mini|hochkant=2.0|DAC-Gebiete, Stand Mai 2023

Districtus Austriae Controllatus (DAC) ist eine Herkunftsbezeichnung für gebietstypische Qualitätsweine aus Österreich.Der Brockhaus Wein. Rebsorten, Degustation, Weinbau, Kellertechnik, internationale Anbaugebiete. Hrsg. von der Lexikonredaktion des Verlags F. A. Brockhaus, Mannheim/Leipzig 2005, ISBN 3-7653-0281-3, S. 143.

Ausbau der Herkunftsbezeichnungen in Österreich Mit der Herkunft Weinviertel DAC wurde für den Weinjahrgang 2002 erstmals eine gesetzlich kontrollierte Herkunftsbezeichnung eingeführt. Seither werden unter dieser Bezeichnung besonders gebietstypische Qualitätsweine der Sorte Grüner Veltliner vermarktet. In der Folgezeit wurden für weitere österreichische Weinbaugebiete DAC-Weine definiert. Aktuell gibt es 18 DAC-Gebiete.DAC – Districtus Austriae Controllatus auf oesterreichwein.at

Hintergrund der Einführung des DAC-Systems International unterscheidet man zwischen dem romanischen und dem germanischen Weinrecht. Während beim germanischen Weinrecht (Deutschland, Österreich vor Einführung der ersten DAC mit Jahrgang 2002) traditionell die Sortenbezeichnung im Vordergrund steht, unterscheidet und charakterisiert das romanische Weinrecht (Italien, Frankreich, Spanien) die Weine nach Herkünften. Nachdem im romanischen System die Weine gemäß ihren Herkünften definiert sind, entspricht die Herkunft quasi einer Weinbeschreibung. Im germanischen Weinrecht hingegen sind mit den einzelnen Herkünften keine spezifischen Weinstile definiert.

Mit der Einführung des DAC-Systems folgt Österreich dem romanischen Bezeichnungsmodell. Nicht mehr primär die Sorten, sondern eindeutig definierte gebietstypische Merkmale stehen bei der Vermarktung im Vordergrund. Österreich verfolgt damit das Ziel, die Herkünfte stärker zu betonen und im internationalen Vergleich ein Wettbewerbsvorteil zu bilden. Angesprochen auf die Frage „Welchen Wein haben Sie getrunken?“ reagieren Konsumenten hinsichtlich der Produkte aus romanischen Ländern mit der Antwort „Einen Bordeaux“ oder „Einen Rioja“. Hinsichtlich österreichischer Weine antworteten Konsumenten bislang „Einen Grünen Veltliner“ oder „Einen Blaufränkisch“. Nach Forcierung der DAC-Herkünfte wird die Antwort hingegen lauten: „Einen Weinviertel DAC“ oder einen „Leithaberg DAC“. Es handelt sich dabei um Weine, die geschmacklich unverkennbar typisch für das jeweilige Weinbaugebiet sind. Der Vorteil des DAC-Systems besteht darin, dass Herkunft unverwechselbar macht, während Sorten wie Riesling und Pinot Blanc, aber auch typisch österreichische Sorten wie Grüner Veltliner oder Blaufränkisch auch aus anderen Ländern stammen können.Strategie des Herkunftsmarketings auf oesterreichwein.atDer Brockhaus Wein. Rebsorten, Degustation, Weinbau, Kellertechnik, internationale Anbaugebiete. Hrsg. von der Lexikonredaktion des Verlags F. A. Brockhaus, Mannheim/Leipzig 2005, ISBN 3-7653-0281-3, S. 143 f.Klaus Egle: Der österreichische Wein. Das große Handbuch. Pichler Verlag, Wien/Graz/Klagenfurt 2007, ISBN 978-3-85431-403-5, S. 49.

Entstehung einer DAC-Herkunftsbezeichnung In Österreich gibt es 17 spezifische Weinbaugebiete: Wachau, Kremstal, Kamptal, Traisental, Wagram, Weinviertel, Carnuntum, Thermenregion, Neusiedlersee, Leithaberg (hier gibt es 2 DACs), Rosalia, Mittelburgenland, Eisenberg, Vulkanland Steiermark, Südsteiermark, Weststeiermark und Wien. Seit Einführung des ersten DAC-Weins arbeiten die Weinbauverantwortlichen aller spezifischen Weinbaugebiete an einer Profilierung mit herkunftstypischen Terroir-Weinen. Als erster Schritt werden Fokus-Sorten und gebietstypische Weinstile definiert. Wenn die Weinbauverantwortlichen eines Gebietes zur Ansicht gelangen, dass sein Fokus klar ist und eine oder mehrere Sorten für das Gebiet repräsentativ sein sollen, kann das Regionale Weinkomitee über das Nationale Weinkomitee den DAC-Status eines Gebiets mit einem oder mehreren herkunftstypischen DAC-Weinen beim Landwirtschaftsministerium beantragen. Bislang wurden 15 DAC-Weinbaugebiete per Verordnung in den Gesetzesrang erhoben. In den betreffenden Gebieten dürfen die herkunftstypischen Weine mit dem Namen des Gebiets und dem Zusatz „DAC“ bezeichnet werden. Alle anderen Qualitätsweine tragen als Herkunftsbezeichnung den Namen des Bundeslandes, in dem das DAC-Gebiet liegt (z. B. „Niederösterreich“ statt „Weinviertel“).Vinaria Weinguide 2018/19, Edition LW Media, Krems 2018, ISBN 978-3-9504163-8-1, S. 568. Somit wird jedem Winzer einerseits viel Raum für Innovation gelassen, andererseits aber einige gebietstypische Herkunftsweine als Archetypen der österreichischen Weinstile propagiert.

Österreichische DAC-Gebiete Bisher wurden in Österreich per Ministeriumsverordnung die folgenden 18 DAC-Appellationen definiert (chronologische Reihung nach deren Einführung): Weinviertel DAC (ab Jahrgang 2002, Reserve: ab Jahrgang 2009) Mittelburgenland DAC (ab Jahrgang 2005) Traisental DAC (ab Jahrgang 2006) Kremstal DAC (ab Jahrgang 2007) Kamptal DAC (ab Jahrgang 2008) Leithaberg DAC (weiß: ab Jahrgang 2009, rot: ab Jahrgang 2008) Eisenberg DAC (ab Jahrgang 2009, Reserve: ab Jahrgang 2008) Neusiedlersee DAC (Klassik: ab Jahrgang 2011, Reserve: ab Jahrgang 2010) Wiener Gemischter Satz DAC (ab Jahrgang 2013) Rosalia DAC (ab Jahrgang 2017) Vulkanland Steiermark DAC (ab Jahrgang 2018) Südsteiermark DAC (ab Jahrgang 2018) Weststeiermark DAC (ab Jahrgang 2018) Carnuntum DAC (ab Jahrgang 2019) Wachau DAC (ab Jahrgang 2020) Ruster Ausbruch DAC (eingeführt 2020) Wagram DAC (ab Jahrgang 2021) Thermenregion DAC (ab Jahrgang 2023)

Die Weinbauverantwortlichen dieser Gebiete haben beschlossen, den Namen des Gebietes (bzw. des Weinstils im Falle von Wien und der Stadt Rust) nur für einen oder mehrere besonders gebietstypische Weine zu verwenden und alle anderen Weine nur unter dem Weingutsnamen und dem Namen des jeweiligen Bundeslandes zu etikettieren.

Weinviertel DAC mini|Weinlandschaft bei Falkenstein (Weinviertel)

Weinviertel DAC wurde als erstes DAC-Gebiet mit dem Weinjahrgang 2002 eingeführt. Weinviertel DAC ist die Bezeichnung für herkunftstypische Qualitätsweine aus dem Weinbaugebiet Weinviertel. Die solcherart bezeichneten Weine müssen aus der Qualitätswein-Rebsorte Grüner Veltliner hergestellt sein, die Trauben dafür müssen ausschließlich im Weinbaugebiet Weinviertel geerntet werden. Die Weine dürfen in den Kategorien „Weinviertel DAC“ und „Weinviertel DAC Reserve“ auf den Markt kommen.Rechtsinformationssystem des Bundes – DAC Verordnung "Weinviertel"

Weine: Weinviertel DAC Weine dieser Kategorie weisen eine hell- bis grüngelbe Farbe auf und im Geruch ein typisches Sortenbouquet. Der Geschmack ist per Definition fruchtig sowie würzig-pfeffrig und darf weder einen Holz- noch Botrytiston aufweisen. Ein Weinviertel DAC ist ein trockener Grüner Veltliner, der Gehalt an unvergorenem Zucker darf maximal 6 g/l betragen. Der Alkoholgehalt von Weinviertel DAC-Weinen liegt zwischen 12 und 13 % vol.Weinviertel DAC auf www.weinviertel dac

Weine: Weinviertel DAC Reserve Weinviertel DAC Reserve-Weine sind Grüne Veltliner der Premiumstufe. Ebenso wie für Weinviertel DAC-Weine gilt auch für Weinviertel DAC Reserve, dass er das eindeutige gebietstypische Geschmacksprofil eines Grünen Veltliners aus dem Weinviertel aufweisen muss. Darüber hinaus müssen Weinviertel DAC Reserve-Weine folgende Charakteristika aufweisen: trocken, dichte Weinstruktur, langer Abgang und kräftige Stilistik. Ein zarter Botrytis- und Holzton ist zulässig. Der Alkoholgehalt liegt bei mindestens 13 % vol. Ein Antrag zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer für Weine mit der Verkehrsbezeichnung „Weinviertel DAC Reserve“ darf nicht vor dem 15. März des auf die Ernte folgenden Jahres gestellt werden. Weinviertel DAC Reserve-Weine werden seit dem Weinjahrgang 2009 angeboten.Weinviertel Die Kriterien für Weinviertel DAC Reserve auf www.weinvierteldac.at

Weine: Weinviertel DAC Große Reserve Seit 2020 existiert die Kategorie „Weinviertel DAC Große Reserve“. Die Anforderungen sind deckungsgleich mit jenen der Reserve-Kategorie, jedoch ist eine längere Lagerzeit vorgeschrieben. Das früheste Datum zur Einreichung zur staatlichen Prüfnummer ist der 1. November des auf die Ernte folgenden Jahres.

Mittelburgenland DAC mini|Weinlandschaft bei Horitschon (Mittelburgenland)

Die Herkunftsbezeichnung „Mittelburgenland DAC“ besteht seit dem Weinjahrgang 2005. Mittelburgenland DAC ist die Bezeichnung für herkunftstypische Qualitätsweine aus dem Weinbaugebiet Mittelburgenland, wo der Blaufränkisch die dominierende Sorte ist. Die solcherart bezeichneten Weine müssen aus der Qualitätswein-Rebsorte Blaufränkisch hergestellt sein, deren Trauben ausschließlich im Weinbaugebiet Mittelburgenland (politischer Bezirk Oberpullendorf) geerntet wurden. Der Äpfelsäuregehalt darf höchstens 0,5 g/l sein und der Gehalt an unvergorenem Zucker darf maximal 2,5 g/l betragen. Die Weine kommen in den Kategorien „Mittelburgenland DAC“, „Mittelburgenland DAC“ mit Riedenbezeichnung und „Mittelburgenland DAC Reserve“ auf den Markt. Ihr Geschmack und ihre Charakteristik ist als „sortentypisch, fruchtig, würzig und kräftig“ definiert.

Weine: Mittelburgenland DAC (unter allfälliger Angabe der Zusatzbezeichnung „Classic“) In dieser Kategorie erfolgt der Ausbau der Weine in traditionellen großen Eichenfässern (wobei die Weine keinen bis kaum merklichen Holzton aufweisen dürfen) oder im Stahltank. Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 12,5 % vol. und maximal 13 % vol. Die Weine dieser Kategorie dürfen nicht vor dem 1. August des auf die Ernte folgenden Jahres an Verbraucher abgegeben werden.

Weine: Mittelburgenland DAC mit Angabe einer Riede In dieser Kategorie erfolgt der Ausbau der Weine in traditionellen großen Eichenfässern oder in gebrauchten Barriques (wobei die Weine keinen oder höchstens einen leichten Holzton aufweisen). Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 13 % vol. und maximal 13,5 % vol. Die Weine dieser Kategorie dürfen nicht vor dem 1. Oktober des auf die Ernte folgenden Jahres an Verbraucher abgegeben werden.Rechtsinformationssystem des Bundes – DAC Verordnung "Mittelburgenland"

Weine: Mittelburgenland DAC Reserve In dieser Kategorie erfolgt der Ausbau der Weine in traditionellen großen Eichenfässern oder in Barriques (wobei die Weine per definitionem einen merkbaren bis dominierenden Holzton aufweisen). Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 13 % vol. Die Weine dieser Kategorie dürfen nicht vor dem 1. März des auf die Ernte zweitfolgenden Jahres an Verbraucher abgegeben werden.

Traisental DAC mini|Weinlandschaft bei Inzersdorf ob der Traisen (Traisental)

Die Herkunftsbezeichnung „Traisental DAC“ besteht seit dem Weinjahrgang 2006. Traisental DAC ist die Bezeichnung für herkunftstypische Qualitätsweine aus dem Weinbaugebiet Traisental, wo der Grüne Veltliner und der Riesling die dominierenden Sorten sind. Die solcherart bezeichneten Weine müssen aus der Qualitätswein-Rebsorte Grüner Veltliner oder Riesling hergestellt sein, deren Trauben ausschließlich aus im Weinbaugebiet Traisental geerntet wurden. Sie werden in den Kategorien „Traisental DAC“, „Traisental DAC“ mit Ortsangabe, „Traisental DAC“ mit Riedenbezeichnung oder „Traisental DAC Reserve“ vermarktet.

Weine: Traisental DAC (Gebietswein) Weine dieser Kategorie haben folgende Charakteristik aufzuweisen: keine Botrytisdominanz, ausgewogen und in der Dichte der Typizität des angegebenen Weinjahrgangs entsprechend. Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 11,5 % vol. Der Gehalt an unvergorenem Zucker hat der Bezeichnung „trocken“ zu entsprechen.

Weine: Traisental DAC mit Ortsangabe (Ortswein) Weine dieser Kategorie haben folgende Charakteristik aufzuweisen: keine Botrytisdominanz, ausgewogen und in der Dichte der Typizität des angegebenen Jahrgangs entsprechend. Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 12 % vol.Traisental DAC auf oesterreichwein.at