rahmenlos|hochkant=1.4|rechts|Schloss Kaufungen anno 1839

Limbach-Oberfrohna ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Zwickau im Südwesten des Freistaates Sachsen, die am 1. Juli 1950 durch Zusammenschluss der Städte Limbach und Oberfrohna gebildet wurde. Limbach hatte 1883 das Stadtrecht erhalten, Oberfrohna 1935. Mit der Nachbargemeinde Niederfrohna besteht eine Verwaltungsgemeinschaft.

Geografie Geografische Lage Limbach-Oberfrohna ist naturräumlich dem Grenzgebiet zwischen Mittelsächsischem Hügelland und Erzgebirgsvorland bzw. dem Erzgebirgsbecken im südwestlichen Teil Sachsens zuzuordnen. Südlich bzw. südöstlich der Stadt verläuft der waldreiche Höhenzug des Rabensteiner Waldes als nördlicher Ausläufer des Erzgebirgsvorlandes. Das Stadtgebiet hat im Bereich der Gemarkungsgrenze zu Chemnitz-Grüna über den Ortsteil Pleißa Anteil daran. Es werden Höhen von über erreicht.

Des Weiteren wird Limbach-Oberfrohna von einer Reihe kleinerer Bäche durchflossen – u. a. Pleißenbach, Frohnbach – die teils in Richtung Zwickauer Mulde (Frohnbach), teils in Richtung Chemnitz (Pleißenbach) entwässern. Die Zwickauer Mulde durchfließt als einziges größeres Fließgewässer den Stadtteil Wolkenburg-Kaufungen aus Richtung Waldenburg kommend.

Limbach-Oberfrohna dehnt sich über eine Fläche von 50,17 km² aus. Das Stadtgebiet erstreckt sich von der Landesgrenze zu Thüringen bis zur östlichen Nachbarstadt Chemnitz über eine Distanz von etwa 13 km.

Nachbargemeinden

Stadtgliederung mini|Luftbild aus nordöstlicher Richtung (2012) Limbach-Oberfrohna sind neben der Kernstadt – bestehend aus Limbach, Oberfrohna und Rußdorf – vier weitere Stadtteile – Bräunsdorf, Kändler, Pleißa sowie Wolkenburg-Kaufungen – zugeordnet. Insgesamt bestehen damit sieben Stadtteile:

Stadtteil Einwohner1 Flächein km² Einwohnerje km²Limbach 11.880 7,01 1.695Oberfrohna 3.906 4,08 957Rußdorf 1.738 4,70 370Bräunsdorf 979 6,96 141Kändler 1.885 3,15 598Pleißa 2.338 7,22 324Wolkenburg-Kaufungen 1.549 17,04 91 Gesamt 24.275 50,16 484 1Stand: Dezember 2023

Limbach mini|Rittergut Limbach, Herrenhaus, seit den 1990er Jahren Stadtverwaltung Limbach ist der östlichste der drei Kernstadtteile. Er ist nördlich des Naturschutzgebietes Limbacher Teiche gelegen, von denen der Große Teich am weitesten ausgedehnt ist. Im Jahr 1248 wurden ein Johannes de Limpach und 1348 die Pfarrei erstmals erwähnt. Zum 1. Januar 1883 erhielt das Dorf Stadtrecht. Am 1. Juli 1950 wurde es mit Oberfrohna auf SED-Beschluss zu Limbach-Oberfrohna vereinigt.

Oberfrohna Der Ort befindet sich zwischen Rußdorf im Westen und Limbach im Osten liegend. Oberfrohna wurde 1415 als Querchfrohne zum ersten Mal erwähnt. 1935 erfolgten sowohl die Eingemeindung von Rußdorf als auch die Verleihung der Stadtrechte. Am 1. Juli 1950 wurde Oberfrohna mit der Nachbarstadt Limbach zur Doppelstadt Limbach-Oberfrohna zwangsvereinigt.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt

Rußdorf Rußdorf ist an der Grenze zu Callenberg im Westen des Stadtgebietes gelegen. Das Dorf wurde 1335 zum ersten Mal erwähnt. Der Ort war ehemals teilweise eine Exklave von Sachsen-Altenburg, später des Landes Thüringen in Sachsen. Durch einen Staatsvertrag gelangten 1928 in einem Gebietsaustausch die thüringischen Teile des Ortes zu Sachsen.www.reichstagsprotokolle.de: Karte mit den Austauschgebieten, abgerufen am 19. September 2010 Am 31. März 1935 wurde Rußdorf nach Oberfrohna eingemeindet und ist seit 1950 schließlich ein Stadtteil von Limbach-Oberfrohna.limbach-oberfrohna.de: Geschichte und Wissenswertes über unsere Ortsteile – Rußdorf, abgerufen am 2. September 2010

Kändler Kändler wurde 1375 zum ersten Mal erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom traditionellen „keeneln“ (altdeutsch für gefällte Stämme rutschend den Hang hinunter transportieren) ab. Am 1. Januar 1999 erfolgte die Eingemeindung nach Limbach-Oberfrohna.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999

Pleißa Pleißa wurde zum ersten Mal am 13. Dezember 1375 urkundlich erwähnt. Am 1. Januar 1999 erfolgte die Eingemeindung nach Limbach-Oberfrohna.

