mini|Judd Trump beendet das Endspiel auf die Farben mit der letzten Schwarzen zum Maximum Break beim German Masters 2015.

Ein Maximum Break, oft auch nur Maximum, ist eine Besonderheit der Billardvariante Snooker. Es kommt zustande, wenn zuvor keiner der beiden Spieler einen Ball gelocht hat und ein sich dann „im Break befindlicher“ Spieler in einer Aufnahme alle Bälle nacheinander in der regelkonformen Reihenfolge fünfzehnmal in der Kombination „Rot-Schwarz“ und anschließend alle farbigen Bälle in der ebenso vorgeschriebenen Weise (von Gelb bis Schwarz) ohne Fehlstoß oder Foul locht, sodass die maximale Punktzahl von 147 Punkten erreicht wird.

Im Jahr 1982 spielte der sechsfache Weltmeister Steve Davis das erste offiziell anerkannte Maximum Break in einem Profiturnier, nachdem seit 1934 zahlreiche – teils auch nicht anerkannte – weitere Maximum Breaks außerhalb von Profiturnieren gespielt worden waren. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Zahl der Maximum Breaks bis 2026 auf 246 an, wobei dem Engländer Ronnie O’Sullivan mit siebzehn die meisten Maximum Breaks gelangen.

Entstehung mini|Entstehung eines Maximum Breaks

Im „normalen“ Snooker Im Snooker dient der Begriff „Break“ als eine Bezeichnung von hintereinander gelochten Bällen. Ein Break endet, sobald ein Lochversuch scheitert oder auf dem Tisch kein Ball mehr vorhanden ist („Clearance“). Eine Art Unterteilung findet ab einem Break von 100 oder mehr Punkten statt, ab dieser Grenze wird ein Break „Century Break“ genannt.

Ein Maximum Break ist das höchstmöglichste Break, das mit den auf dem Snookertisch liegenden Bällen innerhalb eines einzigen Frames gespielt werden kann, wobei es mit der 16-Reds-Clearance eine Ausnahme gibt. Voraussetzung dafür ist, dass zu Beginn des Breaks noch kein Ball gelocht wurde und somit alle Bälle auf dem Tisch liegen. Um es zu erzielen, muss zu jedem der fünfzehn roten Bälle mit der Wertigkeit von einem Punkt ein schwarzer Ball im Wert von sieben Punkten gespielt werden. Sofern alle Roten vom Tisch sind, müssen auch alle Farben im Endspiel mit dem summierten Wert von 27 Punkten gelocht werden, sodass am Ende des Frames ein Spieler ein Maximum Break erzielt hat. Ein Maximum Break gilt stets als herausragende Leistung eines Spielers und wird dementsprechend honoriert.

Sonderfall 16-Reds-Clearance mini|hochkant|Jamie Burnett (2014)

Mit einem Freeball am Anfang des Breaks ist eine noch höhere Punktezahl als 147 erreichbar. Einen solchen Freeball bekommt man, wenn der weiße Ball nach einem Foul des Gegners auf alle roten Bälle gesnookert ist. Somit kann der nun gesnookerte Spieler einen beliebigen Ball als „Ersatzrote“ nominieren. Schafft er aus dieser Situation heraus eine Total Clearance, spricht man von einer 16-Reds-Clearance, da zusammen mit dem Freeball insgesamt 16 anstelle der üblichen 15 roten Bälle versenkt werden. Der Spieler kann mit dem Freeball, sofern er zur Ersatzroten (ein Punkt) Schwarz (sieben Punkte) locht, acht zusätzliche Punkte holen. Falls er danach noch die vollen auf dem Tisch liegenden 147 Punkte locht, ergibt sich daraus ein 155er-Break, was durch das Lochen der maximal möglichen Punkte ein Maximum Break darstellt. Ein solches 155er-Break spielte der Engländer Jamie Cope während einer Trainingspartie im Sommer 2005.

In Turnieren gab es bislang nur zwei 16-Reds-Clearances mit mehr als 147 Punkten. 2004 spielte der Schotte Jamie Burnett während seines Qualifikationsspiels gegen Leo Fernandez für die UK Championship ein 148er-Break, Es basierte auf einem Freeball, für den Burnett den braunen Ball als Ersatzrote nominierte und als dazugehörige Farbe ebenfalls Braun (vier Punkte) spielte. Danach lochte er anschließend alle fünfzehn Roten, wobei er zwölfmal Schwarz (jeweils acht Punkte mit einer Roten), zweimal Pink (jeweils sieben Punkte mit einer Roten) und einmal Blau (sechs Punkte mit Rot) spielte, ehe er mit dem Endspiel auf die Farben sein 148er-Break vollendete. 2026 spielte Ronnie O’Sullivan während der World Open in seiner Viertelfinalbegegnung gegen Ryan Day mit einer 153 das bisher höchste Break des professionellen Snookers und übertraf die bisherige Bestmarke von Jamie Burnett um fünf Punkte. Er räumte den Tisch mit 2 pinken und 14 schwarzen Bällen ab und blieb nur zwei Punkte unter der bestmöglichen Marke von 155. Weil nicht immer Schwarz zu den roten gespielt wurde, also nicht die maximal mögliche Punktzahl gelocht wurde, gelten beide Partien nicht als Maximum Break.

