chertz in Ruya (Rügen). Der Name Garz aber stammt wohl eher vom slawischen Wort gard und bedeutet Burg (wie bei Stargard), was als gardec dann kleine Burg heißt oder auch befestigter Ort.
Ältere Geschichte Um die Zeitenwende waren die Bewohner Rügens vom Stamm der ostgermanischen Rugier, denen ab dem 7. Jahrhundert die westslawischen Ranen folgten. Im 11./12. Jahrhundert existierte als Fürstensitz eine slawische Burganlage mit Wall und Siedlung. Der bis heute gut erhaltene Burgwall wurde von der Geschichtsschreibung des 19. und 20. Jahrhunderts mit dem legendären Fürstensitz Charenza gleichgesetzt. Neuere interdisziplinäre Forschungsergebnisse aus den Jahren 2004 und 2005 haben aber ergeben, dass der Burgwall bei Venz (zwischen Gingst und Trent an der Neuendorfer Wiek) mit bedeutend größerer Wahrscheinlichkeit die Fürsten- und Tempelburg Charenza war, die am 16. Juni 1168 – einen Tag nach der Eroberung der Tempelburg am Kap Arkona – dem dänischen König Waldemar I. und seinem Heerführer Bischof Absalon von Roeskilde nach vorausgegangenen Verhandlungen kampflos übergeben wurde.Kratzke, Reimann, Ruchhöft: Garz und Rugendahl auf Rügen im Mittelalter. In: Baltische Studien 2004 – Pommersche Jahrbücher für Landesgeschichte. Neue Folge Bd. 90, Verlag Ludwig, Kiel 2005, S. 25–52, ISBN 3-937719-02-4.Sven Wichert: Beobachtungen zu Karentia auf Rügen im Mittelalter. In: Baltische Studien 2005 – Pommersche Jahrbücher für Landesgeschichte. Neue Folge Bd. 91, Verlag Ludwig, Kiel 2006, S. 31–38, ISBN 3-937719-35-0.
1168 zerstörten die christlichen Dänen die Burganlage in Garz ebenso wie den Svantovit-Tempel im Burgwall am Kap Arkona. Ab 1240 siedelten deutsche Kolonisten, und die Ortschaft Garz entstand. Rügenfürst Wizlaw III. verlieh Garz das Stadtrecht (civitatis Gartz). Die kleine Kommune wurde 1316 und 1319 erstmals erwähnt. Obwohl 1319 Bürger und Ratsmannen der „Novae civitatis“ (= der neuen Stadt) Garz urkundlich belegt sind, ist das genaue Datum der Stadtrechtsverleihung bis heute nicht bekannt.Herbert Ewe: Rügen. Hinstorff Verlag, Rostock 1977, S. 118. Damit gilt sie als die älteste Stadt der Insel Rügen. Die im 14. Jahrhundert errichtete Stadtkirche St. Petri gehörte zunächst zum dänischen Bistum Roskilde.
1325 kam Rügen mit Garz zu Pommern, 1478 wurde Rügen mit Pommern vereinigt, und nach dem Dreißigjährigen Krieg kam 1648 durch den Westfälischen Frieden Garz zu Schweden. 1815 wurde durch den Wiener Kongress Garz eine preußische Stadt.
Um 1648 wurde der Spitzturm der Kirche bei einem Sturm zerstört und durch den heutigen flachen Turm ersetzt. 1765 vernichtete ein großer Stadtbrand viele Häuser. Die älteren, zumeist traufständigen Bürgerhäuser wurden danach errichtet.
Neuere Geschichte 1930 wurde durch den Diabetologen Gerhardt Katsch in Garz das erste Heim für die klinische und sozialmedizinische Betreuung von Diabetikern in Deutschland gegründet. Nach dem Umzug der Einrichtung nach Karlsburg in Vorpommern verblieb eine Außenstelle des Karlsburger Institutes in Garz als Ferienlager für die Betreuung von diabetischen Kindern während der Sommerferien.
Der Ortskern von Garz wurde im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 grundlegend saniert. In der Nähe von Garz betreibt die Deutsche Telekom seit 1993 eine Sendeanlage.