Durch die Eingemeindung von Bräunsdorf, Kändler und Pleißa wuchs das Stadtgebiet auf 33,12 km² an.statistik.sachsen.de: Gemeindestatistik 1999 für Limbach-Oberfrohna, Stadt (Gebietsstand 1. Januar 1999) Falko Weißpflog ist eine bekannte Persönlichkeit aus Pleißa.

Wolkenburg-Kaufungen mini|hochkant|Eingang zum Besucherbergwerk St. Anna in Wolkenburg-Kaufungen mini|hochkant|Schloss Wolkenburg hoch über der Zwickauer Mulde Kaufungen wurde zum ersten Mal 1226 urkundlich erwähnt, bei Wolkenburg war dies 1241. Der zwischen Herrnsdorf, Uhlsdorf und Niederwinkel gelegene Ullrichsberg (oder Ullersberg) gehört zu den frühesten Bergbauorten im heutigen Freistaat Sachsen. Reste eines Pingenfeldes und einer heute wüsten Ansiedlung von Bergleuten wurden Anfang der 1990er Jahre archäologisch auf das Ende des 13. oder den Anfang des 14. Jahrhunderts datiert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Bergbau im Januar 1351, als sich Markgraf Friedrich III., der Strenge mit den Brüdern Volrad und Busso von Colditz über die Ausübung der Münzrechte in Wolkenburg einigte. Mit Unterbrechungen wurde bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts am Ullrichsberg Kupfer, Blei und Silber abgebaut. Durch eine Arbeitsgemeinschaft wurden seit 1980 zwei Stollen (Segen Gottes bei Niederwinkel und St. Anna bei Herrnsdorf) als Besucherbergwerke der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

Wolkenburg/Mulde und Kaufungen schlossen sich erst 1994 zu einer Gemeinde zusammen. Zu Wolkenburg-Kaufungen gehören die drei Ortsteile Dürrengerbisdorf, Herrnsdorf und Uhlsdorf. Am 1. Januar 2000 wurde die Gemeinde nach einer gescheiterten Verwaltungsgemeinschaft mit Waldenburg in die Stadt Limbach-Oberfrohna eingegliedert.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2000

Bekannte Persönlichkeiten der ehemaligen Gemeinde sind Kunz von Kauffungen, Detlev Carl Graf von Einsiedel, Detlev Graf von Einsiedel und Fritz von Uhde.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von August 1944 bis 13. April 1945 existierte im Ortsteil Wolkenburg ein Frauen-Außenlager des KZ Flossenbürg, in dem etwa 400 Frauen für die Opta-Radio AG Leipzig Zwangsarbeit verrichten mussten. Sieben Frauen erlagen den unmenschlichen Lebensbedingungen. Abgerufen am 6. Juli 2016

Bekannte Bauwerke sind das Schloss Wolkenburg und die St.-Mauritius-Kirche in Wolkenburg. Gegenwärtig wird das 1613 erstmals erwähnte Bergamtshaus im Ortsteil Herrnsdorf restauriert.

Bräunsdorf Bräunsdorf wurde 1290 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Am 1. November 1998 wurde Bräunsdorf nach Limbach-Oberfrohna eingemeindet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998

Geschichte Mittelalter Urkundlich ist ein „Heinrich von Frone“ belegtAutorenkollektiv: Werte der Deutschen Heimat, Das Limbacher Land. Akademie-Verlag Berlin, DDR 1962, Heinrich von Frone S. 51. Von der Stadtgründung 1950 bis 1990 Die Doppelstadt Limbach-Oberfrohna entstand am 1. Juli 1950 durch die Vereinigung der beiden Städte Limbach und Oberfrohna. Die noch junge Stadt wurde im Zuge der Gebietsreform 1952 in den Kreis Chemnitz, dann Karl-Marx-Stadt-Land, der sich im gleichnamigen Bezirk der DDR befand, eingegliedert.

Zu DDR-Zeiten wurde das Pionierferienlager Clara Zetkin eingerichtet, in dem auch westdeutsche Kinder Ferien machen konnten.Facebook-Eintrag zum Pionierlager

Seit 1990 Nach der Wende existierte der zugehörige Landkreis als Landkreis Chemnitz im wiedergegründeten Freistaat Sachsen weiter. Am 1. Oktober 1994 erhielt Limbach-Oberfrohna den Sonderstatus Große Kreisstadt.

Am 1. Januar 2000 kam es zur Bildung der Verwaltungsgemeinschaft mit Niederfrohna.

Seit August 2008 gehört Limbach-Oberfrohna zum Landkreis Zwickau.

Jahrelang wurden eine Gruppe nicht rechter Jugendlicher und ihre Treffpunkte von Neonazis attackiert. Um sie zu schützen, gründeten ihre Eltern das Bunte Bürgerforum für Demokratie. Stadt, Polizei und Regionalpresse sprachen von Auseinandersetzungen zwischen Personen „aus dem linken und dem rechten Spektrum.“ Später verurteilte das Amtsgericht Zwickau Nico D. als Rädelsführer der rechtsextremen Szene wegen Brandstiftung, Körperverletzung und Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen zu 2½ Jahren Haft. Der Staatsanwalt hatte klargestellt, dass in Limbach-Oberfrohna kein diffuser Bandenkrieg geherrscht habe; vielmehr kenne er nur Fälle mit rechten Tätern und linken Opfern.Michael Kraske: Der Riss. Wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört. Ullstein Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-550-20073-1, S. 145–148. 2011 wurde der Verein Buntes Bürgerforum für Demokratie Limbach-Oberfrohna mit dem Sächsischen Förderpreis für Demokratie ausgezeichnet.Michael Kraske: Der Riss. Wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört. Ullstein Verlag, Berlin 2020, S. 344. Bei einer Anhörung im Innenausschuss des Sächsischen Landtags am 9. Februar 2012 erklärte der Leiter der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge, Uwe Reißmann, dass in der Region seit 2008 verstärkt rechte Kriminalität registriert worden sei, wofür er die Autonomen Nationalisten Limbach-Oberfrohna, die sich später in Nationaler Widerstand Limbach-Oberfrohna umbenannten verantwortlich machte; deren erklärtes Ziel sei es gewesen, gewaltsam eine „national befreite Zone“ zu schaffen. Auf derselben Veranstaltung befand der Politikwissenschaftler Hajo Funke, Kommunalpolitik und Polizei hätten in Limbach-Oberfrohna eine konsequente Strafverfolgung sträflich vernachlässigt, so dass die Gefahr bestehe, dass „aus Alltagsterror Schlimmeres wird.“ Neonazis seien in der Region zu so massiver Gewalt in der Lage, dass in der Stadt Angst und Drohräume das Klima störten.Michael Kraske: Der Riss. Wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört. Ullstein Verlag, Berlin 2020, S. 154 f.

Im Sommer 2012 liefen erste Verhandlungen des Ortsteils Meinsdorf der Gemeinde Callenberg mit Limbach-Oberfrohna über eine Eingemeindung. Grund dafür ist die enge kulturelle Bindung an Limbach-Oberfrohna und die Erwartung, dass sich Callenberg künftig mit Hohenstein-Ernstthal zusammenschließen könnte.Meinsdorfer flirten mit dem Nachbarn

Vom 2. bis 4. September 2016 fand der 25. Tag der Sachsen in Limbach-Oberfrohna statt. In dieser Zeit (am Samstag, den 3. September 2016) wurde mit über 1050 Spielern (1052) ein neuer Weltrekord im Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spielen aufgestellt.

2022 geriet Limbach-Oberfrohna durch die Diskussion über das Abstimmverhalten seines Kommunalparlaments überregional in die Schlagzeilen: Im September 2022 lehnte der Stadtrat von Limbach-Oberfrohna aus einer Liste von fünf Vorschlägen für durch Stolpersteine zu ehrende Personen zwei ab. Die Ablehnung erfolgte mit Stimmen der CDU, der Freien Wähler und der AfD mit der Begründung, die von Nazis erschossenen Max Tennler und Arno Förster seien Mitglieder der KPD und damit „der Demokratie nicht gut gesonnen“ gewesen. Daraufhin stellte der Initiator der Aktion, Stadtrat Albert Klepper (Grüne) die Ehrung insgesamt in Frage, denn bei den Opfern dürften „keine Unterschiede gemacht“ werden.Keine Stolpersteine in Limbach-Oberfrohna mehr?, Blick.de, 3. Oktober 2022, abgerufen am 17. August 2023., VVN-BdA Chemnitz, 28. September 2022, abgerufen am 17. August 2023.Eklat um Stolpersteine in Limbach-Oberfrohna: Stadtrat lehnt Gedenktafeln ab, Steffi Hofmann, Freie Presse, 27. September 2022, abgerufen am 17. August 2023. Kritiker des Abstimmungsverhaltens warfen der CDU vor, alle hätten sich bereits vor der Abstimmung öffentlich positioniert: Die CDU habe also voraussehen können, wie die AfD votieren werde.Ein fataler Vorschlag, taz.de, 29. Juli 2023, abgerufen am 17. August 2023.

Eingemeindungen