mini|Franz III. Stephan, Herzog von Lothringen und Bar
Der Verband war 1663 als Garnier-Cürassiere für die kaiserlich-habsburgische Armee errichtet worden. Aus diesem entwickelte sich im Laufe der Zeit bis hin zur Gemeinsamen Armee innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte das k.u.k. Dragonerregiment „Herzog von Lothringen“ Nr. 7.
1769 wurde dem Regiment in der neu errichteten Kavallerie-Rangliste die Bezeichnung Cavallerie-Regiment Nr. 21 zugeteilt. Der Name lautete jedoch bis 1798 weiterhin nach dem Regimentsinhaber (der nicht auch der Kommandant sein musste). Eine verbindliche Regelung der Schreibweise existierte nicht. (z. B. Regiment Graf Serbelloni – oder Regiment Serbelloni.) Mit jedem Inhaberwechsel änderte das betroffene Regiment dann auch seinen Namen.
Nach der Änderung des Systems 1798 galt vorrangig die nummerierte Bezeichnung, die unter Umständen mit dem Namen des Inhabers verbunden werden konnte. Hierbei erfolgte zunächst die Umbenennung in Cürassier-Regiment Nr. 7.
Von 1854 bis 1884 hieß das Regiment Dragonerregiment Wilhelm Herzog von Braunschweig Nr. 7
Seit 1888 hatte das Regiment seinen Namen immerwährend zu führen. Dessen ungeachtet wurden im Jahre 1915 alle Ehrennahmen ersatzlos gestrichen. Das Regiment hieß von da an nur noch Dragonerregiment Nr. 7 (Dies ließ sich in der Praxis jedoch nicht durchsetzen, einerseits weil sich niemand daran hielt, andererseits weil die sehr sparsame k.u.k. Militärverwaltung angeordnet hatte, zunächst alle noch vorhandenen Formulare und Stempel aufzubrauchen!)gem. „Verlautbarung der Quartiermeisterabteilung“ des Heeresgruppenkommando FM. Erzherzog Eugen / Q.Op. Nr. 665/15. Ausgegeben vom Feldpostamt 512
Zur Systematik wurden nachträglich auch folgende Nummerierungen eingeführt: 1663/1 (nach Tessin)Georg Tessin 1986 Bd. 1: 40, Kürassierregiment K 8 (nach Bleckwenn)Hans Bleckwenn.
Vorgeschichte 1798–1801 trug das spätere Husarenregiment Nr. 15 die Bezeichnung Dragoner-Regiment Nr. 7 1851–1860 trug das spätere Dragoner-Regiment Nr. 14 die Bezeichnung Dragonerregiment Nr. 7
Formationsgeschichte Im November 1663 errichtete der Generalfeldwachtmeister Garnier in Schlesien das Kürassier-Regiment Garnier. 1664 mussten 200 Reiter an das Kürassier-Regiment Metternich abgegeben werden 1665 wurden Teile des aufgelösten Reiter-Regiments Schmidt eingegliedert 1679 wurden vier Kompanien des aufgelösten Kürassier-Regiment Kaunitz eingegliedert 1682 war je eine Kompanie zur Errichtung der Kürassier-Regimenter Sachsen-Lauenburg (später Dragoner Nr. 9) und Veterani (1801 als Zezschwitz Nr. 5 aufgelöst) abzugeben 1707 Teile des aufgelösten Kürassier-Regiment Bartel eingegliedert 1721 eine Kompanie des aufgelösten Dragoner-Regiment Battée eingegliedert 1731 Teile der 1727 aufgestellten Auctions Kompanie an das Kürassier-Regiment Portugal (später Dragoner Nr. 9) abgegeben 1769 die Karabinier Kompanie an das neu aufgestellte 2. Carabinier - Regiment (später Dragoner Nr. 1) abgegeben, im Ausgleich dafür wurde eine Eskadron des aufgelösten Kürassier-Regiment de Ville zugewiesen 1768–1798 führte das Regiment die Kavallerie-Ranglistennummer 21 1775 die Oberstlieutenants - Division des aufgelösten Kürassier-Regiment Rothschütz übernommen 1798 erhielt das Regiment die Bezeichnung Kürassier-Regiment Nr. 7 1802 wurde die Oberstlieutenants-Division des aufgelösten Kürassier-Regiment Zezschwitz Nr. 5 übernommen 1867 Umwandlung in Dragonerregiment Nr. 7
mini|Kaserne des Regiments in Kolomea 1914
Ergänzungsbezirke Von 1781-1817 aus Mähren und Schlesien. 1817–1853 aus ganz Böhmen 1853–1857 aus dem Bezirk des Infanterieregiments Nr. 42 (Theresienstadt) 1857–1860 aus den Ergänzungsbezirken der Infanterieregimenter Nr. 35 und 42 (Pilsen, Theresienstadt) 1860–68 aus den Ergänzungsbezirken der Infanterieregimenter Nr. 28, 42 und 73 (Prag, Theresienstadt, Eger) 1868–89 den Ergänzungsbezirken der Infanterieregimenter Nr. 35 und 73 (Pilsen, Eger). Seit 1889 war es dem Bereich des VIII. Korps (Militär-Territorial-Bezirk Prag) zugewiesen.
Friedensgarnisonen I. II. III. 1665 verteilt auf ganz Schlesien 1669 Oberungarn° (Szatmár) 1672 Neutra 1673–74 verteilt auf ganz Böhmen 1678–82 verteilt auf Oberungarn 1698 Slawonien 1700 Siebenbürgen 1702–03 Slawonien 1712–16 Oberungarn (Sároser Komitat) 1718 Ungarn 1725 Luxemburg 1731–34 Böhmen 1736–37 Warasdin 1739 Temesvár 1740–41 Gran 1747 Wien 1750 Ungarn (Wieselburger Komitat) 1752 Siebenbürgen 1755–56 Banat 1763 Freudenthal 1764 Torda (Siebenbürgen) 1766 Klausenburg 1776–78 Udvarhely 1780 Nagypatak (Valea Mare) 1782 Wien 1784 Siebenbürgen 1787–88 Rákos-Palota (Budapest), 1790 Nagypatak 1792 Csaba 1794–95 Wien 1798–99 Bechin 1801 Nagypatak 1803 Ungvár 1804–05 Sárospatak 1806 Gródek 1807 Krakau 1808–09 Ziolkiew 1810 Zombor 1811–13 Grosswardein 1814–15 Klattau, dann Grosswardein 1816 Kecskemét 1823 Grosswardein 1829 Maria-Theresiopel 1837 Alt-Arad 1841–48 Pécsvár 1849 Pest 1850 Böhmisch Brod 1851 Gyöngyös, Miskolcz 1852 Wien - Groß-Enzersdorf 1859–60 Arad 1860 Grosswardein 1861 Ödenburg 1862 Wien 1865–66 Fünfkirchen 1866 Stuhlweißenburg 1871 Klattau 1884 Wien 1890 Brandeis 1912–14 Stab/I.Division Stanislau - II. Division Kolomea
° Mit Oberungarn wurden in der k.u.k. Monarchie die damals zu Ungarn gehörenden Teile der heutigen Slowakei bezeichnet.