Von 1818 bis 1947 war Garz Teil des Landkreises Rügen in der preußischen Provinz Pommern, dann bis 1952 im Land Mecklenburg. Von 1952 bis 1955 lag die Stadt im Kreis Putbus des neu gegründeten DDR-Bezirks Rostock. Der Kreis Putbus wurde am 1. Januar 1956 mit dem Kreis Bergen zum Kreis Rügen vereinigt. Von 1956 bis 1990 gehörte Garz zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock, 1990 bis 2011 zum Landkreis Rügen im Land Mecklenburg-Vorpommern. Seit der Kreisgebietsreform 2011 liegt die Stadt im Landkreis Vorpommern-Rügen.
Ortsteile Bietegast Gut Bietegast fand sich im Besitz des Klosters St. Jürgen am Strande in Stralsund. Die Güter-Adressbücher von Pommern benennen 395 ha Fläche. Die Verwaltung führte ein Pächter.
Buhse Der Hof Buhse A mit 47 ha sowie der Hof Buhse B mit 35 ha waren Teil des Güterkomplexes Losentitz mit dem Eigentümer Otto jun. von Dycke (1862–1935), der 1905 als Offizier diente und lange in Berlin lebte. Mit ihm erlosch genealogisch die Familie. Die Höfe blieben in Pacht.
Dumsevitz Das 662 ha Gut Dumsevitz nutzte der Pächter Erich Putzier. Die Flächen waren Nebenbesitz des Rittergutes Groß Schoritz und standen bis 1944 im Eigentum der großen Herrschaft zu Putbus.
Foßberg Hof Foßberg besaß eine Größe von 38 ha, Pächter zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Herr Päplow. Zu DDR-Zeiten wurde im Ortsteil Foßberg ein Kinderferienlager errichtet und betrieben, das nach 1990 dem Verfall preisgegeben wurde.Facebook-Eintrag
Freudenberg Um 1860 war die gutsherrliche Gemarkung von Freudenberg Teil der Besitzungen derer von Dycke-Losentitz.
Glewitz Die Fähranstalt wurde bereits 1844 in der Literatur des aufkommenden Fremdenverkehrs auf Rügen und damit im alten Fischerdorf aufgeführt.
Groß Schoritz
Groß Schoritz wurde 1318 erstmals urkundlich erwähnt.
Gützlaffshagen Hier in Gützlaffshagen betrieb Familie E. Guse eine landwirtschaftliche Fläche von 35 ha.
Heidekaten 1743 ersterwähnt als Heidekathen und 1829 in standardisierten Karten verzeichnet. Das Areal ist fusioniert in Silmenitz.
Heidenfelde Der 38 ha kleine Hof wurde durch die Landwirtin Luise Behm unterhalten.
Karnitz Das Gut war bis zum Ende des 16. Jahrhunderts im Besitz und ein Nebengut der Familie von Kahlden und seit Mitte des 18. Jahrhunderts im Besitz des alten auf Rügen angesessenen Geschlechts von Usedom. 1834/35 wurde das Herrenhaus Karnitz als Jagdschloss für Guido von Usedom erbaut. Der Gutshof war entfernt von Schloss und Park eingerichtet. Nach Guido von Usedoms Tod erbte seine Tochter Hildegard das Anwesen. Das Gut wurde Walzengut, es hatte ständig wechselnde Besitzer. Besitzer waren von Ruperti (ab 1868) und den Chemiker Dr. phil. Karl Ludwig Alexander Freiherr von Vietinghoff gen. Scheel (ab 1928). Er konnte das Gut nach Eigenangaben nicht bis zur Bodenreform halten und lebte mit seiner Familie dann nach 1945 in München, der Sohn in New York. Nach 1945 war das Schloss Wohnhaus und Gaststätte.Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1993, ISBN 3-88042-636-8, S. 90. Nach 1991 wird es als Wohn-, Ferien- und Geschäftshaus genutzt.
Klein Stubben Die mehrfach publizierten Landwirtschaftlichen Adressbücher benennen in Klein Stubben den 113 ha Hof der Familie H. Bunge.
Kniepow 1844 hatte Kniepow neun Einwohner. Es ist eine Meierei nachgewiesen und ein Hüfner. Anfang des 20. Jahrhunderts war der wissenschaftliche Stand, das einzig auf Rügen in Kniepow ein kleiner Fund einer römischen Münze an Vorkommen vorlag.
Koldevitz
In Urkunden taucht Koldevitz 1314 als Colovitze und 1318 als Koldevitze auf.
Kowall Ende des 18. Jahrhunderts besaß die pommersche Adelsfamilie von Braun etwa für eine Generation das Gut Kowall auf Rügen. Der örtliche Gutsherr Gottfried Christian von Braun-Kowall war mit Maria Juliana von Welzin verheiratet. Später kam Kowall in bürgerliche Hand, nach alten Matrikeln an die Familie Tiburtius, die auch Kreisverordnete stellen.
Losentitz Das Gut Losentitz war im Besitz der Familien von Berglasen (16. Jahrhundert), des schwedischen Grafen Axel von Löwen (bis 1767) und von Dy(c)ke (erbjuristisch formell bis weit nach 1939). Den 6 ha großen Landschaftspark ließ der Generalmajor in schwedischen Diensten, Moritz von Dyke, von 1794 bis 1811 anlegen. Auch Otto sen. von Dycke, u. a. Präsentant der Rügenschen Ritterschaft, wuchs hier auf. Sein Nachfolger war, geboren 1835, bis 1874 Albert von Dycke. Dycke-Losentitz war verheiratet mit Elise von Pommer Esche (1840–1926), sie heiratete in zweiter Ehe den Staatsminister Rudolph von Delbrück. Das zweigeschossige Gutshaus entstand um 1892. Der Bau ist dem Erben Otto jun. von Dycke-Losentitz zuzuordnen, der seine Schulzeit zuvor auf der bekannten Klosterschule Ilfeld abschloss und dann zum Militär ging. Die Herren von Dyke blieben bis Mitte der 1930er Jahre.Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Gutshaus Losentitz. Stand 22. Mai 2026. Dann folgte die 1925 geborene Armgard von Heyden-Gehmkow, die nach der Enteignung in Südafrika und Schweden,Harald von Heyden: Beständig im Wandel. Berichte aus sechs Generationen der Familie von Heyden/von Heyden-Linden von 1800–1989. Heyden’sche Familienstiftung (Hrsg.), Borgwedel 1989, u. a. S. 131 u. S. 432 f. dem Herkunftsland ihrer Mutter, lebte.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1962. Band VI, Band 29 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Limburg (Lahn) 1962, S. 209–210.
Maltzien Erstmals erwähnt wurde der Ort 1314 als Maltzin. Spätestens mit dem Sohn des Ritters Nikolaus von Kahlden, 1313, gelang Maltzien in die Hände des zum Rügenschen Uradel zählenden Adelsgeschlechts. Diese Entwicklung geht bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Maltzien wurde der Hauptsitz der Familie. Aus der Stammlinie heraus bilden sich die Linien Maltzien, Maltzien-Savenitz, Maltzien und Maltzien-Neklade. Das Verkaufsjahr ist dann auf 1859 datiert. Letzter der langen Ahnenreihe war der Major Karl von Kahlden-Neklade (1822–1894), verheiratet mit der Konsulstochter Clara Kempe. Ihre ersten vier Kinder werden alle noch in Maltzien geboren, die anderen dann in Berlin. Auch die Schriftstellerin Naëma von Kahlden stammt aus Maltzien. 1888 heiratete Magda von Kahlden-Neklade (1866–1952) in Maltzien den Gutsbesitzer Ernst von Berg-Dubkevitz, Hauptwohnsitz war aber schon lange Neklade. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besaß das Rittergut eine Fläche von 356 ha und stand im Besitz der Familie Max Venzmer, nachfolgend bei Karl Steinfurt mit 273 ha. Das Gutshaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit seinen markanten Treppengiebeln war nach 1945 Schule sowie Wohn- und Gewerbehaus.
Palmer Ort Bereits 1883 skizziert die damalige Ausgabe des Baedeker die Gemarkung Palmer Ort in seinem touristischen Reiseführer. Um 1909 wurden Strandamtsvorsteher bestellt, im konkreten Fall Domänenpächter Röhl aus Zeiten.
Poppelvitz Gut Poppelvitz mit einem Umfang von 386 ha gehörte vor 1920 dem General Albano von Jacobi. Er war zugleich Präses der General-Ordens-Kommission. Nachfolgend bewirtschaftete die Familie Holst die Begüterung.
Rosengarten