mini|Tanzlinde in Peesten mini|Schloss und altes Schulhaus

Peesten (oberfränkisch: BiesnE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bīsn“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Kasendorf im Landkreis Kulmbach (Regierungsbezirk Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Peesten hat eine Fläche von 3,703 km² und ist in 430 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Dörnhof, Krumme Fohre (zum Teil) und Lichtentanne.

Lage Das Pfarrdorf bildet mit Lichtentanne im Osten eine geschlossene Siedlung. Im Norden fällt das Gelände ins Tal des Proßer Bachs ab. Die Kreisstraße KU 4 führt zur Staatsstraße 2190 bei Krumme Fohre (1,3 km südöstlich) bzw. an Krötennest vorbei nach Buchau (3,4 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verbindet mit Proß (1,1 km nordöstlich).

Geschichte 1294/95 wurde ein „von Besthen“ urkundlich erwähnt. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. 1398 wurde der Ort „Pesten“ genannt. Dem Ortsnamen liegt das sorbische Wort pĕsčane (mĕsto) (=sandiger Ort) zugrunde.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 122f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Peesten aus 36 Anwesen, einer Kirche, einem Pfarrhaus und einem Schulhaus. Das Hochgericht übte das Giech’sche Herrschaftsgericht Thurnau aus. Dieses hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen (1 Mühle, 1 Schenkstatt, 1 Brauhaus, 1 Schmiede, 1 öde Backstube, 1 Schafflecken mit Wohnhaus, 5 Höfe, 2 Gütlein, 1 Halbgut, 16 Sölden, 2 Häuser, 1 Beckenhaus, 3 Häuslein, 1 ödes Häuslein, 1 Hofstatt).Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 628. Hier werden abweichend 35 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Patrimonialgericht Thurnau. 1810 kam Peesten an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1811 der Steuerdistrikt Peesten gebildet. Zu diesem gehörten Appenberg, Döllnitz, Dörnhof, Gundersreuth, Hammerhaus, Hammermühle, Heubsch, Krumme Fohre, Lichtentanne, Papiermühle, Proß und Pulvermühle. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Peesten, zu der Dörnhof und Lichtentanne gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Thurnau (ab 1852 Landgericht Thurnau) zugewiesen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörte fast sämtliche Anwesen bis 1848 zum Patrimonialgericht Thurnau. 1856 wurde Peesten an das Rentamt Thurnau überwiesen (1919 in Finanzamt Thurnau umbenannt). Ab 1862 gehörte Peesten zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Thurnau (1879 in das Amtsgericht Thurnau umgewandelt), seit 1929 ist das Amtsgericht Kulmbach zuständig. Die Finanzverwaltung wurde 1929 vom Finanzamt Kulmbach übernommen.Rüdiger Barth, S. 770. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 3,712 km².

Am 1. Juli 1976 wurde die Gemeinde Peesten nach Kasendorf eingegliedert.

Bau- und Naturdenkmäler Wahrzeichen des Ortes ist die Tanzlinde, die 2001 nach historischem Vorbild wieder eingerichtet wurde. Ihr gegenüber steht das ehemalige Jagdschloss der Familie Giech, daneben die evangelische Pfarrkirche St. Maria. In Peesten gibt es insgesamt elf Baudenkmäler.

ehemaliges Kunstdenkmal Haus Nr. 11: Zweigeschossiges Haus, von zwei zu fünf Achsen, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Erdgeschoss Sandstein, Obergeschoss nördlich und westlich sowie Giebel unter Verschieferung vermutlich mit Fachwerk.A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Kulmbach, S. 80. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.

Religion Peesten ist Sitz der Pfarrei St. Maria, die seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt ist.Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 628.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Obermainland Kategorie:Geographie (Kasendorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1976 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ersterwähnung 1294 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach