mini|hochkant|Wappen derer von Wilmersdorff. Wilmersdorff ist der Name eines brandenburgischen Uradelsgeschlechts mit Stammsitz im heutigen Berlin-Wilmersdorf. Als Ahnherr hat seit 1147 der Ritter und Oberst zu Ross Ludolph von Wilmersdorff zu gelten.
Urkundlich belegt ist das Geschlecht erstmals im Jahre 1155 mit einem Burchardum de Willmarstorp, der in einer Urkunde des Markgrafen Albrecht von Brandenburg als Zeuge erwähnt wird. Das Geschlecht taucht danach erst wieder 1339 urkundlich auf (Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis). Die Namensschreibung wechselte zwischen Wilmarstorp, Wilmestorp, Wilmerstorp, Willmerstorff und Willmersdorff.
Von den drei ursprünglichen Linien des Geschlechts setzte sich nur die Schmargendorfer Linie bis in die Neuzeit fort, erlosch jedoch 1802. mini|hochkant|Missbrauch des Familienwappens als typisches Erzeugnis eines Wappenschwindlers, einschließlich der erfundenen Quellenangabe, angefertigt für eine namensgleiche bürgerliche FamilieDiese Abbildung ist ein typisches Erzeugnis eines Wappenschwindlers (wie z. B. Carl Krahl, Max (von) Asten), einschließlich der erfundenen Quellenangabe (wie z. B. "Buch der europäischen Wappensammlung") angefertigt für eine bürgerliche Namensträgerin. Siehe J. Arndt: Der Wappenschwindel. Verlag Degener & Co., Neustadt a. d. Aisch 1997; Abb. S. 74. Ursprung Über den Ursprung des Geschlechts von Wilmersdorff gibt Thomas Philipp von der Hagen in seiner 1766 veröffentlichten Familiengeschichte derer von Wilmerdorff folgendes an:
Es folgt dann in einer Fußnote:
In anderen Urkunden finden sich 1155: Richard de Willmersdorf, der laut einem Diplom zur Gefolgschaft des Markgrafen von Brandenburg gehörte, Albert de Wilmersdorff, der als Zeuge in den besagten Urkunden genannt wird sowie
Des Weiteren: Oberstleutnant von WilmersdorfAugust von Witzleben (Hrsg.): Beiheft zum Militair-Wochenblatt. 1875. Jahrgang 60, Heft Fehrbellin, u. a. 4. Die Schlacht von Fehrbellin am 18./28. Juni 1675. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 18. Juni 1875, S. 93. fällt bei der Schlacht von Fehrbellin Oberst von Wilmersdorff als einer der Marschälle bei dem Leichenbegängnis des Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm.
mini|rechts|alternativtext=Herrenhaus der Domäne Dahlem|Herrenhaus der Domäne Dahlem.
Besitz Die Familie besaß zeitweilig zahlreiche Güter in der Mark Brandenburg, darunter Brederlow (im damaligen Kreis Pyritz, Provinz Pommern), Brusendorf, Buschow, Dahlem, Dalwitz (heute Ortsteil von Walkendorf), Dolgelin, bis Ende d. 15. Jh.,Adolf Wilhelm Ernst von Winterfeld: Geschichte der Ballei Brandenburg oder des Herrenmeisterthums Sonnenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. Martin Berendt, Berlin 1859, S. 702. Lichterfelde, Markee, Nunsdorf, Schmargendorf, Schönow, Steglitz, Teltow und Wustermark.
Wappen Das Wappen zeigt in einem von Silber und Blau quadrierten Schild drei (2,1) Lilien in verwechselten Farben. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken eine wachsende silberne BrackeIn anderen Darstellungen ist die Bracke braun (natürlich), doch wird sie sowohl bei von der Hagen als auch im Adelslexikon des Deutschen Adelsarchivs als weiß bzw. silbern bezeichnet. mit goldenem Halsband. mini|Allianzwappen am Herrenhaus der Domäne Dahlem. Personen (Auswahl) Cuno von Wilmersdorff (* 15. August 1603; † 23. Oktober 1637 in Treuenbrietzen), Kurfürstlich-brandenburgischer Tafelvorsteher, u. a. Herr auf Markee und Buschow.Hainer Weißpflug: Hofjunker Wilmersdorff, Cuno., In: Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon, Charlottenburg-Wilmersdorf. Hrsg. Luisenstädtischer Bildungsverein. Haude und Spener / Edition Luisenstadt, Berlin 2005, ISBN 3-7759-0479-4. Stand 7. Oktober 2009. Cuno Hans von Wilmersdorff (* 18. April 1638 in Berlin; † 30. August 1720), Sohn des vorstehend genannten noch vor seiner Geburt verstorbenen Cuno von Wilmersdorff, studierte 1653–1657 Rechtswissenschaften in Frankfurt (Oder). Er schlug 1657 zunächst eine militärische Laufbahn ein, kämpfte im Nordischen Krieg, wurde Leutnant. Mit seiner Volljährigkeit 1659 übernahm er die Bewirtschaftung von Schmargendorf, Markee, Teltow und Schönow. 1660 ehelichte er Katharina Elisabeth von Hake (1634–1711), aus (Klein)-Machnow. Aus der Ehe gingen zwölf Kinder hervor, zwei Söhne und zehn Töchter. Er erwarb das Rittergut Dahlem von seinem Onkel Georg Adam von Pfuhl und ließ 1680 über dem Eingang des Herrenhauses das Allianzwappen von Wilmersdorff und von Hake (1638–1720) anbringen. Ferner erwarb er weitere Güter und Pachten. Er wurde 1682 Kreiskommissar und 1701 erster Landrat des Teltowischen Kreises. Sein Grab befand sich in der Evangelischen St. Annen-Kirche in Dahlem, in der noch heute die Grabtafel ausgestellt ist. Die Güter Schönow, Teltow, Markee, Dahlem, Schmargendorf, Buschow und Löwenbruch vermachte er seinem jüngsten Sohn Cuno von Wilmersdorff (1675–1745).Hainer Weißpflug: Landrat Wilmersdorff, Cuno Hans., In: Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon, Charlottenburg-Wilmersdorf. Luisenstädtischer Bildungsverein. Haude und Spener / Edition Luisenstadt, Berlin 2005, ISBN 3-7759-0479-4. Stand 7. Oktober 2009.Werner Rust […] Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1932, S. 88–89. George Friedrich von Wilmersdorff (* 19. März 1665; † 5. April 1714) war der erste Sohn des Cuno Hans von Wilmersdorff, studierte wie sein Vater Rechtswissenschaften an der Universität in Frankfurt (Oder), promovierte. Er begab sich in den Kriegsdienst gegen die Türken in Ungarn, wurde 1690 Hauptmann. 1697 zog er sich aus dem Militärdienst zurück, um seinem Vater bei der Kreisverwaltung zu helfen und wurde Beigeordneter im Landkreis Teltow. 1702 wurde er Domherr des Brandenburger Stifts. 1712 wurde er Nachfolger seines Vaters als Landrat im Landkreis Teltow.Werner Rust […] Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1932, S. 89. mini|hochkant|Erinnerungstafel a. d. Fam. d. Hans von Wilmersdorf. Dorfkirche Schmargendorf. 2013. Hans von Wilmersdorf(f) (1579–1636), brandenburgischer Hofrat Johann Otto von Wilmersdorf (* 24. Juni 1717; † 23. Juli 1770 in Berlin) war der erste Sohn des Cuno von Wilmersdorff (1675–1745) und Enkel des Cuno Hans von Wilmersdorff. Die Besitztümer des Vaters wurden unter dessen vier Söhnen aufgeteilt, Hans Otto von Wilmersdorff erbte die Güter Schönow und Teltow. Er besuchte die Ritterakademie zu Brandenburg und studierte an der Universität Halle (Saale). Er wurde 1739 Deputierter des Havelländischen Kreises. Ab 1749 war er Landrat des Teltowschen Kreises und 1766 Kreisdirektor der von Friedrich I. eingerichteten Feuersozietät. Er lebte in Dahlem und wurde ebenda beigesetzt. Hainer Weißpflug: Wilmersdorff, Hans Otto., In: Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon, Charlottenburg-Wilmersdorf. Luisenstädtischer Bildungsverein. Haude und Spener / Edition Luisenstadt, Berlin 2005, ISBN 3-7759-0479-4. Stand 7. Oktober 2009. Leopold Heinrich von Wilmersdorff (* 20. Oktober 1732; † 8. März 1802 in Berlin) war der vierte Sohn von Cuno von Wilmersdorff (1675–1745). Er studierte in Frankfurt (Oder), trat jedoch nicht in den Staatsdienst ein. 1799 verkaufte er Schmargendorf für 60.000 Reichstaler an den Grafen Friedrich Heinrich von Podewils. Er war der letzte Vertreter der Schmargendorfer Linie derer von Wilmersdorff.Hainer Weißpflug: Wilmersdorff, Leopold Heinrich., In: Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon, Charlottenburg-Wilmersdorf. Luisenstädtischer Bildungsverein. Haude und Spener / Edition Luisenstadt, Berlin 2005, ISBN 3-7759-0479-4. Stand 7. Oktober 2009.
Literatur Thomas Philipp von der Hagen-Hohenauen: Historisch-Genealogische Beschreibung des alt-adelichen Geschlechts derer von Willmersdorff, aus richtigen Urkunden, und glaubwürdigen Nachrichten. Verlag Bosse-Schriften, Berlin 1766. (Digitalisat der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar). Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten. Band 4, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 338 f. (GB-Digitalisat) Werner Rust: Drei ausgestorbene märkische Adelsgeschlechter (v. Milow, v. Spiel, v. Wilmersdorf) als Herren von Dahlem. In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins. 49. Jahrgang, Heft Nr. 3-1932, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1932, S. 86–90. (Digitalisat) d. ZLB-Berlin.
mini|hochkant=0.5|Ehemaliges Bezirkswappen von Berlin-Wilmersdorf.
Siehe auch Wilmersdorf und Willmersdorf – zahlreiche Ortschaften, aber längst nicht (mehr) im Familienbesitz oder nie gewesen. Wappen des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf
Weblinks Familienchronik des Geschlechtes derer von Wilmersdorff., In: Ahnen-Trinks.de. Hainer Weißpflug: Wilmersdorff, derer von (Geschlecht)., In: Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon, Charlottenburg-Wilmersdorf. Hrsg. Luisenstädtischer Bildungsverein. Haude und Spener / Edition Luisenstadt, Berlin 2005. Stand 7. Oktober 2009.
Einzelnachweise
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