Hohenfels ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Geografie Geografische Lage mini|Burg Hohenfels Hohenfels ist die östlichste Gemeinde im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz und liegt etwa 30 Kilometer nordwestlich von Regensburg. Die Gemeinde gehört zur Metropolregion Nürnberg.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung

Es gibt 42 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Großbissendorf, Hohenfels, Markstetten und Raitenbuch. Die Gemarkung Hohenfels hat eine Fläche von 100,128 km² und ist in 1322 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegen die Gemeindeteile Albertshof, Hohenfels, Klausen, Mehlhaube, Nainhof, Pöllnricht, Unterlinder, Unterödenhart und Winklmühle.

Geschichte mini|links|hochkant|Bergfried der Burg Hohenfels Auf einem Bergrücken im Ortskern steht die Ruine der Burg Hohenfels aus dem 12. Jahrhundert. Der Name des Ortes wurde zum ersten Mal 1193 als Hohenvels genannt.Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. München 2006, Seite 117. 1343 wurde er als Hohenfels bezeichnet und in der Zeit von 1519 bis 1521 findet sich die latinisierte Form Hochophelisso.

Das Adelsgeschlecht der Hohenfelser hatten zu Beginn des 12. Jahrhunderts auf dem Felsrücken über den Quellen des Forellenbaches, der damals aber noch Laaber hieß, eine feste Burg als namensgebenden Stammsitz errichtet. Im 14. Jahrhundert wurde Hohenfels neuböhmisches Lehen. Die vielen Fehden ließen das Geschlecht der Hohenfelser verarmen und so mussten sie im Jahre 1375 ihren Besitz den kurpfälzischen Wittelsbachern für ein Darlehen von 12.000 Gulden verpfänden. 1383 verkauften dann die „Hohenfelser“ die Veste mit dem darunter liegenden Markt samt Zubehör an den Pfalzgrafen Ruprecht um 17.700 Gulden. Damit endete die Herrschaft des nordgauischen Adelsgeschlecht der Hohenfelser, das im Jahre 1393 mit Hilpolt von Hohenfels im Mannesstamm ausstarb.

Ruprecht von der Pfalz kam der Erwerb des Hohenfelser Besitzes zur Abrundung seines Fürstentums „der oberen Pfalz zu Baiern“ sehr gelegen, gewann er doch damit einen südlichen Vorposten gegen die oberbayerischen Besitzungen seiner Münchner Vettern. Zudem konnte er die Enklave des angrenzenden Amtes Hohenburg des Hochstiftes Regensburg nun auch von Süden umfassen.

Nach dem Tode König Ruprechts teilten dessen Söhne den Besitz der kurpfälzischen Linie des Hauses Wittelsbach in vier Teile. Das Amt Hohenfels kam zum Teilfürstentum des Pfalzgrafen Johann. Als dann unter Kurfürst Philipp (1476–1508) das Fürstentum Pfalz-Neuburg gebildet wurde, verblieb Hohenfels bei dem kurpfälzischen Teil.

Das Amt Hohenfels blieb Bestandteil des Fürstentums Pfalz-Neumarkt-Neunburg und kam 1448 an die Linie Pfalz-Mosbach-Neumarkt, deren letzter Regent, Pfalzgraf Otto II. den gesamten Besitz an die Kurlinie vermachte. 1490 erwarb Kurfürst Philipp die Mitregentschaft über des Mosbachers Lande. Nach Ottos Tod 1499 wurde er Alleinherrscher in den früheren Neumarkter bzw. Mosbacher Ämtern. Im Dreißigjährigen Krieg stand das Amt Hohenfels, wie die übrige Kuroberpfalz von 1620 bis 1629 unter kurbayrischer Verwaltung, als Kurfürst Maximilian von Bayern vom Kaiser die Besitzungen des Böhmenkönigs Friedrichs V. nach der Schlacht am Weißen Berg erhalten hatte. 1629 diente das Amt neben den Pflegen Holnstein, Helfenberg, Freystadt und Breitenegg Maximilian dazu, den verdienten Feldherm der Liga, Grafen Johann T’Serclaes von Tilly zu belohnen.

Als Teil der Kurpfalz war der Markt bis 1799 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts der Grundherrschaft Hohenfels. Hohenfels besaß ein Marktgericht mit weitgehenden Eigenrechten. Der Ort wurde 1799 vollständig mit dem Königreich Bayern vereinigt. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

In den Baracken des Truppenübungsplatzes Hohenfels richtete die US-Militärregierung 1945 ein Lager für Displaced Persons (DP) ein, in dem ehemalige Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter bis zu ihrer Heimkehr in ihre Ursprungsländer untergebracht wurden. Seit 1946 erinnert ein Gedenkstein an ihre Befreiung, ebenso seit 1948 das „Polenkreuz“, das von Häftlingen des Lagers Hohenfels-Lechow im Ortsteil Nainhof aufgerichtet wurde.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 148 mini|Katholische Nebenkirche St. Sebastian Im äußersten Nordosten des Truppenübungsplatzes und damit noch im Gemeindegebiet von Hohenfels steht die Burgruine Hohenburg, die sich oberhalb des im benachbarten Landkreis Amberg-Sulzbach gelegenen Kernorts der Gemeinde Hohenburg befindet; sie stammt aus der Zeit um das Jahr 1000 n. Chr.

