mini|Wechselkurs des Euros zum Forint seit 1999

Der Forint ist die Währung Ungarns. Ein Forint ist formal in 100 Fillér oder Filler (Abkürzung f; deutsch: „Heller“) eingeteilt, diese Einheit hat jedoch seit Ende der 1990er Jahre keine Bedeutung mehr. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Forint 1946 wieder eingeführt und hielt sich bis Mitte der 1980er Jahre stabil. Nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Regimes kam es 1991 mit dem Wandel von Zentralverwaltungswirtschaft zu freier Marktwirtschaft zu einer Inflation. Der Wert des Forints fiel drastisch und im Jahr 1991 lag die Inflationsrate bei 32,2 %,Inflationsraten Ungarns (abgerufen am 16. Mai 2010) im Jahr 2009 dagegen nur noch bei 5,6 %. Als EU-Mitglied wird Ungarn den Forint aufgrund der Verpflichtungen in den EU-Verträgen durch den Euro ersetzen, dazu muss Ungarn aber zunächst den Wechselkursmechanismus II erfüllen.

Geschichte Der Forint bekam seinen Namen vom Florin, einer nach der Stadt Florenz benannten Goldmünze, die sich im 13. Jahrhundert in ganz Europa verbreitete. Auch andere Währungen wie der Gulden waren vom Florin abgeleitet. In Ungarn wurde der Forint erst 1325 durch König Karl Robert von Anjou (ung. Károly Róbert) eingeführt. Im 14. und 15. Jahrhundert war Ungarn der größte Goldproduzent Europas. Der Forint zählte bis zum 17. Jahrhundert zu den stärksten Währungen der Region. Der Fillér hat seinen Namen vom Heller. mini|Forint von 1342

Die Osmanen beherrschten Ungarn im 16. und 17. Jahrhundert.Die Geschichte Ungarns (abgerufen am 7. Mai 2010) Als deren Macht nach 150 Jahren allmählich nachließ, begann die Regierungszeit der Habsburger. Aber auch das führte nicht zur Befriedung des Volkes, so dass es zu mehreren Aufständen kam. Vor allem die reiche Adelsfamilie Rákóczi war hierbei aktiv beteiligt. Ferenc II. Rákóczi ging als Führer der Rebellion und ungarischer Nationalheld in die Geschichte ein. Er ziert heute noch den 500-Forint-Schein. Rákóczi schuf während der Freiheitskriege eine neue Währung, indem er die Habsburger Münzen (1,10 und 20 Poltur) mit seinem Siegel überprägen ließ. Dieser Vorgang wird auch Kontramarkierung genannt.

mini|Forint von 1891 In Österreich-Ungarn wurde der Forint ab 1868 für den ungarischen Reichsteil geprägt, bevor er mit der Währungsreform von 1892 durch die österreichisch-ungarische Krone (Korona) ersetzt wurde. Nach dem Zerfall der Donaumonarchie wurde die ungarische Krone eingeführt, die wiederum als Reaktion auf die von 1921 bis 1924 andauernde Inflation 1927 vom Pengő („klingende Münze“) abgelöst wurde. Schon 1931 wurde der Goldpengő mit 130 Trillionen Papierpengő bewertet. Am 3. Juni 1946 wurden Noten im Wert von 100 Trillionen Pengő in Umlauf gebracht und am 11. Juli 1946 wieder eingezogen. Kurz danach wurde der Adopengő (dt. Steuerpengő) eingeführt. Der Kurs zwischen Pengö und Steuerpengö wechselte ständig. Der Pengő erlitt eine so hohe Abwertung, dass dies als Inflationsweltrekord ins Guinness-Buch der Rekorde einging.

Nach dieser Hyperinflation und dem damit einhergehenden Geldchaos ist seit dem 1. August 1946 der Forint wieder offizielle Währung Ungarns. Ein Forint wurde als 4·1029 (400 Quadrilliarden, ausgeschrieben 400.000.000.000.000.000.000.000.000.000) Pengő oder 200 Millionen Steuerpengő festgesetzt.