mini|Als Kürassier-Regiment „Trauttmannsdorff“ 1751–1786
Regimentsinhaber 1663 Generalfeldwachtmeister Hans Heinrich Freiherr von Garnier (Kürassier-Regiment Garnier) 1664 Obrist Johann Nicolaus Graf Nostitz von Kunewald (Kürassier-Regiment Graf Nostitz von Kunewald) 1670 Obrist Graf Johann Heinrich von Dünewald (Kürassier-Regiment Graf Dünewald) 1691 Obrist Veith Heinrich Truchsess von Wetzhausen (Kürassier-Regiment Wetzhausen) 1697 Obrist Christian Prinz von Braunschweig-Lüneburg und Hannover (Kürassier-Regiment Prinz von Braunschweig-Lüneburg) 1703 Feldmarschall-Lieutenant Lamoral Graf von Latour (Thurn) und Taxis (Kürassier-Regiment Graf Latour) 1711 Generalfeldwachtmeister Peter Joseph de Viard (Kürassier-Regiment Viard) 1718 Feldmarschall-Lieutenant Johann Andreas Graf von Hamilton (Kürassier-Regiment Graf Hamilton) 1738 General der Kavallerie Joseph Conte de Bernes (Kürassier-Regiment Conte de Bernes)Joseph Karl Anton von Bernes de Rossana, ab 1748 Botschafter in Russland 1751 Generalfeldwachtmeister Franz Graf Trautmannsdorff (Kürassier-Regiment Graf Trautmannsdorff) 1786 Generalmajor Ferdinand Graf Harrach (Kürassier-Regiment Graf Harrach) 1790 Feldmarschall-Lieutenant Christoph Freiherr von Wallisch (Kürassier-Regiment Wallisch) 1794 Generalmajor Carl Eugen Prinz Lothringen - Lambesc (Kürassier-Regiment Prinz Lothringen) 1798 Änderung der Namensgebung in Kürassier-Regiment Nr. 7 1826 Generalmajor Heinrich Graf Hardegg 1854–1884 Feldmarschall Wilhelm Herzog zu Braunschweig 1867 Umwandlung in Dragoner Regiment Nr. 7 1884–1888 unbesetzt Seit 1888 führt das Regiment den Namen „Herzog von Lothringen und Bar“ Zweiter Inhaber 1854 FML Jakob von Parrot († 1858) 1859 Freiherr Friedrich von Blomberg, FML
Regiments-Kommandanten I. II. III. 1663 der Inhaber Generalfeldwachtmeister Granier 1664 der Inhaber, Obrist Graf Nostitz 1670 der Inhaber Obrist Dünewald 1675 Obristlieutenant Johann Heinrich Graf Kueffstein 1677 Obristlieutenant La Fosse 1679 Obristlieutenant Kunitz (Könitz?) 1681 Obristlieutenant Peter von Welsersheimb 1684 Obristlieutenant Sigmund Graf Kaplirs 1685 Obristlieutenant Lorenz Graf Hofkirchen 1691 Obristlieutenant Freiherr von Ketteler 1694 der Inhaber Obrist Truchsess 1694 Obristlieutenant Johann Paul Graf Caraffa 1703 Obristlieutenant-Obrist Peter Joseph de Viard 1708 Obristlieutenant Laser 1716 Obristlieutenant-Obrist Johann Christoph Seherr von Thoss 1727 Obrist Demetrius Freiherr von Kavanagh
1734 Obrist Philipp Freiherr von Philibert
1739 Obrist Claudius Graf Circourt 1740 Obrist Alois Graf Radicati 1745 Obrist Benedict von Rossiéres 1749 Obrist Joseph von Lehner 1756 Obrist Joseph Roth 1759 Oberst Joseph Anton Graf Turati 1771 Oberst Sigmund Freiherr von Knebel 1777 Oberst Casimir Freiherr von Trickel 1782 Oberst Michael von Melas 1788 Oberst Joseph Graf Auersperg 1789 Oberst Joseph Freiherr von Roth 1794 Oberst Nicolaus Graf Pálffy ab Erdöd 1796 Oberst Johann Graf Mercandin
1800 Oberst Max Graf Kollonits von Kollograd 1801 Oberst Clemens Freiherr von Thünefeld 1806 Oberst Johann Piccard von Grünthal 1809 Oberst Ferdinand Prinz von Hessen-Homburg
