Die Zwerge-Reihe ist eine Fantasyromanreihe des deutschen Schriftstellers Markus Heitz. Sie wurde 2003 mit dem Roman Die Zwerge eröffnet und in den Folgejahren mit den Titeln Der Krieg der Zwerge (Oktober 2004) und Die Rache der Zwerge (2005) fortgesetzt. Der vierte Band Das Schicksal der Zwerge wurde im Februar 2008 veröffentlicht. Sieben Jahre später erschien im Februar 2015 der fünfte Band Der Triumph der Zwerge.Markus Heitz im Interview über „Der Triumph der Zwerge“ und Zwerge 6 fantasyblogger, Interview vom 19. Februar 2015 Im September und November 2021 wurde die Reihe mit dem Doppelband Die Rückkehr der Zwerge fortgesetzt. Auch die Romanreihe Die Legenden der Albae, die von den blutrünstigen Gegenspielern der Zwerge handeln, spielt in derselben Welt.
Publikationsgeschichte Als deutsche Antwort auf den Romanerfolg Die Orks von Stan Nicholls veröffentlichte der Heyne Verlag im November 2003 Die Zwerge. Der erste Band wurde sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch veröffentlicht. Nach der Übernahme der Heyne-Fantasy-Reihe durch den Piper-Verlag, der mittlerweile alle fünf Bände verlegt, erschienen im Oktober der Jahre 2004 und 2005 die Fortsetzungen Der Krieg der Zwerge und Die Rache der Zwerge. Wie im Vorwort des dritten Teils angekündigt, ließ Heitz „dem Geborgenen Land Zeit für sich […] ohne, dass jemand zuschaut.“Vorwort zu Die Rache der Zwerge (Markus Heitz im Juli 2005), Seite 8. und setzte erst im Februar 2008 mit der Veröffentlichung von Das Schicksal der Zwerge die Reihe fort. Ein fünfter Band war zwar dem Nachwort zufolge nicht geplant, jedoch gab Markus Heitz in einem Interview bekannt, dass ein fünfter Band erscheinen soll. Heitz kündigte aber eine Romanreihe über die Albae, blutrünstige, elbenähnliche Antagonisten aus den Zwergen-Büchern, an.Nachwort zu Das Schicksal der Zwerge (Markus Heitz im Oktober 2007), Seite 622f. Unter dem Titel Gerechter Zorn ist der erste Teil der Reihe namens Die Legenden der Albae Ende April 2009 im Piper-Verlag erschienen. mahet.de, News vom 6. Januar 2009 2011, 2012, 2013 und 2014 folgten die restlichen vier Bücher der Albae-Reihe, die laut Heitz damit abgeschlossen ist.
Im Februar 2015 wurde die Reihe über die Zwerge mit dem fünften Band Der Triumph der Zwerge fortgesetzt. Laut Heitz ist ein weiterer Band nicht ausgeschlossen.. In: mahet.de, News vom 9. November 2014.
Anfang 2005 begann die internationale Verbreitung der Reihe. Nach ihrer Veröffentlichung in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Romane seitdem auch in Tschechien erhältlich. Im Oktober 2005 wurden die Rechte nach Italien verkauft. Es folgten die Niederlande, Polen und Spanien. Im Mai 2006 unterschrieb Piper die Verträge mit dem britischen Orbit-Verlag, der Veröffentlichungstermin für das Vereinigte Königreich und die USA war auf Juli/August 2009 angesetzt. mahet.de, News vom 2. März 2009 Auch auf Japanisch wird es Die Zwerge geben. Probleme bei der Übersetzung des Wortes Zwerg – wie bereits vor der Publikation in Tschechien, verzögerten die Veröffentlichung jedoch bis auf Ende 2008. mahet.de, News vom 8. Januar 2008 mahet.de, News vom 27. Juli 2008 Mittlerweile sind die Bücher auch in Frankreich erschienen, für eine chinesische Ausgabe wurde ein Vertrag unterzeichnet. Auch der griechische, ungarische und russische Buchmarkt haben ihr Interesse an der Reihe bekundet. auf mahet.de (Stand: 14. Jänner 2015)
Bis Ende 2011 wurden von der Zwerge-Reihe über 1,5 Millionen Exemplare verkauft. mahet.de, News vom 8. September 2011
Neben den sechs Hauptromanen veröffentlichte der Rollenspielverlag Pegasus Press die drei Spielbücher Die dritte Expedition, Die Sterne der Tiefen und Botengang, interaktive Bücher, bei denen der Leser die Handlung durch eigene Entscheidungen lenken kann.