Insgesamt gab es bislang (2026) nur acht 16-Reds-Clearances. 153 Ronnie O’Sullivan bei den World Open 2026 148 Jamie Burnett bei den UK Championship 2004 141 Ricky Walden bei den UK Championship 2008 141 Mark Selby bei den 2018 China Open 2018 140 Liam Highfield bei den Scottish Open 2020 139 Ryan Day bei den Tour Championship 2023 139 Marco Fu bei den Weltmeisterschaft 2025 135 Steve James bei den Weltmeisterschaft 1990

Golden Ball 167-Maximum Bei den Saudi Arabia Snooker Masters und den Riyadh Season Snooker Championship gibt es als Sonderregelung für diese Turniere einen zusätzlichen goldenen Ball, mit dem ein Maximum Break von 167 Punkten möglich ist, da der goldene Ball einen Wert von 20 Punkten besitzt. Dieser wird in der Mitte der Kopfbande bei den kleinen Farben mit Kontakt dazu platziert. Der goldene Ball kann allerdings nur gespielt werden, wenn zuvor ein normales Maximum gespielt wurde. Sobald ein Maximum nicht mehr möglich ist, wird der goldene Ball vom Tisch genommen und es ergibt sich eine normale Partie. Wird der goldene Ball in ein Foul verwickelt, gibt es mindestens 4 Foulpunkte, oder die Punktezahl des höchstwertigen Balls, der am Foul beteiligt war.

In verschiedenen Snookervarianten Auch in den zahlreichen Varianten des Snookers gibt es Maximum Breaks. So kann bei der von Joe Davis mitentwickelten Variante Snooker Plus ein maximales Break von 210 Punkten erzielt werden, da zusätzlich zu den normalen Bällen ein oranger Ball im Wert von acht Punkten sowie ein violetter Ball im Wert von zehn Punkten vorhanden ist.

Beim Six-Red-Snooker, das mit nur sechs statt fünfzehn roten Bällen gespielt wird, kann ein Maximum Break im Wert von 75 Punkten gespielt werden. Durch einen Freeball kann diese Punktzahl auf 83 erhöht werden, was der Ägypter Wael Talaat bei der IBSF 6-Red-Snooker-Weltmeisterschaft 2014 erreicht hat.

Beim Power Snooker – bei dem es zu den neun Roten zusätzlich weitere Regeln gibt – wäre ein Maximum Break von 99 Punkten möglich. Da es aber mit dem Power Ball und der Power Zone zwei weitere Änderungen gibt, die weitere Punkte bringen können, gibt es ein deutlich höheres Maximum Break. Sofern als erste Rote der Power Ball gelocht wird und von diesem Punkt innerhalb zwei Minuten alle Bälle aus der Power Zone (= der Bereich hinter dem D) gelocht werden, wäre theoretisch ein Maximum Break von 393 Punkten möglich (ein Punkt für den Power Ball + 4 × 7 Punkte für die erste Schwarze + 8 × 32 für die restlichen Roten + Schwarz + 4 × 27 für das Endspiel auf die Farben = 393 Punkte).

Sowohl beim Snookerpool als auch beim Ten-Red-Snooker, die beide mit jeweils zehn Roten, jedoch auf unterschiedlichen Tischen gespielt werden, wäre ein Maximum Break von 107 Punkten möglich.

Geschichte Anfänge im Amateurbereich mini|hochkant|Rekordweltmeister und Spieler eines Maximum Breaks: Joe Davis (ca. 1920)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt das Maximum Break gemeinhin als unspielbar. Dies änderte sich, als der Neuseeländer Edward James O’Donoghue am 26. September 1934 in Griffith im australischen Bundesstaat New South Wales das erste Maximum Break spielte, gefolgt von dem Kanadier Leo Levitt im November 1948. Das erste offiziell anerkannte Maximum Break spielte Rekordweltmeister Joe Davis am 22. Januar 1955 während eines freien Spiels in der Londoner Leicester Square Hall, wobei die Anerkennung erst im März 1957 erfolgte.

Das erste Maximum Break in Deutschland während des regulären Turnierbetriebs wurde 1994 von Mike Henson im Finale der Gifhorner Open erzielt.

Entwicklungen im Profisektor mini|hochkant|Cliff Thorburn spielte als Erster zwei Maximum Breaks

Das erste in einem Profiturnier gespielte Maximum Break gelang John Spencer gegen Cliff Thorburn am 13. Januar 1979 beim Holsten Lager International im Fulcrum Centre in Slough; es wurde jedoch nicht anerkannt, da der Tisch zu große Taschen hatte. Des Weiteren hätte es auch das erste im Fernsehen übertragene Maximum Break sein können, wäre die Kameramannschaft nicht zur Teepause gegangen. Fast auf den Tag genau drei Jahre später, am 11. Januar 1982, spielte Steve Davis beim Lada Classic dann das erste offiziell anerkannte Maximum Break, welches ebenso das erste im Fernsehen übertragene Maximum Break war. Zufällig saß auf dem Stuhl des Gegners John Spencer.

Nur ein Jahr später spielte der Kanadier Cliff Thorburn im Rahmen seiner Partie gegen den Waliser Terry Griffiths das erste Maximum Break während einer Weltmeisterschaft. Bis zum Ende der 1980er Jahre wurden jedoch nur acht offiziell anerkannte Maximum Breaks gespielt (darunter insgesamt zwei von Cliff Thorburn), doch spätestens ab dem Jahr 1992, in dem alleine fünf Maximum Breaks gespielt wurden, entwickelte sich diese Zahl rasant nach oben. So wurden im Kalenderjahr 1999 zwölf Maximum Breaks und im Kalenderjahr 2000 acht Maximum Breaks gespielt, worauf die Zahl wieder zurückging. Dieser zuerst genannte Ansprung der Zahl lässt sich auf die Entwicklung der professionellen Spielweise zurückführen: Im Jahr 1985 kam der Schotte Stephen Hendry auf die Main Tour, der das Spiel deutlich offensiver anlegte als der Großteil der früheren Spieler. So entwickelte Hendry das strukturierte Breakbuilding, welches beispielsweise die „lange Rote“ als Einstiegsball und den Split des roten Pulks durch das Lochen der Blauen auf eine der Mitteltaschen beinhaltete, was bis dahin von den Spielern als zu riskant erachtet worden war. Ebenso war er sicher beim Lochen auf die Mitteltasche, was ein wichtiger Grundstein für das Breakbuilding war. Dadurch hatte er bessere Chancen, höhere Breaks und damit auch Maximum Breaks zu spielen. Da Hendry damit viel Erfolg hatte – er gewann unter anderem siebenmal die Snookerweltmeisterschaft – etablierte sich diese Spielweise. Außerdem gab es in den 1990er Jahren sowohl durch die Öffnung der Tour für alle Spieler und ein damit verbundenes größeres Teilnehmerfeld als auch durch mehr Turniere an sich mehr potenzielle Möglichkeiten zum Spielen eines Maximum Breaks.

Zum Ende der 1990er Jahre, als Hendry immer noch dominierend war, kam mit dem Engländer Ronnie O’Sullivan ein weiterer schneller Spieler in die Weltspitze. O’Sullivan erhielt später den Spitznamen „The Rocket“, da er ebenfalls wie Hendry deutlich riskanter als andere vorher spielte und sich somit bessere Chancen erarbeitete. Im Rahmen der Snookerweltmeisterschaft 1997 spielte O’Sullivan das schnellste Maximum Break überhaupt. Je nach Interpretation der TV-Aufzeichnung hatte es eine Länge von 5:08 Minuten oder 5:20 Minuten, wobei sich der Weltverband und das Guinness-Buch der Rekorde auf 5:08 Minuten festgelegt haben. Dies liegt eventuell daran, dass teilweise die Sekunden mitgezählt werden, in denen O’Sullivan von seinem Stuhl aufsteht, sich das auf dem Tisch liegende Bild anschaut und mit dem Break beginnt. Mit dem Verbot von Sponsoring durch Tabakfirmen begann zu Beginn der 2000er Jahre eine Flaute im Snookersport, bei der sich die Anzahl der Turniere drastisch reduzierte (bspw. 17 Turniere 1996/97 sowie neun Turniere 2005/06). Außerdem sank die Zahl der Main-Tour-Profis, wodurch die Anzahl der Spiele ebenfalls drastisch sank. In dieser Zeit hatte beispielsweise der Schotte John Higgins mit fünf Maximum Breaks zwischen 2000 und 2006 relativ großen Erfolg, da auch er ein guter Breakbuilder war. So spielte er 2003 zum ersten Mal in zwei nacheinander folgenden Weltranglistenturnieren ein Maximum Break, sowohl beim LG Cup als auch bei den British Open.