TKKG (auch: Ein Fall für TKKG) ist eine deutsche Jugendbuchreihe sowie die darauf beruhende gleichnamige Hörspielserie von Stefan Wolf (Pseudonym von Rolf Kalmuczak). Seit dessen Tod im Jahr 2007 wird die Serie auf ausdrücklichen Wunsch des Schöpfers mit verschiedenen Autoren weitergeführt. Die Buchreihe wurde jedoch 2011 eingestellt. Die Hörspielserie wird seit 1981 von Europa unter der Regie von Heikedine Körting produziert.Hubert Bücken: Die Miller-Story, S. 55 (Miller International Schallplatten GmbH Quickborn, 1986). Mit 14 Millionen verkauften Büchern und 33 Millionen verkauften Hörspielkassetten und CDs gehört die Serie zu den erfolgreichsten deutschen Jugendserien. Im deutschsprachigen Raum gilt die Serie nach der Buch- und Hörspielreihe Die drei ??? als kommerziell erfolgreichste Serie ihres Genres. Die Serie gewann zudem 42 Goldene Schallplatten und eine Platin-Schallplatte.
Handlung und Figuren TKKG ist ein Akronym und steht für die Protagonisten Tim (früher Tarzan genannt), Karl, Klößchen und Gaby. Als TKKG-Bande lösen die vier Jugendlichen Kriminalfälle. Unterstützt werden sie dabei von Gabys Hund Oskar und ihrem Vater, dem Kriminalkommissar Emil Glockner. Die Figuren sind, je nach Band, zwischen 12 und 17 Jahren alt (Gaby ist im ersten Band 12 und Klößchens 13. Geburtstag findet in Band 8 Auf der Spur der Vogeljäger statt). In den späteren Bänden sind alle 14 Jahre alt. Die Stadt der TKKG-Bande wird namentlich nie genannt. Oftmals wird sie nur als Millionenstadt bezeichnet, in der Folge 0 Das Geheimnis um TKKG wird allerdings in einem Radiobericht über die TKKG zuvor eine Wettervorhersage eingespielt, die von gutem Wetter über der Alster spricht.
Tim Tim/Tarzan ist Anführer der TKKG-Bande; er heißt eigentlich Peter Timotheus Carsten und ist einer der Protagonisten der Serie. In der Neubearbeitung der Bücher (cbj avanti Verlag) wird er Tim Carsten genannt. Er wohnt im Internat mit Klößchen in einem Zimmer, das den Namen „Adlernest“ trägt. Tim ist Kampfsportler. Er trainierte am Anfang fast nur Judo, später aber vor allem Jiu Jitsu. In Buch 54 Herr der Schlangeninsel (Hörspiel Folge 73) trainierte er Kung Fu. Anfangs trug er daher den Spitznamen Tarzan. Da Tarzan bis zum Jahre 2000 in Deutschland aber markenrechtlich geschützt war und bis dahin nur gegen Lizenzgebühr verwendet werden durfte, musste dieser Name für die Figur aufgegeben und mit Timotheus, kurz Tim, ein zweiter Vorname eingeführt werden. Die Namensänderung wird in der Geschichte Die weiße Schmuggler-Yacht (Band 32, Hörspiel-Reihenfolge: 38) vollzogen. Innerhalb des TKKG-Universums wird dieser Wechsel dadurch erklärt, dass Peter diesen Namen ablegt, nachdem er einen Tarzan-Film gesehen hat und nicht mehr mit ihm verglichen werden will. Er erfährt dann aber von seinem zweiten Vornamen.Wie aus Tarzan Tim wurde (enthält auch ein Zitat der Textstelle aus dem Buch), TKKG-Site.de, abgerufen am 2. September 2012. In neueren Folgen wird er von seinen Bandenmitgliedern manchmal Häuptling genannt, was zeigt, dass er die anführende Rolle von TKKG einnimmt (mittlerweile ist der Name Tarzan und dessen Verwendung in Deutschland gemeinfrei).
Karl Karl Vierstein wird auch „Computer“ genannt, weil er ein phänomenales Gedächtnis hat. Der Beruf seines Vaters wird in den alten Ausgaben als Professor für Physik, in den Ausgaben von Random House (cbj) ab 2004 als Professor für Mathematik und Physik und in den überarbeiteten Ausgaben (cbj avanti) als Professor für Theoretische Physik angegeben. Der Beruf seiner Mutter wird in den früheren Ausgaben gar nicht angegeben; es ist nicht einmal klar, ob sie überhaupt einer Erwerbstätigkeit nachgeht oder Hausfrau ist. In den überarbeiteten Ausgaben besitzt sie dagegen eine eigene Apotheke. Karl ist recht ausgeglichen und ein treuer Gefährte. Er ist groß gewachsen und schlaksig mit „Windhundgesicht“ und Nickelbrille. Er putzt seine Brille, wenn er aufgeregt ist. Oftmals langweilt er die anderen mit seinen Vorträgen.
Klößchen Klößchen (eigentlich: Willi Sauerlich) trägt den Namen auf Grund seiner Figur, die von seiner Liebe zu Schokolade herrührt. Sein Vater ist ein reicher Schokoladenfabrikant. Klößchen entscheidet sich, mit Tim im Internat zu leben, weil es nicht so langweilig wie zu Hause ist. Er ist lustig und es ist immer gut, ihn dabei zu haben. Manchmal handelt er jedoch etwas zu vorschnell, hat aber bisweilen phänomenale Geistesblitze, die (von ihm häufig unbemerkt) bei der Verfolgung einer heißen Spur dienlich sind. Er ist an einem 17. Juni geboren.Band 8 „Auf der Spur der Vogeljäger“.
Gaby Gaby Glockner, mit vollem Namen Gabriele, ist das einzige Mädchen im Bund. Ihren Spitznamen „Pfote“ bekam sie, weil sie so tierlieb ist und sich von jedem Hund die Pfote geben lässt. Ihr Vater ist Kriminalkommissar Emil Glockner. Mehrmals wird eine Beziehung mit Tim angedeutet und wird in späteren Folgen sowohl von ihr als auch Tim bestätigt. Sie ist mutig und gerecht. Ihre Mutter betreibt ein Feinkostgeschäft unter der Wohnung der Glockners. Außerdem besitzt Gaby einen Hund namens Oskar, der auf einem Auge blind ist. Sie ist Tierschützerin.
Oskar Als inoffizielles fünftes Mitglied fungiert Gabys schwarz-weißer Cocker-Spaniel Oskar. Auch wenn er auf einem Auge blind ist, so ist er dank seiner Spürnase bei den Ermittlungen ein hilfreicher Assistent.
Weitere Personen Emil Glockner (43) ist Kriminalkommissar und Vater von Gaby. Er hilft der TKKG-Bande oft und er wird aufgrund des guten Verhältnisses zu Tim häufig als dessen väterlicher Freund betitelt. Margot Glockner ist die Mutter von Gaby und arbeitet in ihrem Lebensmittelladen unter der Glocknerschen Wohnung. Erna Sauerlich ist die Mutter von Klößchen und sehr strikte Vegetarierin. Hermann Sauerlich ist Willis Vater und Inhaber einer Schokoladenfabrik. Professor Doktor Albert Vierstein ist Professor und der Vater von Karl. Alberts Frau und Karls Mutter heißt Elisabeth. Susanne Carsten ist die Mutter von Tim. Seit ihr Mann Maximilian, ein Bauingenieur, durch einen Unfall starb, hat sie oft Mühe, sich und ihren Sohn allein durchzubringen. Tim unterstützt sie daher, so gut er kann. Sie arbeitet als Buchhalterin in einer weit von der TKKG-Stadt entfernten Großstadt, weswegen sich Mutter und Sohn nicht oft sehen können. In Folge 200 (Der große Coup) bringt sie ihren neuen Freund in die Millionenstadt. Er heißt Sascha und wird auch Tims „zukünftiger Stiefvater“. Inspektor Bienert (28), genannt Wespe, ist ein guter, fast brüderlicher Freund von TKKG bei der Polizei und kommt in späteren Folgen oft als Vertreter von Kommissar Glockner vor. Er kleidet sich unkonventionell und gilt als unmöglicher Beamter, kann aber trotzdem auf Karriere hoffen, denn er ist „schlau und wespenfleissig“. Kommissar Klaus Schalavsky ist ein enger Kollege von Glockner, der es ungern sieht, wenn sich die Detektive in polizeiliche Ermittlungen einmischen. Er tritt mürrisch und pedantisch auf, aber die Gruppe TKKG ist ihm dennoch ans Herz gewachsen.
Geschichte der Serie Die Serie wurde 1979 vom deutschen Schriftsteller Rolf Kalmuczak kreiert. Die Bücher wurden unter dem Pseudonym Stefan Wolf veröffentlicht, da dieser aufgrund des Tiernamens Wolf vor allem für die junge Leserschaft einprägsamer sei. Eigentlich sollte die Serie unter dem Namen Die vier Freunde publiziert werden, da es aber schon eine Jugendbuchserie mit dem Titel Fünf Freunde von Enid Blyton gab, entschied sich Kalmuczak für eine Notlösung. Er benannte die Serie nach den Anfangsbuchstaben der vier Freunde: TKKG (Tarzan [später Tim], Karl, Klößchen, Gaby). In seinen Romanen war es für ihn ein zentrales Anliegen, gesellschaftliche Themen der Jugendlichen wie Alkohol, Drogen, Kleidung, Autos, Freundschaft und Partys in einer Kriminalgeschichte und einem Fall für TKKG zu verpacken. Die ersten fünf Bücher erschienen im firmeneigenen Verlag der Pelikan AG anlässlich der Frankfurter Buchmesse 1979. Autor Kalmuczak besuchte in seiner Jugend selbst das Internatsgymnasium Pädagogium Bad Sachsa, die fiktiven Schauplätze der Serie sind deshalb zum Teil in Bad Sachsa und Umgebung zu finden.
