mini|Blick von Nordwest auf die beiden Stadtteile Hahn und Bleidenstadt
Taunusstein ist mit etwa 31.000 Einwohnern und zehn Stadtteilen die größte Stadt im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis, neun Kilometer nordwestlich der Landeshauptstadt Wiesbaden. Der Sitz der Stadtverwaltung liegt im Stadtteil Hahn.
Geografie Nachbargemeinden
Gliederung Taunusstein besteht aus zehn Stadtteilen:
Stadtteil EinwohnerStand Dezember 2024Einwohnerstatistik der Stadt Taunusstein 2023/2024 - Hauptwohnungen, abgerufen am 29. November 2025. Bleidenstadt 8142 Hahn7719 Wehen7305 Neuhof3706 Seitzenhahn1291 Orlen1184 Wingsbach764 Niederlibbach521 Hambach391 Watzhahn274 Gesamt 31297
Geschichte Gemeindebildung mini|Das 1998 fertiggestellte Taunussteiner Rathaus
Die Stadt Taunusstein entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Oktober 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Bleidenstadt, Hahn, Neuhof, Seitzenhahn, Watzhahn und Wehen. Mit dem Zusammenschluss wurden Taunusstein die Stadtrechte verliehen. Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Hambach, Niederlibbach, Orlen und Wingsbach in die Stadt Taunusstein auf freiwilliger Basis eingegliedert. Für alle nach Taunusstein eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.
Im Jahre 1991 wurde im Ortsteil Hahn der nach dem langjährigen Taunussteiner Bürgermeister benannte Dr.-Peter-Nikolaus-Platz eingeweiht. Er ist umgeben vom Bürgerhaus „Taunus“, dem katholischen Kirchenzentrum St. Johannes Nepomuk sowie dem neuen Rathaus und bildet mit der Bündelung dieser öffentlichen Funktionen das neue Stadtzentrum. Das Bürgerhaus „Taunus“ wurde 1989 eröffnet, das Kirchenzentrum 1991, beide entworfen von dem Hamburger Architekten Bernhard Hirche, von dem auch das städtebauliche Konzept für die neue Ortsmitte stammt. Das von dem Hohensteiner Architekten Armin Bielak entworfene Rathaus konnte dagegen erst 1998 eingeweiht werden.Bernhard Hirche, Architekt BDA – Stadtzentrum Taunusstein-Mitte
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Taunusstein 28.365 Einwohner. Darunter waren 2077 (7,3 %) Ausländer, von denen 671 aus dem EU-Ausland, 923 aus anderen europäischen Ländern und 483 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 13,1 % einen Migrationshintergrund. Die Einwohner lebten in 12.775 Haushalten. Davon waren 4218 Singlehaushalte, 4015 Paare ohne Kinder und 3505 Paare mit Kindern, sowie 817 Alleinerziehende und 220 Wohngemeinschaften.
Einwohnerentwicklung
Religion Religionsgemeinschaften Evangelische und katholische Kirchen in fast allen Stadtteilen Foursquare Deutschland, eine Freikirche Bahai-Gemeinde in Hahn Neuapostolische Kirche in NeuhofNAK Taunusstein Königreichssaal der Zeugen Jehovas in Neuhof Ditib-Kadir-Moschee in HahnMoscheesuche Taunusstein Bis 1939 gab es in Wehen eine Synagoge der jüdischen KultusgemeindeWehen Jüdische Geschichte / Synagoge Alemannia Judaica – Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Daten zur Religionszugehörigkeit • 1987: 13.016 evangelische (= 50,53 %), 7652 katholische (= 29,70 %), 5093 sonstige (= 19,77 %) Einwohner • 2011: 10.600 evangelische (= 37,37 %), 6570 katholische (= 23,16 %), 10.600 sonstige (= 37,37 %) Einwohner
Politik Stadtverordnetenversammlung Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Taunusstein erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen: Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001%1997Sitze1997 33,1 15 36,0 16 39,9 18 35,1 16 40,7 18 37,1 17 28,5 13 22,3 10 21,1 10 22,7 10 30,3 14 30,2 14 37,2 17 36,9 17 16,3 7 18,0 8 12,0 5 21,1 9 14,4 6 10,8 5 11,5 5 8,0 4 10,0 5 15,3 7 7,5 3 8,7 4 7,7 3 10,2 5 4,7 2 7,6 3 10,1 5 6,0 3 6,1 3 7,2 3 5,2 2 15,7 7 7,3 3 – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – 7,7 3 Gesamt 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 Wahlbeteiligung in % 54,3 52,9 50,4 48,9 46,3 51,2 62,1 Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl. Er ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Taunusstein neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und neun weitere Stadträte angehören.Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. Februar 2024 Joachim Reimann (CDU), der bis dahin Bürgermeister von Niedernhausen war. Sein Amtsvorgänger Sandro Zehner (CDU) wechselte in seiner zweiten Amtszeit am 5. Juli 2023 als Landrat zum Rheingau-Taunus-Kreis. Danach leitete der Erste Stadtrat Peter Lachmuth die Stadtverwaltung kommissarisch und die Wahl des Bürgermeisters musste vorgezogen werden. Joachim Reimann erhielt am 8. Oktober 2023 im ersten Wahlgang bei 63,1 Prozent Wahlbeteiligung 59,41 Prozent der Stimmen.Votemanager: Bürgermeisterwahl Stadt Taunusstein 2023
Amtszeiten der Bürgermeister 2024–2030 Joachim Reimann (CDU)Joachim Reimann im Internet - Stadt Taunusstein, 2. November 2023: Ab Februar im Amt: Neugewählter Bürgermeister Joachim Reimann wechselt aus Niedernhausen nach Taunusstein 2014–2023 Sandro Zehner (CDU)Sandro Zehner: Vita; „Am 1. Februar 2014 habe ich mein Amt als Bürgermeister angetreten.“ 2002–2014 Michael Hofnagel (CDU) 1990–2002 Gerhard Hofmann (SPD) (1941–2020)Nachruf der Stadt Taunusstein, November 2020. (PDF-Datei) 1978–1990 Peter Nikolaus (CDU) (1943–1990)Gedenken an ehemaligen Taunussteiner Bürgermeister Dr. Peter Nikolaus. 1972–1978 Arthur Fuhr (SPD) (1923–2010)Aus dem Magistrat: Widmung der Arthur-Fuhr-Straße. Stadt Taunusstein, Pressemeldung vom 3. März 2020.
Finanzen Die Schulden der Stadt Taunusstein lagen zum 31. Dezember 2012 bei 75.664.097 Euro. Dies entsprach 2669 Euro je Einwohner.Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände – Anteilige Modellrechnung für den interkommunalen Vergleich – Stand 31. Dezember 2012 – Gemeinschaftsveröffentlichung Als eine der ersten Kommunen in Deutschland hat Taunusstein für den Bereich der städtischen Finanzen freiwillig eine sogenannte Nachhaltigkeitssatzung eingeführt, über die die Stadt anstrebt, finanzielle Belastungen künftiger Generationen zu verhindern und die Verschuldung abzubauen.Nachhaltigkeitssatzung der Stadt Taunusstein, abgerufen am 30. August 2014.
Wappen links|80px Das Stadtwappen zeigt auf blauem Hintergrund einen goldenen Löwen, der in seinen Pranken einen Schild mit rotem Kreuz auf silbernem Grund trägt. Mit dem goldenen Löwen erinnert das Wappen an die jahrhundertelange Herrschaft der Grafen und Fürsten von Nassau und nimmt zugleich die Tradition der Wappen des nassauischen Amtssitzes Wehen und der Gemeinden Hahn und Seitzenhahn auf, die sämtlich einen goldenen Löwen oder Löwenkopf führten. Das Kreuz ist Attribut des heiligen Ferrutius, des Schutzpatrons des Klosters Bleidenstadt. Dieses Kloster wurde schon im 8. Jahrhundert gegründet und hat in jahrhundertelangem Wirken große Verdienste um Christentum und Kultur im Raum an der oberen Aar erworben. Die ehemalige Gemeinde Bleidenstadt hat dieses Kreuz bereits früher in ihrem Wappen geführt.
Die amtliche Blasonierung lautet: „In blau ein rotbewehrter goldener Löwe, in seinen Pranken ein silberner Schild mit durchgehendem roten Kreuz.“
Städtepartnerschaften mini|Schild in Wingsbach, aufgenommen 2008 Taunusstein unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu:
Herblay-sur-Seine, Frankreich (seit 1973) Yeovil, Vereinigtes Königreich (seit 1987) Caldes de Montbui, Spanien (seit 1989) Wünschendorf/Elster, Thüringen (seit 1991) Toro, Italien (seit 2016) Merkwiller-Pechelbronn, Frankreich (seit 2022)
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Bahn Der Bahnhof Hahn-Wehen sowie der Haltepunkt Bleidenstadt liegen an der Strecke der seit 1983 nicht betriebenen Aartalbahn. Bis 2008 wurde die Strecke von der Nassauischen Touristik-Bahn befahren. Im Rahmen der eingestellten Projekte Stadtbahn Wiesbaden und Citybahn Wiesbaden war eine Schienennahverkehrsanbindung an die Landeshauptstadt vorgesehen.
Omnibusse Der Busverkehr in Taunusstein wird zum großen Teil von der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft geplant und in Auftrag gegeben. Jedoch berühren auch direkt vom Rhein-Main-Verkehrsverbund vergebene Linien die Stadt.
In Taunusstein gibt es zwei Umstiegsknoten im Integralen Taktfahrplan, Hahn Busbahnhof und Neuhof Mitte. Von beiden Knoten dauert eine Fahrt zum Hauptbahnhof Wiesbaden etwa 25 Minuten.
Weitere Linien fahren vom Hahner Busbahnhof in Richtung Hohenstein und Aarbergen, Bad Schwalbach sowie zu den Taunussteiner Stadtteilen Seitzenhahn und Watzhahn. Von Neuhof Mitte aus bestehen Anschlüsse in Richtung Idstein, Niedernhausen, Orlen sowie zur Schnellbuslinie zwischen Limburg an der Lahn und Wiesbaden. Zwischen den beiden Umstiegspunkten verkehren mehrere Buslinien, die je nach Fahrstrecke zehn bis zwanzig Minuten für die Strecke benötigen.
Seit August 2021 gibt es das On-Demand-Shuttle EMIL (kurz für elektrisch mobil). Statt nach festem Fahrplan ist EMIL einfach über eine von Ioki entwickelte App buchbar.Flexible Mobilität in Taunusstein. DMM, 31. Juli 2021.
Straßenverkehr mini|Mitfahrbank in Bleidenstadt Das Stadtgebiet wird von der B 275 der Länge nach durchquert. Verbindungen nach Wiesbaden werden durch die B 417 von Neuhof/Wehen über die Platte und die B 54 von Hahn über die Eiserne Hand hergestellt. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist die Anschlussstelle Idstein der A 3, zwölf Kilometer vom Stadtteil Hahn entfernt.
Taunusstein zählt zu den Gemeinden, in denen zur Verbesserung der Mobilität von Personen ohne Auto wie Ältere, Jugendliche als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr einige Mitfahrbänke aufgestellt wurden. Hierdurch werden beispielsweise zusätzliche, kostenlose Verbindungen von und nach Watzhahn und Bleidenstadt ermöglicht.
Luftverkehr Der nächste internationale Verkehrsflughafen ist der Flughafen Frankfurt am Main in etwa 40 km Entfernung. Der nächste Verkehrslandeplatz ist der Flugplatz Mainz-Finthen in 26 km Entfernung.
Ansässige Unternehmen Brita GmbH Wasserfiltration in Neuhof Feinkost Dittmann in Neuhof SGS Institut Fresenius in Neuhof Omicron NanoTechnology in Neuhof Hessapp (Teil von FFG) in Hahn Waffel Löser Firma Storck
Bildung In Taunusstein gibt es eine Reihe von Grund- und weiterführenden Schulen: Stadt Taunusstein: Schulen Regenbogenschule – Grundschule in Bleidenstadt Silberbachschule – Grundschule in Wehen Sonnenschule – Grundschule in Neuhof Integrierte Gesamtschule „Obere Aar“ im Schulzentrum Hahn (mit Grundstufe) Gymnasium Taunusstein in Bleidenstadt Berufliche Schulen Untertaunus im Schulzentrum Hahn Obermayr Europa-Schule Taunusstein – Bilinguale Grundschule, Realschule und Gymnasium in Neuhof
Sport Taunusstein hat sieben Fußballvereine; überregional bekannt ist der 1926 gegründete SV Wehen, der seit 2007 als SV Wehen Wiesbaden im Profibereich spielt. Im selben Stadtteil ansässig ist der Mehrspartensportverein TV 1873 Wehen.
Freizeit- und Sportanlagen Stadion am Halberg in Wehen, ehemaliges Heimstadion der 1. Mannschaft des SV Wehen Freibad in Hahn Silberbachhalle in Wehen Aartalhalle in Neuhof Bürgerhaus/Dorfgemeinschaftshaus in jedem Stadtteil Sportplätze in Bleidenstadt, Hahn, Neuhof, Orlen, Seitzenhahn, Wehen (alle Kunstrasenplätze) Sport- und Jugendzentrum in Bleidenstadt Fußballhalle in Bleidenstadt Bouleplätze in Orlen und Neuhof Bolzplätze in fast jedem Stadtteil
Kultur und Sehenswürdigkeiten