mini|Kirchheim mit der A 7 und der Wälsebachtalbrücke im Hintergrund
Kirchheim () ist eine Gemeinde im osthessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Durch die Lage an der Bundesautobahn 7 (A 7) zwischen den Dreiecken mit A 4 und A 5 wird das hessische Kirchheim auch „das Autobahn-Dorf“ genannt, zumal die Autobahn in das Wappen aufgenommen wurde und der Ort durch Rasthöfe mit Tankstellen sowie neuerdings Elektroauto-Schnellladern geprägt ist.
Geographie Geographische Lage Kirchheim liegt in den Südausläufern des Knüllgebirges im Tal der Aula, die bei Niederaula in die Fulda fließt; in der Ortschaft münden in die Aula im Norden das Gossmannsröder Wasser und der Wälsebach und im Süden die Ibra. Der höchste Berg des Gemeindegebiets ist der 6,6 km nordwestlich an der Gemeindegrenze zu Neuenstein gelegene Eisenberg ().
Die nächsten größeren Städte sind Bad Hersfeld (ca. 10 km ostnordöstlich), Fulda (ca. 33 km südsüdöstlich) und Alsfeld (ca. 24 km südwestlich).
Nachbargemeinden Kirchheim grenzt im Norden an die Gemeinde Neuenstein, im Osten an die Stadt Bad Hersfeld, im Süden an die Gemeinde Niederaula, im Südwesten an die Gemeinde Breitenbach am Herzberg (alle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg) sowie im Westen an die Gemeinde Oberaula (im Schwalm-Eder-Kreis).
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht neben dem Hauptort Kirchheim aus den Ortsteilen Allendorf, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Heddersdorf, Kemmerode, Reckerode, Reimboldshausen, Rotterterode und Willingshain.
Klima Das langjährige Jahresmittel der Lufttemperatur beträgt 7,4 °C und der durchschnittliche Niederschlag liegt bei 637 mm. Im langjährigen Mittel hat Kirchheim 21,7 Sommertage, 107,2 Frosttage. Die mittlere Jahressonnenscheindauer liegt bei 1410 Stunden.
Quelle: 1200 Jahre Kirchheim, siehe Kap. Literatur
Geschichte mini|Blick auf den „Seepark Kirchheim“
Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Kirchheim erfolgte unter dem Namen Kyricheim im Breviarium Lulli, einem Zehntverzeichnis der Abtei Hersfeld und wird in die Zeit 775–786 datiert.
Den Eisenbahnanschluss erhielt Kirchheim am 1. Mai 1906, als die Knüllwaldbahn eröffnet wurde. Ab 1935 hatte die Gemeinde den Autobahnanschluss, als hier das Autobahndreieck der Autobahnen A 7 und A 4 entstand.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden bis dahin selbstständigen Gemeinden Allendorf, Frielingen, Gershausen, Goßmannsrode, Kemmerode und Reimboldshausen mit Wirkung vom 1. Februar 1971 auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Kirchheim eingegliedert. Mit Wirkung vom 31. Dezember 1971 folgte Rotterterode. Gersdorf, Heddersdorf, Reckerode und Willingshain kamen kraft Landesgesetz am 1. August 1972 hinzu. Für alle bei der Gebietsreform nach Kirchheim eingegliederten Gemeinden sowie für die Kerngemeinde wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Im Jahr 1974 wurde mit dem Bau des „Seeparkes Kirchheim“, zwischen den Ortsteilen Reimboldshausen und Kemmerode begonnen. Hier wurde die Ibra zu einem zehn Hektar großen See aufgestaut. Nur ein Jahr danach wurde die Kreisstraße 34 von Willingshain über den Eisenberg nach Raboldshausen (Ortsteil von Neuenstein) gebaut. Nach dieser verkehrsmäßigen Erschließung des Eisenbergs folgten im selben Jahr der Bau eines Berghotels, der Bau des „Feriendorfes am Eisenberg“ durch die Stadt Hannover und der Bau des Funkturmes.
Am 22. August 1977 brach der Damm des Ibrastausees im „Seepark Kirchheim“ und unterspülte die Bahntrasse bei Kirchheim. Dies war der Anlass für die Bundesbahn, die Knüllwaldbahn stillzulegen.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Kirchheim angehört(e):
9. Jh.: Frankenreich, Hessengau (in pago Hassorum) 1348: Heiliges Römisches Reich, Reichsabtei Hersfeld, Amt Niederaula ab 1378: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen (1402–1458), Abtei Hersfeld, Amt Niederaula ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Niederaula ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis HersfeldVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 75.Trennung zwischen Justiz (Landgericht Hersfeld) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Hersfeld ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Seit 2000 Von 2016 bis 2024 gab es für die Gemeinde keinen genehmigten Haushalt.Hessen. Kein Haushalt, keine Investitionen: Finanzchaos bei der Gemeinde Kirchheim am 15. August 2024 auf tagesschau.de
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Kirchheim 3651 Einwohner. Darunter waren 145 (4,0 %) Ausländer, von denen 51 aus dem EU-Ausland, 36 aus anderen europäischen Ländern und 58 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 7,6 %.) Nach dem Lebensalter waren 588 Einwohner unter 18 Jahren, 1521 zwischen 18 und 49, 825 zwischen 50 und 64 und 717 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1554 Haushalten. Davon waren 408 Singlehaushalte, 429 Paare ohne Kinder und 540 Paare mit Kindern, sowie 150 Alleinerziehende und 30 Wohngemeinschaften. In 249 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1020 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Im Jahr 1610 hatte Kirchheim 75 Haushaltungen, im Jahr 1747 waren es 81.
