Atypus ist eine Gattung der Familie der Tapezierspinnen. Zu dieser Gattung gehören 33 Arten, die in Asien, Nordafrika, den USA und in Europa von der Iberischen Halbinsel und Großbritannien bis zur Ukraine verbreitet sind. Drei Arten kommen auch in Mitteleuropa vor: A. affinis, A. muralis und A. piceus. Die Gattung wurde 1804 von Pierre André Latreille aufgestellt.
Merkmale und Lebensweise Die Cheliceren der Gattung sind gerade nach vorne gerichtet und fast so groß wie der Vorderkörper (Prosoma). Die Spinnwarzen am Hinterleib sind deutlich sichtbar. Die Färbung ist dunkelbraun bis tiefschwarz. Die Weibchen erreichen eine Körperlänge von 10 bis 15 mm, Männchen werden etwa 10 mm groß.
Männchen haben eine Lebenserwartung von 3 bis 4 Jahren, Weibchen leben 8–10 Jahre. Wie alle Tapezierspinnen leben sie in Röhren, die mit Spinnenseide ausgekleidet sind. Bei der Gattung Atypus bestehen diese aus einem unterirdischen, senkrechten Teil und einem oberirdischen Teil, der oft waagrecht auf dem Boden aufliegt, aber auch im Bogen oder sogar senkrecht an der Vegetation oder anderen Strukturen festgemacht sein kann. Tagsüber halten sich die Spinnen im unterirdischen Teil auf. Nachts sitzen sie im oberirdischen Teil; Arthropoden, die dann über die Röhre laufen, werden von innen mit den Cheliceren gegriffen und durch die Röhrenwand nach innen gezerrt. Das Loch wird später wieder verschlossen.
Giftwirkung Die in Mitteleuropa vorkommenden Tapezierspinnen sind nur gering giftig. Die Lokalsymptome können allerdings länger anhalten. Bekannt ist bisher nur ein Biss von Atypus affinis.
Arten Der World Spider Catalog listet für die Gattung Atypus aktuell 33 Arten. (Stand: August 2024) Atypus affinis , 1830 Atypus baotianmanensis , 1994 Atypus baotingensis , 2018 Atypus coreanus , 1985 Atypus dorsualis , 1897 Atypus flexus , 2006 Atypus formosensis , 1943 Atypus heterothecus , 1985 Atypus javanus , 1890 Atypus jianfengensis , 2018 Atypus karschi , 1887 Atypus lannaianus , 1989 Atypus largosaccatus , 2006 Atypus ledongensis , 2006 Atypus magnus , 1986 Atypus medius , 1999 Atypus minutus , 2015 Atypus muralis , 1890 Atypus pedicellatus , 2006 Atypus piceus (, 1776) Atypus quelpartensis , 2002 Atypus sacculatus , 2006 Atypus seogwipoensis , 2015 Atypus sinensis , 1953 Atypus sternosulcus , 2006 Atypus suiningensis , 1985 Atypus suthepicus , 1989 Atypus sutherlandi , 1935 Atypus suwonensis , 2006 Atypus tibetensis , 2006 Atypus wataribabaorum , 2006 Atypus wii , 2014 Atypus yajuni , 2006
Die Arten A. abboti, A. niger und A. rufipes wurden in die verwandte Gattung Sphodros transferiert.
Literatur Heiko Bellmann: Kosmos Atlas Spinnentiere Europas. 3. Aufl., 2006. Kosmos, Stuttgart, ISBN 978-3-440-10746-1. Marcus Schmitt: Wo die wilden Kerle wohnen: Vogelspinnenverwandtschaft (Atypus affinis, Araneae) im Ruthertal zwischen Werden und Kettwig (Essen). Elektronische Aufsätze der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet 12 (2008): 1–9 PDF
Einzelnachweise
Weblinks
Bestimmungsschlüssel für die Gattung Atypus Atypus im Spinnen-Forum Wiki
Kategorie:Vogelspinnenartige Kategorie:Mygalomorphae