1814 Oberst Ernst Freiherr von Penz 1819 Oberst Alexander Freiherr von Bolza 1816 Oberst Georg Alexander Koch 1832 Oberst Ernst Freiherr Dlauhowesky von Langendorf 1838 Oberst Ludwig Riepenhoff von Helvoor 1846 Oberst Franz Sedlmayer von Seefeld
1849 Oberst Adam Stauffer 1849 Oberst Joseph Algyay von Algyest 1851 Oberst Alphons Graf Seldern 1852 Erzherzog Rainer (zweiter Oberst) 1859 Oberst Alfred Graf Königsegg-Aulendorf 1862 Oberst Hermann Freiherr von Ramberg 1868 Oberst Cajetan von Giusti 1868 Oberst Freiherr Oswald von Coburg 1876 Oberstlieutenant-Oberst Carl Fischer von Wellenborn 1882 Oberst Wilhelm von Bothmer 1888 Oberst Erich Ritter von Engel 1891 Oberst Moriz Graf Attems 1897 Oberstlieutenant-Oberst Anatol Graf Bigot de St. Quentin 1903 Oberst Wilhelm Karger 1909 Oberst Artur Hilvety 1913 Oberstleutnant Stanislaus von Krousky-Orzynow
Gefechtskalender mini|Gedenktafel in der Kapuzinerkirche in Wien
→Türkenkrieg 1663/1664 1664 Kämpfe in Oberungarn bei Heiligenkreuz und bei Levencz
→Antihabsburgischen Aufstände im Königreich Ungarn von 1671–1711 1671 Gefecht bei Freistadtl gegen die Malcontenten in Ungarn
→Holländischer Krieg 1673 mit fünf Kompanien auf den Kriegsschauplatz am Rhein. Gefecht bei Wertheim 1674 Gefecht bei Sinsheim. Rückzugsgefechte bei Ladenburg und Zwingenberg. Gefechte bei Florsheim, Heiligenstein, Eiselsheim und bei Mülhausen 1675 Teile des Regiments im Gefecht bei Bischen, in der Schlacht bei Altenheim, den Gefechten bei Benfelden und Molsheim. Bei Theux gerieten zwei Kompanien in Kriegsgefangenschaft. Der Regimentsinhaber, Generalfeldwachtmeister Dünewald wurde in Anerkennung seiner Verdienste, die er sich hier erworben hatte, in den Grafenstand erhoben. 1676 Hohe Verluste im Gefecht bei Gengenheim (Zabern) Zur Belagerungstruppe vor der Festung Philippsburg abgestellt 1677 Patrouillen- und Sicherungsdienste in Lothringen
1678 nach Ungarn beordert. Gefecht bei Heiligenkreuz
→Großer Türkenkrieg 1683 zur Armee des Herzogs von Lothringen abgestellt. Teilnahme am Gefecht bei Krems, der Entsatzschlacht vor Wien sowie dem Gefecht bei Párkány und dem Gefecht bei Szécsény 1684 Gefecht bei Waitzen und Belagerung von Ofen 1685 Zur Hauptarmee abgestellt. Kämpfe bei Gran, später Patrouillendienst in Oberungarn 1686 Abermals bei der Belagerung von Ofen, Kämpfe gegen die Entsatz-Armee, Gefechte bei Szolnok, Arad und Szegedin 1687 Bei der Armee an der Drau. Gefechte bei Siklós und am Berg Harsány. Vertreibung der Türken aus Slawonien 1688 Gefecht an der Save, dann bei der Belagerung und Einnahme von Belgrad
→Pfälzischer Erbfolgekrieg 1689 Zum Kriegsschauplatz am Rhein abgestellt. Belagerung von Mainz und Bonn 1690 Patrouillen- und Sicherungsdienste
→Großer Türkenkrieg 1691 Verlegung nach Ungarn. Gefecht bei Szlankamen und bei der Belagerung von Grosswardein 1692 Einnahme von Gyula, dann im Banat 1693 Patrouillen- und Sicherungsdienste 1694 Verlegung nach Siebenbürgen 1695 im Korps Veterani. Schlacht bei Lugos 1696 Schlacht bei Olaschin 1697 Im Korps Rabutin nach Ungarn verlegt. Schlacht bei Zenta. Ein Detachement unter Generalfeldwachtmeister Viard war am Streifzug gegen Uj-Palánka beteiligt 1698 mit der Hauptarmee gegen Temesvár vorgerückt. Streifzug nach Arad
→Spanischer Erbfolgekrieg