Erfolg und Auszeichnungen
Das Schicksal der Zwerge stieg Anfang März 2008 hinter Ken Folletts Die Tore der Welt und Charlotte Roches Feuchtgebiete auf Rang drei der Spiegel-Bestsellerliste im Bereich Belletristik (Hardcover). mahet.de, News vom 8. März 2008
Der Krieg der Zwerge wurde im Oktober 2005, Die Rache der Zwerge im Oktober 2006 und Das Schicksal der Zwerge im Oktober 2009 mit dem Leserpreis Deutscher Phantastik-Preis, der jährlich von der Website phantastik-news.dephantastik-news.de vergeben wird, als „Bester nationaler Roman“ ausgezeichnet. Die Zwerge und Markus Heitz selbst waren ebenfalls für Preise nominiert.Archive 2005/2006/2009 des Deutschen-Phantastik-Preises
Die Zwerge-Reihe war nicht nur Heitz’ Durchbruch als Fantasyautor, ihr großer kommerzieller Erfolg ermöglichte es dem Schriftsteller auch, sich hauptberuflich aufs Schreiben zu konzentrieren.
Umsetzungen
Die Zwerge erschien im September 2006 als Hörbuchfassung bei Hörbuch Hamburg, Der Krieg der Zwerge im März 2007, Die Rache der Zwerge im August 2007 und Das Schicksal der Zwerge zeitgleich mit der Veröffentlichung des Romans im Februar 2008. Gelesen werden diese gekürzten Audio-Umsetzungen von Johannes Steck.
Für Februar 2010 kündigten Heitz und der Verlag eine „neue Dimension der Lesung“ an. mahet.de, News vom 31. März 2009 Begleitet von der Mittelalterszene-Band Corvus Corax vertonte Johannes Steck im Theaterzelt Das Schloss in München die Handlung des ersten Zwerge-Romans. Die Premiere fand am 9. Februar 2010 in Anwesenheit Markus Heitz’ statt, es folgten 10 weitere Live-Lesungen in München sowie im Herbst 2010 eine Deutschland-Tournee und ein Open Air 2014. (Stand: 14. Jänner 2015) Auch 2015 und 2016 sollen weitere Termine von Zwerge Live folgen.
Ende Dezember 2006 sicherte sich die Produktionsfirma Hofmann & Voges Entertainment GmbH die Filmrechte am ersten Band der Tetralogie. Bei einem Erfolg des Films plante Hofmann & Voges auch die Verfilmung der Fortsetzungen. Zunächst wollte man einen Kinofilm produzieren, entschied sich dann aber doch für einen TV-Zweiteiler. Als Drehbuchautor für den Film konnte Mathias Dinter gewonnen werden. Die Dreharbeiten sollten ursprünglich im Jahr 2010 beginnen. Im Oktober 2008 stellte Hofmann & Voges einen Blog online, der über die Vorgänge der Produktion informieren sollte. Letzterer wurde allerdings im Herbst 2010 wieder aus dem Netz genommen. Am 6. April 2011 gab Markus Heitz auf seiner Internetpräsenz bekannt, dass es doch keine Kino-Verfilmung des Romans geben werde. mahet.de, News vom 6. April 2011
In einer Pressemitteilung vom 8. September 2011 wurde bekannt geben, dass die Romanreihe jedoch als internationale Serie umgesetzt werden soll. EOS Entertainment und H & V Entertainment sollen als Produzenten dienen.
Der Verlag Pegasus Spiele veröffentlichte 2012 das Brettspiel Die Zwerge von Michael Palm und Lukas Zach, das inhaltlich auf der Fantasyreihe von Markus Heitz basiert. Das kooperative Spiel für 2–5 Mitspieler ab 12 Jahren ist auf 60–120 Minuten ausgelegt.Rezension zu Die Zwerge, Brettspielreport vom 29. April 2013, abgerufen am 9. Oktober 2014. Zwei Monate nach Erscheinen des Spiels gab es im Dezember 2012 zusätzlich die „Die Zwerge- Albae-Erweiterung“, die zu den drei Schwierigkeitsgraden eine weitere hinzufügte.Die Zwerge- Albae-Erweiterung, Topolino-Rezension vom 23. Dezember 2012, abgerufen am 9. Oktober 2014.
Im Dezember 2013 veröffentlichte der Splitter Verlag den ersten Teil einer Graphic Novel zum Roman „Die Zwerge“.Verlagsseite zur Graphic Novel Die Geschichte des ersten Romans soll in insgesamt vier Comic-Bänden erscheinen.
