Wolfgang Eichhorn (* 18. August 1933 in Ansbach) ist ein deutscher Wirtschaftsmathematiker, Ökonom und emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre (insbesondere Wirtschaftstheorie) an der Universität Karlsruhe (TH), jetzt KIT: Karlsruher Institut für Technologie.

Wissenschaftliches Leben und Werk Wolfgang Eichhorn, Sohn von Lotte Eichhorn, geborener Geldner, und des Diplom-Ingenieurs Max Eichhorn, sowie Bruder des 1939 in Berlin geborenen Wirtschaftswissenschaftlers Peter EichhornEichhorn, Peter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 260. und Onkel des Geigers Friedemann Eichhorn, studierte von 1953 bis 1959 Mathematik und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten München und Würzburg. 1954 wurde er Mitglied des Corps Rhenania Würzburg.Kösener Corpslisten 1971, 143, 646 1959 schloss er das Studium als Diplom-Mathematiker ab und wurde im selben Jahr und bis 1966 Wissenschaftlicher Assistent. 1962 wurde er an der Universität Würzburg in Mathematik zum Dr. rer. nat. promoviert.Dissertation: Funktionentheorie in Algebren über dem reellen Zahlkörper und ihre Anwendungen auf partielle Differentialgleichungen. Das Volkswirtschaftsstudium schloss er 1964 ebenfalls mit dem Diplom ab.Das Thema der Diplomarbeit hatte er aus einer Urne zu ziehen: Die Besteuerung des Alkohols in Deutschland von 1871–1945, 1966 habilitierte er sich in Mathematik.Habilitationsschrift: Über die multiplikativen Abbildungen endlichdimensionaler Algebren in kommutative Halbgruppen Anschließen wirkte er von 1966 bis 1969 als Dozent an der Universität Würzburg. 1969 wurde er ordentlicher Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Karlsruhe. Dort war er von 1969 bis 1971 auch Dekan der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften.

Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit liegen in der Mathematik (Algebra, Funktionalgleichungen), in der Volkswirtschaftslehre (Produktionstheorie, Preistheorie via Spieltheorie, Wachstumstheorie, Verteilungstheorie), in der Statistik (Messkonzepte und Messungen in der Wirtschaft) und in der Versicherungswissenschaft (versicherungstechnisches Risiko, makroökonomische Aspekte des Risiko-Managements).

Wolfgang Eichhorns wissenschaftliches Werk umfasst rund 200 Arbeiten in internationalen Fachzeitschriften (darunter die führenden Journale Aequationes Mathematicae, American Economic Review, Archiv der Mathematik, Bio Science, Econometrica, Journal für die reine und angewandte Mathematik, Journal of Economic Theory, Journal of Mathematical Economics, Mathematical Methods of Operations Research, Mathematische Zeitschrift, Social Choice and Welfare) und 15 Bücher (Verlage: Addison-Wesley, Springer Verlag u. a.).

Gastprofessuren führten ihn an ab 1966 an die University of Waterloo (Kanada), die University of Southern California (Los Angeles), die Universität Bonn, die University of California, Berkeley, die University of British Columbia (Vancouver) und die WU Wien.

Als Gutachter war er tätig für das Bundeskartellamt, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, das Interfakultative Institut für Entrepreneurship des KIT und für zahlreiche weitere Institutionen, insbesondere wissenschaftliche Verlage.

Zu seinem 60sten Geburtstag (1993) gaben W. Erwin Diewert (UBC), Klaus Spremann (Universität St. Gallen) und Frank Stehling (Universität Ulm) die Festschrift Mathematical Modelling in Economics beim Springer-Verlag heraus. Der Band enthält 67 Beiträge zum Titelthema sowie die Liste der Veröffentlichungen von Wolfgang Eichhorn.

Ehrungen 1993: Ehrendoktor der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften der Universität Ulm, 1999: Ehrendoktor der Faculté des Sciences Économiques et Sociales der Université de Fribourg, 2001: Ehrenmitglied der Gesellschaft für Operations Research, 2002: Ehrenmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Operations Research, 2010: Goldenes Ehrenzeichen der Wirtschaftsuniversität Wien.

Privates Wolfgang Eichhorn ist evangelisch, heiratete 1964 Heidrun Tiedmann. Aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter herver. Sein jüngerer Bruder ist der Wirtschaftswissenschaftler Peter Eichhorn.

Bücher (Auswahl) Verallgemeinerung der Funktionentheorie. 1962. Theorie der homogenen Produktionsfunktion. Springer-Verlag, Berlin u. a. 1970. Modelle der vertikalen Preisbildung. Verlag Anton Hain, Meisenheim 1973. als Mitherausgeber: Production Theory. 1974. mit Joachim Voeller: Theory of the Price Index. Springer-Verlag, Berlin u. a. 1976. Functional Equations in Economics. Addison-Wesley Publishing Company, Reading, Massachusetts 1978. als Mitherausgeber: Theory and Applications of Economics Indices. 1978. als Mitherausgeber: Economic Theory of Natural Resources. 1982. als Mitherausgeber: Quantitative Studies on Production and Prices. 1983. als Mitherausgeber: Mathematische Systeme in der Ökonomie. 1983. Das magische Neuneck. Umwelt und Sicherheit in einer Volkswirtschaft. Verlag Anton Hain, Frankfurt 1990. als Hrsg. und Autor: Models and Measurement of Welfare and Inequality. Springer-Verlag, Berlin u. a. 1994. mit Dirk Solte: Das Kartenhaus Weltfinanzsystem. Rückblick, Analyse, Ausblick. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2009. als Hrsg. mit Götz W. Werner und Lothar Friedrich: Das Grundeinkommen. Würdigung, Wertungen, Wege. KIT Scientific Publ., Karlsruhe 2012. mit Winfried Gleißner: Mathematics and Methodology for Economics. Applications, Problems and Solutions (in der Reihe Springer Texts in Business and Economics.) Springer International Publishing, Cham / Heidelberg / New York 2016. als Hrsg. mit Gerhard Gnann: 1.000 der besten 70.000 Gedichte, Gebote, Sprüche, Zitate von Aachen bis Zytotoxizität. edition fischer, Frankfurt 2016; 3. Auflage ebenda 2018. Ein BIO-, ÖKO-, SOZIO-, THEO-Trip. IFB Verlag Deutsche Sprache, Paderborn 2020. Öko-Wut, Öko-Mut auf Deutsch. „Ihr Wut- und Mutmenschen, beherzigt Öko-Ampeln!“ IFB Verlag Deutsche Sprache, Paderborn 2022, ISBN 978-3-949233-08-1.

Literatur Eichhorn, Wolfgang. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 260.

Weblinks

Eintrag beim KIT mit Konterfei

Einzelnachweise

Kategorie:Wirtschaftsmathematiker Kategorie:Hochschullehrer (Karlsruher Institut für Technologie) Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Ehrendoktor der Universität Ulm Kategorie:Ehrendoktor der Universität Freiburg (Schweiz) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1933 Kategorie:Mann