mini|hochkant=1.2|Blick auf Trier mini|hochkant=1.2|Wahrzeichen der Stadt: die Porta Nigra mini|hochkant=1.2|Blick von der Porta Nigra in die Simeonstraße (Gegenperspektive)
Trier (, , , ) ist eine kreisfreie Großstadt an der Mosel und mit Einwohnern () nach Mainz, Ludwigshafen am Rhein und Koblenz die viertgrößte Stadt des deutschen Bundeslands Rheinland-Pfalz.
Das vor mehr als 2000 Jahren als gegründete Trier gilt als eine der ältesten Städte Deutschlands, da es bereits in römischer Zeit Stadtrecht besaß. In der Spätantike zur Zeit der Römischen Tetrarchie erlangte die Stadt unter dem Namen Treveris nach 293 als Residenzstadt eines der vier römischen Kaiser ihre größte Bedeutung, und der gesamte Nordwesten des Römischen Reichs wurde damals von Trier aus regiert.
Im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation war Trier dann seit dem 12. Jahrhundert eine kurfürstliche Residenzstadt – der Kurfürst im gleichnamigen Kurfürstentum war jeweils zugleich der Erzbischof von Trier.
1798 wurde Trier Sitz des französischen Département de la Sarre, kam dann zu Preußen (1815 bis 1945) und gehört seit 1946 zum neu gegründeten deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz.
Triers Baudenkmäler aus römischer Zeit sind seit 1986 UNESCO-Welterbe: das Amphitheater, die Barbarathermen, die Kaiserthermen, die Konstantinbasilika, die Porta Nigra und die Römerbrücke. Zum UN-Welterbe gehören außerdem zwei mittelalterliche Bauten: der im Kern noch aus spätrömischer Zeit stammende, romanische Trierer Dom und die frühgotische Liebfrauenkirche. Darüber hinaus umfasst die Liste der Kulturdenkmäler in Trier Orte, Gebäude und Monumente aus nahezu allen Epochen von der Frühgeschichte bis zum 21. Jahrhundert.
Trier ist außerdem Sitz des römisch-katholischen Bistums Trier, des ältesten Bistums nördlich der Alpen, und des evangelischen Kirchenkreises Trier und verfügt über die Universität Trier, die Hochschule Trier sowie über zahlreiche Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden.
Geographie Geographische Lage Trier liegt in der Mitte einer Talweitung des mittleren Moseltals mit dem Hauptteil am rechten Ufer des Flusses. Bewaldete und zum Teil mit Weinbergen besetzte Hänge steigen zu den Hochflächen des Hunsrücks im Südosten und der Eifel im Nordwesten an. Die Grenze zum Großherzogtum Luxemburg bei Wasserbillig ist etwa 15 km von der Stadtmitte entfernt. Die nächsten größeren Städte sind Luxemburg, etwa 50 km westlich, Saarbrücken, etwa 90 km südlich, Kaiserslautern, etwa 120 km südöstlich, und Koblenz, etwa 130 km nordöstlich, von Trier.
„Trierer Schweiz“ ist eine ältere Bezeichnung für das Naherholungs- und Ausflugsgebiet der Stadt Trier links der Mosel. Um 1905 hatte die Trierer Schweiz eine Kapazität von etwa 1800 Gästen, die gleichzeitig in neun Gasthäusern in diesem Bereich hätten bewirtet werden können.Walter Blasius: Die Trierer Schweiz, Eigenverlag, Trier 2017.
Aufgrund des überwiegend ländlichen Umlands hat Trier ein für seine Größe relativ großes Einzugsgebiet, das sich aus großen Teilen des Moseltals, des unteren Saartals, der Eifel und des Hunsrücks zusammensetzt; siehe auch: Region Trier.
Die Höhenlage von Trier erstreckt sich von 124 m. ü. NHN auf der Mosel kurz vor Schweich bis auf 427 m. ü. NHN auf dem Kuppensteiner Wild bei Trier-Irsch. Die Höhe der Innenstadt, gemessen am Hauptmarkt, beträgt 137 m. ü. NHN.
Auf der rechten Moselseite liegen der Petrisberg, der Allenberg und der Grüneberg, links der Mosel Mohrenkopf, Markusberg, Pulsberg, Kockelsberg, Steigenberg und Zoonenberg. Zuflüsse der Mosel sind von rechts Kobenbach, Aulbach mit Pfahlweiher und Mattheiser Weiher, Olewiger Bach, Aveler Bach, Gruberbach, Meierbach, Ruwer und Kennerbach und von links der Mosel Zewenerbach, Eurenerbach, Irrbach, Sirzenicher Bach mit Gillenbach, Biewerbach, Kyll und Quintbach.
Der größte Teil des Trierer Stadtgebietes gehört zu der naturräumlichen Haupteinheit Moseltal (Nr. 25). Weitere Teile im Westen gehören zum Gutland (Nr. 26), im Norden zur Osteifel (Nr. 27) und im Osten zum Hunsrück (Nr. 24).
Stadtgliederung Das Stadtgebiet von Trier gliedert sich in 18 Gemarkungen und 19 Ortsbezirke.Trierer Ortsbezirke auf trier.de. In jedem Ortsbezirk gibt es einen aus 9 bis 15 Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen, den Ortsbezirk betreffenden Angelegenheiten anzuhören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dem Stadtrat. Die Ortsbeiräte können auch im Rahmen eines ihnen zugeteilten Budgets über kleinere Maßnahmen im Ortsbezirk selbstständig entscheiden. Für die 19 Ortsbezirke gibt es Stadtteilrahmenpläne, die bei der Aufstellung von Bauleitplänen nach dem Baugesetzbuch zu berücksichtigen sind.Stadtteilrahmenpläne auf trier.de.
Die Ortsbezirke beinhalten insgesamt 28 Stadtbezirke, von denen 10 in ihren Merkmalen identisch mit dem Ortsbezirk sind. Nach der kleinräumigen Gliederung gehören die Stadtbezirke zu den Planungsbereichen 1 bis 5 (Mitte, Nord, West, Ost und Süd) und sind ihrerseits wieder untergliedert in 100 statistische Bezirke.Raimund Fries, Weinand: Kleinräumige Gliederung der Stadt Trier – Gliederungsaufbau und Erläuterungen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik. In: Stadt-Fokus 03/2019, S. 3–6 (grundbildung.trier.de), abgerufen am 2. Juli 2020.
Ortsbezirke mit Fläche und Einwohnerzahl (Erst- und Zweitwohnsitz): Nr. Ortsbezirk Stadtbezirke Flächein ha Einwohner31. Dez. 2006 Einwohner31. Dez. 2013 Einwohner31. Dez. 2023Bevölkerung nach Stadtbezirken (2023) auf trier.de. 11 Mitte/Gartenfeld Altstadt, Gartenfeld 294,7 12.648 12.256 12.537 12 Nord Nells Ländchen, Maximin 375,6 14.256 13.628 15.282 13 Süd Barbara, Matthias 164,8 9.409 9.386 9.435 21 Ehrang/Quint Ehrang, Quint 2.522,9 9.397 9.133 9.175 22 Pfalzel Pfalzel 238,5 3.558 3.543 3.408 23 Biewer Biewer 515,6 1.985 1.860 1.961 24 Ruwer/Eitelsbach Ruwer, Eitelsbach 910,3 3.142 3.020 2.964 31 West/Pallien Pallien, Trier-West 841,2 7.117 7.053 7.466 32 Euren Euren 1.271,5 4.116 4.271 4.284 33 Zewen Zewen 783,6 3.695 3.564 3.548 41 Olewig Olewig 305,4 3.312 3.076 3.442 42 Kürenz Alt-Kürenz, Neu-Kürenz 584,6 8.578 9.567 10.182 43 Tarforst Tarforst 550,2 6.827 6.688 6.470 44 Filsch Filsch 149,6 830 836 1.881 45 Irsch Irsch 395,0 2.410 2.290 2.250 46 Kernscheid Kernscheid 381,6 999 936 954 51 Feyen/Weismark Feyen, Weismark 538,3 5.845 5.866 7.397 52 Heiligkreuz Alt-Heiligkreuz, Neu-Heiligkreuz 203,2 6.766 6.676 6.831 53 Mariahof Mariahof 678,5 3.212 3.031 2.994 Stadt Trier 11.705,1 108.102 106.680 112.461
Nachbargemeinden Die kreisfreie Stadt Trier ist vollständig vom Landkreis Trier-Saarburg umschlossen. In unmittelbarer Nähe, nur wenige Kilometer entfernt, liegen der Eifelkreis Bitburg-Prüm und der Landkreis Bernkastel-Wittlich.
Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn (beginnend im Norden): Schweich, Longuich, Kenn und nochmals Longuich im Bereich der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße Mertesdorf, Kasel, Waldrach, Morscheid, Korlingen und Gusterath im Bereich der Verbandsgemeinde Ruwer Hockweiler und Franzenheim im Bereich der Verbandsgemeinde Trier-Land Konz und Wasserliesch im Bereich der Verbandsgemeinde Konz Igel, Trierweiler, Aach, Newel, Kordel und Zemmer im Bereich der Verbandsgemeinde Trier-Land
Geologie Im Bereich von Trier trennt die Mosel die Trierer Bucht im Norden vom Rheinischen Schiefergebirge im Süden. Die Trierer Bucht ist geprägt durch Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper des Trias (Erdmittelalter) und das Rheinische Schiefergebirge durch Schiefer des Devon (Erdaltertum).
Klima Die Stadt Trier befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur im Messzeitraum von 1971 bis 2000 betrug 9,8 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 774,2 mm.Weltweite Wetterinformationen auf dwd.de. Im Zeitraum von 1981 bis 2010 lag die Jahresmitteltemperatur bei 9,9 °C und der durchschnittliche Jahresniederschlag bei 781,1 mm.Vieljährige Mittelwerte auf dwd.de. Von 1991 bis 2020 lag die Jahresmitteltemperatur bei 10,3 °C und der durchschnittliche Jahresniederschlag bei 744,7 mm.