Die kommunistische Führung, die ab 1948 regierte, ließ im Zuge der Planwirtschaft keinen Spielraum für einen Aufschwung des Forints. Trotz verschiedener Maßnahmen, darunter die Kontrolle der Ölpreise an der Grenze sowie das Versprechen stabiler Inlandspreise, begannen auch in Ungarn die Preise sowie die Kosten für Devisen-Anleihen zu steigen. Die im Jahr 1946 festgelegten Nennwerte der Geldscheine reichten nicht mehr aus, was dazu führte, dass 1970 die erste 500-Forint-Note gedruckt wurde. 1983 folgte dann die 1000-Forint-Note und 1991 der 5000-Forint-Schein.

Die Änderung des politischen Systems im Jahr 1989 gab dem Forint erstmals die Chance, sich unter marktwirtschaftlichen Bedingungen zu entwickeln. Dies erwies sich als schwieriger Prozess. Die schnelle Freigabe der verbliebenen regulierten Preise sorgte im Jahr 1990 für eine Inflation von 33,35 Prozent und 1991 von 32,22 Prozent. Durch die relative wirtschaftliche Selbständigkeit Ungarns hatte das Land im Vergleich mit den anderen ehemals sozialistischen Ländern allerdings den niedrigsten Inflationswert aufzuweisen. Das Vertrauen der Ungarn in den Forint war sehr gering, so dass die meisten Menschen ihre Ersparnisse in Devisen, vorzugsweise D-Mark oder US-Dollar, hielten. Erst Mitte der 1990er Jahre begann sich dieser Trend umzukehren und 2001 wurde der Forint für voll konvertierbar erklärt.

Ausgabeformen Münzen 1946 wurden die Münzen zunächst in Werten von 2, 10 und 20 Fillér sowie von 1, 2 und 5 Forint geprägt. 1947 folgten dann 5 Forint, sowie 1948 5 und 50 Fillér. Der Fillér bestand zunächst aus Kupfer-Verbindungen und der Forint aus Aluminium. Bis 1947 wurden wegen des Goldstandards auch echte Silbermünzen geprägt.

Alte Münzen (Serie ab 1949) Die folgende Tabelle zeigt eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Münzen.

Nennwert MotivVorderseite MotivRückseite Beschreibung Metall Gewicht Durchmesser Rand Ausgabedatum 2 Fillér Schriftzug Volksrepublik Ungarn, Prägejahr Aluminium 0,65 g 18 mm glatt 27. März 1950 5 Fillér Schriftzug Volksrepublik Ungarn, Prägejahr, Frauenkopf Aluminium 0,6 g 17 mm glatt 31. März 1953 10 Fillér Schriftzug Volksrepublik Ungarn, Prägejahr, Taube mit Olivenzweig Aluminium 0,85 g 19,1 mm geriffelt 15. Dezember 1950 20 Fillér Schriftzug Volksrepublik Ungarn, Prägejahr, Weizenähren Aluminium 1,25 g 21 mm glatt 31. März 1953 50 Fillér Schriftzug Volksrepublik Ungarn, Prägejahr, auf Amboss sitzender Mann mit Hammer Aluminium 1,4 g 22 mm glatt 31. März 1953 1 Forint Schriftzug Volksrepublik Ungarn, Prägejahr, Mátyás Rákosis Wappen Aluminium 1,5 g 23,7 mm geriffelt 15. November 1949 2 Forint Schriftzug Volksrepublik Ungarn, Prägejahr, Rákosis Wappen Kupfernickel 5 g 25 mm mit Ornamenten 20. Januar 1950 5 Forint Schriftzug Volksrepublik Ungarn, Wertzahl, Prägejahr, János Kádárs Wappen, Lajos Kossuth Kupfer-Nickel-Zink 7,4 g 27,5 mm geriffelt 30. Juni 1972 10 Forint Schriftzug Volksrepublik Ungarn, Prägejahr, Wertzahl, Freiheitsstatue (Budapest) Nickel 8,83 g 28 mm mit Ornamenten 1. Juni 1971 20 Forint Schriftzug Volksrepublik Ungarn, Prägejahr, Wertzahl, György Dózsa, János Kádárs Wappen Kupfernickel 7,06 g 26,8 mm geriffelt 18. April 1983

