Hornberg (früher amtlich: Hornberg/Schwarzwaldbahn) ist eine Stadt im Mittleren Schwarzwald im Ortenaukreis in Baden-Württemberg. Die Stadt behauptet, obwohl es keinerlei historische Quellen dafür gibt, der Ursprung der Redewendung zum Hornberger Schießen zu sein.
Geographie Geographische Lage Hornberg liegt an der Mündung des Reichenbachtals in das Gutachtal im mittleren Schwarzwald in 344 bis 970 Metern Höhe (Gemarkungsgrenze zu Gutach im Talgrund – Karlstein), im südöstlichen Zipfel des Ortenaukreises.
Nachbargemeinden Die Stadt grenzt im Nordwesten an Gutach, im Norden an die Stadt Wolfach, im Osten an Lauterbach und Schramberg, beide im Landkreis Rottweil, im Süden an die Stadt Triberg und im Südwesten an Schonach, beide im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Westen an die Stadt Elzach im Landkreis Emmendingen.
Stadtgliederung Zur Stadt Hornberg mit den ehemals selbstständigen Gemeinden Niederwasser und Reichenbach gehören die Kernstadt Hornberg und 133 weitere Ortsteile (Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser).Hornberg mit Ortsteilen und Wohnplätzen im Ortslexikon bei LEO-BW 60px|Wappen Hornberg In der Gemarkung Hornberg liegen die Stadt Hornberg, die Zinken Offenbach und Schwanenbach und der Wohnplatz Am Rubersbach.100px|Hornberg mit Schloss (2015)60px|Wappen Niederwasser In der Gemarkung Niederwasser liegen das Dorf Niederwasser, die Zinken Am Bach, Frombach, Holdergund, Oberhippensbach und Unterhippensbach, die Höfe Großschanzenberg, Hinter Hauenstein, Holderhof, Oberfall, Obergießhof, Ober Niedergießhof, Renner, Unterfall, Unter Niedergießhof und Vorder Hauenstein und die Wohnplätze Bäracker, Bruckfelsen, Gaisberg, Glasträger, Grund, Himmelreich, Kleinschanzenberg, Kunzenbach, Linden(Hahnen)dobel, Bahnstation Niederwasser, Pelzbühl, Scheiben, Trummenstein, Vogelloch, Wächtersdobel und Webertal.100px|Karlstein bei Niederwasser (2013)60px|Wappen Reichenbach In der Gemarkung Reichenbach liegen der Weiler Fohrenbühl, die Zinken Igelloch, Ober Reichenbach, Offenbach, Rappengrund, Schonach, Schondelgrund, Schwanenbach, Unter Reichenbach und Windkapf, die Höfe Adamshof, Alter Bader(bauern)hof, Andrealishof, Blumjockelesbauerhof, Dieschenhof, Eckenbauernhof (Kammerers Winterecke), Frombachbauernhof, Götzengut, Gründlebauer im Offenbach, Hasenhof im Frombach, Hasenhof im Schwanenbach, Heilerhof, Heizmannshof (Heizemehof), Hinterbauernhof, Hinterer Mosenberg, Horzbauernhof, Hofbauernhof, Im Gründle (Gründlebauer), Kenzengut, Kostbach (Ober und Unter), Kräher, Kucherbach(erhof), Kumbachhof, Langenbach (Ober), Langenbach (Unter), Lehmannshof, Lindendobel, Maierhof, Mooshof, Mooswald, Neuer Baderhof, Oberer Kammerhof (Kammerers Sommerecke), Obersteighof (Obersteigbauer), Reichensteinerhof, Rötenbach, Rötenbauernhof, Rohrenbauernhof, Säge(bauern)hof, Schembach (Ober und Unter), Schenkenbauernhof, Schneidermichelshof, Schondelhöfe (Jungbauernhof), Schondelhöfe (Moserhof), Schonenmichelhof, Schonetishof, Simonsbauernhof, Sonnenwirtshaus, Spechendobel(hof), Staigerhof, Tiefenbachbauer(Unter), Unterer Kammerhof, Unterer Wirtshäuslehof (Zur Krone), Unter Schonetishof, Untersteighof, Vogtsbauernhof, Vorderer Mosenberg, Waldhasenhof, Wieserhof, Wolfbauernhof, Wolfhansenecke (Eckenmatisenhof) und Zuckerbauer, Haus und Hof Sägewerk und die Wohnplätze Beizenbach (Peitschenbach), Ergenbach, Grund, Hasensteig (Steigheiler, Steigloch), Kuchelloch, Mooshansengut, Ölergütle, Pechloch, Sägbronnen, Schindleloch, Straßershäusle, Taubenbach, Tiefenbachergütler (Ober), Vogtsadeshof, Winterecke und Winterskopf.100px|Die Passhöhe im Ortsteil Fohrenbühl (2009) Geschichte mini|hochkant|Allianzwappen anlässlich einer Eheschließung zwischen einem Freiherrn von Hornberg und einer Freiin von Zimmern
Bis zum 19. Jahrhundert Bereits zur Römerzeit verlief durch das Gebiet der Stadt eine bedeutende Fernverbindung von Straßburg nach Konstanz, die unter fränkischer Herrschaft weiterbetrieben wurde. Die Herrschaft Hornberg wurde dem Adalbert von Ellerbach von Heinrich IV. um das Jahr 1084 zum Lehen gegeben, der sich fortan von Hornberg nannte.
Um 1200 erfolgte unter den Erben eine Teilung, der südliche Teil wurde zur Herrschaft Triberg. Die Burg, unterhalb der sich die spätere Stadt Hornberg entwickelte, wurde zu dieser Zeit errichtet.
Die Stadt ging durch Verkauf in die Hände der Württemberger über, für die dieses Gebiet einen wichtigen Stützpunkt auf dem Weg zu ihren elsässischen Besitzungen und der Grafschaft Mömpelgard darstellte. Der Verkauf begann im Jahre 1423 und war etwa zwei Jahrzehnte später abgeschlossen. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Stadt Sitz eines Obervogteiamtes. Hornberg war somit Bestandteil der Grafschaft Württemberg und seit 1495 des Herzogtums Württemberg.
Im Gränzvertrag zwischen dem Königreich Würtemberg und dem Großherzogthum Baden,documentArchiv.de: Gränzvertrag zwischen dem Königreich Würtemberg und dem Großherzogthum Baden der am 2. Oktober 1810 in Paris geschlossen wurde, kamen mehrere „Stäbe“ des Oberamtes Hornberg, so neben Hornberg die Stadt Schiltach und die Gemeinden Gutach und Kirnbach, an das Großherzogtum Baden. Hornberg blieb auch danach Sitz eines Bezirksamtes.
Eingemeindungen Die Gemeinde Niederwasser wurde am 1. Dezember 1971 und die Gemeinde Reichenbach am 1. April 1974 eingemeindet.
mini|Blick auf Hornberg vom Schloss; zentral das Eisenbahnviadukt
Demographie Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. +JahrEinwohnerzahl1939 3.2631961 4.2331970 4.2522022 4.271
Politik mini|hochkant|Rathaus Hornberg, 2015 mini|hochkant|Stadtbrunnen in Hornberg, Landsknecht und Narr weisen auf das bekannte Hornberger Schießen hin.
Bürgermeister vor 1971 – 1985: Alfred Schondelmaier„Es war eine sehr interessante Zeit“ Schwarzwälder Bote vom 6. Dezember 2011 1985–2000: Thomas Schwertel (1959–2018)Hornbergs ehemaliger Bürgermeister überraschend gestorben Hitradio Ohr vom 16. Januar 2018 2001–2023: Siegfried Scheffold seit 2023: Marc Winzer
Bürgermeister ist seit dem 1. Februar 2023 Marc Winzer. Er wurde am 13. November 2022 mit 50,3 Prozent der Stimmen gewählt. Er folgte Siegfried Scheffold nach, der ab 2001 amtierte und Ende Januar 2023 in den Ruhestand trat.
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Der Gemeinderat in Hornberg hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 57,8 % (2019: 56,4 %) zu folgendem Endergebnis:Wahlergebnis 2019 des Statistischen Landesamts
Partei Wahlergebnis Sitze Vergleich Freie Wähler Hornberg 37,8 % 5 Sitze 2019: 29,7 %, 4 Sitze CDU 37,5 % 5 Sitze 2019: 39,6 %, 6 Sitze SPD 24,8 % 4 Sitze 2019: 30,8 %, 4 Sitze
Reichenbach und Niederwasser verfügen über eigene Ortschaftsräte.
Wappen Es zeigt redend zwei abgewendete schwarze Jagdhörner (Hifthörner), die über einem grünen Dreiberg schweben auf einem silbernen Schild.
Partnerschaft Hornberg unterhält seit dem 13. September 1997 eine Städtepartnerschaft mit Bischwiller im Elsass (Frankreich).
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Gasthaus Schwanen auf dem Fohrenbühl
Industrie: Sanitärkeramik, Elektrotechnik, Holzverarbeitung. Landwirtschaft: Die landwirtschaftlichen Betriebe konzentrieren sich auf Viehhaltung und Forstwirtschaft in den Ortsteilen Reichenbach und Niederwasser, von den 85 (2003) Betrieben sind 34 Haupterwerbsbetriebe. Fremdenverkehr: Der Tourismus ist für Hornberg ein wichtiger Erwerbszweig, insgesamt wurden im Jahr 2005 52.685 Übernachtungen gezählt.
Ansässige Betriebe In Hornberg sind unter anderem die Brauerei M. Ketterer GmbH & Co. und der Sanitärhersteller Duravit AG ansässig. In der Ortsmitte liegt das Hotel & Restaurant Adler, hoch über der Stadt das Hotel Schloss Hornberg. Zur anderen Seite der Stadt befindet sich die vom Neurologen Matthias Gottschaldt gegründete private Akutklinik Oberbergklinik Schwarzwald für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, die sich auf die Behandlung von Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen, Burn-out sowie Angst- und Panikstörungen spezialisiert hat.
mini|Ortseinfahrt Triberger Straße
Verkehr Hornberg ist durch die Bundesstraße 33 (Willstätt–Ravensburg) mit dem überregionalen Straßennetz verbunden. Seit dem 3. Juli 2006 wird die Hornberger Innenstadt durch einen Umgehungstunnel, den 1885 Meter langen Hornberg-Tunnel, entlastet.Tunnel Hornberg auf DAUB-ita.de, abgerufen am 14. Mai 2023.
Über die Badische Schwarzwaldbahn von Karlsruhe über Offenburg und Singen nach Konstanz ist die Stadt an das Schienennetz angeschlossen. Hier beginnt in südlicher Richtung die tunnelreiche Bergstrecke.
mini|Eisenbahnviadukt, Westseite
Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Hornberg über Gutach (Schwarzwaldbahn) mit Hausach verbunden. Die geplante Weiterführung von Hornberg nach Triberg („Zielnetz“) besteht noch nicht.
Bildungseinrichtungen Mit der Wilhelm-Hausenstein-Schule verfügt Hornberg über eine Grundschule. Daneben gibt es je einen evangelischen und römisch-katholischen Kindergarten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Stich von Matthäus Merian: Hornberg um 1643
Durch Hornberg führt der Querweg Rottweil–Lahr, in einigen Kilometern Entfernung verlaufen der Westweg und der Mittelweg, drei Fernwanderwege, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Der Ort liegt auch an der Deutschen Uhrenstraße.
Bauwerke und Orte Schloss Hornberg Johannes-Täufer-Kirche, Evangelische Stadtkirche.Konrad Heck: Über die evangelische Kirche zu Hornberg; (Hrsg.) Ev. Pfarramt in Hornberg, 1938 Der württembergische Baumeister Heinrich SchickhardtSönke Lorenz, Wilfried Setzler (Hrsg.): Heinrich Schickhardt – Baumeister der Renaissance. Leben und Werk des Architekten, Ingenieurs und Städteplaners; Katalog zur Ausstellung „Ein schwäbischer Leonardo? Heinrich Schickhardt (1558-1635). Baumeister, Ingenieur, Kartograph“ des Stadtarchivs Herrenberg und des Stadtarchivs Stuttgart; Leinfelden-Echterdingen 1999, S. 190–193 errichtete 1600–03 ein neues breites Schiff am bestehenden gotischen Chor und baute eine Dreiseiten-Empore mit Ausrichtung auf die Kanzel nördlich vor dem Chorbogen ein. Damit stellte die Kirche bis 1955 eines der frühen Beispiele neuen protestantischen Kirchenbaus, der Querkirche dar.Ulrich Zimmermann: Die Predigtkirche und die Querkirche - Protestantischer Kirchenbau in Württemberg. Eine Studie zur Geschichte und Theologie des Kirchenraums und zur Entstehung zweier Kirchenbautypen; Ubstadt 2025, S. 245, 291 - ISBN 978-3-95505-592-9. Sie wurde 1953–55 nach starker Zerstörung im Zweiten Weltkrieg renoviert und restauriert und zuletzt 2018 erneut renoviert.Website der Evangelischen Kirchengemeinde Hornberg Eisenbahnviadukt der Schwarzwaldbahn Karlstein, Felsformation, Gedenkstein und Berggipfel im Ortsteil Niederwasser Stadtbrunnen zum Gedenken an das Hornberger Schießen. Erbaut 1955 durch Hugo KnittelNarrenzunft Hornberg e. V. Hornberger Bär auf dem Bärenplatz neben der Gutach-Brücke Duravit Design Center
Museen Stadtmuseum mit Wilhelm-Hausenstein-GedenkraumStadtmuseum Hornberg
Regelmäßige Veranstaltungen mini|Freilichtbühne Hornberg
Jährliches Volksschauspiel des Hornberger Schießens durch Hornberger Bürger auf der Erwin-Leisinger-Freilichtbühne Fasnet (schwäbisch-alemannische Fasnacht) vom Schmutzigen Donnerstag bis Aschermittwoch Traditioneller Schellenmarkt an Pfingsten auf dem Fohrenbühl Traditioneller Martinimarkt jährlich im November
Religionen Die Reformation wurde 1535 in Hornberg eingeführt. In der Stadt gibt es heute eine evangelische und eine römisch-katholische Kirche. Seit der Dekanatsreform am 1. Januar 2008 gehört Hornberg mit der St. Johannes d.T.- und der St. Gebhard-Kirche zum Dekanat Offenburg-Kinzigtal und gehört zudem zur Seelsorgeeinheit Hausach-Hornberg.
Persönlichkeiten