Im Zeitraum von 1961 bis 1990 gab es pro Jahr:
Im Zeitraum von 1991 bis 2020 gab es pro Jahr:
Die DWD-Station Trier-Petrisberg auf besteht seit 1941 und misst durchgehend seit 1948. In Trier-Zewen befindet sich seit 2008 eine weitere DWD-Station auf .DWD-Stationen auf wetter.rlp.de. Der lokale Hitzerekord von 40,6 °C (Trier-Petrisberg) ist gleichzeitig der rheinland-pfälzische Hitzerekord und datiert vom 25. Juli 2019.SWR Aktuell vom 25. Juli 2022: Jetzt wird es kühler in Rheinland-Pfalz.
Raumplanung In Rheinland-Pfalz bildet Trier eines der fünf Oberzentren für die Mittelzentren Bernkastel-Kues, Bitburg, Daun, Gerolstein, Hermeskeil, Konz, Neuerburg, Prüm, Saarburg, Traben-Trarbach und Wittlich.
Trier ist Mitgründer des im März 2016 in Rostock gegründeten Deutschen Regiopolen-Netzwerks.Wirtschaftsforum: Rostock beweist sich als Regiopole, Norddeutsche Neueste Nachrichten, 21. April 2016.
In der Stadt Trier gibt es einen starken Nachfrageüberhang nach Miet- und Eigentumswohnungen: Deutschlandweit gab es in Trier gemäß einer Erhebung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zwischen 2005 und 2010 die höchste Mietsteigerung. Der Landkreis Trier-Saarburg liegt bei dem bundesweiten Ranking mit 13,4 Prozent Mietzinssteigerung auf Platz drei. Ursache dieser Entwicklung ist die geographische Nähe Triers zu Luxemburg.Teures Wohnen in Trier. In: Trierischer Volksfreund, 11. Oktober 2011.
Geschichte Trier ist eine von den Römern gegründete Stadt und hieß ursprünglich Augusta Treverorum, als eine Stadt des Kaisers Augustus und der Treverer. Die Treverer waren ein keltischer Stamm, der sich in der Region niedergelassen hatte. In der Spätantike war der Ort sehr bedeutend und hieß Treveris. Von dieser Bezeichnung leitet sich der heutige Ortsname Trier her. Nach der Gründungssage Triers hingegen, die erstmals 1105 in den Gesta Treverorum schriftlich aufgezeichnet wurde, soll Trebeta, der Sohn des Assyrerkönigs Ninus, Trier 1300 Jahre vor der Entstehung Roms gegründet haben.Gabriele B. Clemens, Lukas Clemens: Geschichte der Stadt Trier. München 2007, ISBN 978-3-406-55618-0. Darauf weist auch die Inschrift aus dem Jahr 1684 am Roten Haus am Trierer Hauptmarkt hin:
Vorgeschichte mini|Trebeta als sagenhafter Stadtgründer, Ölgemälde im Trebeta-Saal des Trierer Simeonstiftes Funde im Stadtgebiet weisen auf kleine bandkeramische Siedlungsstellen aus der älteren Jungsteinzeit als älteste Spuren menschlicher Besiedelung der Trierer Talweite hin. Durch Grab- und Siedlungsfunde lässt sich eine Besiedlung verschiedener Plätze im heutigen Stadtgebiet in den letzten fünf Jahrtausenden v. Chr. nachweisen. In der Spätbronzezeit entwickelte sich aus kleinen besiedelten und bewirtschafteten Rodungsinseln in dichtem Urwald durch langsames Zurückdrängen des Waldes und Ausbau der Land- und Viehwirtschaft eine von immer mehr Einzelgehöften und kleinen Weilern durchzogene Feldlandschaft.
Seit den letzten vorchristlichen Jahrhunderten siedelten Angehörige des keltischen Stammes der Treverer auf dem heutigen Stadtgebiet. Vor der Römerzeit war das Trierer Gebiet noch kein Hauptsiedlungsplatz des Stammes, der seine Hauptorte in befestigten Höhensiedlungen hatte. Während der Gallischen Feldzüge des Gaius Iulius Caesar waren die Treverer anfangs mit den Römern verbündet, wechselten aber die Seiten, nachdem die romfeindliche Partei im treverischen Adel die Oberhand gewonnen hatte. Zur Feier der Eroberung Galliens durch die Römer hielten diese im Jahr 50 v. Chr. eine Truppenparade im Grenzgebiet des Treverer-Landes ab.Gaius Iulius Caesar: De bello Gallico 8,52,1 (online S. 483). Danach gerieten der Stamm und das Trierer Stadtgebiet immer mehr in den römischen Machtbereich.
Römisches Reich mini|Blick auf die spätantike Stadt (3D-Rekonstruktion)