Eingemeindungen Die Gemeinden Bergheim, Enslwang, Frabertshofen, Kirchenödenhart und Unterödenhart wurden 1939 für die Einrichtung des Truppenübungsplatzes Hohenfels abgesiedelt. Sie wurden zum 1. Oktober 1944 in den neugebildeten Heeresgutsbezirk Hohenfels umgegliedert und aufgelöst. Zum 1. Januar 1950 wurde der Heeresgutsbezirk aufgelöst und daraus eine neue Gemeinde Nainhof-Hohenfels gebildet. Das Gebiet wurde bereits im Jahr 1951 abgesiedelt, aber erst am 1. Oktober 1970 nach Auflösung der Gemeinde Nainhof-Hohenfels in die Gemeinde Hohenfels übernommen.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Großbissendorf, Markstetten und Raitenbuch eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 2102 auf 2181 um 79 Einwohner bzw. um 3,8 %. Jahr 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 2314 2381 2095 2124 2119 2170 2064 2130 2240

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Bei der Gemeinderatswahl vom 15. März 2020 führte das Ergebnis zu folgender Sitzverteilung: Partei/Liste Stimmenanteil Sitze Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 27,24 % 4 Unabhängige Parteifreie Wählergemeinschaft 34,46 % 5 Christliche Freie Wähler 17,89 % 2 Aktive Bürger Liste 20,41 % 3

Bürgermeister Bürgermeister ist als Nachfolger von Bernhard Graf (UPW) seit dem 1. Mai 2020 Christian Graf (UPW). Bei der Kommunalwahl 2020 wurde er mit 55,91 % der gültigen Stimmen in einer Stichwahl gewählt.

Wappen Im 16. Jahrhundert erhielt der Markt Hohenfels ein eigenes Wappen als Symbol der eigenen Rechtsfähigkeit der bürgerlichen Gemeinde.

Gemeindepartnerschaft Seit Mai 2010 besteht ein Partnerschaftsabkommen mit Strašice in Tschechien.

Religion mini|Pfarrkirche St. Ulrich In Hohenfels befinden sich die katholische Pfarrkirche St. Ulrich sowie die Filialkirche St. Sebastian; in Raitenbuch steht die Filialkirche St. Ägidius und in Großbissendorf St. Leonhard.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler

Pfarrkirche St. Ulrich Burgruine Hohenfels Burgruine Hohenburg Schloss Raitenbuch

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Es gab 2020 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sowie im Produzierenden Gewerbe keine, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 11 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 160 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 941. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gab es jeweils einen Betrieb. Im Jahr 2020 bestanden zudem 32 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1497 ha. Davon waren 1322 ha Ackerfläche und 175 ha Dauergrünfläche.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2017): einen Kindergarten mit 87 Kindergartenplätze und 85 betreuten Kindern eine Grundschule mit vier Klassen, vier Lehrern und 68 Schülern

Militär Nordwestlich von Hohenfels liegt das Joint Multinational Readiness Center (JMRC), einer der größten Truppenübungsplätze in Deutschland. Dieser steht unter amerikanischer Verwaltung und wird hauptsächlich von der US-Armee benutzt.

Persönlichkeiten

Johann Baptist Modler (1697–1774), Bildhauer und Stuckateur Wolfgang Biedron (* 1951), Judoka

Literatur Wilhelm Volkert: Gerichtsverhältnisse im Pflegamt Hohenfels vom 15. bis zum 18. Jahrhundert In: Verhandlungen des historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. 100. Band (1959) S. 149–175 Online Günter Frank und Georg Paulus: Pflegamt Hohenfels In: Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig Regensburger Beiträge zur Heimatforschung, Band 6), Regensburg / Kollersried 2020. Online S. 481–504. Franz X. Bogner (2024). Schatzkammer der Oberen Pfalz (1). Grüner Truppenübungsplatz Hohenfels. 144 Seiten, Parsberg. ISBN 978-3-9820261-3-8.

Weblinks

Markt Hohenfels

Einzelnachweise

Wilhelm Volkert: S. 150 Wilhelm Volkert: S. 151 Wilhelm Volkert: S. 152 Dominik Dorfner: Pfalz-Neumarkt-Neunburg, Herzogtum In: Historisches Lexikon Bayerns

Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Markt in der Oberpfalz Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz