alternativtext=Luftbild Gemeinde Heidenrod Ortsteil-Wisper.|mini|Luftbild Gemeinde Heidenrod Ortsteil-Wisper Heidenrod ist mit knapp 96 Quadratkilometern die flächenmäßig größte Gemeinde im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis und gehört in Südhessen zu den Gemeinden mit den meisten Ortsteilen, es sind 19 an der Zahl. Die Gemeindeverwaltung befindet sich im größten Ortsteil Laufenselden. Das Gemeindegebiet ist nur gut einen Quadratkilometer kleiner als das Stadtgebiet der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Mit rund 7400 Einwohnern liegt Heidenrod im Kreisvergleich im Mittelfeld zwischen Schlangenbad und Rüdesheim am Rhein.

Geographie alternativtext=Heidenrod-Hilgenroth Luftbild|mini|Luftbild von Heidenrod-Hilgenroth Geographische Lage alternativtext=Die Wisper in Heidenrod|mini|Bild von der Wisper in Heidenrod Heidenrod liegt im westlichen Hintertaunus nördlich des Taunushauptkamms und westlich der Aar, zwischen Koblenz und Wiesbaden, etwa auf halber Strecke zwischen Rhein und Lahn. Das Gemeindegebiet erstreckt sich rund um das hochgelegene Waldgebiet der Kemeler Heide, die zu dem Höhenrücken gehört, auf dem die als Bäderstraße bekannte Bundesstraße 260 verläuft. Die beiden höchstgelegenen Ortschaften des westlichen Taunus, Kemel (Ortskern auf 510 m Höhe) und Mappershain (Ortskern auf 500 m Höhe) sind Ortsteile von Heidenrod. Der Mappershainer Kopf, etwa 500 m nordwestlich des gleichnamigen Ortes, ist mit 548 m der höchste Berg des westlichen Hintertaunus. Durch die Höhenlage bedingt entspringt im Gemeindegebiet eine Vielzahl von Bächen, die in alle Himmelsrichtungen zu den Gemeindegrenzen abfließen und die Heidenrod eine sehr komplexe Struktur von Wasserscheiden bescheren. So liegt fast jeder Ortsteil in einem anderen Tal oder allein auf einem Bergrücken zwischen zwei Tälern.

Auf dem Gemeindegebiet entspringen westlich des Ortsteils Kemel die Quellbäche der Wisper, die sich zwischen den Ortsteilen Wisper und Geroldstein vereinigen. Im Ortsteil Mappershain entspringt der Dörsbach. Etwa 60 % des Gemeindegebiets besteht aus Wald.

Nachbargemeinden Heidenrod grenzt im Norden an die Gemeinden Holzhausen an der Haide, Rettert, Berndroth, Dörsdorf, Eisighofen und Reckenroth (alle Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz), im Nordosten an die Gemeinde Aarbergen, im Osten an die Gemeinde Hohenstein, im Südosten an die Stadt Bad Schwalbach, im Südwesten an die Gemeinde Schlangenbad und die Stadt Oestrich-Winkel, im Westen an die Stadt Lorch, sowie die Gemeinden Welterod, Strüth, Weidenbach, Diethardt und Nastätten (alle im Rhein-Lahn-Kreis).

Gliederung alternativtext=Luftbild von Heidenrod-Nauroth|mini|Luftbild von Heidenrod-Nauroth Heidenrod besteht aus folgenden insgesamt 19 ehedem selbständigen Gemeinden, die nun als Ortsteile eine Großgemeinde bilden (in Klammern die jeweilige Einwohnerzahl nach dem Stand vom 14. November 2012).

Algenroth (77), Dickschied (473), Egenroth (172), Geroldstein (91), Grebenroth (346), Hilgenroth (103), Huppert (525), Kemel (1.219), Langschied (238), Laufenselden (1.894), Mappershain (246), Martenroth (67), Nauroth (582), Niedermeilingen (328), Obermeilingen (93), Springen (460), Watzelhain (362), Wisper (94) und Zorn (447).

Sechs der Ortsteile haben nicht mehr als je rund einhundert Einwohner.

Für jede der zuvor selbständigen Gemeinden wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat errichtet. Die frühere Gemeinde Dickschied-Geroldstein wurde in zwei Ortsbezirke geteilt und erhielt für jeden Ortsteil einen Ortsbeirat. PDF-Datei 99 kB

Geschichte Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen hatten sich am 31. Dezember 1971 zunächst 16 eigenständige Gemeinden zu einer Großgemeinde unter dem neuen Namen Heidenrod zusammengeschlossen. Am 1. Juli 1972 kam Martenroth hinzu. Die 18. ehemalige Gemeinde Hilgenroth wurde am 1. Januar 1977 kraft Landesgesetz nach Heidenrod eingegliedert. Für alle Ortsteile wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Heidenrod erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 29,6 8 27,7 9 38,5 12 42,4 13 35,6 11 41,2 13 8,5 2 24,1 7 18,5 6 – – – – – – 33,4 9 22,7 7 28,4 9 32,0 10 38,5 12 41,2 13 10,6 3 12,1 4 9,9 3 14,0 4 7,3 2 8,4 2 17,8 5 9,7 3 – – – – – – – – – – 3,6 1 4,7 1 3,9 1 4,6 2 5,5 2 BIH Bürgerinitiative Heidenrod – – – – – – 7,7 3 14,0 4 – – DHP Deutsche Heimat Partei … Die National-Liberalen – – – – – – – – – – 3,8 1 Gesamt 100,0 27 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 61,8 63,6 59,2 58,8 54,7 61,0

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Heidenrod neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sieben weitere Beigeordnete angehören.Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. Januar 2014 Volker Diefenbach (SPD). Er wurde als Nachfolger von Harald Schmelzeisen (SPD), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 22. September 2013 im ersten Wahlgang bei 77,2 Prozent Wahlbeteiligung mit 53,6 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten zwei Wiederwahlen, zuletzt in einer Stichwahl im September 2025.Bürgermeister-Stichwahl am 28. September 2025 in Heidenrod

Amtszeiten der Bürgermeister - Votemanager: Wahltermine Gemeinde Heidenrod, seit 1999; Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2007 sind nicht aufbereitet 2014–2031 Volker Diefenbach (SPD)Volker Diefenbach im Internet - Jahrbuch 2020 des Rheingau-Taunus-Kreises, Seite 200: Heidenrod. Debatte um die Straßenbeiträge. Volker Diefenbach bleibt Bürgermeister in Heidenrod. 2002–2013 Harald Schmelzeisen (SPD) 1984–2001 Friedrich Flach (CDU)Hilgenroth: Geschichte „Der Hilgenrother Friedrich Flach wird Bürgermeister der Großgemeinde Heidenrod. Für 18 Jahre, bis zum 31.12.2001 leitet er die Geschicke der Heidenroder.“

Wappen Der Gemeinde Heidenrod im Rheingau-Taunus-Kreis ist am 12. Dezember 1980 vom Hessischen Minister des Innern ein Wappen mit folgender Blasonierung genehmigt worden: Schild gespalten: Vorn in rotem Feld über zwei goldenen gekreuzten Rodehacken ein goldener Hirschkopf mit einem goldenen Geweih von zwölf Enden, hinten in goldenem Feld eine bewurzelte grüne Tanne.

Partnergemeinden Die Gemeinde Heidenrod unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Mád in Ungarn Sollstedt in Thüringen Wissous in Frankreich

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Liste der Kulturdenkmäler in Heidenrod umfasst 83 Objekte.Recherche nach Kulturdenkmälern in Heidenrod

Infrastruktur und Wirtschaft Durch die Topographie des Gemeindegebietes bedingt gibt es in Heidenrod acht Kläranlagen. Es gibt 18 Dorfgemeinschaftshäuser, 15 Freiwillige Feuerwehren und 16 Friedhöfe zu unterhalten. Das rege Vereinsleben der Heidenroder drückt sich in der Zahl von 84 Vereinen aus., Seite 20 und 21 Allein für den Ortsteil Geroldstein mit 90 Einwohnern musste auf Anordnung des Landes Hessen im Jahr 2011 eine neue Kläranlage für 2,5 Millionen Euro gebaut werden.Heidenrod: Für 90 Bürger ein Klärwerk für Millionen - FAZ.net vom 15.07.2010 abgerufen am 7. Juni 2020

Aus diesem Grund und weil größere Gewerbestandorte im Gemeindegebiet fehlen, zählte Heidenrod vor 2012/2013 mit 44 Millionen Euro zu den am höchsten verschuldeten Gemeinden Hessens. Die Gebühren für Wasser, Abwasser und die Friedhofsgebühren waren höher als in jeder anderen hessischen Gemeinde.Heidenrod im Untertaunus: Ohnmacht im Armenhaus - FAZ.net Im Januar 2012 stimmten bei einem Bürgerentscheid 88,3 % der Menschen für den Bau eines Windparks, der zur Verbesserung der Gemeinde-Finanzen dienen sollte.wind-energie.de Windpark Heidenrod - Viel Wald, wenig Geld. Ein Gespräch mit Volker Diefenbach, Bürgermeister von Heidenrod, abgerufen am 16. November 2025. Die Gemeinde Heidenrod, das Energieunternehmen Süwag und eine Bürgergenossenschaft investierten gemeinsam in den Windpark. Der Großteil der Gemeindeschulden wurde abgebaut.www.suewag.com, abgerufen am 16. November 2025.

Verkehr Die Bundesstraße 260 quert das Gemeindegebiet.

Heidenrod gehört zum Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Zwei Buslinien verbinden die Gemeinde mit Wiesbaden in der einen Richtung und Nastätten bzw. Katzenelnbogen in der anderen Richtung. Ein Ruftaxi sorgt für die Anbindung der meisten kleineren Ortsteile an den öffentlichen Nahverkehr.

Durch die Heidenroder Ortsteile Grebenroth, Laufenselden, Huppert und Kemel führt der Deutsche Limes-Radweg. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Im Ortsteil Laufenselden liegt das Segelfluggelände Laufenselden.

Bildung In Heidenrod gibt es zwei Grundschulen. Die Fledermausschule im Ortsteil Laufenselden wird von Grundschülern aus den Ortsteilen Egenroth, Grebenroth, Huppert, Martenroth und Laufenselden besucht, ferner auch von den Schülern aus Reckenroth (Rheinland-Pfalz). Alle anderen Schüler besuchen die Grundschule Kemeler Heide in Kemel.

Weiterführende Schulen befinden sich in Aarbergen und Bad Schwalbach.

Unternehmen 2007 siedelte die Kopp-Umwelt GmbH auf einem ehemaligen Militärgelände in Kemel und machte daraus einen Naturenergiepark. Das Unternehmen hat zwei 185 Meter hohe Windkraftanlagen errichtet, es betreibt zudem ein Biomassekraftwerk. 2013 erzeugte das Unternehmen bis zu 40 Millionen Kilowattstunden jährlich aus erneuerbaren Energien und ist mit 85 Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber in Heidenrod.

Energie mini|Windpark Heidenrod mit GE-Anlagen alternativtext=Neues Solarfeld in Heidenrod|mini|Neues Solarfeld in Heidenrod In Heidenrod befinden sich zwei Windparks mit insgesamt 17 Windkraftanlagen sowie ein Biomassekraftwerk. Die ersten Anlagen, sieben Enercon E-40/5.40, wurden Ende der 1990er Jahre im Ortsteil Kemel errichtet, welche ab 2012 durch fünf modernere Anlagen des Typs Enercon E-101 mit 135 Metern Nabenhöhe und 101 Metern Rotordurchmesser ersetzt wurden (Repowering). Dadurch sank die Anzahl der Anlagen im Windpark, die Gesamtleistung stieg von 3,5 auf 15 Megawatt um rund das Vierfache. Dieser sogenannte Naturenergiepark wurde vom Unternehmen Kopp-Umwelt GmbH realisiert und wird von ihm betrieben. Im Jahr 2009 wurde der Naturenergiepark um den größten Solarpark der Region erweitert. Mit einer Gesamtfläche von 25.000 Quadratmetern, davon 5.000 Quadratmeter auf Dachflächen und 20.000 Quadratmeter auf Freiflächen, nutzt der Solarpark Photovoltaik-Module zur Stromerzeugung. 2013 wurde das Biomassekraftwerk auf dem Betriebsgeländer der Kopp Umwelt GmbH fertiggestellt. Hier werden jährlich rund 32.000 Tonnen Biomasse-Brennstoff zur Energieerzeugung genutzt. Die Anlage erzeugt im Vollbetrieb 22 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, die direkt in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Diese Energiemenge reicht aus, um etwa 5.500 Vierpersonenhaushalte kontinuierlich mit Strom zu versorgen.