Chronologie der ersten Bände Die Jagd nach den Millionendieben (Band 1) Der blinde Hellseher (Band 2) Das leere Grab im Moor (Band 3) Das Paket mit dem Totenkopf (Band 4) Das Phantom auf dem Feuerstuhl (Band 5)
In den 1980er Jahren erschienen neben den regulären Hardcovern auch 16 Taschenbücher mit noch nicht im Hardcover veröffentlichten Geschichten, die später in so genannten Dreifach-Bänden als Hardcover nachgedruckt wurden. Das Hardcover Nr. 9 – Abenteuer im Ferienlager erschien zusätzlich in Form von fünf so genannten Trampbüchern. Weiterhin gab es eine Ablegerserie für jüngere Leser ab sieben Jahren – Die 2 und TKKG mit wesentlich harmloseren Fällen, bei deren Lösung TKKG regelmäßig mithalfen. Die Helden hier waren Thomy und sein Hund Bobby, die es auf sechs Abenteuer brachten.
Seit 1981 erscheint eine Hörspielreihe nach der Buchreihe bei Europa unter der Regie von Heikedine Körting. Dabei sind nur die ersten 31 Folgen identisch mit der Nummerierung der Bücher. Danach wurden die Bücher in unterschiedlicher Reihenfolge vertont. Seit 1995 erscheinen zusätzlich TKKG-Fälle, die nicht auf einer Buchvorlage basieren, sondern nur als Hörspielskripte existieren.
Die TKKG-Bücher wurden ursprünglich vom firmeneigenen Verlag der Pelikan AG herausgegeben, im Juni 2004 wechselte die Herausgeberschaft zum cbj-Verlag. Dieser veröffentlichte im Januar 2005 die Bände 7, 14, 54, 77 und 84 als Neuauflage mit dem eigenen cbj-Logo. Seit Juni 2005 sind alle Bände in der Neuauflage beim cbj-Verlag erhältlich. Die Hörspiele, erschienen bei Europa, feierten im Jahre 2006 mit Folge 150 ihr 25-jähriges Jubiläum. Nach dem Erfolg der TKKG-Hörspielserie begann Kalmuczak in den 1990er Jahren, neben der Umsetzung der Buchvorlagen auch eigene Hörspiel-Manuskripte zu schreiben.
Serien-Neustart Nach dem Tod des Autors am 10. März 2007 gab das Hörspiellabel Europa bekannt, dass die Hörspielreihe „auf ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen“ trotzdem fortgesetzt werde. Seitdem liegen alle Rechte an der Marke TKKG bei Sony Music Entertainment. Diese beauftragte das Marketing-Unternehmen KB&B Advertising, die TKKG-Lizenzen zu vertreiben. Unter anderem resultieren aus dieser Kooperation das TKKG-Brettspiel von Schmidt Spiele und das Magazin von Ehapa. Die größte Veränderung ist seit dem Relaunch der Serie im Oktober 2009 zu sehen. Das Cover wurde komplett umgestaltet und auch neue computercolorierte Bilder werden seitdem verwendet (siehe auch Kapitel Illustration). Auch der Verleger der Bücher cbj hat sich entschieden, neben neuen Illustrationen auch die ersten Bände der Serie komplett neu zu verfassen. Der Autor Herbert Friedmann wurde damit beauftragt, die ersten 12 Folgen auf Basis der Erstausgaben von Kalmuczak zu überarbeiten. Die Neufassungen erschienen 2010 und 2011.
Buch-Pause Seit 2012 werden keine neuen Bücher mehr veröffentlicht. Auf Nachfrage einer Fanseite äußerte Random House Ende Januar 2013, dass ihr Imprint „cbj avanti“ (bei welchem die Bücher erscheinen) ruhe und damit auch bis auf weiteres keine neuen TKKG-Bücher veröffentlicht werden. Eine Weiterführung der Serie wurde jedoch nicht ausgeschlossen. Da sich die Situation kurzfristig ändern könnte, will der Verlag auch keine offizielle Stellungnahme veröffentlichen.
Hörspiel-Rechtsstreit und Entlassung von Niki Nowotny Im Juni 2016 eskalierte ein im Hintergrund laufender Rechtsstreit über das Honorar zwischen dem Hörspiellabel Europa und dem Sprecher von Karl, Niki Nowotny. Laut Darstellung von Nowotny soll sein Honorar zu gering gewesen sein, da er den Beteuerungen des Verlags glaubte, dass aufgrund niedriger Verkäufe kein höheres Honorar möglich sei. Nachverhandlungen über die finanzielle Beteiligung waren jedoch erfolglos, da die Forderung Nowotnys und das Angebot von Europa zu weit auseinanderlagen.