Die Questor GmbH Berlin entwickelte in Partnerschaft mit dem Verlag Pegasus Spiele eine interaktive Umsetzung der Abenteuerspielbücher für Smartphones und Tablets. Im Oktober 2014 erschien Die Zwerge „Die dritte Expedition“, im Februar 2015 wurde die kostenlose Geschichtensammlung Die Zwerge „Prolog“ veröffentlicht und seit Mai 2015 steht die Umsetzung des Abenteuerspielbuchs „Die Sterne der Tiefen“ im iTunes Store und Google Play zum Download.
Am 7. Juli 2015 wurde durch das Gaming Magazin „Hooked“ eine Umsetzung des ersten Buches als Videospielumsetzung von King Art geleakt. Der Leak wurde mittlerweile bestätigt.
Handlung Band 1: Die Zwerge Das Geborgene Land unterliegt der Bedrohung durch die Orks, Trolle und Oger, die über die fünf Gebirgspässe versuchen, in das von Bergen umgebene Land einzudringen. Die fünf Zwergenreiche, deren Bewohner mit der Verteidigung dieser Pässe beauftragt sind, stehen kurz vor dem Fall, und als der Steinerne Torweg, der Nordpass im Zwergenreich der Fünften und mit ihm der gesamte Stamm fällt, dringt das sogenannte Tote Land immer weiter vor. Wer auf diesem Grund stirbt, wird zu einem Untoten und stellt sich gegen seine Waffenbrüder.
Unterdessen werden die sieben Menschenreiche und das Elbenreich Âlandur durch die Albae, die dunklen, grausamen Verwandten der Elben, die im Norden des Landes ein Reich namens Dsôn Balsur gegründet haben, angegriffen. Allein die Magi und Magae (lat. Zauberer) können den Vormarsch der Orks und Albae mithilfe von magischen Schranken verhindern.
Tungdil Bolofar ist ein Zwerg, der nichts über seinen Stamm oder seine Herkunft weiß. Er wuchs als Findelkind in den Stollen des menschlichen Magus Lot-Ionan auf, von dem er u. a. das Lesen lernte. Als ihn sein Ziehvater auf einen Botengang zu einem seiner ehemaligen Famuli (Zauber-Schüler) schickt, um ihm einen Sack mit Utensilien zu überbringen, beginnt Tungdils Abenteuer. Denn als er den Schüler in seiner Behausung, dem Schwarzjoch, im Zentrum des Geborgenen Landes nicht antrifft, ist er fest entschlossen, seine Aufgabe dennoch zu erfüllen, und macht sich auf die Suche.
Währenddessen werden die fünf Magi und Magae von ihrem Kollegen Nudin in die Hauptstadt seines Zauberreiches Lios Nudin, nach Porista, gerufen, um an einer Auffrischung der magischen Barrieren teilzunehmen. Diese Versammlung endet tödlich für die Zauberkundigen, denn Nudin entpuppt sich als der Verräter Nôd’onn und tötet seine Freunde auf grausame Art. Als die Herrscher der Menschenreiche davon erfahren, stellen sie ein Heer auf, um die Hauptstadt des Zauberers, in der sich das Zentrum der Magiefelder befindet, die die sechs Zaubererreiche speist, zu stürmen.
Unterdessen trifft Tungdil auf die Zwillingsbrüder Boïndil und Boëndal aus dem Stamm der Zweiten und erfährt von den schrecklichen Ereignissen und dem Tod seines Ziehvaters Lot-Ionan. In den Utensilien, die ihm der Zauberer für seinen Famulus mitgegeben hat, entdeckt Tungdil ein Buch, in dem sich die Schmiedeanleitung für die Feuerklinge befindet, eine mächtige Waffe, die allein in der Lage ist, Nôd’onn zu töten. Die Zwillinge führen ihn in die Feste Ogertod, ihr Reich im Süden.
Unterwegs treffen die drei auf Andôkai, die letzte Maga, und ihren Wächter Djerůn, ein unheimliches Wesen in einer stählernen Rüstung. Im Reich der Zweiten begegnet Tungdil dem sterbenden Zwergengroßkönig Gundrabur Weißhaupt. Eine Versammlung der Stämme ist im Gange, bei der ein Nachfolger bestimmt werden soll.
Da Gundrabur von den Zweiten stammte und die Dritten als Zwergenhasser von den Versammlungen ausgeschlossen sind, muss nun ein Großkönig aus den Reihen der Vierten antreten. Gandogar Silberbart, König der Vierten, scheint der einzige Anwärter auf das Amt des Großkönigs zu sein. Da sieht Tungdil seine einzige Chance, die Zwerge zum Schmieden der Feuerklinge zu bewegen, und bewirbt sich ebenfalls, obwohl er nicht einmal sicher ist, überhaupt ein Vierter zu sein.