Im Laufe der Jahre wurden immer wieder neue Münzen geprägt, die sich im Aussehen aber nicht wesentlich von den in der obigen Tabelle aufgeführten Münzen unterscheiden. Bei den Aluminium-Münzen wurde über die Jahre noch Magnesium als Material hinzugefügt. Die 10-Forint-Münze erschien 1983 auch als Kupfer-Aluminium-Nickel-Verbindung. Die Farbe der Münze änderte sich von Silber zu Gold.

Aktuelle Münzen (Serie ab 1990) Seit dem 15. Juni 2009 sind Münzen zu 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Forint im Umlauf. Die Fillér-Münzen wurden 1999 eingezogen. Ab dem 1. März 2008 wurden auch die Ein- und Zwei-Forint-Stücke wegen der geringen Verwendung seitens der Verbraucher und der fehlenden eigenständigen Kaufkraft eingezogen. Bei Barzahlungen im Einzelhandel wird derzeit der Rechnungsbetrag auf die nächste durch 5 teilbare Zahl auf- oder abgerundet. Bis 1. März 2012 war eine Einwechslung dieser Münzen bei der ungarischen Zentralbank Magyar Nemzeti Bank möglich. Am 15. Juni 2009 wurde die neue 200-Forint-Münze in Umlauf gebracht, welche die entsprechende Banknote ersetzte.

Die folgende Tabelle zeigt eine detaillierte Übersicht über die aktuellen Münzen: Nennwert DurchmesserDicke Masse Motiv Entwurf Metall Rand 5 Forint 21,2 mm1,6 mm 4,2 g Silberreiher István Kosa, István Bartos Kupfer-Nickel-Zink glatt 10 Forint 24,8 mm1,7 mm 6,1 g Wappen Ungarns István Kosa, István Bartos Kupfernickel unterbrochen geriffelt(10 × 70 Riffel) 20 Forint 26,3 mm1,8 mm 6,9 g Ungarische Iris István Kosa, István Bartos Kupfer-Nickel-Zink geriffelt(130 Riffel) 50 Forint 27,4 mm1,8 mm 7,7 g Würgfalke István Kosa, István Bartos Kupfernickel glatt 100 Forint 23,8 mm2,6 mm 8 g Wappen Ungarns István Kosa Ring: Stahl mit NickelüberzugKern: Stahl mit Messingüberzug geriffelt(170 Riffel) 200 Forint 28,3 mm2,0 mm 9 g Budapester Kettenbrücke István Kosa Ring: Kupfer-Nickel-ZinkKern: Kupfernickel unterbrochen geriffelt(9 × 8 Riffel)

Gedenkmünzen mini|UNICEF-Gedenkmünze 1998 Die erste Gedenkmünze nach der letztmaligen Forinteinführung 1946 war 1948 eine Serie zur 100. Jahreswende seit der Revolution und dem Freiheitskrieg 1848–1849, entworfen von József Reményi. Sie zeigt ein Porträt von Sándor Petőfi; am Rand ist der Ausspruch „Wir schwören, wir schwören“ eingefräst. Die Münze erschien in 5-, 10- und 20-Forint-Prägungen. (abgerufen am 12. Mai 2010) Die nachfolgende Tabelle zeigt ausgewählte Gedenkmünzen von 1948 bis 2010:

Ausgabejahr Ausgabegrund MotivVorderseite MotivRückseite Entwurf Materialien Nominalwert 1961 150. Geburtstag von Ferenc Liszt Wertzahl, darunter eine stilisierte fünfsaitige Leier und Jahreszahl Porträt von Ferenc Liszt Miklós Borsos Silber 98,6 % Gold 98,6 % 25,50,100,500 ft 1968 150. Geburtstag von Ignác Semmelweis Porträt von Ignác Semmelweis Wertzahl zweimal, in Umschrift ein Wappen, Jahreszahl József Reményi, Dezső Kovács Gold 90 % Silber 64 % 50, 100, 200, 500, 1000 ft 1970 25. Jahrestag der Befreiung Ungarns die Freiheitsstatue in Budapest innen Verzierungen mit Blumenmuster, Wertzahl, darunter Wappen und Jahreszahl Dezso Kovács Silber 64 % 50, 100 ft 1974 50. Jahrestag Gründung der ungarischen Nationalbank Wertzahl, Jahreszahl, links Wappen Zentralgebäude der ungarischen Nationalbank József Garány, Viktória Csúcs Silber 64 % 50, 100 ft 1980 Gemeinschaftsraumflug mit der Sowjetunion Umschrift um das Wappen, darunter Jahreszahl und Wertzahl Brustbild der beiden Raumpiloten, Erdball mit einem Raumschiff Viktória Csúcs Nickel 100 ft 1985 Naturschutz in einem rechteckigen Feld Schrift und Wertzahl Fischotter, Sumpfschildkröte oder Wildkatze; Inschrift: „Wenn das Leben teuer ist“Zoltán Fülöp Silber 64 %;Kupfer-Nickel-Zinn 100, 200 ft 1989 Olympische Sommerspiele in Barcelona aus welligen Linien bestehende Bandreihe, Wert- und Jahreszahl Schrift, rechts ein Sportler, der die olympische Flamme mit einer Fackel entfacht András Kis-Nagy Silber 90 % 500 ft 1991 Besuch Papst Johannes Paul II. in Ungarn Wertzahl, Jahreszahl, Schrift und das ungarische Wappen mit Krone Jungfrau Maria, in ihrer linken Hand ein den Reichsapfel haltender kleiner Jesus Sándor Tóth Gold 98,6 %;Silber 90 % 100, 500 und 10000 ft 1998 UNICEF, für die Kinder der Welt offizielles Emblem der UNICEF ein winkendes Mädchen, Kinderzeichnung, stilisierter Schlüssel László Szlávics Silber 92,5 % 2000 ft 2004 Weltkulturerbe Pécs 2004 in Umschrift, Wertzahl, unten das Bild eines Zierstückes aus Bronze mit Monogramm Christi Umschrift, die sogenannte „Korsós“-Grabkammer verziert mit einem Krug László Szlávics Silber 92,5 % 5000 ft 2006 Ungarische Ingenieure und Erfinder um die Jahres- und Wertzahl der Schriftzug „Ungarische Republik“, ein Teil des Ford T-Modells Ford T-Modell, Umschrift um das Auto István Holló Kupfer 75 % und Nickel 25 % 1000 ft 2008 550. Jahrestag der Thronbesteigung von König Matthias Hunyad in Umschrift ein Rabe mit Ring im Schnabel, Wappen der Familie Hunyadi, darunter Wertzahl, Jahreszahl Renaissance-Gewölbebogen, Brustbild von König Matthias, darunter Schrift, Jahreszahl László Szlávics Silber 98,6 % 50000 ft

mini|Weltkulturerbe Pécs 2004 links|mini|Gedenkmünze König Hunyadi 2008

Im Jahr 2010 wurde zuletzt die Gedenkmünze zum Weltkulturerbe Őrségi geprägt. Diese viereckige Silbermünze zeigt auf der Vorderseite die Wert- und Jahreszahl und in Umschrift „Republik Ungarn“. Auf der Rückseite ist der gleichnamige Őrségi-Nemzet-Park abgebildet. Die Münze ist im Wert von 5000 Forint erschienen.Gedenkmünze 2010 (abgerufen am 12. Mai 2010)

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