Religion Römisch-katholische Kirche Die Gemeinde Kirchheim ist Teil der katholischen Pfarrei St. Lullus Bad - Hersfeld/Niederaula-Kircheim. In Kirchheim befindet sich die katholische Kirche „St. Gunther“ am „Am Wolfsstück 20“.
Religionszugehörigkeit • 1885: 163 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 177 evangelische (= 88,94 %), 20 katholische (= 10,05 %) Einwohner • 1987: 2954 evangelische (= 80,1 %), 466 katholische (= 12,6 %), 270 sonstige (= 7,3 %) Einwohner • 2011: 2553 evangelische (= 69,9 %), 396 katholische (= 10,8 %), 703 sonstige (= 19,3 %) Einwohner
Bhakti Marga In Kirchheim befindet sich ein Ashram der Bhakti Marga.
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Kirchheim erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Kirchheim 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 61,3 14 43,9 10 43,7 10 36,8 8 43,7 10 46,6 11 UHLK Unabhängige Liste für Kirchheim 38,7 9 — — — — — — — — — — — — 56,1 13 56,3 13 63,2 15 56,3 13 53,4 12 Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 Wahlbeteiligung in % 58,8 57,2 58,4 55,4 59,0 61,7
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Kirchheim neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sechs weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. November 2022 Axel Schmidt (CDU). Er setzte sich am 15. Mai 2022 im ersten Wahlgang gegen Amtsinhaber Manfred Koch (SPD), der sich um eine fünfte Amtszeit beworben hatte, bei 59,83 Prozent Wahlbeteiligung mit 53,86 Prozent der Stimmen durch.Votemanager: Bürgermeisterwahl Gemeinde Kirchheim 2022
Amtszeiten der Bürgermeister 2022–2028 Axel Schmidt (CDU)HNA, 1. November 2022: Kirchheims neuer Bürgermeister setzt auf Zusammenarbeit: „Axel Schmidt (CDU) hat am 1. November sein Amt als neuer Bürgermeister von Kirchheim angetreten.“ 1998–2022 Manfred Koch (SPD)HNA, 1. November 2022: Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch (SPD) geht nach 24 Jahren in den Ruhestand 1985–1998 Karl-Heinz Spangenberg (SPD) (verstorben 22. Juni 1998) 1972–1985 Wiegand Kimpel (SPD)CDU-EXTRA 30, 31. August 1978: Hessen ein typisches Beispiel: Genossen-Filz in der Provinz; „Affäre Bürgermeister Kimpel (SPD), Kirchheim. Bürgermeister Kimpel erhielt seit 1972 auf Beschluß der damaligen SPD-Mehrheit in der Gemeindevertretung höhere Bezüge, als ihm nach der Einwohnerzahl der Gemeinde Kirchheim zugestanden hätten.“ - HNA, 27. Februar 2013: Leserbriefe. Kontrollieren und abwägen: „… wie es mein Vater Ehrenbürgermeister Wiegand Kimpel bis 1985 praktizierte.“
Ortsbeiräte Für die Ortsteile Allendorf, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Heddersdorf, Kemmerode, Kirchheim, Reckerode, Reimboldshausen, Rotterterode und Willingshain bestehen Ortsbezirke nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung. Der Ortsbeirat wird im Rahmen der Kommunalwahlen gewählt und bestimmt aus seiner Mitte den/die Ortsvorsteher/in.
Der Ortsbeirat für den Ortsteil Kirchheim besteht aus neun Mitgliedern. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2021 wurde Volker Meister als Ortsvorsteher gewählt.
Haushalt Im Jahr 2013 wurde zur Konsolidierung des Haushalts für die Haltung von Pferden auf dem Gemeindegebiet eine Pferdesteuer eingeführt.
Wappen Am 23. August 1967 wurde der Gemeinde Kirchheim im damaligen Landkreis Hersfeld ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Grün unter einem durch Tannenschnitt abgeteilten goldenen Schildhaupt eine erniedrigte schrägrechte Doppelbahn mit grünem Trennungsstreifen. Die schrägrechte silberne Doppellinie stellt die Autobahn in stilisierter Form dar.
Bauwerke Für die unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmale des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Kirchheim (Hessen).
Am nördlichen Ende der Stadt, in der Schloßstraße in Fahrtrichtung Goßmannsrode, befindet sich anstelle einer ehemaligen hersfeldischen Burg, verlehnt an die von Hattenbach, das um 1685 errichtete Kirchheimer Schloss (Herrenhaus), nachdem das Anwesen um 1600 an die von Baumbach gelangte. Das Anwesen besaß nördlich des Herrenhauses einen Rokoko-Schlosspark. Südlich davon befinden sich halbkreisförmig die Ökonomiegebäude des Anwesens, die heute zumeist als Wohngebäude ausgebaut sind. Die Anlage ist in Privatbesitz und, außer zu öffentlichen Veranstaltungen, nicht zugänglich.
Die heutige evangelische Kirche wurde 1822 erbaut.
Verkehr Die Gemeinde befindet sich an der Bundesautobahn 7 (A 7) direkt am Autobahndreieck Kirchheimer Dreieck mit der A 4, außerdem befindet sich die Anschlussstelle 87 Kirchheim der A 7 südlich davon auf Gemeindegebiet.